Liebe Leser:innen,
in Brasilien deutete bei der jüngsten Präsidentschaftswahl alles auf einen Sieg des rechten Flávio Bolsonaro hin. Im ersten Wahlgang hatte sich der Sohn des inhaftierten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro vor den Amtsinhaber geschoben, den linken Lula. Zugleich mehrten sich Berichte über breite Desinformationskampagnen sowie fragwürdige Moderationsentscheidungen des Meta-Konzerns, die auffallend oft das Bolsonaro-Lager begünstigten. Für viele überraschend hat letztlich doch Lula gewonnen – auch mit Hilfe einer Online-Kampagne, mit der kaum jemand gerechnet hatte. Entscheidend war, dass es nicht bei reinem Klicktivismus blieb, sondern der wahlkämpfende Digital-„General“ André Janones die Stärke von Online-Aktivismus mit Mobilisierung vor Ort verknüpfte.
Neu ist diese Erkenntnis beileibe nicht. Aber es schadet nicht, sie sich regelmäßig in Erinnerung zu rufen. Sie hilft auch dabei, den vermeintlichen Siegeszug rechter bis rechtsextremer Politik mit klaren Augen einzuschätzen: brandgefährlich? Ja. Unaufhaltsam? Sicherlich nicht.
Solidarische Grüße,
Tomas

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