Modemzwang

Warum die Debatte um die Routerfreiheit wieder hochkocht

Eigentlich ist seit Jahren alles klar: Nutzer können selbst auswählen, mit welchem Modem oder Router sie ins Internet gehen. Netzbetreiber betonen, die Routerfreiheit seither umzusetzen – und wollen sie trotzdem wieder abschaffen. Die Gerätehersteller schütteln erstaunt den Kopf.

Ein Router
Die Debatte über den Netzabschlusspunkt wird entscheiden, ob Internetnutzer künftig eigene Router oder Modems einsetzen dürfen. Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com sunlingyan

Auf der einen Seite trommeln die Netzbetreiber, auf der anderen zeigen sich Router- und Modemhersteller „besorgt und alarmiert“. Die Telekom-Lobby möchte den Routerzwang – oder genauer: Modemzwang – zurück.

Irgendwo dazwischen stehen normale Nutzer, die einfach nur einen funktionierenden Internetanschluss haben wollen. Und oft auch einen eigenen Router, weil die von den Netzbetreibern zur Verfügung gestellten Kombi-Geräte absichtlich beschnitten sind. Bessere Router gibt es in der Regel nur zum Aufpreis, selbst für das Freischalten einer simplen WLAN-Option verlangen manche Betreiber eine monatliche Gebühr.

Mittlerweile können Netzbetreiber nicht mehr einfach schalten und walten, wie sie wollen – schließlich hat die vergangene Regierung nach Jahren der Debatte die freie Wahl der Endgeräte festgeschrieben.

Bundesregierung hält noch an Modemfreiheit fest

Das Verkehrs- sowie Wirtschaftsministerium sind offenbar zufrieden mit der deutschen Regelung. In einem Eckpunktepapier, das die derzeit erarbeitete und für Ende des Jahres geplante Novelle des Telekommunikationsgesetzes (TKG) umreißt, heißt es: „Die in Deutschland im Jahr 2016 eingeführte freie Routerwahl konnte von allen Marktteilnehmern umgesetzt werden“ Die nationalen Vorgaben seien im Markt akzeptiert.

Das klingt nicht unbedingt danach, dass eine Wiedereinführung des Routerzwangs unmittelbar bevorsteht. Ein kleines Schlupfloch bleibt jedoch: Die TKG-Novelle war notwendig geworden, da die Regierung ein umfangreiches EU-Gesetz in nationales Recht überführen muss.

Gleich vier Richtlinien wurden in den vergangenen Jahren zu einer einzigen zusammengefasst, dem sogenannten Kodex (European Electronic Communications Code, EECC). Damit sollten nicht nur die gesetzlichen Rahmenbedingungen verschlankt und auf neue Gegebenheiten wie den notwendigen Glasfaserausbau reagiert werden. Erklärtes Ziel war es zudem, Marktteilnehmern überall in der EU weitgehend gleiche Voraussetzungen bieten zu können.

Diesen Moment wollen die Netzbetreiber nutzen, um die Modemfreiheit zu kippen.

Einer der im Kodex nur grob geregelten Punkte ist der sogenannte „Netzabschlusspunkt“, also die Stelle, an der das Netz des Betreibers endet und das des Kunden beginnt. Europaweit gibt es unterschiedliche Auffassungen über die genaue Definition. Deshalb sollen die Details, ähnlich wie bei der Netzneutralität, die Telekom-Aufseher im Gremium Europäischer Regulierungsstellen für elektronische Kommunikation (BEREC) klären. Eine öffentliche Konsultation zu den geplanten Leitlinien läuft derzeit noch.

Wo fängt das Netz des Kunden an?

In einem Entwurf der Leitlinien skizzieren die Regulierer drei unterschiedliche Ansätze. Entweder ist der Netzabschlusspunkt die Dose an der Wand. So ist es seit 2016 hierzulande geregelt, das Netz des jeweiligen Betreibers „endet am passiven Netzabschlusspunkt“, heißt es im TKG. Dahinter können Kunden beliebige eigene Geräte aufstellen, solange sie sich an den jeweiligen Standard halten.

BEREC Netzabschlusspunkte
EU-Regulierer stellen drei Varianten des Netzabschlusspunktes zur Debatte. Alle Rechte vorbehalten BEREC

Bei der Variante B endet das Netz beim Modem. Variante C umfasst neben dem Modem auch den Router, der das interne Heimnetzwerk aufspannt. Freilich verschwimmt zunehmend der Unterschied zwischen den letzten beiden Varianten. Kombi-Geräte, die sowohl Modem als auch Router bereitstellen, sind erfolgreicher auf dem Markt, weil sie komfortabler einzurichten sind sowie weniger Platz und Strom benötigen.

Die Netzbetreiber wünschen sich Variante B, oder lieber noch C. Denn dann müssten diese Geräte notwendigerweise vom Betreiber gestellt werden. Die Branche zeigt sich geschlossen. In einem gemeinsamen Positionspapier, dem sich kleine wie große Netzbetreiber angeschlossen haben, argumentieren sie jedoch in erster Linie auf einer juristischen Ebene. Die bestehende deutsche Regelung zum Netzabschlusspunkt sei europarechtswidrig. Schon allein, weil aus Sicht der Industrie nicht der Gesetzgeber – also der Bundestag – sondern Regulierungsbehörden zuständig seien.

Ohne Modemzwang kein Breitbandausbau

Inhaltlich pochen sie darauf, Kontrolle über den „aktiven Netzabschluss“ wiederzuerlangen, also das Modem, welches die Signale wandelt. Dies sei besonders wichtig in geteilten Zugangsnetzen („Shared Medium“) wie Kabel- oder Glasfasernetzen. „Mangelnde Interoperabilität der Geräte, dadurch bedingte gegenseitige Störungen, veraltete Firmware-Stände und Sicherheitslücken führen dort nicht nur zu einem Verlust an Dienstequalität für die Kunden, sondern machen eine geregelte Vorleistung unmöglich“, schreiben die Industrievertreter. Oftmals seien Lösungen erforderlich, die die „Einhaltung besonderer technischer Rahmenbedingungen einschließlich eines aktiven Netzabschlusspunktes voraussetzen“.

Die Drohung kommt zum Schluss: Ohne Kontrolle über das Modem könne man keine qualitativ hochwertigen Dienste in Glasfasernetzen anbieten, was insbesondere „die Vermarktung von Netzzugängen an Wettbewerber als Refinanzierungsmöglichkeit für neue Glasfasernetze erheblich“ beeinträchtigen würde. Schafft also Deutschland beziehungsweise die EU den Modemzwang nicht ab, werde damit „der Ausbau insgesamt nachhaltig behindert“.

Freilich existieren die geforderten technischen Rahmenbedingungen bereits, etwa der DOCSIS-Standard in Kabel– oder der GPON-Standard in Glasfasernetzen, und sind auch hierzulande längst in Betrieb. Wo also liegt das Problem?

Vodafones Kunden verwenden 50 unterschiedliche Gerätetypen

Auf Anfrage betont ein Vodafone-Sprecher, dass „Vodafone und das Vodafone-Unternehmen Unitymedia die Routerfreiheit vollständig umsetzen“. Kunden-eigene Modems würden im Vodafone-Kabelnetz aktuell bereits an mehr als 3,5 Prozent der Kabel-Internetanschlüsse betrieben. „Dabei verwenden die Kunden rund 50 unterschiedliche Gerätetypen mit über 100 unterschiedlichen Firmware-Versionen“, sagt der Sprecher.

Dies könne allerdings zu Problemen führen, etwa beim Anschluss ungeeigneter Kabel oder inkompatibler, beziehungsweise veralteter (Billig-)Modems. Sollte das gesamte Netzsegmente beeinträchtigen, könne Vodafone zur Verfügung gestellte Modems tauschen. Bei kundeneigenen Geräten ist das nicht möglich.

Zudem könnten ernsthafte Sicherheitsprobleme entstehen, wenn Nutzer keine Firmware-Updates einspielen. Laut dem Vodafone-Sprecher musste das Unternehmen schon mehrere hundert Male Modems vom Netz trennen, da „sich Kunden trotz intensivster Ansprache weigerten, die Software ihrer Netzabschlussgeräte auf einen sicheren Stand zu bringen“ Rund drei Viertel aller aktiven kundeneigenen Geräte liefen mit „veralteten oder unbekannten Firmwareständen“. Reine Router hingegen, die hinter dem Modem stehen, seien aus Netzsicht kein Problem.

Bei den Geräteherstellern lösen diese Argumente erstauntes Kopfschütteln aus. „Die von den Providern und großen Providerverbänden genannten Gründe für dieses Verlangen sind nicht neu“, sagt ein Sprecher des Verbunds der Telekommunikations-Endgerätehersteller (VTKE). „Sie waren vollumfänglich bereits Bestandteil der Gesetzesnovellierung im Jahr 2015, die in Deutschland zur Aufhebung des Routerzwanges unter 100 Prozent Zustimmung aller Parteien im Bundestag geführt hatte.“

Dass die angebrachten technischen Gründe keine Substanz hätten, zeige sich schon daran, dass etwa in den USA alle DSL -und Kabel-Endgeräte frei im Handel verfügbar seien. Auch in China könnten alle Glasfaser-Endgeräte einfach im Shop ausgesucht und gekauft werden, sagt der VTKE-Sprecher. „Und auch in den Mobilfunknetzen sind wir alle gewohnt, uns ein für uns passendes Smartphone zu kaufen und sind – zum Glück – nicht auf Geräte ausschließlich von Providern angewiesen“.

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33 Ergänzungen
  1. Also mal ehrlich: Unterschiedliche Geräte sind nicht nur schlecht.

    In anderen Netzwerken (auch dem Internet) sprechen Millionen verschiedene Geräte miteinander. Die Sprache dafür ist TCP/IP oder genereller Standards!

  2. Bei Tele-Columbus hatte ich früher einen schrottigen Thomson-Router. Der hat nicht nur nach (häufig auftretenden) Netzausfällen gern mal alle Einstellungen verloren, es kamen auch niemals mehr als ~90Mbit down an. Erst nach Inkrafttreten der Routerfreiheit und dem Einsatz einer AVM Kabelbox kam ich in den Genuss der vollen 200Mbit, für die ich die ganze Zeit schon bezahlt hatte. Die Netzausfälle sind auch viel seltener geworden.

    Offenbar hat die Qualität des Endgerätes also eine entscheidende Bedeutung für die Nutzererfahrung beim Internetanschluss. Wenn die Netzbetreiber dahingehend aktiv werden wollen, könnten Sie statt ihre Endunden zu traktieren vielleicht mal bei den Plasterouterherstellern klingeln gehen. Die sind schließlich verantwortlich, wenn ihre Geräte nicht ordentlich funktionieren. Sicherheitsupdates? Wenn man dafür ein Informatikstudium braucht, um nichts kaputt zu machen, darf sich keiner wundern, dass die meisten Nutzer davon gar nichts wissen wollen. Ordentliches User Interface Engineering gehört genau so zur Entwicklung nachhaltiger Produkte wie IT-Sicherheit und Performance.

    Oder wollt ihr etwa gar nicht, dass hier irgendwas nachhaltig ist?

  3. Bei Kundenstammgrößen in Bereichen von Hundertausend bis Millionen Anschlüße finde ich „50 unterschiedliche Gerätetypen mit über 100 unterschiedlichen Firmware-Versionen“ gar nicht so beeindruckend viel. Das ist eben das lange schmale Ende irgendeiner Häufigkeitsverteilung.

    Monokulturen haben ebenfalls Sicherheitsnachteile: ist erstmal einer pwned, sind gleich alle pwned.

  4. Bei passiv geswitchten Faseranschlüssen sehe ich da schon eine gewisse technische Problematik. Aber dann macht man eben aktiv geswitchte Faser-Anschlüsse, für die es am Markt haufenweise standardisierte Technik gibt. Meine Stadtwerke machen das z.B. so. Ganz nebenbei kann man auch nur so jedem Kunden eine Bandbreite garantieren.

    Es war ja abzusehen, dass um die Faserrouter/-modems die Diskussion erneut losgeht. Da sieht es insgesamt noch sehr traurig aus, wenn man nach frei erwerbbaren Routern sucht.

  5. Ich finde ja, die Argumentation der Sicherheitsprobleme durch veraltete Firmware-Stände der Router und kaum durchgeführter Updates ist ein Hohn. Gerade dies spricht für die Routerfreiheit, denn die Vergangenheit hat deutlich gezeigt, dass die Firmware der Netzbetreiberrouter meist ein bis zwei Versionen hinter den Herstellerversionen hinterherhinken. Da wird ein Update erst 1 bis 1 1/2 Jahre nach der Herstellerveröffentlichung eingespielt. Wie sieht es denn in dieser Zeit mit der Sicherheit für den Kunden und auch für das Netz aus?
    Gerade Kunden von Unitymedia, die eine FritzBox vom Kabelbetreiber bekommen, können davon ein Lied singen. Da wird die kundenfreundliche Möglichkeit eines automatischen Updates sowie auch eines manuell angestoßenes Updates aus der Unitymedia-FritzBox entfernt. Und das obwohl die freien FritzBoxen in der Grundeinstellung sich automatisch aktualisieren, sobald eine neue Firmware herauskommt. Besser geht es doch eigentlich nicht. Daran kann man erkennen, wie vorgeschoben dieses Argument doch ist.

  6. Von meiner Seite möchte ich das ganze einmal aus einer anderen Sicht beschreiben.
    Nämlich „Rechte und Pflichten“.

    Wenn die Internet-Provider sich für den „Netzabschlusspunkt“ verantwortlich fühen, dann ist das in erster Linie nichts schlechtes. Dass hier bereits festgestellt worden ist, dass sie dies bisher eher Halbherzig so gesehen haben, ist auch ein Fakt.
    Doch der, zumindest meinerseits, wichtigste Fakt ist noch gar nicht benannt worden. Wenn die Provider das Recht haben, den Netzabschlusspunkt mit einem Gerät „ihrer“ Wahl abzubilden, haben sie gleichzeitig die Pflicht, sich um den Betrieb zu kümmern, und dessen Sicherheit zu gewährleisten.

    Um das ganze einmal etwas ins „extreme“ zu ziehen, würde dies für mich bedeuten, dass die „Betriebskosten“ des Routers (also bspw. dessen Stromverbrauch) durch den Provider zu tragen sind.
    Ebenso sind mittelbare Kosten aus Sicherheitsproblemen ebenfalls durch den Provider zu tragen.
    Und jetzt stellen wir uns einmal vor, dass ein internationaler Konzern aufgrund einer Sicherheitslücke im Router „gehackt“ wird, und es hier zu „Folgekosten“ kommt. Hier wäre dann eine Haftung durch den Provider erkennbar, welche den „Managern“ der „Telkos“ wohl zumindest etwas zu denken geben sollte.

    Die hier genannte Position mag etwas „radikal“ beschrieben sein, aber sie enthält nachweisbare Argumente. Und wer Rechte erhalten möchte, muss im Gegenzug auch Pflichten entgegen nehmen, welche aus den gewünschten Rechten entstehen.

    Für mich selbst wird es in den nächsten Monaten auch in diessem Bereich interessant werden, da bei mir gerade FttH-Verlegungen stattfinden, und ich dem Infrastruktur-Provider wohl auch auf die „derzeitige Rechtslage“ aufmerksam machen muss.
    Ein Switch mit entsprechenden Funktionen steht zur Verfügung, so dass ein „ONT“ (Optical Network Terminator) nicht als einzelnes Gerät erforderlich ist, sondern in Form eines Steckmoduls im Switch zur Verfügung gestellt werden kann. Die Frage ist hier, wie groß der Kampf sein wird, dies dem Provider klar zu machen.

    1. Die Argumentation entspricht durchaus meinem Rechtsempfinden. Allerdings habe ich nicht den leisesten Zweifel, dass die Provider sich bei der Vereinbarung von Pflichten vornehm per AGB zurückhalten werden. Die Bereitsstellung von z.B. Strom wird mit Sicherheit dem Kunden per AGB aufgebürdet.

      Wenn es um die Haftung bei Sicherheitsproblemen im nachgelagerten (Kunden-)LAN geht, wird gewiss ein Haftungsausschluss in der AGB festgeschrieben. Der Kunde wird es zunächst einfach akzeptieren (müssen), da er ja zum Zeitpunkt der AGB-Akzeptanz einen Internetanschluss haben will. Das ist wie bei jeder AGB: die wird schlicht abgenickt, weil es keine Alternative zu „Friss oder Stirb“ gibt.

      Momentan können sich bei technischen Störungen die Provider und die Gerätehersteller gegenseitig die Schuld in die Schuhe schieben. Der Provider behauptet das Modem ist Schuld, der Modemhersteller behauptet, der Provider ist Schuld. Man könnte meinen, diesem Unfug wäre dann auch ein Riegel vorgeschoben. Leider geht meine Fantasie soweit, dass der Provider – sollte er die Hoheit über Netz UND Modem (vielleicht sogar noch Router) erlangen – die Störungsursache einfach eine Ebene weiter schiebt; auf die Endgeräte der Kunden. Fehlerhafte Kabel, zu dicke Wände, inkompatible Endgeräte, zu viele Störungen im WLAN, etc.

      Wenn es also kein technisch haltbares Argument für den Routerzwang gibt, würde man mit der Wiedereinführung den Providern neue Rechte aber effektiv keine neuen Pflichten einräumen.

    2. Ja, das kenne ich aus meinem Arbeitsalltag im technischen Service bei einem grossen Netzbetreiber. Das sind dann genau die Störungen, bei denen wir immer das gleiche hören. Switch, Verlängerung, Verkabelung Marke Eigenbau etc. „Daran kann es nicht liegen“ und „Bis gestern hat noch alles funktioniert.“ Das sind meistens beratungsresistente und besserwisserische Menschen. Bitte nicht persönlich nehmen, ist einfach nur empirisch nachweisbar.

  7. Gpon Standard ist gut. Aus der Praxis kann ich berichten, dass ONTs von Hersteller A nicht mit OLTs von Hersteller B arbeiten. Beide Seiten behaupten sich an den Standard zu halten. Und Sachen die mit Firmware A am OLT funktionieren, funktionieren mit Firmware B am OLT erst wieder, wenn der OLT auch eine neue Firmware erhalten hat. Rühmliche Ausnahme ist ein Vorserien Produkt von AVM, das auf Anhieb in den getesteten Umgebungen funktioniert hat.

  8. Naja, es werden dann vielleicht total zuverlässige Geräte.
    – Mit WLAN und Hotspot.
    – Mit Mikrofon.
    – Ohne adäquate Versorgung mit Firmwareupdates.

  9. Wenn ich daran denke, die Telekom hätte meinen Vater gewungen einen bestimmten Router zu nehmen, hätte er vermutlich immer noch kein Telefon / Internet. Das Ding machte nur Ärger. Ein Fremdrouter läuft nun seit zwei Jahren ohne Ausfall.

  10. Übernehmen diese dann auch die Störerhaftung?

    Die Frage ist ernst gemeint, nicht löschen, wenn ich keine Kontrolle über meine Endgeräte habe, dann kann mich dafür auch keiner Haftbar machen.

  11. Beim Fall der Routerfreiheit geht es m.E. nicht um Kompatibilität oder gar Sicherheit, sondern um Kontrolle und Geschäftemacherei auf Kosten der Kundschaft.

    Es ist mal wieder der plumpe Versuch Geschäfte auf den Rücken des Kunden auzutragen, denn der bekommt nur das was der Konzern vorgibt. Also nur auf Mietbasis, und gebundled mit nicht abschaltbarer Werbung, public Hotspots und anderen Viechereien die man nicht haben will und selbst auch gar nicht kontrollieren darf.
    Bestes Beispiel dafür ist eines der „drei großen M’s“ (IP-TV). Dem Receiver werden alle Funktionen genommen damit man gezwungen wird die geschaltete Werbung auch anzusehen – man hat ja schließlich Verträge und soll sicherstellen dass der Kunde die Werbung nicht umgehen kann.
    Im Klartext heisst das: bei Aufnahmen vorspulen is nicht, Aufnahmen schneiden -„ist technisch nicht möglich“, so die Ausrede des Anbieters. Bei den integrierten Apps wurde auch dafür gesorgt dass der Kunde auch immer schön brav Werbung Werbung vorgesetzt bekommt. Ach ja, Advertising überspringen oder ADBlocker einrichten ist da selbstredend auch nicht möglich – ja soorrrryy.

    Wie auch immer, das o.g. Beispiel zeigt imho ganz deutlich was passieren kann und wahrscheinlich auch passieren wird, wenn der Provider die Endgeräte vorgeben kann.

  12. ja ja der Vodafone Sprecher! So ein Blödsinn habe ich ja noch nie gehört. Von wegen Sicherheitsprobleme weil Firmware nicht aktuell ist. Wie lange dauert es z.B. bei einem Fritzbox Router bis er bei Vodafone auf den aktuellen Stand gebracht wird? Bei Freiverkäuflichen Cabelboxen von AVM ist das Update zeitnah wenn es um aktualität geht. Bei Vodafone muß man da schon mehrere Wochen wenn nicht sogar Monate warten bis das Update „freigegeben“ wird!
    Die wollen nur Kohle mit den Mieten verdienen und nichts anderes…

  13. es ist ganz einfach: keine freie routerwahl – kein kunde.

    es gibt genug anbieter. wenn ich im sommer mein fleisch grille, nutze ich auch nicht die grills der fleischerei, sondern meinen eigenen.

    äußerst abstrakt, aber die richtung erklärt sich von selbst

  14. Der Preiskampf in diesem Segment ist hart. Da kommt man auf die tollsten Ideen damit man noch einen zusätzlichen Umsatz generiert. Das ist nicht nur hier so sondern findet man in allen Branchen. Letztendlich sind es aber wir alle, die andere in diese Richtung drängen. Denn wenn ich für Leistung nichts bezahlen will, dann kann ich auch keine Leistung erwarten.

    1. „nichts bezahlen“, in Deutschland? In Rumänien zahlt man einen Bruchteil des Preises, und bekommt ein vielfaches der Leistung. Das eigentliche Problem ist doch, dass es auf deutsche Anbieter keinen Konkurrenzdruck gibt, da die ganze Netzwerkinfrakstrutur in privaten Händen liegt. Und jeder Mensch heutzutage braucht nunmal eine Internetverbindung, wenn auch keine übermäßig gute. Heißt also, sie kommen damit davon, für einen Service der vielleicht 5€ pro Monat kosten sollte, 30€ zu verlangen. Das ist ein prima Geschäftsmodell, zumindest für die Besitzer der Leitungen (also die Telekom). Klar, für die Anbieter, die sich selbst die Leitungen mieten müssen und dann nur weitervermieten, wie etwa 1&1, springt nicht so viel dabei heraus, und die müssen tatsächlich mit so Tricks arbeiten um an ihr Geld zu kommen. Aber das Problem hier ist nicht der Endnutzer, sondern die Firmen, denen die Leitungen gehören, und die absolut keinen Grund haben, diese zu einem angemessenen Preis anzubieten.

  15. Aus meiner Sicht, der ich mal für den Netzanbieter mit dem Üpsilon telefoniert habe, sind es folgende eigentliche Gründe einen Modemzwang zu bevorzugen.
    1. vermietete Modems sind für die community-Hotspots nötig
    2. die Überwachung der Netzqualtiät und tatsächlichen Nutzung ist mit einem bekannten und vom Netzbetreiber gesteuerten Modem deutlich einfacher
    3. im Falle von Störungen im Netz ist die Diagnose mit bekannten Geräten wesentlich leichter
    4. Nach der Störung ist vor der Störung – und insofern kann der Betreiber über den Modemzwang wenigstens eine unbekannte Variable in der Kette ausschalten

    Im Grunde geht es also darum, den Serviceaufwand für ein zusammengewürfeltes und zunehmend überlastetes Netz zu begrenzen.

    Irgendwie kann ich die Betreiber sogar verstehen. Denn im Servicefall telefonieren gewöhnlich an beiden Enden der Leitung technische Laien miteinander über die Probleme mit einem Gerät, von dessen Existenz der/die Nutzer/in im Extremfall nicht einmal etwas weiß (Modem? Hab ich nicht – – – – – – – – – – – ach doch hier unter’m Sofa, aber da sind keine LED dran … )

    Das Problem des Betreibers ist also: Wie bekomme ich eine verlässliche und umfangreiche Diagnose vom Übergabepunkt? Aktuelle Lösung: Indem ich ein Standard-Modem ranhänge und abfrage. Notwendige Lösung: Indem ein definierter Standard gewährleistet, dass jedes x-beliebige Modem dem Betreiber eine Abfrage der Parameter ermöglicht. (Gibt es den schon? Keine Ahnung! Ich war der Laie auf der anderen Seite der Leitung.)

    1. Ja, nennt sich APL. Der Provider kann IMMER bis zu dir messen. Das ist moderne Technik und hat auch mit Physik zu tun. Dann sollen sie es so verbiegen, dass das was ehemals IDDN-APL war ein DSL-APL wird (Im Hausanschluss). Ab da ist der Endkunde zuständig….wie immer… und gut

  16. Dieser Routerzwang ist nur Abzockerei. Die Router vom Provider sind gegenüber frei verkäuflichen Modellen überteuert und das größte Manko ist, dass viele Funktionen schon von vorneherein gesperrt sind und die Firmware völlig verspätet ein Update bekommt. Zusätzlich werden für WLAN-Freischaltungen noch zusätzlichen monatliche Gebühren verlangt. Das kann ich aus eigener Erfahrung bei Vodafone bestätigen. Seit ich meine eigene Fritzbox nutze kann ich regelmäßig die Firmware auf dem aktuellen Stand halten.
    Sicherlich gibt es auch unbedarfte Nutzer, die sich mit der Technik der Router überhaupt nicht auskennen, oder sich da nicht ran trauen. Aber diese Nutzer können ja die angebotenen Endgeräte der Provider verwenden.

  17. Wozu die Variante C? Das Heimnetzwerk interessiert nur mich! Was wollen die Anbieter da rumschnüffeln und Daten sammeln?
    Wenn der Laden mit der magenta-Farbe selbst nicht in der Lage ist, einen Router richtig an die Anschlußdose anzuschließen, Inkompatibilitäten nicht erkennt und ich alles selbst einrichten musste, kann ich auf diesen sogenannten „Service“ verzichten. Es geht denen nur um Kohle und höhere Gewinne für ihre Aktionäre – der Servicegadanke ist doch nur vorgeschoben um Angst bei den Kunden zu erzeugen.

  18. Wenn die Netzbetreiber ein Modem an die Leitung dranhängen wollen, können sie das doch vor dem Hausübergabepunkt machen, dann nicht mehr mit 2-Adern in das Haus, sondern mit 8 als RJ45.

    Das wäre dann zwar doppelt gemoppelt, aber der Kunde würde dann immernoch seinen Router (dann ohne Modem) anhängen. Ich vermute allerdings, dass vielen Laien dann, ein Modem-Router vom ISP auf das Auge gedrückt bekommen, und der ISP dann mit einem Bein über das LAN im Wohnzimmer steht und schön für BND und NSA Tür und Tor geöffnet ist.

    Wer von allen (100%) Kunden weiss schon wie man so etwas „verteidigt“?

    Wenn du in Holland z.B. ein Portforwarding einrichten willst, oder eine VPN, dann musst du den ISP anrufen und Kniefall machen. Wollen wir das wirklich?

  19. Im Prinzip wäre ich der Sache gegenüber relativ neutral eingestellt, aber habe bei unserem Provider da leider keine guten Erfahrungen gemacht.

    Die Router, den ich gegen Aufpreis vom Provider erhalten habe, sind über die Vertragslaufzeit bestimmt 2-3 mal getauscht worden, weil sie nicht stabil gelaufen sind. Der Support hat mir dann die wildesten Stories erzählt, weshalb die Geräte nicht sauber funktionieren.
    Als dann noch ein Sicherheitsupdate, welches über die Firmware eingespielt werden musste, auch nach Monaten den Weg noch nicht auf meinen Router gefunden hat, habe ich mir einen eigenen Router des selben Typs gekauft und seither genau gar kein Problem mehr gehabt.

    Insofern schließe ich mich den bisherigen Kommentaren an, daß mit Rechten auch Pflichten einherkommen.
    Bei meinem eigenen Router bin ich mir sicher, daß die Updates zeitnah eingespielt werden und ich weiß auch, wann das Gerät gewartet wird. Beim Gerät des Providers hatte ich des öfteren den Verdacht, daß irgendwelche Konfigurationen verteilt wurden, die zu Problemen geführt haben, die dann als Defekt des Gerätes verkauft wurden.

    Wie gesagt: Seit das Gerät nicht mehr in der Kontrolle des Providers ist, läuft bei mir alles stabiler. Inofern konnte ich bisher keinen Vorteil in einem verwalteten Gerät sehen (obwohl ich das in der Theorie tatsächlich erwartet hätte)…

  20. Je größer das Monopol, umso mehr kann ich beim Endbenutzer abkassieren, ohne dass der sich dagegen wehren kann. Internet braucht heute jeder, genauso wie Strom. Falls die Netzbetreiber mit dieser Farce Erfolg haben sollten bin ich gespannt, wie lange es dauert, bis die Energiekonzerne uns vorschreiben wollen, welche Elektrogeräte wir in unserem Heim betreiben dürfen. Schließlich kommt deren Leitung ja auch in unser Heim. Aber dann kann ich vielleicht amüsiert dabei zuschauen, wie sich in diesem Fall Netzbetreiber und Energiekonzerne darüber vor Gericht streiten, wer jetzt festlegen darf, welches Gerät OK ist und welches nicht ;-)

  21. Mit etwas Verständnis, dass ein Unternehmen Geld vedienen möchte und muss, kann ich die Argumente als Türöffner für neue Geschäftsfelder anerkennen. Mich ärgert bei der Argumentation aber, dass der Kunde da für dumm verkauft wird.

    Aktuell ist es ja so, dass es Kunden gibt, die keine Ahnung haben und sich um den Modem/Router auch nicht kümmern wollen (oder können). Diese Kunden mieten ja bereits heute auf freiwilliger Basis den Provider-Router.

    Die Kunden, die das Know-How haben einen Router zu administrieren haben heute die Möglichkeit ein auf ihre Bedürfnisse passenden Router zu betreiben. Sie müssen nicht das geringste notwendige Übel akzeptieren, sondern können ein Gerät wählen, das sie in der Lage sind zu beschaffen, solange es technisch kompatibel ist.

    Es geht also darum den momentanen Status quo der Wahlfreiheit, bzw. der Freiwilligkeit umzuwandeln in ein System, dass keine Freiwilligkeit mehr zulässt. Das kommt der Schaffung eines Monopols gleich.

  22. Ach war das schön als man noch freie Wahl hatte.
    Mein Anschluss bei Einzug war ein analoger, mit DSL Dingens..keine ahnung mehr welches. Dazu ein Siemens WLAN Modemrouter von der Telekom den ich mit Aufpreis bezahlt hab, aber günstiger als wenn ich ihn woanders separat gekauft hätte. Und er hatte keinerlei Änderungen sondern war ausgestattet wie jedes frei verkäufliche Gerät. Ach war das noch schön…damals.

    Doch dann, es war so im Jahre 2010 oder so, versagte mein treuer Gefährte allmählich den Dienst, nach endlosen Jahren.

    Da es nun auch DSL-Tarife gab die günstiger und mit mehr Bandbreite gab entschied ich mich für das kleinste Magenta Zuhause-Paket. Es war der einzige Anbieter und da auch der einzige Tarif bei dem man keinen Router aufgezwungen bekam.

    Für mich war das ein Schock das ich überall zusätzlich einen Router mieten müsste, für gar nicht mal so wenig Geld. Von 5-25 Euro pro Monat ging das je nach Anbieter.

    Aber es gab ja den einfachsten Magenta Zuhause. So hab ich dann meinen TP-Link erstanden, übelst teuer und ganz hervorragend. Das würde in Zukunft dann vielleicht nicht mehr gehen.

    Ruhe in Frieden du Zeit der freien Wahl, du Zeit der „weniger-Überwachung durch den Router“. Schade isses.

  23. Heinz sagt,
    ich habe vor 2 Monaten das Modem von KabelD nach ca 25 Jahren in den Ruhestand versetzt. Nutze nun einen eigenen FritzboxKabelrouter. Ich bin begeistert über die neue Qualität, entspricht der gebuchten 33 mb InetFlat, einschließlich des FritzfonC4. Ein zurück gibt es nicht mehr!

  24. Die Politik kann den Betreibern deren Idee mit dem Routerzwang auch ganz einfach wieder „ausreden“, wenn sie denn will.
    Man müsste lediglich die Netzbetreiber dann dazu zwingen in diesem Fall den aktiven Netzabschlusspunkt selber mit Energie zu versorgen. Und das werden die nicht wollen.
    Denn der Knackpunkt hier ist, z.B. bei der Telekom oder Unitymedia mit dem Hotspotangebot,
    dass hier die Konzerne eine Leistung für Dritte anbieten, welche auf Kosten des Anschlussinhabers mit Energie versorgt werden.

  25. aha, gibt es dann bald auch wieder den Telefonzwang beim Festnetz und in Zukunft dann auch beim Mobilfunk?
    Das hatten wir doch schon mal, dass man das Telefon, bei nur möglichen Auswahl der Farbe, von der Telekom/Post mitmieten musste und dieses dann ggf. 30 Jahre lang bezahlt hat, wobei es bestimmt 10 mal bezahlt wurde.
    Die Hersteller von Routern „freuen“ sich, sie müssen nur noch 3-4 Produkte entwickeln und diese laufen dann bis diese nicht mehr funktionieren.
    Und kommt dann das Einheits-Handy/-Smartphone?
    Bei Smartphonen funktioniert es doch auch nur mit Bereitstellung der Funkwellen, vergleichbar mit der passiven Kommunikationsdose in der Wand.
    Auf zum Rückschritt in die Technik-Steinzeit.

  26. Lassen wir die markanten Marketingsprüche der Provider beseite. Unsere alte Standard Hytron-Box war löchrig ohne Ende und entsprach bei weitem nicht dem Sicherheitsstandard. Unsere Firewall dahinter hat diverse Angriffe erkannt, die nicht hätten durchgehen dürfen. Mit meiner eigenen Hardware, die immer aktualisiert wird, gibt es diese inakzeptablen Probleme nicht mehr.

    Für den Fall des Zwangs muss der Provider Betriebssicherheit, Brandschutz (unsere Kiste wurde heiß!), Sicherheit und Notfallmanagement 24/7 ohne Wartezeiten garantieren, da die meisten von uns auch Online-Banking über diese Verbindungen abwickeln.

    Solange die Provider nicht mit schmerzhaften und strikten Pönalen bei fehlenden Sicherheitsupdates etc. belangt werden können, widerspricht der mögliche Routerzwang einer sicheren digitalen Infrastruktur in unserem Land in der bisherigen üblichen Praxis.

    Und letztlich kann der einzelne Kunde doch wählen, ob er das Angebot seines Providers annimmt und die Box in Betrieb nimmt.

    Bitte weiter so in der Digitalisierung Deutschlands und wir überholen noch rückwärts Togo in Digitalisierung.

  27. Der einzige denkbare Grund warum die Netzbetreiber wieder Kontrolle über den Netzabschlußpunkt erlangen wollen ist: Money, Money, Money.

    Nur mit Kontrolle über dieses Gerät kann man verhindern, dass Kunden sich Anschlüsse teilen. Man kann auch verhindern, dass Kunden statt den eigenen IPTV Dienst einen anderen Dienst kostenlos (aus Providersicht) nutzen.

    Die Hintergründe sind dermaßen offensichtlich und Interessensgeleitet, daß es geradezu schamlos ist.

    1. Na, und weil Überwachung gerade in ist, kommt als nächstes die Freigabe für Provider, auf Basis der anfallenden Daten „personalisierte“ Anschlüsse anzubieten. Will heißen: nur die Personen, die beim Provider registriert sind, dürfen den Anschluss nutzen, und nicht mit anderen teilen. Fast wie bei Musiksoftware :) – es wird kreativ!

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