Was vom Tage übrig blieb: WhatsApp aufbrechen, iPhones verweigern und Sidewalk Labs deinstallieren

Französische NGOs fordern verpflichtende Interoperabilität von Online-Diensten, österreichische Polizisten mögen ihre neuen Diensthandys nicht und es regt sich Widerstand gegen Googles Smart-City-Pläne in Toronto. Die besten Reste des Tages.

Der Berliner Himmel nähert sich wieder seinem Normalzustand an: Wolken, graue Wolken überall.

Open letter demands interoperability of the big online platforms (EDRi)
Die französische Digital-NGO La Quadrature du Net und zahlreiche weitere Organisationen haben Regierung und Parlament in Frankreich in einem offenen Brief aufgefordert, großen Anbietern wie Facebook, Youtube und Twitter die verpflichtende Interoperabilität ihrer Dienste vorzuschreiben. Das bedeutet, dass etwa WhatsApp-User in der Lage sein müssten, auch mit Nutzerinnen und Nutzern andere Dienste Nachrichten auszutauschen. Die Idee fand zuletzt auch in der deutschen Regierung und in der EU-Kommission Anklang.

Polizisten verweigern neue iPhones (ORF.at)
So mancher österreichische Polizist fürchtet offenbar seinen eigenen Arbeitgeber. Oder will nicht, dass ihm oder ihr jemand (womöglich) bei der Arbeit über die Schulter schaut. Zahlreiche Beamte verweigerten laut einem Bericht die Nutzung ihrer neuen Dienst-iPhones. Sie hätten Angst, dass „der Dienstgeber viel zu viel dorthin schaut, was ich mache“, erzählte ein Polizeigewerkschafter der Nachrichtenseite ORF.at. Das Ministerium bestritt auf Anfrage, die Handys ihrer eigenen Einsatzkräfte zu überwachen.

The city vs Big Tech (briarpatch magazine)
In Toronto regt sich seit einiger Zeit Widerstand gegen die Smart-City-Pläne der Alphabet-Tochter Sidewalk Labs. Nabeel Ahmed hat den Verlauf der Proteste im letzten Jahr nachgezeichnet. Durch die Proteste gegen Sidewalk Labs vernetzen sich Stadtteil-Initiativen nun vermehrt untereinander – und denken darüber nach, in was für einer Stadt sie eigentlich leben wollen. Der Bericht ist insgesamt eine gute Ergänzung zum detaillierten Überblick über die Pläne und Aktionen von Sidewalk Labs, die die beiden Forscherinnen Ellen Goodman und Julia Powles im Mai veröffentlichten.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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