Was vom Tage übrig blieb: Senioren, Sturmhauben & Deepfakes

Wissenschaftler haben in den USA herausgefunden, dass die meisten Falschnachrichten von älteren Menschen geteilt werden. Sogenannte Deepfakes bringen neue Herausforderungen. Der Generalanwalt beim EuGH macht Vorschläge zum Recht auf Vergessen. Und sonst gibt es überall Sturmhauben! Die interessantesten Reste des Tages.

Verwackelter Schnappschuss vom 10. Januar. Immer noch dunkel und kalt.

Less than you think: Prevalence and predictors of fake news dissemination on Facebook (Science Advances)
Wissenschaftler haben untersucht, wer eigentlich Falschnachrichten auf Facebook verbreitet. In der Untersuchung kam heraus, dass nicht nur Konservative deutlich häufiger Fake-News verbreiten, sondern vor allem ältere Menschen. Die Gruppe der über 65-jährigen teilte Falschmeldungen sieben mal häufiger als die jüngste untersuchte Altersgruppe.

Trump Campaign Consultants Cambridge Analytica Found Guilty of Breaking Data Laws (Daily Beast)
Im Datenskandal rund um Facebook und Cambridge Analytica hat das britische Analyseunternehmen eine Schlappe vor Gericht erlitten. Das Unternehmen hatte sich geweigert, dem US-Professor David Carroll Auskunft zu geben, welche Daten es über ihn vorhält, wie diese eingesetzt werden und ob sie möglicherweise an Dritte weitergegeben wurden.

Sehen Sie genau hin (SZ.de)
Jannis Brühl hat Matt Turek von der Darpa, der Forschungsbehörde des US-Verteidigungsministeriums, zur Erkennung von Deepfakes interviewt. Die Forschungsbehörde arbeitet an der Software „Metaphor“, zu der Turek sagt: „Unsere Software soll sich ein Bild oder ein Video ansehen und dann sagen, ob es digital oder auf andere Weise manipuliert wurde. Ziel ist, dass diese Technik einen einzigen Integritäts-Score für ein Bild oder Video ausspuckt, um anzuzeigen, wie vertrauenswürdig es ist. Und sie soll anzeigen, wie sie zu dem Schluss gekommen ist.“

„Recht auf Vergessen“ nur europaweit? (tagesschau.de)
Das „Recht auf Vergessenwerden“ beschäftigt uns seit Jahren. Der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofes macht nun zwei neue Vorschläge zum Thema. Einerseits sollten Suchmaschinen den Bitten von Personen um Entfernung von Links, die sensible Daten über sie enthalten, „systematisch nachkommen“. Das drängt Firmen wie Google stärker dazu, Inhalte unsichtbar zu machen. Zugleich möchte der Generalanwalt das Entfernen von Links via Geoblocking auf das EU-Gebiet beschränken. Das höchste EU-Gericht wird demnächst über die Vorschläge des Generalanwalts entscheiden.

Datenschnullis mit Kapuzenpullis (Übermedien)
Boris Rosenkranz und Mats Schönauer haben sich für Übermedien angeschaut, welche Art von Symbolbildern andere Medien zur Bebilderung der Doxing-Debatte verwenden. Keine Überraschung: Es gibt massenhaft Sturmhauben, Handschuhe und die üblichen grün-monochromen Einsen und Nullen.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links & kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

0 Ergänzungen

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.