
Nach Straftaten im öffentlichen Raum, wie Überfällen oder gar terroristischen Anschlägen, wird schnell der Ruf nach mehr Videoüberwachung laut. Besonders Politiker sind schnell mit Forderungen nach mehr Überwachungskameras. Dass weder das Sicherheitsgefühl der Bürger gestärkt wird, noch Straftaten durch die Anbringung von Kameras verhindert werden, stört die Beteiligten meist nicht. Die Süddeutsche Zeitung hat nun eine Interaktive Karte angefertigt, die die Verteilung von Überwachungskameras in München, sowie in ganz Bayern aufzeigt.
Ende 2012 waren in Bayern mehr als 17.000 Kameras installiert, um öffentliche Plätze und öffentlich zugängliche Räume zu überwachen, das zeigt eine Aufstellung der bayerischen Staatsregierung. Seit 2008 ist ihre Zahl um mehr als 5500 gestiegen. Auf der interaktiven SZ-Karte können Sie sehen, wo genau und zu welchem Zweck die Kameras in Bayern installiert wurden. Auf der Karte ist zu sehen: Es sind vor allem Amtsgebäube, Schulen oder Gerichte, aber auch öffentliche Plätze, Polizeistationen, Gefängnisse, Bahnhöfe und Museen, die überwacht werden.

Dass Überwachungskameras vor Straftaten schützen oder den Menschen mehr Sicherheit vermitteln, ist dabei ein Trugschluss, wie die Süddeutsche Zeitung in einem weiteren Artikel erklärt.
Das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung nimmt durch Videoüberwachung – wenn überhaupt – nur kurzzeitig zu. […] Eine Kamera könne sogar bestehende Unsicherheit bestärken.
Und:
Außerdem müsse man davon ausgehen, dass Kriminalität durch Kameras nicht verhindert, sondern nur verdrängt wird. Gerade dieses Phänomen ist aufgrund der Datenlage allerdings schwierig wissenschaftlich zu untersuchen