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Softwarepatente: Aufruhr im E‑Learning-Sektor

Der E‑Learning-Bereich ist in Aufruhr, wie die Posts bei O‚Reilly zeigen: Die Firma Blackboard hat das so genannte Learning Management System (LMS) patentiert und damit viel böses Blut in der Branche verursacht. Nach amerikanischem Recht wurde der Firma ein Patent genehmigt, das ihr „ziemlich alles, was mit Learning Management Systemen zu tun hat, garantiert“ erklärt…

  • Markus Beckedahl

Der E‑Learning-Bereich ist in Aufruhr, wie die Posts bei O‚Reilly zeigen: Die Firma Blackboard hat das so genannte Learning Management System (LMS) patentiert und damit viel böses Blut in der Branche verursacht. Nach amerikanischem Recht wurde der Firma ein Patent genehmigt, das ihr „ziemlich alles, was mit Learning Management Systemen zu tun hat, garantiert“ erklärt Open-Source-Programmierer Michael Feldstein in seinem Blog e‑Literate, der unter anderem auch an Freien E‑Learning-Projekten des MIT mitgearbeitet hat. Er interpretiert das Patent so, dass Blackboard die Rechte an jeder Art von Groupware hat, die bei Lernsoftware eingesetzt wird. Das würde schwerwiegende Folgen sowohl für proprietäre Entwickler als auch für die Open-Source-Gemeinde haben, so Feldstein. Damit nicht genug: Am gleichen Tag reichte Blackboard eine Patentklage gegen den Konkurrenten Direct2Learn ein. Nicht nur freie Lernprogramme wie Moodle und Sakai könnten damit ebenso belangt werden, sogar ein Content Management System (CMS) wie Drupal wäre im Visier des breit ausgelegten Patents, so Feldstein.

Die Community schritt zur Tat: Es wurde eine Seite ins Leben gerufen, um die juristische Sprache des Patents verständlich zu formulieren. Weiterhin gibt es einen großen Überblick über die Geschichte des E‑Learning bei der Wikipedia. Außerdem wurde ein Boykottaufruf mit einer Online-Petition gegen Blackboard gestartet.

[Danke an Daniel]

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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