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Gesperrter Nutzer in Kalifornien will Twitter als öffentlichen Raum definieren

Der amerikanische Rassist Jared Taylor verklagt Twitter wegen der Sperrung seines Kontos und wirft dem Kurznachrichtendienst Zensur vor. Taylor ist Chef einer Organisation namens American Renaissance, die sich für die Anerkennung von „Rassenunterschieden“ einsetzt. Nach Angaben von Twitter wurde der Rassist gesperrt, da er zur Gewalt aufrief. Interessant ist das vor allem deshalb, weil Taylors…

  • Alexander Fanta
Als Kunstwerke stehen soziale Netzwerke gelegentlich im öffentlichen Raum, aber sind sie auch selbst einer? – Gemeinfrei: Alexander Fanta

Der amerikanische Rassist Jared Taylor verklagt Twitter wegen der Sperrung seines Kontos und wirft dem Kurznachrichtendienst Zensur vor. Taylor ist Chef einer Organisation namens American Renaissance, die sich für die Anerkennung von „Rassenunterschieden“ einsetzt. Nach Angaben von Twitter wurde der Rassist gesperrt, da er zur Gewalt aufrief. Interessant ist das vor allem deshalb, weil Taylors Anwälte sich mit dem Argument durchsetzen wollen, es handle sich bei Twitter um öffentlichen Raum.

Der britische Sender BBC berichtet:

Taylor brachte seine Klage in Kalifornien ein, beim Obersten Gericht des US-Staates in San Francisco. Er argumentiert, dass Twitter kalifornische Gesetze zum Schutz der freien Rede in öffentlichen Orten verletzt hat – ein Gesetz, dass bisher nicht auf das Internet angewandt wurde. Sein Anwalt Noah Peters schrieb online, dass jeder „erschrocken“ über das sein sollte, was er als Zensur durch Twitter bezeichnet. „Bei unserer Klage geht es nicht darum, ob Taylor richtig oder falsch liegt. Es geht darum, ob Twitter und andere Technologiefirmen das Recht haben sollten, jemanden auf der Basis ihrer angeblichen Ansichten und Zugehörigkeiten von ihren Diensten auszusperren.

Die Sperre von Nutzern auf Twitter und anderen Diensten ist in Deutschland spätestens seit der Einführung des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes (NetzDG) Thema. Denn gegen das Vorgehen der Internetplattformen ist der Einspruch meist schwierig. Twitter selbst sorgte erst vor ein paar Wochen für eine umstrittene Entscheidung, als es verkündete, US-Präsidenten Donald Trump trotz vieler problematischer Tweets nicht sperren zu wollen.

Über die Autor:innen

  • Alexander Fanta
    Darja Preuss

    Alexander war von 2018 bis 2023 Journalist bei netzpolitik.org. Ab September 2018 hat er als Korrespondent aus Brüssel über die Digitalpolitik der EU berichtet. Er ist Ko-Autor der Studie "Medienmäzen Google" über Journalismusförderungen des Konzerns.


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3 Kommentare zu „Gesperrter Nutzer in Kalifornien will Twitter als öffentlichen Raum definieren“


  1. Aufmerksamer Bürger

    ,

    Ihr solltet aufhören BBC als Quelle zu nutzen. Die lügen euch an.

    https://www.supremecourt.gov/opinions/16pdf/15–1194_08l1.pdf

    Seite 6:
    „This case is one of the first this Court has taken to
    address the relationship between the First Amendment
    and the modern Internet. As a result, the Court must
    exercise extreme caution before suggesting that the First
    Amendment provides scant protection for access to vast
    networks in that medium. “

    In dem Urteil hat der Supreme Court dann die social media platformen als ganzes auch unter den Schutz des 1st amandment gestellt. Genereller vs. individuellet Zugang wird hier jetzt geklärt werden müssen. Als public square hat der SC sie aber schon bezeichnet.

    Sieht also recht gut aus für den Herrn da.


    1. Frau Klein

      ,

      Und wo berichtet die BBC etwas gegenteiliges?


  2. Wäre auch interessant in Hinblick auf die deutschen Polizeistellen die Nutzer blockieren

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