Dieser Artikel ist mehr als 17 Jahre alt.

Totengräber-Brigade im Auftrag McCains

Sueddeutsche.de berichtet mit Verweis auf die LA Times, dass die John McCain-Kampagne wohl in der Lage ist, negative Nachrichten auf digg.com im Datennirvana verschwinden zu lassen: McCains Bestattungsgehilfen. Blogger, die diesem Treiben zuschauen, sprechen bereits von einer „Totengräber-Brigade“ im Auftrag McCains. Ob es sich bei diesen Bestattungsgehilfen tatsächlich um Helfer aus der republikanischen Parteizentrale handelt,…

  • Markus Beckedahl

Sueddeutsche.de berichtet mit Verweis auf die LA Times, dass die John McCain-Kampagne wohl in der Lage ist, negative Nachrichten auf digg.com im Datennirvana verschwinden zu lassen: McCains Bestattungsgehilfen.

Blogger, die diesem Treiben zuschauen, sprechen bereits von einer „Totengräber-Brigade“ im Auftrag McCains. Ob es sich bei diesen Bestattungsgehilfen tatsächlich um Helfer aus der republikanischen Parteizentrale handelt, lässt sich jedoch nicht herausfinden, die Bewertungen sind anonym. Zudem wiederspricht es den Nutzungsbedingungen von digg.com nicht, dass sich die User untereinander absprechen, nur das „künstliche Ändern“ ist verboten.

Es gibt bei Digg.com die Funktion „bury“. Damit kann man dafür stimmen, einen Artikel zu beerdigen. Das klappt wohl ganz gut, zumindest, wenn man mit einer grossen Anzahl von Anhängern die Plattform bespielt. Kritische Links, wie zu dem beliebten Video von Paris Hilton als Antwort auf McCain, kommen auf der Plattform kaum Beachtung.

Aktuell ist auch das Action Center von McCain. Dort werden Anhänger aufgefordert, positive vorgefertigte Kommentare in Blogs zu platzieren. Thomas Pleil spricht zu Recht von Astroturfing: McCain: Der Netzverschmutzer.

Auf der Webseite wird auch im kleingedruckten darauf hingewiesen, wie man agieren soll:

“The content of these sites is not controlled by the McCain campaign and may contain offensive material. Please use your discretion in visiting these sites.”

Ich kann mich Thomas Pleil im Fazit auch nur anschliessen:

In der Tat ist die McCain-Initiative eine der unappetitlichsten Kampagnenideen, die mir in letzter Zeit begegnet sind.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


Veröffentlicht

Kategorie

Ergänzungen

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Bitte keine reinen Meinungsbeiträge. Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

3 Kommentare zu „Totengräber-Brigade im Auftrag McCains“


  1. Einerseits freut es mich zu sehen, dass das Internet, speziell seine „social components“ wie Blogs und Digg, immer wichtiger für die Politik werden, andererseits ist es natürlich ziemlich sche*ße wenn sich jemand so verhält wie McCain (bzw. seine Kampagnen-Verantwortlichen).


  2. Naja.. vergessen wir mal nicht die Anhänger.. Fanatismus und Verblendungen gibt es ja überall.
    Computerbase hatte vor einiger Zeit ein ähnliches System was eben genau aus diesem Grund wieder abgeschafft wurde. Meiner Meinung nach sehr schade, jedoch zeigt es auch in wie weit sich das lesende Publikum vom Autor sowohl geistig als auch sozial entfernt hat.


  3. Wahlkampf mit Kollateralschaden…

    Man mag geteilter Meinung sein, ob es einen wesentlichen Unterschied macht, welcher der beiden Kandidaten zum Jahresende amerikanischer Präsident ist. Auch dass mit harten Bandagen gegeneinander gekämpft wird, verwundert nicht. Schließlich investier…

Dieser Artikel ist älter als 17 Jahre, daher sind die Ergänzungen geschlossen.