Aufschrei unter Künstler*innenSind Bild-Generatoren böse?

Ein Text-Befehl genügt, schon erschaffen KI-Systeme wie Stable Diffusion beeindruckende Kunstwerke. Trainiert wurden sie mit Abermillionen Bildern aus dem Netz. Sie stammen teils von Kreativen, die jetzt um ihre Jobs bangen. Ist das fair? Das sagen Fachleute.

Links eine Roboter-ähnliche Maschine im Steampunk-Stil. Sie hat Arme, Beine und Farb-Patronen. Der Hintergrund ist voller knalliger Farben. Rechts eine Person, die ich als Künstlerin interpretieren würde, sie trägt ein weißes Kleid und einen Hut.
Das Kunstwerk im Zeitalter seiner maschinellen Produzierbarkeit (Symbolbild), erstellt mit StableDiffusion („a machine spits out colorful paints, steampunk“); zusätzlicher Frame von DALL-E-2

Zuerst kam der Hype, dann kam der Ärger. Der Hype dreht sich um Anwendungen, die aus Worten Bilder machen. Sie haben futuristische Namen wie Stable Diffusion, DALL-E-2 und Midjourney. Innerhalb weniger Sekunden erschaffen sie Kunstwerke, Illustrationen, Zeichnungen und mehr. Begeisterte Nutzer*innen testen die frei verfügbaren Generatoren und fluten das Netz mit Millionen von Bildern. Beobachter*innen sehen darin eine Revolution, die alles verändert.

Weniger begeistert sind Menschen, die mit ihrem künstlerischen Handwerk weiter Geld verdienen wollen. Sie befürchten, dass ihnen die KI den Job wegnimmt. In einem polemischen Video-Essay macht der Designer und Illustrator Steven Zapata seinem Ärger Luft. Er spricht von „Diebstahl“ und „Ausbeutung“ durch die Organisationen hinter den Bild-Generatoren, denn sie haben ihre KI-Systeme mit Werken von Menschen trainiert. Einige davon verdienen noch immer mit ihrer Arbeit Geld und wurden nicht um ihr Einverständnis gefragt. „Wir sollten darüber wütend sein“, sagt Zapata.

Bild-Generatoren wie Stable Diffusion können nicht nur Jobs und Einkommen gefährden. Sie werfen auch ein neues Licht auf grundlegende Fragen: einerseits inwiefern die traditionelle Arbeit von Kreativen einen Schutz verdient – andererseits in welchem Ausmaß die Kunst uns allen gehören sollte.

„Stile gehören der Allgemeinheit“

Die neuen Bild-Generatoren arbeiten mit Text-Befehlen, sogenannten Prompts, zum Beispiel: „ein Waschsalon im Stil von Edward Hopper“. Auf diese Weise können sie neue Werke im Stil bekannter künstlerischer Strömungen erschaffen oder gar die Stile einzelner Künstler*innen nachahmen und miteinander verschmelzen. Gelernt hat das die KI, weil sie Abermillionen Werke auf Muster und Zusammenhänge untersucht hat.

Kreative feilen oft jahrelang an ihrem unverkennbaren Stil. Und jetzt kommt eine neue Software und beherrscht das Handwerk, als wäre es eine profane Rechenaufgabe. Wie ist das mit dem Ideal vereinbar, dass geistiges Eigentum einen Schutz verdient? Eine klare Antwort darauf hat der Rechtsanwalt und Rechtswissenschaftler Till Kreutzer. Er beschreibt die Neuordnung des Urheberrechts in der digitalen Welt als seine Passion. „Ich sehe ethisch überhaupt kein Problem darin, KI-Systeme mit Werken aus dem Internet zu trainieren, um neue Werke zu schaffen“, sagt er. „Künstlerisches Schaffen funktioniert schon immer so, dass aus Eindrücken und Inspirationen etwas Neues geschaffen wird.“

Jedes Werk sei ein Remix, sagt Kreutzer. Das bedeutet, dass sich jedes Werk schon immer an anderen orientiert, sei es durch direkte Zitate und Hommagen oder schlicht durch Inspiration. Kreutzer sagt: „Neu ist nur, dass diese Inspiration jetzt maschinell vorgenommen wird, und dass Maschinen diese Eindrücke anders verarbeiten.“

Diese Haltung spiegelt sich auch in der Gesetzgebung wieder. Der Schutz des geistigen Eigentums habe sich nie auf Stile erstreckt, wie Kreutzer erklärt. „Ein Stil darf nicht geschützt sein, weil das in die Kunstfreiheit eingreifen würde. Stile gehören wie Ideen und Konzepte der Allgemeinheit.“ Ansonsten, so Kreutzer, hätte sich der erste Expressionist ein Monopolrecht auf expressionistische Werke sichern können. Nein, die Grundidee beim Schutz des geistigen Eigentums sei eine andere. Hier gehe es nicht um Stile, sondern um Werke: „Große Unternehmen oder Plagiatoren sollten nicht einfach hingehen können und sich diese Leistungen unter den Nagel reißen.“

Der Anfang von etwas Großem

Ein Problem mit dem Urheberrecht entsteht erst dann, wenn ein KI-System die Bilder aus dem Trainingsmaterial stumpf kopiert. Dass so etwas zumindest möglich ist, legt ein Paper von US-Forschenden der Universitäten New York und Maryland nahe. Demnach konnten sie mit Stable Diffusion Bilder schaffen, die den Originalen aus dem Trainingsmaterial sehr ähnlich sahen. Genau das ist bei Bild-Generatoren allerdings nicht gewünscht, wie auch Till Kreutzer betont. „Es sollen eigenständige Darstellungen und Kompositionen sein.“ Das sei Sinn und Zweck der Technologie. „Wenn das nicht immer klappt, ist die Technologie nicht so gut, wie sie sein sollte.“

Den Aufschrei mancher Künstler*innen kann Kreutzer trotzdem nachvollziehen. „Ich finde es psychologisch verständlich, wenn Künstlerinnen und Künstler nicht möchten, dass die Technologie sie überholt und sie weniger Aufträge bekommen.“ Aber jede große Innovation bedeute Disruption für bestehende Technologien und Berufe.

Disruption nennt man es, wenn eine neue Erfindung den Markt umkrempelt. Damit verknüpfte Berufe brechen weg. Gewohnte Produkte und Dienstleistungen werden durch neue abgelöst. „Wenn so etwas verboten wäre, dann hätte es auch das Automobil nicht geben dürfen, um Kutscher und die Pferdezucht zu schützen“, sagt Kreutzer.

Auch Maschinen dürfen Kunstwerke studieren

Die Fähigkeiten von Bild-Generatoren mögen sich wie Science Fiction anfühlen. Im deutschen Recht gibt es aber bereits Gesetze, die darauf Antworten parat halten. Paragraf 44b im Urheberrechtsgesetz erlaubt „Data Mining“, also „die automatisierte Analyse“ von digitalen oder digitalisierten Werken, um darin Muster zu erkennen. Mit unter anderem dieser Regulierung hat Deutschland 2021 die europäische Urheberrechtsreform in nationale Gesetze gegossen. Till Kreutzer hält es für „sehr wahrscheinlich“, dass genau dieser Paragraf das Training von Bild-Generatoren rechtlich absichert.

So deutet auch Anke Schierholz die Rechtslage. Als Justiziarin für die Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst (VG Bild-Kunst) setzt sie sich für die Rechte von Urheber*innen ein. Sie vertritt also eine Interessengruppe, die mit ihren Werken weiter Geld verdienen möchte, und die sich durch Bild-Generatoren bedroht sieht. Auch Schierholz schätzt: „KI-Systeme können dazu führen, dass Kreative weniger Aufträge bekommen.“

Zumindest eine juristische Möglichkeit haben Kreative, wenn sie ihre Werke nicht im Trainingsmaterial einer KI sehen möchten. Laut Paragraf 44b dürfen sie dem in „maschinenlesbarer Form“ widersprechen. Das heißt, Software muss den Widerspruch einfach erkennen können, wenn sie das Netz nach Trainingsmaterial für KI-Systeme durchforstet. Eine mögliche Einschränkung könnte aber ein weiterer Paragraf im Urheberrecht (60d) bringen: Er erlaubt unter bestimmten Bedingungen Data Mining „für Zwecke der wissenschaftlichen Forschung“. Der Datensatz hinter Stable Diffusion stammt etwa aus einem nicht-kommerziellen Forschungsprojekt.

Ein Künstler*innen-Paar aus Berlin möchte das Problem nicht auf dem Rechtsweg klären, sondern pragmatisch: Die Musikerin Holly Herndon und ihr Partner Mat Dryhurst haben die Initiative Spawning ins Leben gerufen und betreiben die Website haveibeentrained.com. Dort können Kreative Bescheid geben, wenn sie ihre Werke nicht zum Training von KI-Systemen bereitstellen möchten. Nach Angaben von Spawning hat sich Stable Diffusion schon bereit erklärt, diese Wünsche zu berücksichtigen.

KI-Kunst für alle

Aus einem Zeichenblock erhebt isch ein Roboter, der mit einem Bleistift auf diesen Zeichenblcok zeichnet.
Ein sich selbst zeichnender Roboter, generiert mit Stable Diffusion („a robot drawing himself drawing himself drawing himself in a loop, realistic, realism“)

Anke Schierholz hätte sich mehr gewünscht als ein bloßes Opt-out-Recht. „Eine Idee wäre, dass Kreative zumindest eine Vergütung erhalten, wenn ihre Werke zum Training einer KI genutzt werden“, sagt sie im Gespräch mit netzpolitik.org. „Es ist völlig klar, dass dabei pro Werk nur Mikro-Cent-Beträge herumkommen, aber immerhin.“

Eine ähnliche Forderung hatte auch der Bundesverband professioneller Bildanbieter (BVPA). Auch dieser Verband vertritt die kommerziellen Interessen einer Berufsgruppe; in diesem Fall sind das Pressebild-Agenturen und Bildarchive. Bereits im Jahr 2020 hatte der Verband in einer Stellungnahme beschrieben, wie Bild-Generatoren mithilfe von KI neue Werke schaffen können. Der Verband forderte, dass Werke nicht ohne Lizenz als Trainingsmaterial genutzt werden sollten.

Umgesetzt hat der Gesetzgeber das nicht. Unterm Strich wären solche Vergütungen wohl auch eher symbolischer Natur gewesen. Die möglichen Umwälzungen in der Branche können sie nicht aufhalten. Selbst die Opt-out-Wünsche einzelner Künstler*innen dürften am technologischen Fortschritt wenig ändern. Das Trainingsmaterial aus Hunderten Millionen Aufnahmen dürfte dadurch nur geringfügig schrumpfen.

„Es bleibt zu hoffen, dass es – ähnlich wie bei der Fotografie – eine Trennung gibt zwischen Qualität und Massenware“, sagt Schierholz. In anderen Worten: Auch wenn die meisten inzwischen eine Smartphone-Kamera in der Tasche haben, gibt es nach wie vor Profi-Fotograf*innen. „Das große Problem ist, dass kaum noch jemand bereit ist, für Qualität zu zahlen“, sagt Schierholz.

Eine Sache sei ihr besonders wichtig: „KI-generierte Ergebnisse dürfen keinen urheberrechtlichen Schutz genießen.“ Es dürfe nicht sein, dass Kreative zuerst aus dem Markt gedrängt würden, und man dann kassiere.

Von kostenloser Kunst und großem Geld

Freie KI-Kunst ohne Einschränkungen durch Lizenzen – an dieser Stelle überschneiden sich wohl die Ansichten von zwei Fraktionen, die sich selten einig sind: einerseits die Fraktion, die auf restriktives Urheberrecht pocht; andererseits die Fraktion, die freie Lizenzen, Meme-Kultur und das Recht auf Remix hochhält.

Aktuell sind Bild-Generatoren frei im Netz verfügbar. Auch die damit erschaffenen Werke dürfen frei genutzt werden. Stable Diffusion ist quelloffen. Das heißt, alle können es herunterladen, auf dem eigenen Rechner laufen lassen oder in Anwendungen einbauen. Wer nicht genug Rechenpower hat, um Stable Diffusion lokal zu nutzen, kann auf Browser-Anwendungen zurückgreifen. DALL-E-2 erlaubt jeden Monat ein paar kostenlose Anfragen, ab dann sollen Nutzer*innen zahlen. Es kostet auch etwas, wenn man den Generator in eigene Apps einbaut. Schon bald könnte DALL-E-2 allerdings in noch größerem Umfang verfügbar sein: Microsoft möchte die eigene Suchmaschine Bing damit aufrüsten.

All das legt nahe, dass Bild-Generatoren Kunst und künstlerisches Schaffen in die Mitte der Gesellschaft tragen, als Allgemeingut. Auch ohne besondere Fähigkeiten können alle Menschen kostenlos Bilder auf hohem handwerklichem Niveau erschaffen. Sie können sich davon unterhalten, inspirieren und beeindrucken lassen, ihre Wände oder Social-Media-Accounts damit verschönern und die Werke frei verbreiten. Doch das ist nur ein Teil der aktuellen Umwälzungen. Im Hintergrund geht es längst um viel Geld. Hinter dem Fortschritt rund um generative KI stecken große Summen und die Aussicht auf einen einflussreichen Markt.

Kampf um Vormacht im neuen Markt

Medienberichten zufolge erwägt derzeit Microsoft, 10 Milliarden US-Dollar in OpenAI zu investieren, dem Anbieter hinter dem Bild-Generator DALL-E-2. Auch das Start-up hinter Stable Diffusion, Stability AI, sammelt fleißig Geld von Investor*innen. Dabei sind Bild-Generatoren nur eine von mehreren Anwendungen generativer KI. Mit Chat-GPT hat Open AI Ende 2022 einen mächtigen Text-Generator veröffentlicht. Auf Anfrage erschafft Chat-GPT Aufsätze, Songtexte, Kochrezepte, Programmcode, Tutorials und vieles mehr. In Arbeit sind außerdem Anwendungen, die Videos und menschliche Stimmen generieren.

Mit DanceDiffusion entsteht derzeit eine Anwendung, die neue Musik erschaffen soll. Beim Training der KI verhält sich der Entwickler Stability AI allerdings anders als zuvor bei Stable Diffusion. So soll DanceDiffusion ausschließlich Musik von Freiwilligen und Stücke mit freien Lizenzen nutzen – aus „Respekt gegenüber dem geistigen Eigentum“, heißt es. Urheberrechts-Experte Kreutzer sieht darin jedoch kein Eingeständnis eines Fehlers. „Dass die Akteure beim Training der KI-Systeme mit Musik vorsichtiger sind als beim Training mit Bildern, ist erst einmal eine strategische Entscheidung im Umgang mit der Musik-Industrie“, sagt Kreutzer. Die Rechtsfrage sei die gleiche.

Es zeichnet sich noch nicht ab, in welcher Form die neuen Technologien bald zum digitalen Alltag werden. Generative KI könnte zum Beispiel grundlegend verändern, wie wir mit Suchmaschinen umgehen. Etwa, indem eine Suchmaschine unsere Anfragen nicht mehr mit Links zu passenden Bildern und Texten beantwortet, sondern den gewünschten Inhalt schlicht neu generiert. Doch das ist nur ein mögliches Szenario. Und wie bei vielen technologischen Neuerungen werden die Akteur*innen wohl zuerst versuchen, sich eine Vormacht-Stellung im Markt zu erkämpfen – egal, wie sich damit später nachhaltig Geld verdienen lässt.

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62 Ergänzungen

  1. Natürlich sind die erst mal Böse, vor allem wenn die ihren verblödeten Toaster Menschen fressen lassen, ohne vorher nach einer Einwilligung gefragt zu haben. Da baut nicht ein Tüftler etwas hübsches, und die Welt erfreut sich dran, sondern das wird eine weitere Cloudmasche. Das Dystopiepotential überstrahlt zunächst alle denkbaren positiven Folgen. Die Erwartungen in Zeiten mit Politikern in Machtnähe, die „Chatkontrolle“ nicht als seltene Krankheit oder Ablebensgrund auf dem Totenschein interpretieren, sondern ernsthaft über deren Enführung diskutieren, sollte nicht zu hoch gehängt werden. Von Staatsfiltern, die dann bereits unmerklich im Prozess des Schaffens integriert sind, bevor überhaupt jemand etwas sieht, worüber gedacht werden könnte, bis zu mehr Milliardären, die Geld von allen nehmen, während die Jobs weniger werden. Bild, Text, Musik, alles. Jegliche generierte Ausgabe wird dann allerlei Filter und Einschränkungen beinhalten, die Technologie für die Massenanwendung bleibt so der Allgemeinheit verschlossen. Für Kriminelle und Höchstbösartige aber, gibt es tolle neue Anwendungen, z.B. das totale Feedbacklooptesting mittels in Echtzeit generierter passender Inhalte – nicht passend zu deiner Existenz, sondern zu deren Geschäftsmodell und dessen Bewahrung. Wie lange dauert(e), bis Handies OSHW existieren? Wie lange noch, bis es ein sicheres Gerät gibt? Wann haben wir Fusionskraftwerke? Wie sieht es mit der Chipprodutktion aus? Schnelle Technologie langsame Gesellschaft? Wiederholen wir die Designfehler der Vergangenheit?

    Künstler haben die Wahl, „die Maschine“ zu füttern, oder nicht zu veröffentlichen, WENN scraping nicht vernünftig reguliert wird. Sich an die Realität anzupassen, bedeutet dann, entweder etwas anderes zu machen, z.B. Pleite, oder mitzumachen, beim Rennen zum Boden, den das eigene Einkommen dann anzunehmen bereit sein können müsste – denn was du jetzt generieren lassen kannst, können andere morgen auch. Scraping gehört definitiv in Richtung „opt-in only (transitive)“ reguliert, und damit auch kommerzielle Anbieter, alleine um des Friedens Willen. Scraping ist für die Bösartigkeit der wesentliche Faktor. Natürlich kann die Technologie trotzdem viele Jobs kosten, da das schnelle Bild den schnellen Contentcreator natürlich auch schneller macht, Storyboards und Illustrationen gehen schnell damit, so dass weniger eingekauft wird. Stock-photo oder AI-photo? Scraping beliebig freizugeben, bedeutet das nächste Amazon, Uber, Ponzi (gesellschaftlich: „Nutzen“, Trickle-Down, am Ende alles kaputt, aber wir haben drei neue Milliardäre geschaffen, und Afrika guckt immer noch zu). Copyright wird schwierig, wenn man es am Ergebnis nicht sehen kann – und da wird es eben doch schnell bösartig. Vom Zumüllen der Filter mit „neuen Werken“, kann man jetzt schon ein Lied singen, denn auch im Zsh. mit automatischen Lizenzzahlungen droht von Copyrightbombing bis zu Copyrightverhinderung so ziemlich alles vorstellbare. Den Übergang zu gestalten ist unsere Aufgabe – Hype und „Experten“ von profitierenden Unternehmen sollten nicht die Treiber sein.

    Dennoch bitte mit falschen Konzepten aufräumen! „KI“ wie wir sie haben, lernt nicht unterwegs, sie sammelt auch keine Erfahrung, sie wird trainiert und arbeitet ab da von dort aus. Da werden plump Bestandteile Vermengt, ja irgendwie auch abstrahiert, und dann mit dem magischen Kaleidoskop hochskaliert, so dass die Sachen z.T. natürlich sehr interessant aussehen, vor allem aber von Geschwindigkeit und „schwer selbst zu machen“ profitieren. Ähnlich wie bei Schachcomputern fallen hier sicherlich viele auf diesen Aspekt rein. Vermenschlichung oder allgemeiner Verintelligenzung, sowie Verniedlichungen, sollte man sich da sparen.

    „Jedes Werk sei ein Remix, sagt Kreutzer.“
    Das ist für sich durchaus nicht immer korrekt, wenn man für einen Remix eine Schaffenshöhe ansetzt – für das Ergebnis, bei dem Text könnte man auch diskutieren. Man kommt sehr nah an Originale ran, z.T. 1:1. Ohne dass die Künstler das wollen, wurden gegen Lizenzbedingungen Bilder für das Training verwendet. Da kann auch sein, dass alles auf weniger Künstler Arbeiten abbildet, weil es zu den Begriffen wenig sonstiges gibt – das wird die Arbeit der Künstler dann systematisch untergraben, und so bleibt immer weniger Zeit, in der ein Künstler seinen „Stil“ bzw. sein Handwerk zu etwas Geld machen kann. Eigentlich ist das wieder die Diskussion über das Internet, bzgl. der Frage, ob die alten Gesetze noch gut riechen. Dasselbe in grün. Hier jetzt der Hochgeschwindigkeitsgenerator, der den Künstlern real das Wasser abgräbt – natürlich ist das eine Ausnutzungsstory, die noch droht einen Gewöhnungsfaktor einzubringen, so wie MP3 bei niedrigeren Bitraten. Es ist zu begründen, bei welcher Trainingsmethodik konkret ein gesellschaftlicher Nutzen besteht. Wer das nicht tut, enteignet einfach nur wieder einen Prozentsatz der Menschen, denn die Gestaltung des Übergangs ist eine Pflicht, keine nette Sache am Rande – sonst sind wir mit der Haltung beim Einmarsch Russlands in der Ukraine: „Später ist doch sowieso alles kaputt, also nehmen wir uns mal, was wir meinen, dass es uns nützt.“

    „Suchmaschine“ – hier auch eher differenzieren: Niemand will blumige Texte lesen, wenn nach Informationen gesucht wird – dümmer ginge es kaum noch. Bei Erklärungen kann das anders aussehen – aber eine falsche Erklärung ohne Entstehungshistorie und Referenzen, wäre eine sehr dumme Sache, womit das Ganze eine sehr dumme Sache wäre, wenn man es denn so umsetzte – wieder steht die Frage im Raum, ob wir damit etwas ersetzen, was wir eigentlich verbessert brauchen, ohne dass Verbesserung strukturell eintritt. UMGEKEHRT könnte ein Schuh draus werden, dass die Suche „intelligenter“ wird und besser „versteht“, wonach ich suche – aber Dystopie auf den Teller: wäre Suchmaschinenbetreibern daran gelegen, hätten wir längst bessere Verschlagwortungs- und Kategoriensystematiken, vielleicht sogar Internetstandards und nationale gelbe Seiten im Digitalen, ganz ohne Magie oder KI oder sonst noch was…

    Ein Hype nach dem nächsten, um eine potentiell gesellschaftszersetzende Technologie, deren Haupteinsatzbereich die Manipulation ist, deren Investoren bzw. deren Treiber im Manipulationsbereich die großen Player sind… die utopischen Erwartungen sind da fehl am Platze. „Strategische Entscheidung bei Musik“ – das bitte auch als Verarsche einordnen, Urheberrecht ist da einfach mal so viel strikter.

    1. Was bei der ganzen Diskussion vergessen wird: Es mag schon sein, dass ein Maschinenprogramm Werke in äußerlich beeindruckender und konkurrenzlos billiger, da schneller Weise erstellt. Aber was dabei nicht stattfindet, ist das Wesentliche: Dass ein Mensch an der Erschaffung eines Kunstwerks ja mitreift. Nach einer unvermeidlichen Phase der Begeisterung werden wir sehen: Das, was Computer erschaffen, hat gar keinen Wert für den Menschen und die Kulturentwicklung. Wir werden damit um das Wertvollste, was Mensch mit seiner Arbeitskraft schaffen kann: Kunst – betrogen.

  2. “ indem eine Suchmaschine unsere Anfragen nicht mehr mit Links zu passenden Bildern und Texten beantwortet, sondern den gewünschten Inhalt schlicht neu generiert.“

    Wo findet denn dann die Suche statt? Das wäre dann ChatGPT oder Stable Diffusion (oder…). Wenn ich wirklich etwas suche, hilft mir nur, wenn der Müll ausgeschlossen wird. Dafür ist keine KI notwendig, oder sie wäre vielleicht hilfreich (wenn nicht…). Zur Manipulation ist das super, klare Sache, Werbung einmengen, Formulierung auf Basis von Profil so anpassen, das Person eher das macht, was der Firma nützt. Die generierte Datenmenge ist so noch viel interessanter, wenn ich auf Basis weniger clicks mehr zur Person aussagen kann, weil ich die Formulierungen aller clickbaren Optionen selbst generiert habe.

    Für viele grundlegende Falschtreffer ließen sich ohne weiteres Metakategorien bilden und Suchergebnisse entsprechend filtern. Nützliches wird aber nicht einfach so gebaut, steht auch nicht im Fokus. Das wäre sonst alles bereits vorhanden, nur leider steht es dem Geschäftsmodell im weg. Der jetzige Treiber ist Investorenkohle, Lobbyschnitzel platzieren, den Markt aufrollen, Fakten schaffen. Passieren dieselben Fehler wieder? Da geht die Kohle in eine Richtung, dann kaufen die die Werkzeuge, mit denen ihr bisher noch ungefähr leben konntet, irgendwann gehören euer Werk und dann ihr selbst denen.

    Die Technologien werden vor allem wenigen großen Playern nutzen und die allgemeine Nebelzone massiv ausweiten (Wurde gefiltert? An welcher Stelle? Auf Basis welcher Kriterien? Was wurde zum Training verwendet? Werde ich manipuliert?). Vor allem Manipulation gewinnt, wenn in Echtzeit generierte Texte bzw. Inhalte für Suchergebnisse und deren Interpretation erlaubt sind.

    Das ist die Route. Und es ist mal wieder nicht so, dass sich Einzelne dort entziehen könnten, denn die Menge der Menschen wird einfach alle mitziehen, wenn keine systematischen Begrenzungen passieren. Bei Nichtdurchdrinung der Sache durch die Menschen, kann auch nicht mehr mit freier Entscheidung argumentiert werden, zumal die Werbung und Zuspielung von „News“ dann in ähnlichen bis selbigen Händen konzentriert ist. Ich würde das als potentielles weiteres Predatorenevent einordnen.

  3. „Selbst die Opt-out-Wünsche einzelner Künstler*innen dürften am technologischen Fortschritt wenig ändern.“
    Ja, weil Opt-In eigentlich nötig wäre. Die Meißten kapieren es eh nicht, also gehört es nicht getan.

  4. „All das legt nahe, dass Bild-Generatoren Kunst und künstlerisches Schaffen in die Mitte der Gesellschaft tragen,“
    Naja Kunst gibt es schon in Bild und Ton ziemlich mittig, unentgeldlich. Künstlerisches Schaffen geht auch einfacher, vor allem offline, und online gibt es sogar jede Menge Anleitung. Die Exploitation of the masses wird in die Mitte getragen – endlich was mit Spass für alle!

    Etwas gehässiger, würde ich sogar sagen, dass es sich um eine Form der Despotenmasturbationssystematik handelt. „Mach es mir doch, wie ich es sage!“

    Naja, zumindest kann man jetzt schon sagen, dass es Kunstkonsum weiter weg von Künstlern, sowie weiter weg vom Handwerk der Kunst, z.B. Softwarewerkzeugen, wegrückt. D.h. statt die Tools zu kaufen, oder Bilder zu kaufen, wird jetzt die KI genutzt – ein Cloud- und Mietdienst, sicherlich. Natürlich bedeutet das, dass sich viele auf für sie wesentlicheres konzentrieren können, das hat auch positive Aspekte – zuallererst sterben aber die Künstler, sowie vielleicht einige der Firmen mit den bisherigen Werkzeugen. Die große Täuschung besteht nun darin, dass wir gar keine neuen Werkzeuge als Ersatz haben, sondern eine Art „neuen Palantir“ unter Kontrolle eines Unternehmens oder dessen Investoren, bzw. einen fragilen Zauberturm, der nie jemals für das gemeine volk und deren Grüppchen und Süppchen erreichbar sein wird. Das schwächt sich nur ab, wenn solche Generatoren mit viel weniger Training auskommen – dann profitieren auch die Werkzeughersteller und ALLES wird besser (theoretisch).

  5. „Sind Bild-Generatoren böse?“
    Verschiedene Ebenen wurden ja bereits erwähnt. Profiteure argumentieren mit Freiheit, totaler Exploitation und haben das Modell der totalitären Cloud vor Augen.

    In der Form kann man wohl ganz klar sagen, dass es selbstörderische Dämlichkeit sein muss, wenn man es geschehen lässt (als Gesellschaft). Später vielleicht gibt es Werkzeuge und Non-profit-Sachen, mit denen oder dank derer dann jeder seine eigene Sache effizient schnittzen kann. Es gibt keine Notwendigkeit für die Exploitation gegen den Willen der Künstler und Rechtehalter, dafür aber für die Verhinderung weiterer Monopolstellungen im Big-Tech Bereich. Natürlich kann man non-profit erzwingen, GPL-artige Lizenzierung nur ohne eigenes monetarisierbares Copyright, wissenschaftliche Verwendung. Allerdings bedeutet das auch, dass Künstler in gated communities, also deren Werke nur nach Zahlung sichtbar sind, keinen Schutz mehr durch Exploitation seitens der Plattform haben, es sei denn da gelten Sonderrechte, weil es ja nicht öffentlich ist – trotzdem ist dein Bild öffentlich im Netz und wird gescraped, wenn es ein Nutzer illegal dort einstellt, wonach man dann Mittel gegen den Nutzer hat, aber nicht gegen die Scraper. Das wird schön verrückt. Wer will nicht schön verrückt sein.

    „Till Kreutzer hält es für „sehr wahrscheinlich“, dass genau dieser Paragraf das Training von Bild-Generatoren rechtlich absichert.“
    Ich halte das für völlig unmöglich.

    Das Gesetz ist offensichtlich zur Erkennung von Mustern gedacht, nach altbackenem Big-Data wie es für Shops beworben wurde, und nicht allgemein für jegliche zukünftige Verwendung von Scraping, vor allem nicht dazu, dieselben Muster unter Existenzgefährdung der Ersteller dann selbst generieren zu lassen. Zudem bricht der Vorgang die Nutzungslizenzen für die Bilder, und zwingt die Künstler dazu, nicht veröffentlicht zu sein, wenn sie nicht mitmachen wollen. Ich halte das für eine extreme ausnutzende Haltung. Das ist eine gesellschaftliche Frage relativer Tragweite, und wie wir wissen, sind die Jungs von der Technik die letzten, die diese zufriedenstellend beantworten können.

    1. „GPL“ ist da als Alternativroute da irgendwie eingemengt. Ab „allerdings…“ ist dann natürlich wieder das Ausnutzungsszenario gemeint. Während die Flucht hinter verschlossene Türen für Inhalteersteller zwar die Trainingsdaten mit reduzieren könnte, ist es allerdings auch nicht sehr realistisch.

      Allerdings kann das Ausdünnen der Erstellung von wirklich einigermaßen neuen Inhalten schon dazu führen, dass die KI-Systeme immer mehr ihrer eigenen Ausgaben mit eintrainieren, vor allem beim (Copyright-) „Horrorszenario“ der Ununterscheidbarkeit, oder anderweitiger Verschleierung durch Nutzer, die vielleicht auf Clickworkinggoodies aus sind, die wiederum von den Erstellern der KI ausgegeben werden, die händeringend nach neuen originalen Inhalten suchern, heranzukommen. Das könnte „interessant“ werden, da die Hersteller hier ein reales Szenario haben, das sie selbst eigentlich verhindern wollen sollten. Das soll nicht zur Hoffnung gereichen, da im Zweifel das Aufrollen des Marktes und das Ausschalten weiterer und klassischer Konkurrenz wichtiger ist, als gute Ausgaben zu erzeugen. Bis dahin ist vielleicht genug Kapital angesammelt, um noch allerlei Zucker hinzuzufügen, bis irgendwann alles implodiert, oder auch nicht.

  6. Spoiler-Alarm: Das Urheberrecht diente noch nie dem Schutz von Urheberinnen und Urhebern, sondern dem Schutz der Geschäftsmodelle großer Unternehmen in der Verwertungsindustrie. Da diese hier zumindest auf den ersten Blick nicht unmittelbar betroffen sind (sondern im Gegenteil teilweise sogar in die KI-Software investieren), wird es Künstlerinnen und Künstlern nicht viel nützen, sich darauf zu stützen.

    Ebenso ist bekannt, dass die „Dividende“, die durch Automatisierung entsteht, nie an die Bevölkerung verteilt, sondern stets von den Arbeitgebern und Eigentümern, dem reichsten 1 %, in die eigene Tasche gesteckt wird. Es dürfen nicht alle weniger arbeiten, sondern lediglich die Pro-Kopf-Arbeitszeit sinkt, indem man Stellen streicht und den Rest genauso viel wie vorher (oder noch mehr) arbeiten lässt.

    Das Geheimnis des schnellen Aufstiegs der KI-Software liegt, wie es in der Geschichte schon so häufig vorkam, in der schönsten Nebensache der Welt, hier in Form von Pornografie im Manga-/Anime-Stil, die durch KI-Software unkompliziert innerhalb kürzester Zeit in großer Zahl produziert werden kann. Viele Plattformen, auf denen derartige Werke verbreitet werden, wurden so sehr davon geflutet, dass sie Restriktionen dagegen erlassen mussten, in jedem Fall zumindest eine Kennzeichnungspflicht.

    Dazu sei gesagt, dass so manche Künstlerinnen und Künstler (in dem Bereich wohl mehr letzteres) – gemessen an ihrem Output – ihren Marktwert bereits jetzt völlig überschätzen, was sich in deren Preisgestaltung auf Plattformen wie Patreon, PixivFanbox oder Gumroad niederschlägt. Klar, dass denen bei KI-Software, mit deren quantitativem Output kein Mensch mithalten kann, der Arsch auf Grundeis geht. Nun, ich habe diese KI-Bilder zur Genüge gesehen und blicke eigentlich ganz entspannt darauf, der Stil ist nämlich letztendlich doch immer ziemlich gleich. Die Künstler werden an der Stelle gefordert sein, sich künftig stärker von diesem buchstäblichen Einheitsbrei abzuheben. Aber ist das nicht ohnehin genau das, was man als Künstler will?

    Ich sehe die Gefahr vor allem im Bereich der Unterhaltungsindustrie, denn solche Tools, wenn sie einmal weit genug fortgeschritten sind, setzen sich früher oder später immer durch und an einem gewissen Punkt ist es für ein Medienunternehmen immer am wirtschaftlichsten, darauf zurückzugreifen, ohne Rücksicht auf die künstlerische Seite. Und selbst unausgereifte Tools können bereits dazu führen, dass die Erwartungshaltungen von Arbeitgebern, vor allem irgendwelchen BWL-Schnöseln als Vorgesetzten, immer unrealistischer werden. Übersetzerinnen und Übersetzer, die nicht im amtlichen Bereich tätig sind, können davon ein Lied singen – sie müssen ihren Arbeitgebern Argumente liefern, warum man nicht einfach alles bei DeepL und Google Translator reinkloppen kann und sollte, und das bedeutet vor allem: Enorm gestiegenes Arbeitspensum und -tempo bei schlechterer Bezahlung. Desweiteren wird bereits an einer KI gearbeitet, welche es ermöglichen soll, die Originalstimmen von Schauspielerinnen und Schauspielern in anderen Sprachen digital zu imitieren. Das erklärte Ziel: Die gesamte Synchronbranche, die vor allem in Deutschland, Japan und auch den USA enorm groß ist und unabhängig von den eigenen Präferenzen eine Kunstsparte für sich ist, wegzu„optimieren“.

    Ein weiterer Punkt, immer nennen, ist, dass es ihre ganze Erfahrung und alles, was sie investiert haben, um ihr Handwerk zu lernen, entwerte. Als Beispiel dafür nehme ich immer Werkzeuge wie Autotune heran, wozu ich immer gesagt habe, dass man damit Leuten den Zugang zur Musikindustrie ermöglicht, die weder Talent haben, noch ernsthaft bereit sind, singen zu lernen; und genau das ist passiert, die Popindustrie wählt ihre Künstlerinnen und Künstler nach Vermarktbarkeit (und somit vor allem Aussehen) aus, nicht nach Können. Wo es ihnen an Gesangskünsten mangelt, wird halt mit Autotune nachgebessert, und das Ergebnis ist der musikalische Einheitsbrei, den wir haben.

    Meine Beobachtung ist aber auch, dass die Verfügbarkeit derartiger Tools dazu geführt hat, dass immer weniger Leute bereit sind, hinreichend Energie in etwas zu investieren, um sich überhaupt jemals in die Nähe einer Perspektive zu bringen, eine Fremdsprache zu beherrschen, oder Hacker zu werden, oder zeichnen oder Musik machen zu können. Dabei waren die Voraussetzungen nie so gut wie heute, das Internet gewährt einen schier grenzenlosen Zugang zu Informationen, Tutorials und Übungsmaterial für Sprachen oder Informatik, davon vieles sogar kostenlos; die Digitalisierung hat die Einstiegskosten und -hürden, um eigene Musik zu produzieren und veröffentlichen zu können, um ein Vielfaches gesenkt, und digitale Zeichenprogramme nehmen einem etliche Arbeitsschritte ab, womit man vor allem Anfängerfehler und die dadurch nötigen Korrekturen abfedern kann. Abgesehen von etwas Hardwarekosten muss man heute eigentlich nur noch Zeit investieren, aber genau das wollen irgendwie immer weniger Leute. Alle wollen hacken, singen, zeichnen oder Japanisch *können* – *lernen* wollen es nur wenige.

    Und wenn diese Haltung dann jetzt bei Illustrationen wieder mittels KI-Software auch noch „belohnt“ wird, ist es nur allzu verständlich, dass die Zeichnerinnen und Zeichner, welche viel Zeit und Aufwand investiert haben, um sich ihre jetzigen Fähigkeiten zu erarbeiten, übergangen und nicht wertgeschätzt fühlen. Nur sind sie eben nicht die ersten, die diese Erfahrung machen müssen.

    Ich persönlich finde es zudem moralisch völlig verwerflich, KI-Bilder zu monetarisieren – Bilder, die man nicht einmal selbst gezeichnet hat. Vor allem ist in der Frage das Urheberrecht alles andere als klar: Wenn man selbst nur noch die Idee hat, aber die konkrete Umsetzung (hier die Zeichenarbeit) nicht nur teilweise, sondern komplett von der Software übernommen wird, wessen Werk ist es dann? Gehört es der Person, die die Idee hatte, oder den Programmierern der KI-Algorithmen, insbesondere, da die Software weit mehr Arbeit übernimmt und weitaus eigenständiger arbeitet als bisherige Tools? Darum verbietet zum Beispiel Pixiv die Monetarisierung von KI-Bildern bereits und verteilt bei Verstößen gnadenlos Bans.

    Auf der anderen Seite ist derartige Automatisierung kein völlig neues Phänomen. Bei CGI-Animationen zum Beispiel erledigen schon länger Computer den Großteil des Renderns (und damit des tatsächlichen Animationsprozesses) selbstständig und der Mensch davor legt lediglich die Parameter fest. Was KI-Bildsoftware gerade macht, ist, die Definition der Parameter zu abstrahieren – dass eben nicht mal mehr rudimentäre Zeichenarbeit erforderlich ist, sondern nur noch Begriffe in Textform eingegeben und von der Software interpretiert werden.

    Die Debatte, die hier gerade entsteht und völlig zu recht geführt werden muss, ist, wie viel Automatisierung man zulassen will, ehe ein Werk nicht mehr als das eigene gilt. Da stehen der Rechtswissenschaft und der Rechtsprechung spannende Jahre bevor.

    Alles in allem ist das ein hochkomplexes und emotional aufgeheiztes Thema, bei dem es keine einfachen Antworten gibt. Ich sehe die Gefahren, die mit der KI-Software entstehen und dass es für viele berufstätige Künstlerinnen und Künstler existenzbedrohend wird, und dem muss man dringend begegnen. Auf der anderen Seite halte ich Verbote u.ä. immer für den denkbar schlechtesten Weg, und unter denen, die jetzt lauthals aufschreien, sehe ich auch viele, die sich bisher mit Mittelmaß durchgeschlagen, dabei streng genommen ebenfalls permanent „klauen“ (sie zeichnen schließlich Figuren, die sich andere ausgedacht haben und die urheberrechtlich geschützt sind) und damit teilweise schon unverschämt gut verdient haben und das nun eben langsam nicht mehr können; und da weiß ich nicht, ob ich es für so schlecht halten soll, dass der „Markt“ sie jetzt auf diese Weise „wegregelt“. Ich will damit auch nicht Fanart schlechtreden, sondern es viel mehr als Beleg dafür nehmen, dass wir mal grundsätzlich über unser Verständnis von Urheberrecht und geistigem Eigentum nachdenken sollten.

    Den urheberrechtlichen Teil sehe ich sogar als Chance, nicht nur, weil ich, ähnlich wie Herr Kreutzer, das Urheberrecht für grundlegend überholungsbedürftig halte; sondern auch für die bedrohten Künstlerinnen und Künstler: Denn wenn die Contentmafia feststellt, dass sie „ihre“ KI-Kunst selbst nicht urheberrechtlich schützen und für die „unerlaubte Verwendung“ Leute abmahnen kann, dann wird ihr die Lust darauf bestimmt schnell vergehen – zumindest, bis sie das Urheberrecht einmal mehr mit Lobbyarbeit zu ihren Gunsten zurechtbiegen lässt. Aber daran sieht man auch, an welchen Stellschrauben man stattdessen drehen muss, nämlich an den Strukturen der auf rücksichtslose Profitorientierung ausgerichteten Industrie, und natürlich bei der Politik, die bisher immer gemacht hat, was die Industrie wollte.

    Aus technischer Perspektive finde ich die KI-Software unheimlich spannend, aus künstlerischer Sicht kann ich nicht nachvollziehen, warum irgendwer stolz darauf sein sollte, die von ihm damit erzeugten Werke der Welt zu präsentieren. So etwas verliert doch letztendlich jede Bedeutung, wenn man es nicht selbst kreiert, wenn man nur einer von vielen ist, die Begriffe in eine Software eintippen können. Ist das der Anspruch, den man als Künstler an sich selbst hat? Oder ist es am Ende Wurst, solange es Einkommen oder zumindest Klicks und Dopaminkicks bei Social Media generiert?

    1. >>> Das Urheberrecht diente noch nie dem Schutz von Urheberinnen und Urhebern

      Ja, die Gesetze sind massiv in die Richtung gebogen, dennoch genießen auch ganz niedliche einzelne Urheber gewissen Schutz und Rechte durch das Urheberrecht. Ob man die letzten 50 Jahre der Gesetzgebung o.ä. getrost streichen könnte, oder welche Teile, und was stattdessen, stelle ich jetzt mal nicht zur Diskussion.

      >>> Ebenso ist bekannt, dass die „Dividende“, die durch Automatisierung entsteht

      Naja, reine Automatisierung schafft i.d.R. sicherlich keine Jobs, sondern vernichtet welche, wobei die Rechnung da durchaus komplex werden kann (Qualität der Jobs, je nach Marktpotential und verfügbaren Resourcen, Bildung und Fähigkeiten der dann arbeitslosen Menschen, usw. usf.). Mit „Dividende“ ist sowas wie „Nutzen für die Gesellschaft“, also „Trickle Down“ gemeint? Schlimm ist die Weigerung der Erkennung und vor allem auch der Gestaltung von Übergängen, sowie die anderweitigen Steuersparmöglichkeiten und Ausnutzungsmodelle, zuzüglich Einflusswahrung auf die Politik.

      >>> Die Debatte, die hier gerade entsteht und völlig zu recht geführt werden muss, ist, wie viel Automatisierung man zulassen will, ehe ein Werk nicht mehr als das eigene gilt. Da stehen der Rechtswissenschaft und der Rechtsprechung spannende Jahre bevor.

      Das sehe ich ähnlich.

      >>> …. Chance … Contentmafia

      Das finde ich halbfalschherum aufgezäumt. Die Chance für das Copyright wäre im Zsh. mit so etwas wie „Schöpfungsabstand“ zur KI, oder einer strikten NoCopyLeft Lizenz für Generatorn (+- welche bzw. wie große), vielleicht darin gegeben, dass vieles Material zugänglich wird und bleibt. Das balanciert nicht die Verluste der Künstler aus, sondern sorgt für Verfügbarkeit dessen, was das Gros der Contentersteller (denke Youtube z.B.) so macht. Die Contentmafia im Zaum zu halten, darf nicht als Chance gelten. Mit Copyright-bombing wäre sofortige flächendeckende Demonetarisierung von Künstlern drinnen, sowie ein stagnierender (Kunst-) Planet im Netz – das gilt es fast um jeden Preis zu verhindern. Andererseits wäre genau das wiederum die „Chance“ dafür, dass Künstler nur noch hinter verschlossenen Türen wirken, und die KI kein Trainingsmaterial mehr bekommt. Dann bekommen wir Drogenmafia 2.0 mit gestrecktem KI-Surrogat, und Künstler und Emotionen gelten als gefährlich, werden von Headhuntern gejagt und hinter Konzernmauern verfrachtet.

      >>> Aus technischer Perspektive finde ich die KI-Software unheimlich spannend

      Ja sicherlich, auch viele Künstler finden das spannend, weil es einfach mal eine andere Sorte Effektmaschine ist. Zudem „beherrscht“ dieser KI-Typus prinzipiell das Einsetzen und Modifizieren von Bildern, was es auch einfach als Werkzeug interessant macht, wobei das wohl derzeit nicht der Hauptteil der Diskussion ist, denn (KI-) Werkzeuge für spezifische Zwecke gibt es natürlich schon länger, und jetzt eben noch mehr und z.T. bessere. Die Qualität der Ausgabe ist mitnichten immer hinreichend für jew. Anspruch, so dass man innerlich schon nach der noch größeren Cloudversion greift. Wie weit was verbessert werden kann, ist allerdings nicht 100% trivial, da Unschärfeprinzipien greifen könnten. Die Gefahr des „gut genug“ könnte sich allerdings in der Gewöhnung der Massen zeigen, wer hätte es gedacht, duch sogenannte Inhalteersteller, die nun noch einfacher ihre Illustrationen erstellen bzw. modifizieren können, so dass die Menschen sich vielleicht an diese Sorte Bilder gewöhnen, und solche sich damit besser verkaufen.

      Ein Hauptproblem der technischen Seite sehe ich allerdings noch darin, zu viele zu hoch bewertete Bilder zu trainieren. Denn was bewerten Menschen hoch? Die „Intelligenz“ eines Schachprogrammes, weil es alle umhaut, und es für Menschen schwierig ist. Gerade bei Verwendung durch viele Menschen, mit nachfolgender Multiplikation durch Inhalteersteller, droht eine Verarmung durch Gewöhnung. Manche werden argumentieren, das Gros würde nicht ärmer, es werde dann aber schneller und besser als vorher, mit entsprechendem Effekt auf diejenigen, die vorher besser waren. Da gibt es sicherlich auch andere Ansätzte, eben langsamer Trainingsdatensätze aufzubauen, doch in der Schnelligkeit bei nichtgegebener Regulierung zeigt sich dann vielleicht wieder die liebe Marktgefahr. Integration süchtigmachender Features in soziale Netzwerke… woher kennen wir das noch? Im Moment ist es natürlich schon noch ein Risiko, je nach Legislation, da Diskussion und Gesetze dazu im Kommen sind, und unklar ist, wie hoch der Erfolg gewisser Lobbies hier ausfallen wird.

      Daher wünsche ich mir die Werkzeuge in strikten Non-profit-Händen. Mit (noch so und so viel besseren) Generatoren ist reale Verarmung der Fähigkeiten der Menschheit in greifbarer Nähe. Das ist allerdings auch teil-utopisch, da garantiert spezifischere Tools und Kombinationen von solchen, ähnlich effiziente, weniger magische, dafür aber besser kontrollierbare Ergebnisse erzeugen werden, ohne jegliche Notwendigkeit, gegen den Willen von Menschen zu arbeiten – irgendwann, denn das dauert etwas länger und kostet mehr. Den Übergang zu gestalten ist allerdings wichtig, die Allessaugmaschine wird uns zivilisatorisch an dieser Stelle nicht weiterbringen.

      1. Urheberrecht: Das Urheberrecht diente seit seiner Schöpfung dem Zweck, die Geschäftsmodelle der Verwertungsgesellschaften zu schützen. Künstlerinnen und Künstler gab es schon vor der Industrialisierung der Kunst, das moderne Urheberrecht gibt es aber erst seit dem 20. Jahrhundert – einer Zeit, in der die moderne Medienindustrie entstand und für Künstlerinnen und Künstler, die von ihrer Arbeit leben wollten, praktisch kein Weg an ihr vorbeiführte. Ebenso wirkte es vor dem Internet praktisch nur gegen Unternehmen, einfach weil man als Privatperson normalerweise überhaupt nicht die technischen Mittel hatte, Werke unerlaubt zu vervielfältigen. Und man wird feststellen, dass auch heute noch kleine Urheberinnen und Urheber große Mühe haben, ihre Rechte gegen große Akteure der Industrie durchzusetzen. Teilweise wird dieser Zustand sogar explizit gesetzlich zementiert: Das wohl bekannteste Beispiel hierfür ist die „GEMA-Vermutung“, welche der GEMA erlaubt, auch für Musik Gebühren einzuziehen, die gar nicht bei ihr gemeldet ist, und der Urheber oder der Geschädigte ist hier in der Beweispflicht. Auch der Verteilungsschlüssel der GEMA, bei dem man für die Aufführung seiner eigenen Musik (!) Gebühren abdrücken muss und davon nur einen Bruchteil (!!) wieder ausgezahlt bekommt, spricht deutlich für die These, das bei allem, was mit Urheberrecht zu tun hat, die tatsächlichen Urheberinnen und Urheber nie an erster Stelle stehen.

        Automatisierungsdividende: Mit dem Begriff ist das Versprechen gemeint, was von Seiten der Industrie ständig gemacht wurde, dass die Automatisierung uns Arbeit abnehmen werde und somit alle dadurch weniger arbeiten müssten, um die Leute zu beschwichtigen, die ihre Arbeitsplätze gefährdet sahen. Weniger Arbeit, mehr Freizeit – bei gleichem Monatslohn, wohlgemerkt –, das klingt schließlich gut. Gemeint war damit aber immer „weniger Arbeit *pro Kopf*“. In der Realität ist immer genau das eingetreten, was vorher befürchtet wurde: Nicht alle müssen weniger arbeiten, sondern man spart mittels Automatisierung Stellen weg, und die, die übrig bleiben, dürfen weiterhin so viel arbeiten, dass sie krank werden. Mal angenommen, du bist Arbeitgeber: Wenn du 20 % der Leute in die Arbeitslosigkeit entlässt und den Rest genauso wie vorher 40 Stunden die Woche arbeiten lässt, hast du die durchschnittliche Pro-Kopf-Arbeitszeit um 20 %, also von 40 auf 32 Wochenstunden, gesenkt. Hättest du einfach alle nur noch 32 Wochenstunden arbeiten lassen, hättest du die Löhne um 25 % erhöhen müssen, denn sie wollen ja nicht mit weniger Geld nach Hause gehen. So aber hast du dein „Versprechen“ gehalten und kannst dir das eingesparte Geld – die „Automatisierungsdividende“ – in die eigene Tasche stecken.

        Copyleft: Vielleicht habe ich das nicht klar genug formuliert. Wenn KI-Kunst sich nicht rechtssicher monetarisieren lässt, weil niemandem eindeutig das Urheberrecht daran zugesprochen werden kann, ist die Befürchtung der Künstlerinnen und Künstler, künftig durch KI ersetzt zu werden, unbegründet; denn die Contentmafia existiert nur, um mit Kunst Profit zu machen, und da ist KI-Kunst, mit der sie das nicht kann, die Antithese zu. Mit einem menschlichen Künstler, der eindeutig Schöpfer eines Werks und damit Urheber ist, kann man Vereinbarungen hinsichtlich der Verwertungsrechte treffen, mit einer KI geht das nicht, da wären also immer der „Künstler“ und die Programmierer bzw. die Vertriebsfirma mit im Boot. Und dabei stößt man auf eine Sackgasse: Weder die Programmierer, noch die User der KI sind wirklich Schöpfer der Werke, da beiden jeweils fundamentale Arbeitsschritte dafür fehlen. Außerdem sind bloße Ideen als solche nicht geschützt, sonst könnte ja bei jedem veröffentlichten Werk wer kommen und behaupten, er habe die Idee früher gehabt und sei damit Urheber.
        Ich hielte es für das Schlaueste, mangels echtem Urheber KI-Kunst keinem oder nur einem sehr eingeschränkten Urheberrecht zu unterwerfen. Sobald man es unterbindet, solche Kunst zu monetarisieren, wird sie für die Contentmafia und die ganzen Scharlatane, die nur auf das schnelle Geld aus sind (und auf die man aus künstlerischer Sicht gut verzichten kann), sehr schnell uninteressant, was viele der genannten Probleme lösen würde.

        Alternativ wäre es natürlich ein gutes Druckmittel gegen die Industrie: „Ihr wollt KI-Kunst zu Geld machen, die ihr nicht selbst angefertigt habt, sondern mit einer KI, welche überdies mit fremder Kunst trainiert wurde? Darüber lässt sich reden. Dann reden wir aber bei der Gelegenheit auch mal über Fair Use, GEMA-Vermutung, Urheberrecht im Internet und Artikel 17…“

        1. Urheberrecht: Ja gut, und oftmals haben z.B. Authoren ihre Rechte für ein halbes Frühstück verklappen müssen. Bei weitem aber nicht immer. So einige kriegen so gerade die Kurve, mit Modellen die schon auf ein gewisses Urheberrecht angewiesen sind. Würde Monetarisierung nicht zugesprochen werden oder die Verkäufe auf Null sein, weil es einfach kopiert wird, würde sich der Markt auch völlig unabhängig von großen Heuschrecken … krankschrumpfen. Oder gesund, je nach dem wie es weitergeht.

          Automatisierungsdividende: OK. Zudem die Frage, ob bzw. warum man bei gegebener Erkenntnis nicht Übergänge gestalten sollte, wenn offenbar Disruptionspotential vorhanden ist.

          Copyleft: Ja, nachvollziehbar. Wobei immer die Frage ist, wie viele das überleben. Potentiell ruinöser Wettbewerb gewinnt eben nicht prinzipiell jeder gleichzeitig, und vielleicht verliert die Gesellschaft dabei insgesamt. Ich wäre auch nicht 100% sicher, ob „kein Copyright“ für einzelne Schaffende Vorteil oder auch nur Balance, geschweige denn Status Quo bedeutet – nicht mal Interpreten von Musik sind sicher, denn sowohl Tanz als auch Performances werden sich generativ für virtuelle Produkte erzeugen lassen, in ganz anderer Qualität als bisher. Letztlich könnten dabei die Player gewinnen, die am meißten (am goodenoughsten) produzieren, und allen anderen jeden Erfolg innerhalb kürzester Zeit aus den Händen reißen, sofern das deren Geschäftsmodell stützt, oder einfach in die Portokasse passt. Das wird vielleicht nicht mal „die Musikindustrie“ sein, und auch keine Gema, sicherlich auch nicht Axel Springer, wobei bei letzterem vielleicht ein Gesetz erwartet werden kann, dass Axel S. die Vorherrschaft in Deutschland sichert – ich will mal nicht zu tief in Lobbyismus und Korruption einsteigen. Gewinnen würde vielleicht die großen Datenplayer, möglicherweise nach Kapital und Einstiegsassets gewichtet. Das wäre dann die andere Übergangssorte, wer wen wie schnell überflügelt kriegt, so dass die anderen nicht mehr mithalten können. Vielleicht kann auch jeder mit etwas Disruptionsgeschick gewinnen, und der Markt bleibt so immer „interessant“ (für Superreiche und Konzerne), zumindest kurzzeitig, so dass der Markt vollkommen volatil wird, zuerst ist ein Konglomerat aus Apple und Spotify und irgendwem, dann Google, dann Elon Musk for the X of it, und dann schlägt wieder die Musikindustrie zurück, … Das Dilemma ist vielleicht, dass wir mit Hilfe von Generatoren, auch mit weniger allgemeinen in einer Kette von Bearbeitungswerkzeugen, irgendwann (mittelbald) gar nicht mehr unterscheiden können, was jetzt wirklich von einem Menschen kommt. Daher ist eine gewisse Disruption vermutlich vorprogrammiert. Ich sehe derzeit nur nicht, warum man die Disruption schnell haben sollte, und möglichst noch unter Ausnutzung möglichst vieler Menschen. Schreiben Sie auch nicht, das nur als was ich für einigermaßen wahrscheinlich halte. Mit den recht starken Interessengruppen sehe ich kaum eine Fortsetzung ohne Horror, denn die Politik wird hier wirklich etwas von Verstand und Weitsicht schaffen müssen.

    2. „rücksichtslose Profitorientierung“

      Deswegen muss der „Amzon-Moment“ (Uber, …) unbedingt verhindert werden.
      Letzlich wird es schwierig sein, überhaupt zu unterscheiden, ob eine KI oder ein Mensch ein Bild verändert hat, z.B. durch Drüberkippen irgendwelcher Effekte oder Hineinmalen von stilkennzeichnenden Bestandteilen. Ich sehe nicht, dass wir da überhaupt eine Chance haben, das besonders sinnvoll zu regulieren.

      Wäre eine totsichere Erkennung von KI-generierten Bestandteilen möglich, dann ginge da was, aber die Erkennung müsste jedem offenstehen, nicht nur den großen Playern ;). Das hat auch Dystopiepotential, denn abgesehen von Inhaltseinschränkung, Filterung, Klarnamenreferenzen, wird der Ruf nach automatischen Vergütungen kommen (und kommt ja schon), was noch mehr von Verherigen, sowie einen weiteren Lock-in in diese Systematiken bedeutet.

      Theoretisch hat automatisches Copyright auch Chancen, allerdings weißt du dann nie, wer das Geld mit deinen Bildern einnimmt. Als privatwirschaftl. betriebenes Unternehmen wäre die Middleware eigentlich nicht vorstellbar, und der Staat ist einfach nicht reif genug dafür.

      Der Ausblick ist nicht zu rosig. Den Übergang würde ich zukleistern – weg mit Kommerz ~ Finger weg. Dafür lieber öffentlich zugängliche Projekte und Universitäten für solche fördern.

      1. „Der Ausblick ist nicht zu rosig.“
        Wobei man immer aufpassen muss, über welche Anwendungsgebiete man da spricht. Text ist möglicherweise das schlimmere und bereits flächig bespielte Gebiet, zumindest was Manipulation der Menschen betrifft.

        Wenn man doch dauernd über das „Potential“ dieser Technologien spricht, verkennen wir die Realität, welche aus großen Teilen an Täuschung besteht. Manipulation mit glaubhaft klingenden Satzstücken, Propaganda, Werbung und Spam in Foren und Chats, die Täuschung mit Menschen zu chatten, die Täuschung dass diese menschlich wirkende Schnittstelle einen anderen Sinn hat, als mich hinzuhalten, u.ä. Das Gros der Anwendungen dürfte konkret in diese und ähnliche Bereiche fallen.

      2. „Amazon Moment“ – nicht als Bashing gedacht, ist nur der größte skalierende Player in einem Feld gewesen, und die Innenstädte wurden grau. Da sind viele Aspekte dran beteiligt, schneller als alle anderen beim Kunden zu sein, war hier ein wesentlicher Faktor. Der Tech-Branche gemein ist dabei der ungeprüfte Erhalt der Monopolstellung unter Aufkauf und vielfachem Einstampfen von Konkurrenz, letztlich aber ohne gesellschaftlichen Nutzen bzgl. der Schnelligkeit. „Sowas“ kann zwar nützlich sein, wir stagnieren hier allerdings in Überwachung und Manipulation bei immer noch gegebenen de-facto Monopolpositionen. Das wird mit „KI“ nicht besser.

  7. Versuch einer Problemformulierung:
    1. Selbst die größten der größten Unternehmen schaffen nicht: Inhaltemoderation durch KI. (Erkennung Mau!)
    2. Nicht wengie Menschen scheinen „der KI“ im Zsh. mit Bildgenerierung regelrechte Wunderkräfte zuzuschreiben. (Generierung Sau!)
    3. Unschärfeprinzipien. (Alles so wie…)
    4. Vgl. damaligen Hype um „Intelligenz“ von Schachprogrammen. (Doch nicht wie…, doch für Menschen bleibt es irgendwie schwierig, ohne so ein Programm.)

    Die Beschreibung rettet jetzt keinen, denn für Rettung wären grundlegender Verstand und etwas Transferleistung nötig.

  8. Beim schnellen Lesen ist mir das jetzt nicht aufgefallen, doch ein Aspekt ist auch, dass Artists monate- und jahrelang geübt haben, und dann kommt eine Maschine und macht das alles in wenigen Minuten.

    I used to be an artist, until I took an arrow to the knee. Würde ich heute das Zeichnen anfangen, dann würde ich KI geil finden. Muss ja keinen Finger krumm machen, und nur nen Text eingeben. Das erzürnt die traditionellen Artists, die zusehen müssen, dass ein talentloser Noname dank KI ein Pic nach dem anderen hinzaubert.

    Ich denke, da ist auch eine gewisse Frage an Stolz bei Artists dabei, selbst mit Mühe und Fleiß etwas geschaffen zu haben, und dieser ist verletzt, wenn Menschen durch KI ohne Mühe und Fleiß instatan ähnliche Resultate rausgibt.

    1. „Das erzürnt die traditionellen Artists, die zusehen müssen, dass ein talentloser Noname dank KI ein Pic nach dem anderen hinzaubert. “

      Naja, zum einen sind „traditionelle“ Artists bereits jetzt Exoten. Ölmalerei machen Spezialisten, Restaurateure und sonst eben Hobbyisten. Von Hand mit Schreibtablett gibt es sicherlich noch viel, einfach weil es schnell ist.

      Am härtesten trifft das hier die Ersteller relativ hochwertigen schnellen Inhaltes, die ja auch oft schon sowohl auf Softwarewerkzeuge, als auch auf 3D-Modelle zurückgegriffen haben. Mit so einer KI kann man z.B. einen Youtube Film illustrieren, oder ein Storyboard bauene, unter Verzicht auf Softwarelizenzen (manchmal 0$) aber vor allem ohne 3D-Modelle ($) kaufen zu müssen, dann noch langwierig posieren, beleuchten und rendern… Stockfotos werden vielleicht auch weniger genutzt, wobei ich nicht sicher bin, wie realistisch aussehende Bilder so eine generative KI überhaupt erzeugen kann. Womöglich wird generative KI der neue Allerweltsstil, anstelle von Strichmännchen…

  9. Zur Unterscheidung noch mal in Kürze: Das ist ein potentiell ruinöses Event für die Menschheit. Ähnlich wie die Einführung des Autos :) [Mit allen langfristigen Konsequenzen wie Klimawandel und Kriege].

    Die „KI“ lernt nicht, sie wird trainiert, und kotzt dann den Planeten voll. Ähnlich wie im Film Matrix, nur ohne tatsächliche Intelligenz, ist sie auf die Kreativität der Menschen angewiesen, um überhaupt trainiert werden zu können. Eben jene Kreativität droht aber erstickt zu werden, eben durch die massenhafte Anwendung der KI.
    Das ist eigentlich witzig, wie all die Fabel- und Märchenbilder hier zuzutreffen scheinen, z.B. hälst kein neues Werkzeug und keinen goldenen Becher in der Hand, sondern einen toten Zauberstab, der irgendwann einfach mal so zu staub zerfällt.

    Natürlich werden Menschen immer Bilder auch selbst erstellen, vielleicht kann sich „die KI“ auch selbst füttern, ohne verrückt zu werden, es wird aber dann wenig Geld verdient und nur die Kreativität der Menschen abgeerntet.

    Scraping auf allem zu erlauben, muss man sich auch bei Musik vorstellen. Letztlich, mit wenigen Umwegen, ist Copyright damit kaputt, aber auch die Aussicht auf realistische Lizenzzahlungen. Wir sind dann zurück bei Fürstenhöfen mir verschiedenem Sympathiepotential (Crowdfunding und Plattformen wie Patreon, Reiche Fürsten, Facebook, Bertelsmann, usw. usf.). Die Kirchen und ein paar Stiftungen gibt es dann vielleicht auch noch.

    1. Bei den düsteren Szenarien ist aber schon immer die Frage, was wie schnell wieder aufgebaut werden kann. Im Grunde stellen sich dieselben Fragen bei anderen Jobs, die ersetzt werden. Wären z.B. Jobs in Programmierung und Finanzwesen ähnlich betroffen, bzw. wo ist der Unterschied?

      Dann stellt sich die Frage nach dem Szenario, z.B. KI geht nicht mehr richtig, weil sich die Anforderungen geändert haben. Hier muss bedacht werden, dass es wohl nur wenige Dienstleister geben wird, aber durchaus (entfernt) denkbar ist, dass die KI am nächsten Tag obsolet ist, und es zumindest für eine Weile keiner mehr schafft, sie adäquat zu trainieren oder zu modifizieren. Das ist auch ein Abzweiger für einen Wirtschaftskrieg, wenn man die Technologie nicht in der Region beherrscht.

      Das andere wären dann vielleicht Katastrophen oder Sabotage, wo der Tendenz nach „nur“ eine KI wieder trainiert werden muss, oder eben doch die meißte Technologie kaputt ist. Bei letzterem kann man es sich zwar einfach machen, und sagen, dass dann eh‘ alles im Eimer wäre, es gibt allerdings die real nachvollziehbare Frage danach, warum man so abhängig von einer Sache sein will, von der man weiß, dass sowohl Kriegsparteien, als auch Sonnenstürme sie kaputtmachen können oder aufgrund nicht gegebener Resilienz auf jeden Fall irgendwann werden.

      Letztlich sollten wir das immer strategisch sehen, und keine zu großen Abhängigkeiten aufbauen, was im Zweifel bedeutet, die Nutzung einer Technologie zu beschränken, und auch Einfluss auf Förderung mindestens in der Forschung haben sollte.

  10. Was das „Race to the Bottom“ betrifft, sollte nicht der in der Diskussion bisher „kleingeredete“ Prompt vergessen werden.

    Die einen sagen, der Text wäre nichts wert, damit das Bild auch nicht, andere sagen, dass der Text schon schützbar sein wollen könnte. Der Fokus der Diskussion liegt allerdings zumeißt auf der Einschätzung der resultierenden Bilder.

    Doch das Thema beim Prompt ist doch folgendes: die kommerzielle Version wird in der Cloud sitzen. Damit haben die alle Prompts hübsch fein vorliegen. Das könnte all diejenigen freuen, die Hoffnung darin setzen, das Werkzeug zu umarmen :). Klein Erna kann nicht das gleiche aus dem generierten Bild machen, wie ein versierter Bildbearbeitmensch, dennoch kann das schnell mal bedeuten, dass man wirklich nichts mehr in der Hand hält. Nichts. Auch die Ausgabe ist in deren Händen, zu welchen Zwecken auch immer, doch mit dem Potential, z.B. weitere Filter für die anschließende verarbeitung der Ausgaben anzubieten.

    Viel Spass beim lesen der TOS!

  11. Kurzfassung zur Cloud (Alternativversion):
    – Hat den Prompt, also den Text.
    – Hat das Ergebnis.
    – Findet vielleicht durch Scraping das Bild, das du mittels weiterer Bearbeitung daraus erstellt hast.
    – Wird das Gesetz, z.B. „für Urheber“, fordern, dass mittels KI geschaffene Bilder zu kennzeichnen sind, auch Modifikationen?
    – Könnten die TOS des Anbieters diesem ermöglichen, solche Bilder für das Training einer weiteren Komponente zu verwenden.
    – (Damit würde ein Künstler seine Nachbearbeitung an die Cloud verschenken. Das könnte Monetarisierung erschweren, da Kreativität noch schneller sein muss, um zu profitieren, womit dann allerdings die Cloud immer mächtiger gemacht wird.)

    1. Teils redundant zu oben+unten: die Cloudhalter profitieren potentiell doppelt von der Kennzeichnung von mit Generatoren erzeugter Bilder (allg. Werke).
      1. Verhindern diese in die generative Grundkomponente einzufüttern. Auch an (potentiell ruinöse) Konkurrenz denken.
      2. Trainieren nachgelagerter Komponenten, z.B. Postproduktionsfiltern mit den Bildern, die aus einer Generierung stammen, und die verändert wurden.

      Insgesamt bedarf es diesbezüglich vielleicht eines „Kartells“, d.h. dass alle großen Anbieter das gleichermaßen fordern, bzw. umsetzen, denn einen Teil kann man mit Bilderkennung erschlagen, nicht aber ohne weiteres für Bilder, die die Konkurrenz generieren kann. Tatsächlich überwiegen derzeit, vielleicht auch wegen noch kommender Gesetzgebung, die Risiken und Unwägbarkeiten. Aufs Kaffeebudget passt dem einen oder anderen Player eine einfache aber schon komplexere Variante, und es ist davon auszugehen, dass da schon mehrere einen Fuß in einem der Startlöcher haben. Vermutlich will auch keiner als erster vor Gericht mit Urheberrecht scheitern. Dennoch gibt es noch andere Felder für diese Technologie, die vielleicht weniger Risiko bedeuten. Das ist schwer abzuschätzen.

  12. Hier noch eins aus dem Nähkästchen: Richtig lustig wird es erst, wenn größere Regionen verschiedenartige Gesetzgebung umsetzen, die jew. andere Inhalte kriminalisieren oder legalisieren. Daraufhin wird das Internet mit Inhalten gepflastert sein, die jew. in dem der anderen Region illegal sind, oder auf illegale Weise enstanden sind. Man stelle sich das mit USA und EU vor, das ganze Internet vermüllt mit inkompatiblen Inhalten… ein Schelm, der an die Segmentierung des Internets in gewisse Zonen denkt. Wer also fragt, wem das nun nütze, stellt meiner Meinung nach eine Frage, die gleichermaßen interessant ist, egal welche Lobby auch immer sich da durchsetzt. Ein Internet (Aber welches, und wer will welches?) vs. mehrere Internets (Wer will das?).

  13. Wenn ich den obigen Beitrag und die nachfolgenden Kommentare lese, dann sehe ich darin das grundsätzliche und weit verbreitete Missverständnis darüber, was Künstler tun und was eigentlich Sinn und Zweck von Kunst ist. Es ist nämlich nicht Aufgabe von Künstlern, „Aufträge zu bekommen“ und schon gar nicht, „Wände und Social-Media-Accounts zu verschönern“. All das gehört für mich zum Kunsthandwerk. Und das kann in der Tat von jeder Person gemacht werden.

    Dagegen nennen sich Künstler oft deswegen „freischaffend“, weil sie völlig unabhängig von marktwirtschaftlichen Zwängen oder den Vorstellungen Anderer ihrer Arbeit nachgehen. Künstler widmen sich gesellschaftlichen Themen, erkennen Missstände, wollen zum Nachdenken und zur Diskussion anregen. Dafür übersetzen sie Sachverhalte in eine andere Sprache, bringen Inhalte in eine andere Form, transportieren Botschaften künstlerisch auf ungewohnte Art – z.B. für Menschen, die sich bisher selbst kein Bild von einem bestimmten Problem machen konnten. Anders als Kunsthandwerker, die „schöne Bilder“ malen, haben Künstler also einen hohen gesellschaftlichen Wert, indem sie gesellschaftliche Debatten anstoßen oder unterstützen. (Beispiele sind Ai Weiwei oder auch das bei Netzpolitik hin und wieder erwähnte Zentrum für politische Schönheit.) Künstler bringen der Gesellschaft also wichtige Erkenntnisgewinne – genau wie z.B. Naturwissenschaftler. Genau das ist der Grund, warum es in Art. 5 unseres Grundgesetzes heißt: „Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei.“ Und es ist auch der Grund, warum in Diktaturen viele Künstler im Gefängnis sitzen.

    Solche Kunst, die gesellschaftlich relevant ist, ist oft nicht „schön“ und lässt sich auch aus anderen Gründen oft nicht verkaufen. Ich kenne daher keinen einzigen Künstler, der nicht auch noch nebenbei Kunsthandwerk (Auftragsarbeiten oder „schöne“ Bilder) macht, weil er oder sie eben von etwas leben muss. Und wenn dieses Kunsthandwerk nun demnächst von einer Software (die zu echter Kunst nicht fähig ist) übernommen wird, werden sich unsere Künstler andere Berufe suchen müssen. Und dann bleibt auch die „wahre“ freie Kunst ungetan – und mit ihr viele Ideen, Denkanstöße und wichtige vermittelnde Werke, die uns als Gesellschaft vielleicht ein großes Stück weitergebracht hätten.

    1. Also diskutieren wir über die werte Kunst, die Wahre, die nie stirbt?
      Nein. Das wurde oben nicht thematisiert. Selbstverständlich leben viele Künstler auch vom Handwerk. Das entscheidende für den Markt und das Handwerk an sich ist, dass der Cloudgenerator kein Werkzeug darstellen wird.

    2. Genau. Sollen sich doch alle neue Jobs suchen, egal was da mit der Gesellschaft passiert
      So ist die Welt nun mal.

      Es geht offensichtlich um den Unterschied, den ein gewisses Szenario bedeutet. „Landläufig Kunst“ reicht da für eine Einschätzung hin.
      Wenn man einen weiteren Blick, z.B. nach US hat, fällt vielleicht auch der Begriff „artist“ auf, den man schnell mal so oder so über setzen könnte.
      Gerade gesellschaftliche Auswirkungen wurden oben diskutiert, haben Sie dafür keinen Blick?

    3. 1. Ich sehe die Trennung da nicht so scharf. Vor allem sieht „man“ es nicht immer zu Lebzeiten.
      2. Ein inaugurierender Kunstbegriff wäre ein widerspruch in sich. (Was Künstler tun … Sinn … Zweck… Relevanz…). Nichts gegen Beschreibungs- und Systematisierungsversuche.
      3. Gerade der Handwerksaspekt ist oben diskutiert. Das haben Sie vielleicht überlesen.
      4. Kunst aus Nichkunst? Nimm mal die mittlere Ebene heraus, und guck‘ mal, wie sich die Gesellschaft verändert. Kunst gibt es ja schon auf Basis von 3D-Modellen, die andere erschaffen haben, z.B. in Filmen. Nun kann immer diskutiert werden, dass man das auch mit einer gelben Leuchte und einem Toaster hätte hinkriegen können, doch sind die vieleicht als nächstes in der Cloud? Wer weiß…

      Es wurde lediglich versäumt darauf hinzuweisen, dass Kunst prinzipiell immer existieren wird, und alles Teil oder Ausgangspunkt von Kunst sein kann. Das ist aber eigentlich irrelevant. Einige fokussieren hier darauf, was offensichtlich droht, kaputtzugehen, also was es vordergründig bedeutet. Dabei fällt der Begriff „Künstler“ im weiteren Sinne. Wenn Ihr Statement also ist, dass das ganze für „wahre Kunst“ nichts bedeutet, ist das einfach mal toll, aber kein Mißverständnis auf Seiten obiger Kommentare, weil es irrelevant ist.

    4. Bei aller „Gegenrede“ meine ich natürlich, dass Ihr Beitrag hier wichtig ist. Ich wäre allerdings mit „Mißverständnis“ und „gelesen“ differenzierter umgegangen, wenn ich die Zeit und Muße gehabt hätte, zudem könnte „gesellschaftliche Relevanz“ in Bezug zur Diskussion oben gesetzt werden, so klingt es etwas abgehoben davon. Zuviel will ich da auch nicht verlangen, from the internet / nobody ain’t got all day.

      (Künstler, Urheber, Fotografen, da kann man sich auchg noch schön beulen.)

    5. „All das gehört für mich zum Kunsthandwerk. Und das kann in der Tat von jeder Person gemacht werden.“

      Echt, wirklich? Sind Künstler dann besondere Personen?
      Klingt irgendwie nach einer ganz besonderen Schule…

    6. >>> Es ist nämlich nicht Aufgabe von Künstlern, „Aufträge zu bekommen“ und schon gar nicht, „Wände und Social-Media-Accounts zu verschönern“.

      Sie sind nicht authorisiert, die Aufgabe eines Menschen zu benennen. Sicher ist, dass ein Künstler nicht die Aufgabe hat, die Gesellschaft weiterzubringen – es tun dennoch immer wieder welche, und deswegen ist das auch gesellschaftlich wertvoll.

      Nur was soll jetzt die Abgrenzung bedeuten? Bringt uns das weiter, oder fehlt nur die Erwähnung, um einem Mißverständnis vorzubeugen?

      Ist es relevant, ob ein Mensch „immer Künstler“ ist, oder „einmal Kunst geschaffen“ hat – diese Diskussion bringt uns im Moment gesellschaftlich nicht weiter. Ich würde sogar sagen, dass wir damit das (Problem) Thema verfehlen würden.

      1. >>> Ist es relevant, ob ein Mensch „immer Künstler“ ist, oder „einmal Kunst geschaffen“ hat – diese Diskussion bringt uns im Moment gesellschaftlich nicht weiter. Ich würde sogar sagen, dass wir damit das (Problem) Thema verfehlen würden.

        1. „… gesellschaftlich nich weiter..“ ist ungenau, denn darum geht es eigentlich nicht – in diesem Kontext kommen wir vielleicht nicht weiter. Dennoch: 2…
        2. Ganz verfehlt nicht, wenn es z.B. um die Copyrightfrage geht. Die Einstufung als „menschliches Werk“, wenn man so menschenzentriert vorgehen möchte, wird dort schon relevant. Wieviel muss geändert sein, damit ich den Schutz des Copyrights genießen darf? Dem liegt allerdings dann der juristische Werksbegriff zugrunde.

        Was mit der erwähnten Ununterscheidbarkeit? Welche Sorte Bilder damit in Masse machbar wären, und ob bei Erkenntnis der Massenfertigung (angeblich durch Mensch) ein Gericht dann nicht doch anders entscheidet… Mit etwas Pech können wir nur den Aufwandsabstand etwas vergrößern (immer wieder?), in der Hoffnung, dass es sich für den bösen Mann mit der KI dann nicht lohnt, weil es zu viel Rechenzeit kostet. Das bliebe ein Arms Race.

        Der Angriff würde eben über nicht zuordnebare „tote Accounts“ laufen, deren Abhandenkommen einkalkuliert wird. Wenn nötig gibt man da einem armen Schlucker ein paar $, um deren Menschsein in die Waagschale werfen zu können, als Wegwerfprodukt. Langfristig steht und fällt der Sinn von Copyright mir der Unterscheidbarkeit – wenn auch allerlei Lobbying passieren wird, z.B. um die bzw. eine „Registratur“ stellen zu dürfen, im Sinne eines Freischeins für die Mitglieder, analog zu den Verhandlungen über Lizenzzahlungen im Zsh. mit der EU-Urheberrechtsreform.

        Würde Copyright für die Allgemeinheit aufgeweicht, Registratur hin oder her, stellt sich z.B. für Ersteller von 3D-Inhalten für Assetstores allerdings die Frage, wie wenig andere dann noch ändern müssten, um ein abgeleitetes Werk als ihres verkaufen zu können. Das kann auch da viel kaputtmachen, und striktere und noch verrücktere EULAs bringen, wenn sich die Inhalteersteller da irgendwie wehren wollten, vielleicht werden Inhalte auch weniger umfangreich und damit wieder teurer, versetzt mit personalisiertem Watermarking. Am Ende kommt dann vieleicht auch noch das DRM „vom Asset zur Engine“. In jedem Falle macht es das Bezahlen für Inhalte in der Menge unattraktiver. Altes Menschheitsthema…

    7. Ich finde, an dem Post sind viele Fragezeichen. Meiner Meinung nach ist der Hinweis auf einen denkbaren Kunstbegriff sinnvoll, allerdins halte ich das für eine Strohmanndiskussion bzgl. der gesellschaftlich relevanten (z.T. zunächst drohenden) Folgen, sowie der Tatsache, dass das durchaus auf viele Künstler Einfluss haben wird, egal nach welchem Kunstbegriff. Die Kunst an sich wird immer existieren, auch wenn irgendein Toaster sich einen eigenen Begriff davon schnitzen muss, weil die Menschheit über die Diskussion versunken ist.

      >>> Missverständnis darüber, was Künstler tun und was eigentlich Sinn und Zweck von Kunst ist. Es ist nämlich nicht Aufgabe von Künstlern, „Aufträge zu bekommen“ und schon gar nicht, „Wände und Social-Media-Accounts zu verschönern“.
      -> Worin besteht das Mißverständnis, können Sie das erklären? Sie vereinnahmen „Künstler“ hier ein wenig.

      „All das gehört für mich zum Kunsthandwerk. Und das kann in der Tat von jeder Person gemacht werden.“
      -> Nein, kann nicht jeder. Mitnichten. Oftmals sicherlich eher Kunsthandwerk oder sogar auch mal nur Handwerk, aber eben fließend auch mal jegliche Form von Kunst, zudem da z.B. aus 3D-Modellen wiederum Kunst geschaffen wird bzw. werden kann, und dazu dann die Frage nach dem Kunstbegriff, den Sie ja nicht für alle Welt vorschreiben können. Dann zu sagen, alle sollen doch halt ohne ihre Lebensgrundlage leben, wird der Situation nicht gerecht.

      „Dagegen nennen sich Künstler oft deswegen „freischaffend“, weil sie völlig unabhängig von marktwirtschaftlichen Zwängen oder den Vorstellungen Anderer ihrer Arbeit nachgehen.“
      -> Ja gute Idee, aber kein Modell für alle. Manche halten sich über Wasser, und brauchen dafür auch die fiese Grauzone mit dem Handwerk, die immer auch Kunst bedueten oder werden kann. Ein Satz dazu und es ist Kunst – hier einfach alles abzuqualifizieren, wird wiederum der Realität nicht gerecht. Utilitarismus gefälligst?

      >>> Künstler widmen sich gesellschaftlichen Themen, erkennen Missstände, wollen zum Nachdenken und zur Diskussion anregen.
      -> Oder sie kacken auf eine bepisste Leinwand, und die KRITIKER denken sich was dazu aus. Das kann man so a priori nicht fordern oder abqualifizieren.

      >>>Dafür übersetzen sie Sachverhalte in eine andere Sprache, bringen Inhalte in eine andere Form, transportieren Botschaften künstlerisch auf ungewohnte Art – z.B. für Menschen, die sich bisher selbst kein Bild von einem bestimmten Problem machen konnten.
      -> Auch Kunsthandwerker nach Ihrer Definition tun diese Übersetzungen, und erreichen damit viel mehr Menschen, sogar noch zu Lebzeiten. Hier finder meiner Meinung nach eine Überhöhung statt. Masse hin oder her, man kann es einfach nicht zu einem gewissen Punkt sagen. Daraus folgt, dass sie gerne Kunst qualifizieren können, wie sie wollen, aber Kunstschaffende, also Künstler, gilt dann immer nur im Bezug auf „als Kunst erkannte Werke“, oder nur wenn immer nur Kunst getan oder versucht wird (Widerspruch in sich), oder man nimmt doch den pragmatischeren Begriff (könnte Kunst für irgendwen sein).

      >>> Anders als Kunsthandwerker, die „schöne Bilder“ malen, haben Künstler also einen hohen gesellschaftlichen Wert, indem sie gesellschaftliche Debatten anstoßen oder unterstützen. (Beispiele sind Ai Weiwei oder auch das bei Netzpolitik hin und wieder erwähnte Zentrum für politische Schönheit.) Künstler bringen der Gesellschaft also wichtige Erkenntnisgewinne – genau wie z.B. Naturwissenschaftler.
      -> Die meißten Naturwissenschaftler bringen das aber nicht. Nicht mal zu Lebzeiten, bzw. nur ganz popelig klein marginal, wenn wir solche Kategorien hier anwenden. Die Sache insgesamt ja, aber damit ist klar: „Ihr Kunstbegriff: allgemein nein“. Wieder können sie das zu Lebzeiten der Künstler oftmals nicht sagen, sonst gilt maschinell erstellte Propaganda demnächst als „wahre Kunst“ (per se!), weil sie als einziges direkt nachvollziehbar die Kriterien erfüllt. Kunst baut of so vielem auf, dass man da auch nicht immer Handwerk anderer Leute von trennen kann. Leutchtturmdenken ist einfach fehl am Platze, und geht an der Beschreibung des Problem das hier entsteht vorbei.

      >>> Genau das ist der Grund, warum es in Art. 5 unseres Grundgesetzes heißt: „Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei.“ Und es ist auch der Grund, warum in Diktaturen viele Künstler im Gefängnis sitzen.
      -> Vgl. Naturwissenschaft: das ganze insgesamt. Ein Elitärer Kunstbegriff führt hier ins Nichts. Cartoonisten z.B. sind prinzipiell auch erst mal Künstler.

      >>> Solche Kunst, die gesellschaftlich relevant ist, ist oft nicht „schön“ und lässt sich auch aus anderen Gründen oft nicht verkaufen. Ich kenne daher keinen einzigen Künstler, der nicht auch noch nebenbei Kunsthandwerk (Auftragsarbeiten oder „schöne“ Bilder) macht, weil er oder sie eben von etwas leben muss.
      -> Nicht selten ist „beschreibendes Kunsthandwerk“ gesellschaftlich relevanter, als die Kunst, die mal zugrundelag. Dennoch „Ah-HA“: viele Menschen, die mal Künstler sein könnten oder mal waren, oder sogar sind (je nach Korinthenkackerei), brauchen also eine Art Broterwerb, der nicht selten auch im künstlerischen Bereich angesiedelt ist.

      >>> Und wenn dieses Kunsthandwerk nun demnächst von einer Software (die zu echter Kunst nicht fähig ist) übernommen wird, werden sich unsere Künstler andere Berufe suchen müssen. Und dann bleibt auch die „wahre“ freie Kunst ungetan – und mit ihr viele Ideen, Denkanstöße und wichtige vermittelnde Werke, die uns als Gesellschaft vielleicht ein großes Stück weitergebracht hätten.
      -> Sehr schön. Sind wir also bei der Relevanz für „wahre Kunst“ angekommen. Sogar Ihr eigener Begriff zeigt, dass sie in ihren obigen Formulierungen offenbar zu weit gegangen sind. Nur Ihr Mißverstandnis noch mal klarer: Künstler, egal nach welchem Begriff, bedienen sich auch der Werke anderer (für sie dann vielleicht) „Handwerker“. Wenn das Handwerk wegbricht, ist eben ein Aufprall zu erwarten – nun kann „der Künstler“ getrost die Bildgenerierung nehmen, will das vielleicht wegen der resultierenden Aussage sogar, oder will es eben explizit deswegen nicht.

      Wo landen wir also?
      – Einen Kunstbegriff eingebracht.
      – Ein auf die „wahre Kunst“ zentrierter Blickwinkel.
      – Künstler machen dann eben andere Sachen?
      – Eigentliche gesellschaftliche Fragestellungen ignoriert.

      Könnte ein Lobbypost sein, zwecks Ablenkung, wenn man so weit denken will ;).

    8. „Software (die zu echter Kunst nicht fähig ist)“

      Prinzipiell wohl schon eher so, dennoch: Archäologen werden dieses oder jenes ausgraben. Da könnte dann ein KI-Bild bei sein, und man wird sagen, das sei wirklich wahrliche Kunst gewesen. Natürlich wird eine KI die Vorauswahl getroffen haben, bei der Menge an uninspiriertem Geschranze, die einem da entgegenstaubte.

      Wen oder was qualifiziert das dann als Künstler? Die Menschheit, weil die „Text und Bild KI“ einfach alle Informationen hat mit einfließen lassen?

      1. Archäologen werden aber eine ganze Menge KI-Bilder ausgraben. Wenn sie dann den Staub davon abgeklopft haben, und mit feinstem Ziegenhaarpinsel vorsichtig die Oberfläche freigepinselt haben, werden sie schon erkennen, dass es alles nur KI-Bildchen sind. Das werden sie spätestens mit ihrer dafür entwickelten KI erkennen.

        KI wie in Kindergarten ;)))

    9. Wirklich ein Mißverständnis?
      https://de.wikipedia.org/wiki/Kunsttheorie
      https://jura-online.de/lernen/problem-kunstbegriff/305/excursus/
      https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstler

      Sie zielen aber mit dem „Mißverständnis“ auf die Unterscheidung von Kunst und Handwerk ab, implizieren Künstler nur dann wenn (hohe bzw. wahre) Kunst. Gilt das dann nur, wenn ausschließlich immer Kunst erzeugt wird, oder immer nur mit Bezug auf gelungene „wahren Kunstwerke“ in dem jew. Kontext dann, oder wenn mindestens 1x Kunst geschaffen wurde, oder schon wenn könnte oder in der Nähe von? Legen wir den juristischen Begriff, also fast schon die Berufsbezeichnung zugrunde, sind wir zwar nicht Avantgarde, vielleicht, aber auf jeden Fall in einem sehr weiten Feld unterwegs, das dann auch Kunsthandwerk einschließt. Da man nicht weiß, wer von Inhalteerstellern irgendwie auch noch Künstler ist, und nur zum Spass von geschaffenen Inhalten lebt, ist dieser Diskussionszweig eigentlich müßig.

      Wissenschaftler haben keinen Sondertitel für irgendeine Avantgarde, außer vielleicht Nobelpreis und Fields-Medaille u.ä., vielleicht auch eine Anstellung mit… das ist aber sowas ganz anderes als (wahre?) Kunst. Jedenfalls ist in der Wissenschaft allen bewusst, dass die ganze Veranstaltung wesentlich auf die ganze Veranstaltung angewiesen ist.

      Witzigerweise nennt man Musiker ohne Scham Künstler. Die Diskussion handelt zwar überschriftlich von Bildgeneratoren, beinhaltet aber den einen oder anderen Schwenk über das ganze Feld, bzgl. dieses KI-Typus. Unter Musikern bedient man sich dann auch mal abwertender Vergleiche, z.B. „Mittelstreckenpianisten“ (…).

      Die „Diskussion“ oben fokussiert auf die Möglichkeiten der Regulierung und die Auswirkungen mit bzw. ohne solche.

    10. „Anders als Kunsthandwerker, die „schöne Bilder“ malen, haben Künstler also einen hohen gesellschaftlichen Wert, indem sie gesellschaftliche Debatten anstoßen oder unterstützen.“

      Wer malt denn noch „schöne Bilder“? Grob 70% aller Filme ist doch irgendwo zwischen Streampunk und überrealistisch, als Beispiel. Weder Schönheitsbegriff noch Kunstbegriff sind da noch so einfach zu fassen. Dazu dann die Frage, was ein Künstler nun ist, und was wann gesellschaftlich wertvoll ist, bzw. ob man das wirklich so vergleichen kann?

  14. Die ganze Diskussion oben geht am Thema vorbei.
    KI erzeugt keine Kunstwerke. Menschen erschaffen Kunstwerke, ob ein Bild mit dem Pinsel auf Leinwand oder mit dem Computer digital erstellt wird, ist irrelevant; also warum soll ich für ein (Kunst-) Werk, dass ich mit Hilfe eines Computers erstellt habe, kein Urheberrecht beanspruchen können?

    1. Scherz am Rande: Ihr Post ist am Thema der Diskussion vorbei.

      1. Sie ignorieren scheinbar die Folgen des Copyrights auf die Ausgaben. Sowohl die Machbarkeit, als auch die Folgen sind Teil der obigen Diskussion.
      2. „Irgendwie mit Computer erstellt“ verkennt die Dimension beinahe beliebig skalierender automatischer Prozesse.

    2. Gerade die Copyrightdiskussion wird lustig. Vielleicht wird Audio dann entschärft, allerdins mit der Folge, dass viele dort noch weniger (im Netz) verdienen können.

      Denn bei Audio sind wir hier ja besonders scharf dabei, während bei Bildern ein drübergekippter Popelfilter für Copyright ausreichen soll? Bei Audio wäre man heute trotz Farbeimern immer noch für „sechs Finger“ mit einem Bein im Gefängnis!

    3. „warum soll ich für ein (Kunst-) Werk, dass ich mit Hilfe eines Computers erstellt habe, kein Urheberrecht beanspruchen können?“

      Ganz kurze Fassung: Weil es unendlich schnell unendlich weit skaliert, und damit Copyright keinen Sinn mehr ergibt, da auch nicht unterscheidbar ist, wer oder was ein Bild erschaffen hat. Dann folgt die Einschätzung wem oder was das dann nützt…

      1. ~ „da bzw. WENN nicht unterscheidbar ist, ob ein Bild [Audio, Text, …] hauptsächlich durch einen automatischen Prozess [mittels generativer KI] erstellt worden ist“

        Natürlich ist es nicht trivial, ob es einem Akteur wirklich gelingt. Nur wollen wir eine Gesetzeslandschaft belassen oder sogar schaffen, die das massenhafte befüllen von Filtern, also auch das zerstören jeden Stils, sowie die Verhinderung jeglicher weiter Werke zuzüglich Abmahnungen durch automatisierte Prozesse prinzipiell ermöglicht?

        Das Einzige was dem im Weg stünde, wären die Kosten – es lohnt sich ja nur, wenn damit ein Geschäftsmodell besteht oder verteidigt wird, oder man jemanden behindern oder ruinieren will, z.B. im Rahmen von Propaganda.

  15. Ich finde ja das Konzept „geistiges Eigentum“ aus der Zeit gefallen, weil die Idee von Eigentum sehr eng mit der dinglichen Welt verwoben ist und außerhalb davon kaum tauglich. Es ist ein Behelf, um Ideen und Inhalte einer kapitalistischen Verwertungslogik unterzuordnen, aber dies funktioniert nur unter großen Anstrengungen, mit mäßigem Ertrag für die wirklich schaffenden. Das Konzept mag noch ganz gut funktioniert haben, als Inhalte wie Text oder Musik oder Bilder noch stärker an dingliche Trägermedien wie Bücher, Tonträger usw gebunden waren. Je weniger dieser Zusammenhang noch besteht, desto weniger lässt sich „geistiges Eigentum“ durchsetzen und je mehr löst es sich auf. Die Entwicklung moderner KI-Systeme ist ein weiterer interessanter Schritt in diesem Auflösungsprozess.

  16. „Das große Problem ist, dass kaum noch jemand bereit ist, für Qualität zu zahlen“.

    Für mich besteht das große Problem darin, dass Profi-Fotograf*innen die Bild- und Verwertungsrechte selbst an von mir beauftragten und bezahlten Werken halten.

    1. Entscheidet da nicht die erworbene Lizenz über die Weiterverwendung, wäre also zumindest theoretisch aushandelbar? Vielleicht dann zu einem anderen Preis…

      1. Nur die Verwertungsrechte sind evtl. aushandelbar. Aber mal ernsthaft: Als Freiberufler benötige ich alle paar Jahre ein aktuelles Portaitfoto. Mein Leben ist auch so schon kompliziert genug, da möchte ich mich nicht auch noch mit diesbezüglichen Urheberrechten auseinandersetzen. Deshalb habe ich mir vor einigen Jahren für eine smarte Eigenlösung entschieden: Mit dem Erwerb eines lichtstarken Portraitobjektives, einer geliehenen Digitalkamera und etwas Einarbeitung gibt es nun regelmäßig aktualisierte Profilbilder. Nützlicher Nebeneffekt: Ich spare nicht nur reichlich Geld, sondern auch noch Zeit. Die ist unbezahlbar. Dazugelernt habe ich auch. Das dafür erforderliche Wissen war keine Raketenwissenschaft. Die Ergebnisse? Inzwischen besser als alle vorherigen „Profifotografien“.

  17. „Solche Kunst, die gesellschaftlich relevant ist“

    Sie monieren „Künstler“ an (erniedrigend), meinen etwas wie „wahre Künstler“ (erhöhend), und enden bei einem Kunstbegriff, der sich dann in Kunst unterteilt, einerseits die nicht relevant ist (niedrig), und andererseits die relevant ist (hoch).

    Also ist dann die nicht relevante Kunst auch nur von „wahren Künstlern“ erschaffbar, oder zerschießen Sie sich ihren eigenen Kunst- bzw. Künstlerbegriff hier wieder?

  18. Kunst- und Künstlerbegriff.

    Der Untertitel des Artikels erwähnt Künstler, allerdings ist auch schnell von Kreativen die Rede. Darüber hinaus erwähnt der Artikel:
    – Künstlerisches Handwerk
    – Künstlerische Strömung
    – Künstlerisches Schaffen
    – Künstler*innen

    Hier ergibt eine Fokussierung auf eine Sorte „besonders wertvoller Schaffenswerke“ eine Strohmanndiskussion. Der Planet stirbt auch nicht vom Klimawandel, der Planet lebt aber auch nicht.

    ***

    Wenn aus dem Fenster lehnen, dann in dieser Richtung: Gesellschaftliche Relevanz zu verstehen, bedeutet Sachen einzuordnen, wie: „Aber jede große Innovation bedeute Disruption für bestehende Technologien und Berufe.“

    Warum Disruption, wer bestimmt das Tempo? Ist das gesellschaftlich wertvoll? Brauchen wir es jetzt sofort? Was verhindern oder beschädigen wir, wenn wir es verlangsamen oder verzögern? Ist das überhaupt eine zulässige Abstraktion „Wir machen in Disruption, also dürfen wir!“?
    Ich bin für Zivilisation, da ist Disruption ein beschreibender Begriff, keine Befehl. Disruption hat kaum mal etwas gebracht, außer die frühen Vögel fett und reich zu machen, sowie allerlei Schaden anzurichten. Wenn man da diffenzieren will, muss man gucken, inwiefern es Potential für Verbesserung gibt – das ist in einer Ausbeutergesellschaft vielleicht gegeben, so dass man dann aufrechnen kann – hier ist aber die Unvernunft der Gesellschaftsführung das bestimmende Element. In seltenen Fällen wurden andere, ehemals frühe, sicherlich bereits sehr fette Vögel gestürzt – aber das ergibt doch auch eine Strohmandiskussion. Teufel mit dem Teufel auszutreiben funktioniert einfach nicht für die Gesellschaft, vor allem nicht nachhaltig. Übergänge zu erkennen und zu gestalten, ist eine wesentliche Aufgabe, denn davon kann eine Gesellschaft profitieren. Ist die Richtungsgebung besonders schlecht, also die „Führung“, woraus auch immer sie besteht, dann kann man diskutieren, ob Disruption Sinn ergibt – ironischerweise ist es hauptsächlich bei (quasi) Extremisten und auf Investorenseite ein richtungsgebendes Wort, abseits der reinen Beschreibung.

    „Disruption“ – Hier spricht der Kapitalismus, zuerst am Markt zu sein, den Irrglauben schürend, der Monopolist würde dann weiterhin noch bessere Sachen erfinden, was nur leider nachweislich nicht für die Gesellschaft funktioniert – im Gegenteil dazu wäre es viel besser, man würde es so lange in der Wissenschaft bzw. non-profit-open-data lassen, bis jeder es überall im Detail bauen kann. Gerne die Erfinder und Verbesserer fürstlich entlohnen, goldene Nasen verteilen, Förderung hier und da, aber bitte keine Königreiche mehr. So gewinnen die Menschen und die Gesetzgebung etwas Zeit, angemessen zu reagieren. Sicherlich kann man das intelligent angehen, und eine Art Disruptionsstatus benennen, wonach man einen Bereich jederzeit weiter scharf regulieren kann, ohne dass Marktklagen zugelassen werden, weil man es noch beobachten will – dennoch sind dann schärfere Grundsatzregulierungen zu treffen.
    Bei „Disruption“ sollte man den wissenschaftlichen Ansatz der Beschreibung nur nicht mit dem Investorensprech verwechseln, denn Disruption bedeutet bereits „im Sarg“ bzw. „im Brunnen“. Die Frage ist, „Wann, wie, warum?“.

    Um mit Pferdekutschen zu vergleichen: es hätte nichts und wieder nichts geschadet, Automobile bis zur Massenfertigung stärker zu regulieren, und z.B. Unfallschuld zum Schaden der Fahrzeugführer zu münzen, oder sogar zunächst nur auf Teststrecken zuzulassen. Erst nach Umsetzung von Verkehrsregeln und Qualitätsverbesserungen dann die Erlaubnis des massenhaften Einsatzes. Die Freiheit der frühen Zulassung bedeutet sehr oft massiven Schaden an mehr Menschen, als es in dem Moment Nutzen bringt. So ähnlich läuft es bisher ja auch mit autonomen Fahrzeugen. Warum bei „KI“ anders? Weil sie jetzt „funktioniert“? Für wen oder was?

    Natürlich wird so keine (Geo-) Politik gemacht, die obige Diskussion versucht allerdings aufzuzeigen, was passieren kann, dabei ist der Kunstbegriff eigentlich Schnuppe.

    1. „dabei ist der Kunstbegriff eigentlich Schnuppe.“
      Damit ist sicherlich nicht gemeint, dass „brotagnostische Kunst“ oder was auch immer da wertvoll ist, Meiner Meinung nach auch noch weiter gefasst, Schnuppe seien, oder eine Inaugurierung dieser Zwecks Träneneffekt dann wiederum akzeptabel wäre. Aber ich glaube auch nicht, dass es irgendwem hier darum geht.

  19. Offenbar lässt sich tatsächlich jede menschliche Handlung darauf reduzieren, dass wir vor einem Kasten sitzen und Knöpfe drücken. Ist das Fortschritt? Nein, das ist traurig.

    1. Darin sehe ich keinerlei Problem. Dann drücke ich eben Knöpfe, und habe mehr Zeit zum Häkeln.

      Für mich beginnen erst dann die Probleme:
      – Ich habe gar keine Zeit zum Häkeln, weil die Knöpfe nichts besser machen, sondern Wettbewerb nur mehr, schneller und ruinöser.
      – Das ganze führt mehr Abhängigkeiten und Single Points of Failure für ganze Gesellschaften oder Regionen ein. (Oder für mich. Kann einem auch schon reichen.)
      – Es zerstört Sachen die wir eigentlich weiterhin brauchen.

      Kurzum: Schaden vs. Nutzen (vs. was wer eben sonst stattdessen will).

  20. Mit der letztlichen Stagnation beschäftigt sich das Beschleunigungslemma: Das generative Cloudsystem (Text to Image), das mit bestbewerteten Bildern aus dem Internet trainiert wird, stagniert garantiert.

    Szenario 1: Das System spuckt Mist aus. Nutzer wandern ab. Vorhang.
    Szenario 2: Das System spuckt Bilder aus, die letztlich besser oder ähnlich bewertet werden, wie die Bilder, mit denen es trainiert worden war. Zunächst. Letztlich trainiert es mit zunehmend größeren Anteilen seiner eigenen Ausgabe. Das kann auch eintreten, wenn Nutzer die Herkunft generierter Bilder verschleiern. Der Rest ist Informationstheorie.

    (Natürlich kommt es nicht ohne weiteres dazu, denn es könnte verfeinert werden: Trainingsdatenauswahl, Gesetz zur Kennzeichnung. Dennoch ist Raubbau eines der Szenarien, die man geklärt haben sollte, bevor man da reinstolpert.)

  21. Als Zsf.:
    – Zerstört nicht „das Copyright“ bestehender Werke an sich. Es kann aber automatisiert eine Masse an Bildern erstellt werden, die defensiv oder offensiv weitere ähnliche Werke demonetarisieren oder sogar unmöglich machen. Die Sinnhaftigkeit wäre vielleicht bald dahin.
    – Lässt sich langfristig vielleicht nicht mal verhindern, mangels Unterscheidbarkeit bei geschickter Bearbeitung.
    – Lobbyismusrisiko? Wahrung von Geschäftsmodellen und Einfluss, bzw. Ausbau von letzterem seitens Rechtehaltervereinen und entsprechender Industrien.
    – Verschärfungsszenario? Ähnlich zum Audio jetzt, würden (zu) ähnliche Werke Werke dann als Verletzung des Copyrights betrachtet. Vermutlich mit zentraler Werkeregistrierung und verbindlichen Algorithmen für ein Ähnlichkeitsmaß, „zur Sicherheit der Urheber“.
    – Abschwächungsszenario? Man schafft Copyright ganz ab oder handelt es noch lachser als bisher, oder es wird effektiv schwerer Verletzungen nachzuweisen, und ist daher nicht mehr so anwendbar wie früher.
    – Steampunk? Man regelt es einfach gar nicht richtig. Einige machen dies und einige das, alles wird passieren gelassen. Haftungsrisiken jederzeit für alle – lediglich die Urhebervereinigungen, Verlage, sowie Unternehmen mit großen Rechtsabteilungen haben zunächst die Nase vorne.

    Wann gab es die letzte weitsichtige Regelung in der EU? (Und wie lange blieb sie weitsichtig, nach Zusätzen und Änderungen?)

  22. Die Fraktale Ordnung.

    Ausgangspunkte:
    – Die Perfidie scheint fraktal zu sein. Es scheint kein balanciertes Szenario zu geben, vor allem wegen der Art und Weise, wie Wirtschafts- und Rechtssysteme u.a. auch bzgl. Copyright funktionieren.
    – Geteiltes Internet… aber nicht vereint! Es teilt sich weiter…

    Szenario:
    – Copyright goes south.
    – Plattformen bleiben, bilden z.T. Konglomerate, um ihre eigene „wie sind ein Privatunternehmen“ Copyrightkultur auf Basis von Garnichts umzusetzen (Fürstenhöfe).

    Folgen:
    – „Das Internet“ könnte zwischen Rechtszonen wie EU, US, China getrennt werden, zumindest teilweise.
    – Die Zonen teilen sich aber weiter auf, in Bereiche innerhalb derer Inhalte noch radikaler gefiltert werden, um eine eigene Copyrightzone herzustellen.
    – Dabei wird automatisch gefiltert, was ähnlich zu existierenden Inhalten ist.
    – Willkür, Komplizentum, Nützlingsregimes, Overblocking, Demonetarisierungsangst :) (usw. usf.).

    Natürlich ist das die pessimistische Sicht. Vielleicht setzt sich einfach Macht durch (, und macht dann was sie will, da ja eigentlich garnichts geht, also alles!), und so kehrt „Ordnung“ mal wieder ein. Eine niedrige Zivilisationsstufe.

    Das ist auch noch nicht wirklich optimistisch, vielleicht gibt es auch eine Renaissance von offenen Plattformen, da die ganten Lock-Ins für die Katz sind. Wirklich absehbar ist es nicht. Dennoch tendiert (Markt-) Macht dazu, so lange wie möglich Vorteile durchzuboxen, was auch immer dabei drauf geht, womit die Frage besteht, wie lange das Geboxe wohl dauern würde, und wer oder was in der Zwischenzeit draufgeht.

    Lohnt sich der Planet so überhaupt?

  23. Ich bin begeistert von solchen Technologien, die es zuvor noch nie gab und für die breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Hier erleben wir ein Stück Zukunft. Das ist Fortschritt.
    Ich kann hier viele Meinungen nachvollziehen.
    Persönlich wäre in meinen Augen ein geschaffenes Kunstwerk von einem Lebewesen stets wertvoller als von einer Maschine gestaltet. (Solange die Maschinen nicht als Lebewesen eingestuft werden)
    Die Welt ist stets im Wandel!

    1. „Ich bin begeistert von solchen Technologien, die es zuvor noch nie gab und für die breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.“

      Für den Forschungsteil gilt das zwar, allerdings sind wir bald, wie auch bei ChatGPT, bereits vor vermauerten Türen stehend. So allgemein verfügbar ist es dann auch nicht. Ich hoffe man lernt da aus der Vergangenheit, und zwar so zeitnah, dass das ganze wirklich weitsichtig reguliert wird.

      „Die Welt ist stets im Wandel!“
      Schön, sie dreht sich sogar um sich selbst im Kreise, und um die Sonne, wiederum im Kreise. Geht der Wandel also auch wieder im Kreise?

  24. Das System trainiert ja gerade, die Originalbilder aus dem Model möglichst genau zu reproduzieren. Es übt also vordergründig erst mal keinen Stil, sondern konkret das Reproduzieren der Originalbilder, bzw. leicht vorverarbeiter Fassungen davon. Gerade ob der Menge der eingespiesenen Werke, würde ich es eher als eine Art Kompendium mit moderner Such- und Zusammensetzungsfunktion sehen. Gewissermaßen nimmt sich das System ein Kompendium her und malt dann Teile von darin enthaltenen Bildern ein, deren Tagging zum Prompt passt. Ob der Menge der Daten, und der Größe der Modelle, sind Vergleiche mit Menschen weitestgehend unsinnig. Neuronale Netze können ohne weiteres als konkrete Datenbanken traininert werden, was auch gerne mal außer Acht gelassen wird. Das sieht man sofort, wenn man nur Bilder eines einzelnen Künstlers eintrainiert. „Inpiration“ oder „wie Menschen lernen“ sind als Rationalisierungen bzw. naive Vermenschlichungen zu sehen.

    Menschen mit personenbezogenen Daten gefährden ist also noch böse, ihnen das Handwerk (mittelfristig bis zu) unmöglich machen ist aber i.O.? Plus die Nachhaltigkeitsfrage und warum wir welche Sorte Übergang wählen bzw. passieren lassen. (Zuzüglich was wir von den USA bei solchen Themen zu erwarten haben.)

    Ich sehe da eigentlich nur einen Weg: die Gesetze dafür neu zu schaffen, statt es mittels Gerichtsverfahren ins #neuland einordnen zu lassen.

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