Auf den Punkt: Mit diesen Uhren haben sogar Bananen Blutzuckerwerte.

  • Markus Reuter

Liebe Leser:innen,

auf verschiedenen Online-Marktplätzen in Deutschland tauchen immer wieder betrügerische Smartwatches auf, mit denen man angeblich seinen Blutzucker ohne Nadelstich oder Sensor messen kann. Millionen von Diabetiker:innen in Deutschland würden sich über diese Funktion freuen. Doch: Die Technologie gibt es noch nicht und solche Uhren sind gefährlich. Einige von ihnen zeigen einfach einen simulierten Verlauf des Blutzuckers an – vollkommen egal, ob man die Uhr am Armgelenk trägt oder um eine Banane schnallt. Wir sind dem Phänomen in einer Recherche nachgegangen.

Außerdem hat die Werbe-Tech-Firma Xandr sich das höchste Datenschutz-Bußgeld der norwegischen Geschichte eingefangen. Das Unternehmen hatte sensible Daten von einer Dating-App an andere Firmen verteilt. Über die Geschäfte von Xandr haben wir auch schon umfangreich berichtet.

Herzliche Grüße

Markus

Unsere Artikel des Tages

Sensible Grindr-Daten: Microsoft-Tochter muss Rekordstrafe zahlen

Die Werbe-Tech-Firma Xandr hatte sensible Daten von Grindr-Nutzer:innen an zahlreiche andere Werbefirmen verteilt. Dafür soll sie nun das höchste Datenschutz-Bußgeld der norwegischen Geschichte zahlen. Daten- und Verbraucherschützer:innen sehen darin ein wichtiges Signal, dass die Online-Werbeindustrie endlich zur Verantwortung gezogen wird.

Degitalisierung: Allmacht und Ohnmacht

Agenten einfach so zu vertrauen, ihnen Allmacht zu geben, ist nie eine gute Idee. Denn am Ende eskaliert entweder ein Computersystem oder echte Agenten spielen ein doppeltes Spiel. Und wir können nur ohnmächtig zuschauen.

#312 Off The Record: Wenn’s mal wieder länger dauert …

Auch bei uns läuft nicht immer alles rund. Denn manchmal tun wir uns mit Recherchen auch richtig schwer: Wir hadern mit Druck von außen, mit der Komplexität von Themen oder mit unseren eigenen Ansprüchen. Darüber plaudern wir in dieser Folge aus dem Nähkästchen.

Tickermeldungen

Lesenswert, wichtig und spannend – hier fasst die Redaktion netzpolitische Meldungen von anderswo als Linktipps zusammen.

Ticker-News von France 24 vom 12. 10. 2026

Vor der Stichwahl zur brasilianischen Präsidentschaftswahl wirft Amtsinhaber Lula Meta vor, die Wahl beeinflussen zu wollen. Demnach soll Instagram die Reichweite von Lula-Postings eingeschränkt haben, was auch das Oberste Wahlgericht auf den Plan gerufen hat.

Ticker-News von The Guardian vom 12. 10. 2026

Versuchen Anbieter wie Amazon oder die Macquarie Technology Group, mit großzügigen, aber legalen Spenden an politische Parteien in Australien dem Bau von Rechenzentren Steine aus dem Weg zu räumen? Amazon bestreitet die Vorwürfe, demnach soll es sich um übliches Lobbying handeln.

Ticker-News von ABC vom 12. 10. 2026

Dem Gewinner eines Foto- und Videowettbewerbs des Herstellers Nikon wurde sein Preis aberkannt. Sein Beitrag war teils KI-generiert, wie Wissenschaftler:innen umgehend feststellten.

Ticker-News von CalMatters vom 12. 10. 2026

Wenige Wochen vor der Volksabstimmung über eine Reichensteuer in Kalifornien bringt sich der demokratische Gouverneur Gavin Newsom in Stellung: Er lehnt die Steuer ab und unterstützt Vorschläge von Google-Mitgründer Sergey Brin, die neue Abgaben verbieten.

Ticker-News von The Guardian vom 12. 10. 2026

Auf Druck der USA haben die EU sowie Kanada und Litauen ihre Unterstützung für eine Konferenz zu Desinformation zurückgezogen. Die vom EU Disinfo Lab organisierte Veranstaltung fand vergangene Woche dennoch in Vilnius statt.

Über die Autor:innen

  • Markus Reuter

    Markus Reuter recherchiert und schreibt zu Digitalpolitik, Desinformation, Zensur und Moderation sowie Überwachungstechnologien. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit der Polizei, Grund- und Bürgerrechten sowie Protesten und sozialen Bewegungen. Für eine Recherchereihe zur Polizei auf Twitter erhielt er 2018 den Preis des Bayerischen Journalistenverbandes, für eine TikTok-Recherche 2020 den Journalismuspreis Informatik. Bei netzpolitik.org seit März 2016 als Redakteur dabei. Er ist erreichbar unter markus.reuter | ett | netzpolitik.org, sowie auf Mastodon und Bluesky.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP)


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