Liebe Leser*innen,

es ist so weit. Die Debatte um ein Social-Media-Verbot für Kinder hat jetzt auch in Deutschland den Siedepunkt erreicht. Täglich bekunden weitere Mitglieder der Bundesregierung ihre „Sympathien“ für ein Verbot – von Digitalminister Wildberger bis Bundeskanzler Merz.

Justizministerin Stefanie Hubig spricht sich ebenfalls für ein Komplettverbot für Kinder unter 14 Jahren aus. Sie ist eine der Unterzeichner*innen des „Impulspapiers“ der SPD zu dem Thema. Wie die Vorschläge zu bewerten sind, das haben wir uns hier angeschaut.

Einen guten Abend wünscht

Chris

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Unsere Artikel des Tages

Digitale Gewalt„Hass im Netz führt dazu, dass Frauen eher leise auftreten“

In ihrem neuen Buch „Feindbild Frau“ zeigt Ingrid Brodnig, wie Politiker*innen auf die systematischen Bedrohungen und Beleidigungen reagieren, die sie im Netz erleben. Im Interview spricht sie über dickes Fell, Durchsetzungslücken und Doppelstandards, die es Frauen schwer machen, sich dagegen zu wehren.

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Tickermeldungen

Lesenswert, wichtig und spannend – hier fasst die Redaktion netzpolitische Meldungen von anderswo als Linktipps zusammen.

The Guardian
Zwölf-Stunden-Tage, keine Wochenenden: Die brutale Arbeitskultur der KI-Startup-Szene wird bald auch andere Branchen erreichen, schreibt der Guardian.
Tagesschau
Im Angriffskrieg gegen die Ukraine nutzten bis vor kurzem beide Seiten Satelliteninternet von Starlink. Nun hat Elon Musks Firma offenbar der russischen Seite die Nutzung erschwert, was direkt zu ukrainischen Erfolgen geführt haben soll.
t3n
Forscher*innen experimentieren damit, KI eine Art Schlaf beizubringen. In dieser Phase sollen die Modelle Informationen aus der aktiven Phase noch einmal durchgehen und miteinander verknüpfen.
The Guardian
In Delhi findet diese Woche ein Global AI Summit statt. Während Tech-Milliardäre mit gewohnt großen Versprechen und der Hoffnung auf Geschäftsmöglichkeiten im Globalen Süden anreisen, bemühen sich andere, zumindest das Thema Sicherheit im Gespräch zu halten.
heise online
Wer statt KI-Musik lieber die menschlichen Originale hört, bekommt jetzt Unterstützung von Sony. Der Konzern hat ein Tool gebaut, das erkennt, auf welchen Tracks synthetisierte Musik basiert.
Connect Europe
Der EU-Markt für Telekommunikation sei zu fragmentiert und reguliert, weshalb es an Investitionen für den Ausbau hapere, so der Jahresbericht des Lobbyverbands Connect Europe, der sich für Deregulierung stark macht.
Der Standard
Genau wie sein KI-Modell Grok hat auch Elon Musk keinerlei ethische Leitplanken. Er will nun Kampfdrohnen für das Pentagon bauen.
Nature
Ältere Bevölkerungsgruppen kommen laut einer Studie mit Falschinformationen rund um Gesundheitsthemen viel eher in Berührung als andere Gruppen. Zudem scheint es Schnittmengen mit politischer Desinformation zu geben.
EU-Kommission
Bis zum 15. April nimmt die EU-Kommission Stellungnahmen zum Digital Networks Act entgegen. Mit dem geplanten Gesetz will sie den EU-Markt für Telekommunikation umbauen.
Ars Technica
Moderne Autos sind für grundlegende Funktionen auf Software angewiesen. Wenn der Hersteller Pleite geht oder den Support beendet, sind sie möglicherweise nur noch als Deko verwendbar.
404 Media
Eine US-Privat-Schule wirbt damit, dass sie viel KI nutzt. Jetzt kam heraus, dass die automatisiert erstellten Lehrpläne fehlerhaft sind und die Inhalte aus Onlinekursen geklaut.
National Bureau of Economic Research
Forschende einer US-amerikanischen NGO haben 6.000 Führungskräfte in den USA, UK, Deutschland und Australien zu KI-Nutzung befragt. Die Mehrheit von 80 Prozent sah demnach bisher keine Auswirkungen auf Beschäftigung oder Produktivität.
Der Standard
Der Standard durfte zuschauen, wie Menschen Akkus zum Explodieren bringen. Die Vorführung sollte über die Gefahren unsachgemäß entsorgter Elektrogeräte aufklären.
rbb24
Netflix will mit den Stimmen von Synchronsprecher*innen eine KI trainieren, die sie ersetzt. Doch 80 Prozent der Sprecher*innen weigern sich, die Verträge dafür zu unterschreiben.
tarnkappe.info
Recherche, Übersetzungen, Coding: So nutzen staatliche Hacker*innen aus China, Iran und Nordkorea Googles Chatbot Gemini.
Legal Tribune Online
LTO hat eine Textreihe veröffentlicht, die der Frage nachgeht, was sich im Presserecht ändern muss, um die Meinungsfreiheit zu sichern.
Golem
Für bis zu 2,8 Milliarden Euro soll Stark Defence Kampfdrohnen an Deutschland liefern. Doch im Bundestag regt sich Widerstand gegen den Deal.
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Auch in Österreich läuft die Debatte über Alterskontrollen und Social-Media-Verbote. Technische Optionen und ihre Nachteile hat das Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften untersucht.
Biometric Update
Wie in Iran Daten der Personalausweis- und Führerscheinstelle zusammen mit Daten zu SIM-Karten genutzt werden, um Bürger*innen zu überwachen, hat Biometric Update aufgeschrieben.
Open Source Business Alliance
Die Open Source Business Alliance warnt, dass der Deutschland-Stack hinter den Ansprüchen des Bundesdigitalministeriums zurückbleibe. Es fehle etwa an einer durchgängigen Strategie, die den Einsatz von Open-Source-Lizenzen verbindlich vorschreibt.
DSA Observatory
Die algorithmischen Empfehlungssysteme sozialer Medien sollten mithilfe des DSA (Gesetz über digitale Dienste) reformiert werden, fordert eine Autorin der polnischen Digitalrechte-NGO Panoptykon, und führt das anhand von Beispielen aus.
ETH Zürich
Forschende haben gravierende Sicherheitslücken in drei cloudbasierten Passwortmanagern gefunden: Bitwarden, LastPass und Dashlane.
Correctiv
Die russische Propaganda-Seite RT DE ist in Deutschland gesperrt, wird aber über Mirrorseiten mehrere Millionen Mal im Monat von hier aus aufgerufen. Das ergab eine Correctiv-Recherche.
Deutsches Schulportal
Der Lehrer Chris Bush arbeitet in Australien und berichtet, dass sich am Nutzungsverhalten der Jugendlichen auch nach Einführung des Social-Media-Verbots wenig geändert habe. "Die Jugendlichen haben sofort Wege gefunden, das Verbot zu umgehen."
Der Spiegel
In deutschen Bibliotheken lassen sich nicht nur Bücher ausleihen, sondern auch gratis Musikstudio, ein 3D-Drucker oder Streamingdienste nutzen. Der Spiegel bietet einen Überblick über die Angebote.
404 Media
Eine biometrische Gesichter-Suchmaschine gefährdet die Privatsphäre sogenannter Camgirls, also Online-Sexarbeiter*innen, die per Livestream Geld verdienen. Anhand eines Fotos soll die Website die Accounts einer Person auf Streamingseiten aufspüren.
The Guardian
In Reaktion auf den Grok-Skandal will der britische Premierminister Keir Starmer KI-Chatbots in Großbritannien stärker regulieren. Angeboten, die Kinder gefährden, sollen hohe Geldstrafen oder eine Blockade ihrer Dienste drohen.
Der Tagesspiegel
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sieht Deutschland als unzureichend auf Krisensituationen vorbereitet. Sie will daher das Gesundheitssystem auf den Verteidigungsfall vorbereiten und plant für den Sommer einen entsprechenden Gesetzesentwurf.
heise online
Die irische Datenschutzbehörde hat ein Verfahren gegen X eingeleitet. Hintergrund sind die mit Grok erstellten sexualisierten Bilder, die Nutzer:innen ohne das Einverständnis Betroffener erstellt und auf der Plattform veröffentlicht hatten.
Politico
Wegen Sicherheitsbedenken hat das EU-Parlament KI-Funktionen auf dienstlichen Smartphones und Tablets der Abgeordneten und ihrer Angestellten deaktiviert. Die IT-Abteilung des Parlaments könne nicht für die Sicherheit der Daten auf den Geräten garantieren.
tagesschau.de
Das Recherche-Team der Tagesschau hat sich die AfD-nahe Frauengruppe Lukreta angeschaut, die sich auf Instagram mit Flechtfrisuren, Modetipps und Landschaftsfotos als harmlos präsentiert, tatsächlich aber Teil eines europaweiten rechtsextremen Netzwerks ist.
404 Media
Mit Ars Technica musste mal wieder ein renommiertes Medium einen Artikel offline nehmen, weil sich darin ein von einer KI erfundenes Zitat befand … und das ausgerechnet in einem Artikel über KI-generierten Bullshit.
Golem
Um deutschen Universitäten den Abschied von Microsoft zu erleichtern, sollte die vom Bund entwickelte Open-Source-Lösung Opendesk kostenlose Lizenzen für den akademischen Bereich anbieten, fordert die Gesellschaft für Informatik.

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