Was vom Tage übrig blieb: Überwachungsexport, digitaler Humanismus und die rechte Opferrolle

Demokratien müssten den Überwachungsexport in autoritäre Staaten einschränken, Wien fördert kritische Forschung über die Datensammlung von Konzernen und Regierungen, und die Trump-Administration sucht Opfer von „Zensur“ in sozialen Netzwerken. Die besten Reste des Tages.

Heute ein wenig schüchtern, der gute alte Fernsehturm.

Governments must halt the spread of commercial spyware (Financial Times)
Die WhatsApp-Schwachstelle, die von der israelischen Firma NSO Group für ihre Überwachungssoftware genutzt wurde, ist nur das neueste Beispiel für eine problematische Entwicklung. Die liberale Politikerin Marietje Schaake ruft in einem Gastbeitrag für die Financial Times die EU-Staaten dazu auf, den Überwachungsexport in autoritäre Staaten einzuschränken.

Stadt Wien startet Forschungsinitiative zu „Digitalem Humanismus“ (Der Standard)
Die österreichische Hauptstadt kündigt ein 320.000 Euro Förderprogramm an, um kritische Forschung über die Datensammlung von Konzernen und staatliche Überwachungstechnologie zu finanzieren. Die Ausschreibung soll am Freitag online gehen, einzelne Projekte können Förderungen von bis zu 40.000 Euro über zwei Jahre beantragen. Die Einreichsfrist ist der 20. August 2019.

White House launches tool to report censorship on Facebook, YouTube, Instagram, and Twitter (The Verge)
Es gehört zum guten Ton unter Rechten, sich in einer permanenten Opferrolle zu sehen. In den USA ist das nicht anders, wo Republikaner und ihnen nahestehende Verbündete über eine angebliche Schieflage klagen: Aus politischen Gründen würde das „liberale Silicon Valley“ besonders gegen Konservative – etwa den Verschwörungstheoretiker Alex Jones – vorgehen und sie in sozialen Netzwerken zensieren. Nun macht die Trump-Administration aus der Not eine Tugend, lädt zum Dokumentieren solcher Vorfälle ein – und sammelt dabei praktischerweise wichtige personenbezogene Daten, die für den anrollenden Präsidentschaftswahlkampf im nächsten Jahr nicht unerheblich sein dürften.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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