Was vom Tage übrig blieb: Nebenerwerb, Bananen und Hoteltüren

Was machen eigentlich Hacker nach Feierabend? Und was haben Bananen mit der Verteufelung von Computerspielen zu tun? Davon abgesehen: In Österreich gibt es ein Problem mit SIM-Karten, die dort Wertkarten heißen und die Karten zum Hotelzimmer-Abschließen sind auch nicht ganz sicher.

Blick aus dem Berliner Büro von netzpolitik.org auf den Fernsehturm am Alexanderplatz.
Sommer Sonne Kaktus

Tagsüber Spionage, abends Banküberfall (SZ)
Die IT-Sicherheitsfirma FireEye will eine neue Hackergruppe identifiziert haben: APT41. Die soll angeblich tagsüber für den chinesischen Staat spionieren und nachts in Eigenregie Geld – vor allem bei Videospielherstellern – abgreifen. Wie sie das unter einen Hut kriegen, kann FireEye aber auch nicht beantworten.

Keine Amnestie für unregistrierte Wertkartenhandys (Standard.at)
Wer im Österreichischen nicht firm ist: Wertkarten sind das, was in Deutschland besser als SIM-Karte bekannt ist. Und die müssen im Alpenland ab September registriert sein. Doch Hunderttausende sind es noch nicht, eine Schonfrist soll es trotzdem nicht geben.

Neonazi-Treffen: Ministerium rechtfertigt Vorgehen gegen Journalisten (NDR Zapp)
Als sich im November 2018 Neonazis zu einem konspirativen Treffen bei NPD-Vize Thorsten Heise im thüringischen Fretterode trafen, wurde die Arbeit von anwesenden Fotojournalisten gleich doppelt behindert. Zum einen von Nazis, die die Journalisten brutal angriffen. Und zum anderen von der Polizei. Nicht nur haben Polizeibeamte den Journalisten fälscherlicherweise das Fotografieren verboten, sie drohten ihnen auch, die aufgenommenen Personalien an einen Neonazi weiterzugeben – damit dieser sein Persönlichkeitsrecht schützen könne. In Antworten auf zwei Kleine Anfragen erklärt das Landesinnenministerium nun: Alles kein Problem, die Beamten hätten vorschriftsmäßig gehandelt. Aber keine Sorge: Das SPD-geführte Ministerium stellt klar, dass solche Maßnahmen unter Rücksicht auf die Pressefreiheit nur in „Ausnahmefällen in Betracht“ kämen. Na dann ist ja alles gut in Thüringen!

„Wenn Sie das schreiben, verklage ich Sie!“ (GFF & Otto-Brenner-Stiftung)
„Sollten Sie weiterhin auch nur irgendwie die Behauptung aufstellen, dass meine Mandantin Abgaswerte manipuliert habe, werden wir mit aller gebotenen Nachhaltigkeit gegen Sie vorgehen und Sie insbesondere für jeden wirtschaftlichen Schaden, der meiner Mandantin dadurch entsteht, haftbar machen.“ Immer öfter werden Drohschreiben wie dieses – 2015 von Daimler an das ZDF geschickt – genutzt, um kritische Berichterstattung schon im Vorfeld zu verhindern. Eine neue Studie von Otto-Brenner-Stiftung und Gesellschaft für Freiheitsrechte geht dieser und anderen präventiven Anwaltsstrategien gegenüber Medien auf den Grund.

Amazon’s Ring Is a Perfect Storm of Privacy Threats (eff.org)
Die Electronic Frontier Foundation nimmt noch einmal in voller Länge Amazons Überwachungssystem „Ring“ auseinander. Dem Autor Matthew Guariglia ist dabei besonders der Aspekt wichtig, dass Ring überhaupt erst dazu führe, dass sich Menschen plötzlich unsicher fühlten und paranoid würden. Jeder Lieferant und jeder Mensch der an der Haustür klingele, werde durch das System zur potenziellen Gefahr hochstilisiert.

Video Games Aren’t Why Shootings Happen. Politicians Still Blame Them. (New York Times)
„Die Datengrundlage, dass Bananen der Grund für Suizide sind, ist genauso schlüssig.“ Allein für diesen Satz lohnt es sich diesen Artikel zu lesen. Der Rest ist seit den 90er Jahren bekannt: Politiker behaupten reflexartig, Computerspiele sind böse. Seriöse Belege dafür gibt es nicht.

CCC hackt Hotel-Schlösser der neuesten Generation (ccc.de)
Sicherheitsforscher vom Chaos Computer Club und die Sportsfreunde der Sperrtechnik haben die neueste Generation von Hotel-Schlössern aufgemacht. Die Schlösser funktionieren über Bluetooth. Wie das alles geht, beschreibt der CCC auf seiner Seite, bei der Blackhat Konferenz und beim CCC Camp.

Die Folgen von Internet-Shutdowns (Twitter)

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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