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Bayern beschließt Landestrojaner und geheime Hausdurchsuchung

Was zu erwarten war. Damit muss das Bundesverfassungsgericht dann bald ein zweites Mal über das Thema verhandeln. Interessant dabei ist eigentlich nur die Realitätsverzerrung oder auch dreiste Lüge der regierenden CSU: Herbert Ettengruber von der CSU tat die Schelte der Opposition als „impertinente Ignoranz“ ab. „Es gibt kein zivilisiertes Land dieser Welt, wo diese Dinge…

  • Ralf Bendrath

Was zu erwarten war. Damit muss das Bundesverfassungsgericht dann bald ein zweites Mal über das Thema verhandeln. Interessant dabei ist eigentlich nur die Realitätsverzerrung oder auch dreiste Lüge der regierenden CSU:

Herbert Ettengruber von der CSU tat die Schelte der Opposition als „impertinente Ignoranz“ ab. „Es gibt kein zivilisiertes Land dieser Welt, wo diese Dinge nicht gesetzlich erlaubt sind“.

Das Gegenteil ist natürlich richtig – es ist bisher so gut wie nirgendwo erlaubt.

Über die Autor:innen

  • Ralf Bendrath

    Ralf ist seit Jahren in Zusammenhängen wie DigiGes, EDRi, AK Vorrat, AK Zensur aktiv. 2011 wurde er in den Beirat von Privacy International berufen. Nach einer soliden Grundausbildung als Nerd am Commodore C-64 und dem Studium der Politikwissenschaft in Bremen und Berlin hat er zehn Jahre lang zu Datenschutz, Internet-Governance und Cyber-Sicherheit geforscht, u.a. in Berlin, Bremen, Washington und New York City. Von 2002 bis 2005 hat er für die Heinrich-Böll-Stiftung den Weltgipfel Informationsgesellschaft begleitet. Im Hauptberuf arbeitet er seit Sommer 2009 für den Abgeordneten Jan Philipp Albrecht im Europäischen Parlament, ebenfalls zu Themen der Internetfreiheit und der digitalen Bürgerrechte. Wenn er Zeit findet, bloggt er hier auf deutsch oder auf englisch auf http://bendrath.blogspot.com. Häufiger twittert er als @bendrath.


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11 Kommentare zu „Bayern beschließt Landestrojaner und geheime Hausdurchsuchung“


  1. Me&Myself

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    Gehts noch? Dessen Vorstellungen von einem zivilisierten Land kann ich überhaupt nicht nachvollziehen und finde diese ehrlich gesagt sogar ziemlich pervers! Dieser Herr landet definitiv auf meiner Schwarzen Liste™.


  2. … ich seh die leute schon auswandern xD erst aus Bayern und dann aus Deutschland.
    Nicht, weil sie was auf dem Buckel haben, nein, weil unser liebes Deutschland langsam beginnt, auf die Menschenrechte einen richtig großen Haufen zu setzen


  3. Die weniger geheime Hausdurchsuchung kennen wir in Bayern schon. Wenn z.B. der Staatsschutz vorbeikommt und den Computer beschlagnahmt, weil man in einem Blog kommentiert hat…

    vgl. BR-Rundfunk; „Quer“
    http://www.youtube.com/watch?v=wbbQLsmOrHo


  4. Me&Myself

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    Da muss ich dir recht geben. Ich bin gar nicht mehr so glücklich darüber hier in Bayern zu wohnen :(


  5. […] fefe, netzpolitik.org, taz.de Juli 4, 2008 | abgelegt unter […]


  6. ninjaturkey

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    Herr Ettengruber meint so zivilisierte Länder wie China oder Nordkorea. Von Demokratie hat er schließlich nichts gesagt.

    @Markus: der Staatsschutz heißt Staatsschutz weil er den Staat schützt. Sonst würde er ja Bürgerschutz heißen.


  7. @ ninjaturkey

    schon klar, aber auch der Staat war in diesem Fall nicht wirklich bedroht. Es gab Beleidigungen gegenüber dem Bürgermeister einer kleineren Stadt, die mit Hilfe eines Blogs verbreitet wurden. Dieser ermöglichte es Nutzern Beiträge zu posten, die allerdings nicht verfänglich waren. Dennoch begann der Staatsschutz gegen die entsprechende Nutzer zu ermitteln, weil er an den Blogbetreiber nicht herankam. Im Zuge der Ermittlungen wurden die PCs der Nutzer beschlagnahmt und durchsucht.

    Statt eine Rechtsgrundlage zu schaffen, welche die Rechte der Nutzer vor solchen Zugriffen bewahrt, erleben wir nun das ziemliche Gegenteil.

    Gelöst wurde lediglich die gegenwärtige Zuständigkeitsfrage zugunsten von Landespolizei und Landesverfassungsschutz.

    Der Vorfall zeigt aber, dass die Versicherung des bayerischen Innenministers nicht nur skeptisch behandelt werden muss, sondern sogar zum gegenwärtigen Zeitpunkt kaum haltbar erscheint..

    Joachim Herrmann:
    «Der Vorwurf, dass irgendein braver Bürger plötzlich von Online-Durchsuchungen betroffen sein könnte, ist absurd.»


  8. […] netzpolitik.org – Bayern beschließt Landestrojaner und geheime Hausdurchsuchung: Interessant dabei ist eigentlich nur die Realitätsverzerrung oder auch dreiste Lüge der regierenden CSU: Herbert Ettengruber von der CSU tat die Schelte der Opposition als “impertinente Ignoranz” ab. “Es gibt kein zivilisiertes Land dieser Welt, wo diese Dinge nicht gesetzlich erlaubt sind”. […]


  9. Herr Bert

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    Mit der Begründung „Gefahr im Verzug“ kann die Polizei eh in jede Wohnung ohne Durchsuchungsbeschluß. Damit allein ist das Grundrecht (Die Wohnung ist unantastbar)schon ausgehebelt und öffnet karrieregeilen (Jung-)Polizisten Tür und Tor. Die Sache mit der Erlaubnis in eine Wohnung einzudringen und einen Trojaner zu installieren ist neu, währe vermutlich aber auch mit Gefahr im Verzug zu begründen. Bleibt spannend was denen noch alles einfällt. Hilft nur Handy wegschmeissen, Computer nicht mehr online verwenden. Haben die eigentlich schon einen „Bundestrojaner“ für Apple und UNIX oder checkt das die IT von der Polizei nur mit Windows?


  10. […] fast niemand mehr an die Sache, auch wurde der “Bayerntrojaner” leider mittlerweile beschlossen und durch eine geheime Hausdurchsuchung […]

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