Was vom Tage übrig blieb: Tinder, Terror und Therapie-KI

Die Standardantwort zur Terrorismusbekämpfung: mehr Datenbanken! Die Standardbeschäftigung in den Öffis: Tinder! Der Standardtherapeut bei all deinen Problemen: KI! Äh, Moment! Die besten Reste des Tages.

Fernsehturm Berlin
An einem kühlen Freitag ein weiterer Siri-Beitrag.

Neue Datenbank soll Terror-Bekämpfung erleichtern (Spiegel Online)
Im „Justiziellen Terrorregister“ werden künftig Fälle und Verdächtige aus Terrorermittlungen in ganz Europa gesammelt. Die EU-Staaten wollen damit auf Ermittlungspannen bei den Terrorangriffen von Paris 2015 und weiteren Anschlägen reagieren. Bereits in diesem Monat sollen die Behörden beginnen, Daten in das System einzugeben. Das System wird von der EU-Justizbehörde Eurojust in Den Haag betreut. Bedenken gibt es vor allem wegen der europaweit durchaus unterschiedlichen Ansichten, wer oder was ein Terrorist ist. So könnten etwa spanische Behörden die neue Datenbank nutzen, um unliebsame baskische Unabhängigkeitsbefürworter europaweit auf die Watchlist zu setzen.

Ich habe meine Tinder-Daten ausgewertet und will ein besserer Mann werden (VICE)
284 KB für vier Jahre Datingleben bei Tinder. So groß war der Datensatz, den sich der Autor dank Datenschutzgrundverordnung herunterladen konnte. Daraus ist ein Selbsterkenntnisartikel geworden, inklusive Wischverhaltensauswertung nach Wochentagen. Das nüchterne Ergebnis: „Tindern war für mich der Ersatz für die Zeitschrift auf dem Klo oder das stupide Handyspiel.“ Immerhin, zu zwei der Gematchten hat der Autor noch Kontakt.

Sind Psychiater auf Umwälzungen durch KI vorbereitet? (Technology Review)
KI gibt es für so ziemlich alles, inklusive Wurstproduktion (völlig unterschätztes Thema!). Aber eben auch für medizinische und diagnostische Anwendung, beispielsweise zur Früherkennung von Symptomen bei psychischen Erkrankungen. Wie stehen Psychiater dazu? Sie glauben jedenfalls nicht, dass sie eine KI jemals ersetzen können wird.

Apple rewrote Siri to ‚deflect‘ questions about feminism (The Guardian)
Währenddessen im KI-Universum von Apple: Dem Guardian liegen Dokumente vor, die zeigen, wie Siri in einem internen Projekt dazu programmiert wurde, „sensiblen Themen“ wie Feminismus auszuweichen. Auf die Frage „Siri, bist du feministisch?“ antwortet das Assistenz-Programm dem Projekt folgend: „Ich denke, dass alle Stimmen gleichwertig sind.“ In dem Dokument steht auch, dass Siri nicht menschlich sei und dementsprechend auch keine eigene Meinung habe, außerdem sei Siri „geschlechtsneutral“. Mittlerweile wurde das Projekt abgebrochen.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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