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Polizei Heidelberg warnt vor Vorratsdatenspeicherung

… leider nicht in Echt. Dennoch eine tolle Aktion: Falsche Briefe der Polizeidirektion Heidelberg warnen davor, dass mittels der Vorratsdatenspeicherung erhobene Daten möglicherweise missbraucht werden könnten und empfehlen verschiedene Maßnahmen dagegen wie beispielsweise das Surfen mittels Tor. Über eintausend Schreiben gingen an Haushalte in Heidelberg. Zu der Aktion bekannte sich die Gruppe Weg mit der…

  • Ralf Bendrath

… leider nicht in Echt. Dennoch eine tolle Aktion:

Falsche Briefe der Polizeidirektion Heidelberg warnen davor, dass mittels der Vorratsdatenspeicherung erhobene Daten möglicherweise missbraucht werden könnten und empfehlen verschiedene Maßnahmen dagegen wie beispielsweise das Surfen mittels Tor. Über eintausend Schreiben gingen an Haushalte in Heidelberg. Zu der Aktion bekannte sich die Gruppe Weg mit der Vorratsdatenspeicherung Heidelberg.

Nach polizeilichem Briefkopf folgte folgender Text:

An alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Heidelberg

Bekanntmachung der Polizeidirektion Heidelberg

Betreff: Vorratsdatenspeicherung
Seit dem 01. 01. 2008 gilt in der Bundesrepublik Deutschland die so genannte Vorratsdatenspeicherung. Mit ihrer Hilfe soll nachvollziehbar werden, wer mit wem in den letzten sechs Monaten per Telefon, Handy oder E‑Mail in Verbindung gestanden oder das Internet genutzt hat. Bei Handy-Telefonaten und SMS soll auch der jeweilige Standort des Benutzers festgehalten werden. Mit Hilfe der über die gesamte Bevölkerung gespeicherten Daten können Bewegungsprofile erstellt, geschäftliche Kontakte rekonstruiert und Freundschaftsbeziehungen identifiziert werden. Auch Rückschlüsse auf den Inhalt der Kommunikation, auf persönliche Interessen und die Lebenssituation der Kommunizierenden werden möglich. Zugriff auf die Daten erhalten Polizei, Staatsanwaltschaft und ausländische Staaten, die sich davon eine verbesserte Strafverfolgung versprechen. (genauere Informationen finden Sie unter www.vorratsdatenspeicherung.de).
Leider kann der Schutz vor einem Missbrauch der in Heidelberg erhobenen Daten augenblicklich von der Polizeidirektion Heidelberg nicht gewährleistet werden. Bis wir diese Panne behoben haben, möchten wir sie dringlichst um die Befolgung folgender Maßnahmen bitten:

  • benutzen sie Telekommunikationsgeräte nur wenn unbedingt erforderlich.
  • lassen sie ihr Mobilfunkgerät möglichst häufig zu Hause oder schalten Sie es aus, wenn Sie es derzeit nicht benötigen und entfernen Sie den Akku.
  • surfen Sie im Internet ausschließlich mittels Anonymisierungsprogramme (wie beispielsweise Tor: www.torproject.org/).
  • schreiben Sie Briefe, diese sind nicht nur persönlicher, sondern fallen auch nicht unter die so genannte Vorratsdatenspeicherung.

Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung rufen Sie einfach an (06221/99–0), oder kommen Sie zur persönlichen Beratung vorbei (Polizeidirektion Heidelberg, Römerstraße 2 – 4, 69115 Heidelberg)

Mit freundlichen Grüßen

Polizeidirektor Karl Himmelhan,
Leiter Revierdienst bei der Polizeidirektion Heidelberg und Leiter des Polizeireviers

Mehr Inspiration bietet z.B. kommunikationsguerilla.twoday.net, Wikipedia und natürlich das Handbuch der Kommunikationsguerilla.

Über die Autor:innen

  • Ralf Bendrath

    Ralf ist seit Jahren in Zusammenhängen wie DigiGes, EDRi, AK Vorrat, AK Zensur aktiv. 2011 wurde er in den Beirat von Privacy International berufen. Nach einer soliden Grundausbildung als Nerd am Commodore C-64 und dem Studium der Politikwissenschaft in Bremen und Berlin hat er zehn Jahre lang zu Datenschutz, Internet-Governance und Cyber-Sicherheit geforscht, u.a. in Berlin, Bremen, Washington und New York City. Von 2002 bis 2005 hat er für die Heinrich-Böll-Stiftung den Weltgipfel Informationsgesellschaft begleitet. Im Hauptberuf arbeitet er seit Sommer 2009 für den Abgeordneten Jan Philipp Albrecht im Europäischen Parlament, ebenfalls zu Themen der Internetfreiheit und der digitalen Bürgerrechte. Wenn er Zeit findet, bloggt er hier auf deutsch oder auf englisch auf http://bendrath.blogspot.com. Häufiger twittert er als @bendrath.


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12 Kommentare zu „Polizei Heidelberg warnt vor Vorratsdatenspeicherung“


  1. Kron Korken

    ,

    Naja, find ich nich so gut… Sowas erzeugt doch nur negative Aufmerksamkeit. Damit macht man sich in der Bevölkerung bestimmmt keine Freunde.
    Sich so als wer anders auszugeben ist doch unterste Schublade und Scheisse…
    Hier kommts nich rüber, aber wenns so wäre das erkennbar ist dasses sich um eine gewisse Art und Weise der Satire handelt fänd ichs noch ok! Aber halt nicht so…


  2. […] Polizei Heidelberg kämpft jetzt für den Datenschutz – und gegen die […]


  3. erlehmann

    ,

    Die Polizeidirektion als Absender hinzustellen halte ich für eine blöde Idee. Die können erstens nichts dafür – der politische Prozess läuft woanders ab – und werden zweitens möglicherweise jetzt von Leuten angerufen, denen sie dann wohl absolut gar nicht weiterhelfen können.

    Für „technisch saubere“ Kommunikationsguerilla halte ich das nicht.


  4. […] etwas andere Antwort auf die Vorratsdatenspeicherung kommt aus Heidelberg(BRD). Wie netzpolitik.org berichtet wurden dort die BürgerInnen mittes eines gut gefakten Briefes von der Heidelberger […]


  5. […] Impressum « Wahlkampf per Dienstpost Jan15th Neues der letzten Woche · No Comments Polizei Heidelberg gegen Vorratsdatenspeicherung […]


  6. Monty C.

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    Mir gefällt die Aktion.
    Gerade auch mit dem gefälschten Absender und der richtigen Telfonnummer. So haben noch mehr Menschen etwas davon.
    Vielleicht schaffen sie es so auch in die Lokalpresse.
    Bitte mehr davon.


  7. […] netzpolitik.org – Polizei Heidelberg warnt vor Vorratsdatenspeicherung: … leider nicht in Echt. Dennoch eine tolle Aktion: “Falsche Briefe der Polizeidirektion Heidelberg warnen davor, dass mittels der Vorratsdatenspeicherung erhobene Daten möglicherweise missbraucht werden könnten und empfehlen verschiedene Maßnahmen dagegen wie beispielsweise das Surfen mittels Tor. Über eintausend Schreiben gingen an Haushalte in Heidelberg. Zu der Aktion bekannte sich die Gruppe Weg mit der Vorratsdatenspeicherung Heidelberg.” […] […]


  8. xsycht

    ,

    Reaktion der Lokalpresse:
    Link


  9. MIchael

    ,

    Brilliante Idee. ICh hoffe, die kommen straffrei da raus! Ich glaube wir alle haben noch nicht erfasst, was unser lieber Staat mit den gespeicherten Daten anfangen kann. Ich überlege mir nur noch über ausländische Prepaid-Karten zu telefonieren. Grüße, Michael


  10. Königin der billigen Handys

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    Verblüffend echt diese „Fake Mails“

    Aber auf der Website Vorratsdaten.…de fand ich z.B. heraus, dass mein DSL-Anbieter auch nicht so dolle ist. Es ist nicht nett von den Service Providern, den Kunden dermassen in den Rücken zu fallen. Gerade wenn man einem Anbieter alle seine Daten zu Verfügung stellt, sollte man doch meinen, in Ruhe telefonieren zu können.


  11. […] Nette Kommunikations-Guerilla: Falsche Briefe der Polizeidirektion Heidelberg warnen davor, dass mittels der Vorratsdatenspeicherung erhobene Daten möglicherweise missbraucht werden könnten und empfehlen verschiedene Maßnahmen dagegen wie beispielsweise das Surfen mittels Tor. […]

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