Die Kommentare sind tot, lang leben eure inhaltlichen Ergänzungen!

Wir möchten, dass konstruktive Beiträge von unseren Leserinnen und Lesern wieder mehr Raum bekommen. Deshalb ändern wir unsere Regeln für Kommentare: In Zukunft werden wir nur noch Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltliche Ergänzungen zu den Artikeln stehen lassen.

Wieder besser miteinander über Themen reden. (Symbolbild) Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com Josh Felise

Liebe Leserinnen und Leser,

nach fast 250.000 Kommentaren und zahlreichen vergeblichen Versuchen, die Kommentarkultur hier auf netzpolitik.org zu verändern, werden wir ab heute ein neues Kapitel aufschlagen. Ab heute gibt es keine Kommentare mehr bei netzpolitik.org, sondern nur noch die Möglichkeit, Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltliche Ergänzungen zu den Artikeln einzubringen. Die neuen Regeln lassen sich hier einsehen.

Wir haben zuletzt vor knapp zwei Jahren eine Debatte angestoßen, wie wir uns Kommentare auf netzpolitik.org vorstellen. Es hat wenig gefruchtet und die Selbstregulierungskräfte im Kommentarbereich sind leider nicht mehr stark genug, um die immer größer werdenden Defizite auszugleichen. Nur unter einem kleinen Teil von Artikeln und nur bei manchen Themen entstanden zuletzt noch fruchtbare, rücksichtsvolle und inhaltlich wertvolle Diskussionen. Bestimmte Themen und Artikel führen hingegen regelmäßig zu Angriffen sowie Beleidigungen gegen unsere Autorinnen und Autoren, fast immer zu Unsachlichkeiten und zu mehr oder weniger offener rechtsradikaler Propaganda.

Kein Schuttabladeplatz mehr

Bei netzpolitik.org lesen die Autorinnen und Autoren alle Kommentare unter ihren Artikeln selbst. Andere Menschen in der Redaktion moderieren unter Einsatz von Freizeit auch am Wochenende und nachts. Das unterscheidet uns von vielen anderen Medien, die diese Aufgaben an Social-Media-Redaktionen auslagern. Allerdings haben wir als Redaktion immer weniger Lust darauf, mit unserem Kommentarbereich Schuttabladeplatz für schlechte Laune, Verschwörungstheorien, platte Verallgemeinerungen, dummes Geschwätz und Naziparolen zu sein.

Insgesamt hat sich die Kommentarkultur in Blogs und Zeitungen durch veränderte Mediennutzung, die Verlagerung des Austauschs in soziale Netzwerke und durch die Verrohung der Debattenkultur bei gleichzeitigem Verstummen großer Teile der Leser:innenschaft zum Negativen entwickelt. Wir haben das Gefühl, dass der Kommentarbereich auf netzpolitik.org in weiten Teilen nicht mehr unsere Leserinnen und Leser repräsentiert. Er ist immer mehr ein Ort geworden, an dem ein paar Nutzer, die netzpolitik.org als ihr privates Forum verstehen, sich mit von irgendwo hereingespülten Kommentator:innen streiten, die nur mal ihre miese Laune abladen wollen.

Die Stimmung im Kommentarbereich war zuletzt so negativ, dass viele der eigentlichen Leserinnen und Leser die Funktion weder aktiv noch passiv nutzten. Eine laute Minderheit hat mit ihren Inhalten in den letzten Jahren viele aus dem Kommentarbereich verdrängt, die einen offenen, inhaltsbezogenen und kritischen Diskurs führen wollten. Wir bedanken uns bei den Leserinnen und Lesern, die über Jahre die Fahne einer demokratischen und fairen Debattenkultur hochgehalten haben. Ohne Euch wären wir schon viel früher mit unserem Latein am Ende gewesen. Jetzt wollen wir Euch wieder mehr Raum geben.

Ein Rückkanal ist uns wichtig

Wir halten einen offenen Rückkanal in Online-Medien für extrem wichtig! Wir wollen mit der angekündigten Veränderung wieder einen Ort schaffen, in dem sich interessante, erkenntnisreiche Anmerkungen mit humorvollen oder geistreichen Ergänzungen oder technischen Hinweisen mischen. Wir wünschen uns Ergänzungen zu Artikeln und Hinweise auf Aspekte, die wir übersehen haben oder in Zukunft betrachten könnten. Und wir freuen uns über inhaltliche Korrekturen, Hinweise auf Rechtschreibfehler und über ergänzende Links. Auch ernst gemeinte Rückfragen zu unseren Texten beantworten wir immer gerne.

Das heißt aber auch: Wir werden ab jetzt Meinungsbeiträge, die keine inhaltliche Ergänzung darstellen, einfach und ohne weitere Erklärung löschen.

Das ist eine deutliche Veränderung der bisherigen Praxis, aber von den möglichen Maßnahmen, die wir gemeinsam diskutiert haben, immer noch einer der weniger drastischen Schritte. Wir rufen alle Leserinnen und Leser dazu auf, Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltliche Ergänzungen zu den Artikeln auf netzpolitik.org zu verfassen und freuen uns auf eine vielleicht neue Epoche.

59 Ergänzungen
  1. Mit den zukünftigen „Einschränkungen“ führt der Weg im Grunde zur ursprünglichen Absicht der Kommentarfunktion zurück.
    Im Grunde wäre es doch nun auch konsequent, dass Nutzer sich registrieren müssen.
    Das würde zusätzlich den ein oder anderen Troll abhalten können.

    1. Das ist schon die Idee dahinter, dass wir zum ursprünglichen Sinn der Kommentarfunktion zurückkehren wollen. Eine Registrierung wollen wir ausdrücklich nicht, weil wir die ständige Registrierungspflicht im Netz nicht gut finden.

      1. Danke dafür! Ich finde eure Veränderung gut- bin eher eine der verstummten Leserinnen. Ich kommentiere gelegentlich hier und dort, möchte mich nicht dauernd registrieren, trotzdem mitreden- und dabei keine Angst haben müssen, angegriffen zu werden.

      2. Ich bin insofern bei euch, dass die Registrierungspflicht im Netz inflationär verwendet wird. Aber allein auf dieser Grundlage eine solche abzulehnen halte ich für den falschen Weg. Man sollte m.E. bei dem Thema immer Sinn und Zweck mit in die Überleung einbeziehen: Verlange ich z.B. von meinen Nutzern, dass diese sich nur zum Herunterladen einer Datei registrieren müssen, so ist dies eindeutig überzogen (und erfüllt letztlich nur auf subtile Art den Zweck der Datensammlung). Dient es aber dazu, die Hürde für unsachliche Kommentatoren (Trolle etc.) höher zu setzen, ist die Sache nicht mehr so eindeutig und man sollte zumindest abwägen. Eine Registrierungspflicht hat in diesem Fall sogar den Vorteil, dass man Trolle dann u.a. auch auf „die nette Tour“ im Zaum halten kann, indem man beispielsweise deren Kommentare nicht einfach löscht sondern unsichtbar für alle Nutzer bis auf den Troll selbst macht.

        Wie auch immer, ich begrüße die Entscheidung, bei den Kommentaren „back to the roots“ zu gehen. Denn letztlich ist die Kommentarfunktion ja genau dafür da: zum kommentieren. Diskutieren kann man in Foren.

  2. Ok, dann eine Frage:

    Die Schreibweise mit Doppelpunkt „Leser:innenschaft“ habe ich noch nirgends gesehen. Warum verwendet ihr nicht den Stern, den Unterstrich oder eine der anderen mehr oder weniger etablierten Arten, nicht das grammatisches, dafür aber mehr als ein Geschlecht zu meinen? Falls ihr dazu anderswo schon etwas geschrieben habt, wäre ich für einen Link dankbar.

    1. Bei netzpolitik.org entscheiden die Autorinnen und Autoren selbst, ob und wie sie gendern. Es gibt keine Policy. Der Doppelpunkt ist eine Nischenveriante, die sich aber in letzter Zeit deutlich mehr verbreitet. Viele von uns mögen sie, weil sie den Lesefluss nicht so sehr stört und im Schriftbild schön aussieht.

      1. Das Schweizer Online-Magazin Republik verwendet eine elegante Lösung: beide Formen werden ausgeglichen angewandt (ausser es ist von konkreten männlichen oder weiblichen Personen die Rede). Zum Beispiel wir von Anwältinnen und Journalisten gesprochen. Solche Texte finde ich sehr angenehm zu lesen und der Ausgleich zwischen den Geschlechtern ist immer noch vorhanden.

        Dass den Autoren keine Vorgaben gemacht werden, finde ich auch sehr gut. Besonders wenn dann trotzdem auf die Sprache geachtet wird.

        PS: Keine Ahnung, ob dieser Kommentar eine ausreichende «inhaltliche Ergänzung» darstellt. Ich befürworte den Schritt zu restriktiveren Regeln aber.

        [Anm. der Moderation: Der Kommentar ist definitiv ein „Streitfall“, führt er doch vom Thema Kommentarkultur weg. Wäre cool, wenn wir das Thema Gendern an dieser Stelle nicht weiter breit treten.]

        1. Danke für die Information. Ich finde die „Anwältinnen und Journalisten“ Variante sehr schön, indem sie die ursprüngliche Funktionsweise der Sprache nicht massakriert und trotzdem alle Leserinnen und Leser mit einbezieht. Ich werde es verwenden :).

        2. @Moderation: Wäre schön, wenn Ihr im „Off Topic“ Fall auf einen passenden Threat linken könntet oder sogar selbst einen neuen Threat öffnen würdet. (Denglisch Fork wäre bei dieser Antwort aber wohl übertrieben ;)
          @alle OnTopic: Kommentar-Regel-Initiative: Lasst uns als (Nicht-Mehr-)Kommentatoren die Entschuldigungen für vermeintliche Regelverstöße vermeiden. Vertrauen wir auf die Modetation.

  3. Bei krautreporter sind die Kommentare nur für die Mitglieder geöffnet. Ich habe selten so intensive und erhellende Kommentare erlebt, wie dort. Zum einen sind sie deutlich länger als üblich, zum anderen sind sie wertschätzend und inhaltlich meist detalliert.

    Vielleicht wäre es eine Idee, einen netzpolitik Club mit personalisierter Mitgliedschaft zu gründen und dann nur diese Leute diskutieren zu lassen.

    1. Darüber haben wir auch diskutiert. Wir sind aber der Meinung, dass wir sowohl die Artikel wie auch die Ergänzungen für alle offen halten wollen.

  4. Gab es die Idee, dass man die ‚Kategorie‘ des Kommentars vor dem Absenden festlegen muss? Vielleicht etwas idealistisch gedacht, doch ich stelle mir vor das die Auswahl vor dem Absenden dazu führt, dass man denkt ‚Huch, mein Text ist keine Frage/Anregung/Korrektur. Dann gehört der wohl nicht hier her.‘
    Wenn es genug Kommentare gibt könnte mit den Kategorien auch etwas experimentiert werden, z.B. direkt ein Frage-Antwort Bereich ohne Korrekturen/Anmerkungen.

    1. Das ist durchaus eine gute Idee, um Beiträge von Nutzerinnen und Nutzern vorzusortieren oder Bewusstsein zu schaffen. Wir wollten die Änderung der Kommentar-Policy allerdings erstmal ohne technische Änderungen umsetzen. Wir sehen das ganze aber als einen Prozess und werden bei gegebener Zeit evaluieren.

  5. Ein wesentliches Problem ist die Art der Kommentarfunktion. Eine einfache Timeline ist immer unübersichtlich. Vielleicht kann man die Art von heise.de übernehmen. Die Kommentare sind schön nach Nutzer gewählten Thema geordnet und deswegen lese ich sie gerne. Ebenfalls die farbliche Markierung durch andere Nutzer hilft ungemein Quatschkommentare rauszufiltern.

    1. Das ist schon bewusst so umgesetzt: Netzpolitik.org hat Artikel, unter denen Leserinnen und Leser eine Ergänzung beitragen können. Die Ergänzungen erscheinen chronologisch und es besteht die Möglichkeit verschachtelter Kommentare, damit Antworten auf eine Ergänzung sichtbar sind. Es handelt sich ausdrücklich nicht um ein Forum, weswegen wir auf mehr Funktionalität bewusst verzichten.

  6. Der ewige Verweis aufs Hausrecht führt in die Irre, denn mit Hausrecht könnt Ihr Euer Problem nur um den Preis der Kommentarlosigkeit oder einer jede echte Kommunikation unterbindende Radikalmoderation lösen. So ist es vor Euch schon vielen gegangen, unter anderem der gesamten deutschen Medienlandschaft.

    Euer Problem ist, dass ein öffentlicher Raum für Kommentare ein Quasikollektivgut darstellt. Als solches kann er funktionieren, wenn es dazu passende Herrschaftsstrukturen gibt. Für ihre Antwort auf die Frage, welche Anforderungen diese Strukturen erfüllen müssen, bekam Elinor Ostrom vor zehn Jahren den Wirtschaftsnobelpreis: https://en.wikipedia.org/wiki/Elinor_Ostrom#Design_principles_for_Common_Pool_Resource_(CPR)_institution.

    Ihr scheitert wie viele andere insbesondere an zwei Anforderungen: Ihr könnt nicht weit genug loslassen, um wirklich einer Community die Steuerung und Selbstbestimmung zu überlassen, und mangels verlässlicher Identitäten fehlen Euch, beziehungsweise der Community, wirksame, abgestufte Sanktionsmechanismen.

    Für den bisher überzeugendsten praktisch umgesetzten Lösungsansatz in dieser Richtung halte ich das Moderations- und Karmasystem von Slashdot. Es schafft verlässliche lokale Identitäten (die dennoch psaudonym bleiben), indem es an jede Nutzerkennung ein Karmakonto mit niedrigem Anfangsstand knüpft, und es überlässt die Bewertung von Inhalten den Nutzerinnen und Nutzern.

    1. Ein sehr guter Kommentar. Dem kann ich mich nur anschließen.

      Ergänzend möchte ich hinzufügen, dass man wie bei Discourse (Foren-Software) durchaus ein Identitätsmanagement hinter hängen kann und auch Vertrauensstufen einführen kann. Desto hilfreicher die Community die Beiträge findet, desto mehr Privilegien stehen dem Nutzer zu.

      Mir missfällt der Gedanke wohin uns diese Communities führen, die die freie Meinungsäußerung auch über den Tellerrand hinaus unterbinden. Die Grenzen sind genauso wenig trennscharf wie jetzt. Was für die einen Provokation & Beleidigungen sind, ist für den anderen Zynismus oder Sarkasmus.

    2. Schon sehr interessant (und aufwendig), wenn auch sehr nerdig, dieses Slashdot, danke für den Hinweis (FAQs https://slashdot.org/faq). Ein „Karma“ gibt es auch bei standard.at, allerdings durch eine KI, bei der die Moderatoren aber auch schon mal einräumen, dass sie deren Tun und Lassen nicht mehr ganz und immer durchschauen ;-)
      Allerdings ist ja auch slashdot nicht wirklich „herrschaftsfrei“, da die „Editors“ unbegrenzte Moderationskapazität haben und die Hand auf den größeren Kalibern wie Account- oder IP-Sperren. Also doch nicht komplett Allmende und Regulierung allein durch die Community – was IMHO auch der Alltagserfahrung widerspräche, dass es im Ernstfall eben doch nicht ohne sanktionsbewehrte Schiedsrichter und zur Not auch Einsatzkräfte mit Zwangsmitteln geht. Sonst könnte man ja auch die Regelauslegung eines WM-Finales den teilnehmenden Teams überlassen… Ansonsten bleibt natürlich das Risiko, dass bei User-Bewertung immer ein bisschen zu sehr auf die Akzeptanz geschielt wird und randständigere Meinungen, selbst wenn unaggressiv formuliert, niedrige Scores bekommen und dann bei entsprechender Filtereinstellung der Leser leichter hinten runterfallen.
      P.S.: Die Alternativen Kommentarlosigkeit oder Radikalmoderation sehe ich nicht so schwarz-weiß, es braucht halt mühsame Arbeit an möglichst transparenter Netiquette nach außen und viiieeel Arbeit innen an der Umsetzung mit Nachsicht und Strenge gleichzeitig.

      1. Ich halte die Änderungen grundsätzlich für begrüßenswert.
        Zum „öffentlichen Raum“ der Kommentare würde ich gern auf das analoge Equivalent des Kommentars, den Leserbrief, verweisen. Hier fand schon immer eine Moderation statt und ich halte dies auch nicht für falsch, gerade auch da ich dem netzpolitik.org Team vertraue, diese Moderation ausgewogen vorzunehmen.
        Nicht unerwähnt lassen möchte ich noch die Idee der Trolldrossell. Wobei es sich bei dieser Idee handelt hat Linus Neuman in einem Vortrag sehr gut erklärt (https://youtu.be/ZG4FawUtYPA).

      2. Auch das Thema „Karma“ und „Nutzer bewerten die Kommentare“ hatten wir auf dem Schirm und diskutiert. Unser Problem ist aber, dass wir unsere ureigene Leserschaft nicht mehr aktiv und passiv in den Kommentarbereich bekommen haben. Die Einführung von Bewertungen durch Nutzer hätte im Zweifelsfall keine gute Wirkung erzielt.

      3. Wir haben uns in den vergangenen Jahren eine Menge Kommentarsysteme von technischer Seite angeschaut. Wir sind zu dem Urteil gekommen, dass es derzeit keine datenschutzfreundlichen Werkzeuge für die Integration in WordPress gibt, die nicht bespielbar sind. Wir müssten sowas selbst entwickeln, das würde aber vermutlich den Preis einer Redaktionsstelle kosten. Dann bräuchten wir noch zusätzlich Kommentar-Management, was wiederum Geld kosten würde, das wir bei Recherchen, Aufklären und Schreiben besser aufgehoben sehen.

        Wir sind eben eine kleine Redaktion, die fast komplett spendenfinanziert ist und wo wir mit dem knappen Geld sinnvoll umgehen müssen. Eine größere Investition in die Kommentare scheint uns nach etlichen Debatten über Kommentarkultur und experimentiellen Versuchen in den vergangenen fünf Jahren nicht so zielführend sein, so dass wir es jetzt mit inhaltlichen Ergänzungen probieren.

        1. Vielleicht wäre gerade die Suche und das Nichtfinden einer Lösung einen Artikel wert.

          Einige Blogger waren in der DVSGO Debatte in Unruhe wie weiter und nachdem auch gerade Google+ verschwunden wird, könnte man an der Stelle vielleicht im Berliner Umfeld mal was anleiern.

    3. Die unwahre Behauptung von „Sven Türpe“, dass hier aufs „Hausrecht“ verwiesen werde, bewerte ich als „grobes Foulspiel“.
      Wer „Hausrecht“ sagen würde, ist am presserechtstheoretisch am Ende, das sind die hier aber nicht, höchstens umgekehrt, Herr „Türpe“.

      mfg

      1. Muss mir selbst antworten: Sorry, hab die neuen Kommentarregeln erst hinterher gelesen, reagiere aber allergisch (& viell. auch ängstlich) auf „Hausrecht“. Halte das Konstrukt für einen schweren Fehler.

        Mag Sie ja.

      2. Ach ich antwort mir sogar /i/nochmal//i/: „Hausrecht“ war katastrophal bei Rote-Traenen.de, das vor vielen Jahren einmal ein psychoanalytisch fundiertes Selbsthilfeforum gewesen war, und dann in falsche Hände geraten ist. Und müsste & sollte katastrophal werden bei keinverlag.de, der eine ganz blöde sich dumm stellende Kommentarkultur pflegt.
        PS.: Vielleicht ist Ihre Neuregelung aber sogar fundiert genug, im Sinn „Ihre Linie“, oder irgend so etwas.
        PPS.: Popularpsychologie: Alles Neue verunsichert.
        Schönes WE.

  7. Ein wesentlicher Sargnagel für die Kommentarkultur auf netzpolitik.org wurde vor über 10 Jahren eingeschlagen und bis heute nicht gezogen: Die Baumstruktur der Kommentare. Eine stringente Diskussion zu einem Thema/Artikel wird damit derart erschwert, daß auch ich mich jeder Beteiligung enthalte. Die „Zerfluserung“ als Diskussionsprinzip ist für einen Kommentarstrang allumfassend zerstörerisch.
    Ich für meinen Teil habe damals entschieden, mich von der Kommentarfunktion hier gänzlich abzuwenden, weil bereits die Lektüre (rein technisch, also unabhängig vom Inhalt) eine Zumutung ist. Liest man chronologisch, was man nur über den Kommentar-Feed schafft, weiß man nicht, worauf sich ein Kommentar bezieht, denn er wurde irgendwo druntergeschrieben. Das @ fehlt, auf der Artikelseite ist es auch überflüssig. Also müßte man doch wieder die Seite aufrufen, um den Bezug zu erkennen. Man landet prompt im Kommentar-Wust, denn inhaltliche Bezüge, die sich aus dem gesamten Diskussionsverlauf ergeben, stehen, so es sie denn überhaupt noch gibt, womöglich wieder ganz woanders. Ein Diskussionsfluß findet so nicht statt.

    Übrig bleiben Müllabladungen, weil die keinen oder allenfalls schlagwortartigen Bezug benötigen. Mal ganz abgesehen davon, daß sie ohnehin leichter sind.

    Das weiter oben (Oder unten? Who cares?) genannte Beispiel heise.de taugt übrigens ganz hervorragend als abschreckende Warnung: Wollte man dort alle beispielsweise einhundert Kommentare unter einem bestimmten Artikel lesen, müßte man mehrere hundert male hin- und herklicken, eine absolute Zumutung, die ein vernunftbegabter Leser – also einer, der auch bemerkt, daß man dort seine Äußerung möglichst tief vor der Öffentlichkeit vergräbt – schlicht läßt.

    Das Problem, sofern man bei netzpolitik.org bereit wäre, es als solches überhaupt zu denken, ist so weit fortgeschritten, daß eine einfache technische Umstellung auf Brettstruktur nur nach geraumer Zeit Wirkung zeitigte. Denn die, die Sie hier in den Kommentaren gerne mehr bzw. überhaupt vertreten sähen, schauen, nochmal begünstigt durch die „Werbelücke“ zwischen Artikel und Kommentarteil (für die gibt es gewiß einen schönen Neusprech, der mir gerade nicht einfällt) gar nicht erst dort hinein. Aus alter Erfahrung wissen die, daß dies Zeitverschwendung wäre. Ergänzend wäre also langanhaltend personeller Einsatz erforderlich, der die Müllhalde konsequent bereinigt. Ich zweifle daran, daß der zu leisten wäre.

    Die Abrißbirne ist stets schneller geschwungen, als eine Kommentarkultur errichtet.

    Genaugenommen ist das ein Meinungsbeitrag, insofern Ihrer Logik folgend zu löschen.

    Kopschüttelnd wieder ab, bis in zehn Jahren vielleicht nochmal.

  8. „reine Meinungsäußerungen, die keine inhaltliche Ergänzung, Hinweis oder Korrektur darstellen“

    Wo hört reine Meinungsäußerung auf und wo fängt Ergänzung an? Eine Meinung, die dem Artikel wider-/entspricht: „Das sehe ich auch so, nämlich so“ oder „Ich sehe das anders, und zwar so“.

    Ich würde mich freuen, wenn es hier eine Art Beispiel-Löschung gäbe: Wie wäre denn z.B. ein Artikel wie der CCC-Artikel?
    Da gab es viele unterschiedliche Inhaltspunkte, z.B. die sozialen Vorträge, die Antifa-Flagge, die technischen Vorträge usw… Meiner Meinung nach ein gutes Beispiel, wo wir (Ich und NP) uns zu dem Thema „Digitales, Hacking, CCC“ zusammen finden, aber deutlich andere Positionen hinsichtlich z.B. der Toleranz gegenüber der Antifa haben. Copy-Pasted die Kommentare in eine übersichtliche Liste bestehen aus Kommentar, Löschen Ja/Nein, kurze Löschgrunderklärung.

    Andererseits kann ich verstehen, dass dies problematisch ist, da ihr damit sehr kritischen insbesondere eurer politischen Ausrichtung widersprechenden Kommentaren (wie ganz klar denen von mir; dennoch bin ich hier wegen der NETZpolitik, die ich teile) ein zusätzliches Forum bieten würdet. Dann wäre vielleicht ein wirklich langweiliges und neutrales (sprich belangloses :P) Thema dafür besser geeignet.

    Vielleicht reicht auch einfach der Verweis aufs Hausrecht, anstatt schwammig formulierte Regeln:

    Das finde und fand ich immer eine im allgemeinen gute Sache. Eine Regulierung sollte sich nicht in das Hausrecht von Häusern (Website, Restaurant, Wohnung usw.) einmischen. Nutzer und Kunden können sich eine Meinung selber bilden, ob sie weiterhin in einem Restaurant essen, oder eine Website besuchen/fördern, wenn diese ihre Hausrecht in einer sagen wir mal „extremen/einseitigen“ Weise nutzen.

    Daher gilt für mich: Ich toleriere und akzeptiere es, wenn ich kommentarlos gelöscht werde, solange beide Seiten haben keine Konsequenzen direkt von der anderen Seite zu befürchten haben (z.B. Shitstorm in Social Media anzetteln, als Neonazi oder Antifa beim Arbeitgeber anschwärzen, Doxing etc.).

    TL;DR
    Kurz gesagt, der Verweis aufs Hausrecht reicht mir persönlich in allen privaten (virtuellen) Räumen.

  9. Eine Ergänzung zum meinem ersten Kommentar:
    Ich glaube, dass es eine gute Sache werden kann, wenn sich die derzeitigen Nutzerkommentare mehr zu kritischen, korrigierenden, die andere Seite aufzeigenden und Fakten oder Überlegungen ergänzenden Kommentaren entwickeln. Beleidigungen sind nicht zu akzeptieren.

    Genau das möchte ich persönlich (und ich spreche nur für mich) in Nutzerkommentaren sehen: Kritik und testen der Position. Denn ich bin der Meinung, dass die Presse im allgemeinen viel zu oft Journalistenkommentar und Journalistenartikel vermischt; und die Meinung des Journalisten führt dann zu Lücken in seinem Bericht.

    Die Umbenennung der Sache von „Kommentar“ in „Ergänzung“ ändert das nicht. Die Rose duftet süß, auch unter falschen Namen. Aber es wäre schön, wenn wir die von uns verfassten Kommentare so ändern und verstehen könnten, dass sie als Ergänzung wahrgenommen werden.

  10. Kann man das auch noch hier im Kommentar-Formular deutlich machen? Anstatt
    > Schreibe einen Kommentar

    besser

    > schreibe eine inhaltliche Ergänzung aber keine Meinung

    1. Danke für den Hinweis. In einer früheren Version hatten wir das schon richtig und alle „Kommentare“ durch „Ergänzungen“ ersetzt. Das muss sich irgendwie wieder reingeschlichen haben. Wir ändern das gleich.

  11. Immer mehr Zeitungen, Blogs und andere Websites machen ihre Foren dicht oder schränken sie ein. Gleichzeitig wird sich darüber beklagt, dass das Geschäft an Google, Facebook und Twitter abfließt und eine Finanzierung der Angebote so immer schwieriger wird. Ein Zusammenhang wird jedoch kaum hergestellt.
    Hätten die deutschen Zeitungsverleger das Potential einer Kommentarplattform genutzt und gezielt für personalisierte Werbung verwendet, so würden sie jetzt in Geld schwimmen. So aber bekommen sie von Google allenfalls ein paar Brosamen ab.
    Unsere Gesetzgebung, die Forenbetreiber immer mehr in die Pflicht nehmen, haben den Aufwand für den Betrieb eines Forums immer weiter hinaufgetrieben und damit die großen Plattformen massiv gestärkt. Gleichzeitig haben sich diese großen Plattformen von ignoranten US-Konzernen zu handzahmen Partner der Regierung entwickelt.
    So viel ich die Entscheidung von LTO ein Forum dicht zu machen oder Eure Entscheidung ein Forum auszudünnen verstehen kann. Soviel bedeutet dies aber auch ein weiteres Verlagern der Diskussion zu Twitter, Facebook & Co.
    Dabei brauchen wir unabhängige Diskussionsplattformen.

    Wie wäre es die Forenfunktion der verschiedenen Medien zu bündeln und die prägnantesten Kommentar jeweils unter dem Artikel anzuzeigen. Wer off-topic schreibt wird auch aufgeführt aber weiter unten. Quasi eine Mischung aus Twitter und Kommentarfunktion – und das Plattformübergreifend?
    Das können Twitter, Facebook & Co nicht einfach kopieren, da die einzelnen Websites bestimmen, was unter den Artikeln sichtbar ist. Man könnte das dann kombinieren mit einer Nachrichten- und Forensuche, bei der entweder nur Nachrichten oder auch Forenbeiträge gefunden werden können. Für die Suche kann dann das Adwords-Prinzip von Google adaptiert werden. So eine Plattform könnte guten Journalismus finanzieren und Facebook & Co die Stirn bieten, in dem sie einfach besser ist. Wenn sich das durchsetzt könnten Nachrichten für Google auch erst zeitversetzt zur Indexierung bereitgestellt werden. Nebenbei würden Bürger*innen profitieren, denn Paywalls wären überflüssig. Auch in der Vergangenheit haben Anzeigen die Zeitung finanziert. Der Kaufpreis deckte allenfalls die Papierkosten ab.
    Das Potential ist da – man muss es nur heben wollen. Wollt Ihr die Initiative ergreifen?
    Wenn wir da nichts tun, gehen die Verlage vor die Hunde, obwohl wir immer mehr Paywalls bekommen und die Linktax selbst eine vernünftige Verlinkung torpedieren. Gleichzeitig schränkt die Politik Blogger & Co immer mehr ein, damit die „echten“ Journalist*innen einen Vorteil haben, in dem irrigen Glauben, das würde ihnen das Überleben sichern. Normale Bürger*innen haben dann allenfalls 2-3 Abos und die einfache virtuelle Presseschau zu beliebigen Themen wäre Geschichte.
    Wie wäre es, ein dezentrales Forenmodell zu schaffen? Mit verteilter Moderationsverantwortung aber einheiticher ID, Website-unabhängiger virtueller Gesamtsicht einer User*in? Das wäre dann auch ein Beispiel, bei dem Dezentralisierung Sinn macht – egal ob man dafür jetzt ein Blockchain-ähnliches Gebilde schafft, oder ob man nur „herkömlich“ dezentralisiert!

  12. Eine Anregung: spiegelt diesen frommen Wunsch doch auch technisch wieder, so dass einzelne Passagen/Sätze/Wörter von Usern kommentiert/ergänzt werden können.

  13. Spiegel das ganze doch auch technisch wieder, indem ihr einzelne Absätze/Wörter im Artikel kommentierbar/ergänzbar macht, so dass eure Texte durch Userbeiträge noch weiter in die Tiefe gehen können. So wie Fußnoten, nur eben durch User setzbar. Das durchbricht womöglich auch schneller den Habitus und die Dynamik chronologisch sortierter Kommentare…

  14. Ich bin ein großer Freund von Kommentaren, im Allgemeinen.
    Offene, da man das Thema in seiner Wirkungen und durch das Geschrei den sich diskreditierten Personenkreis schnell erfährt.
    Mit Anmeldung, da es oft gesitteter zugeht.
    Mit Punktesystem(Karma für den Benutzern oder das heise system,usw. )
    Höchste Sachlichkeit in der Diskussion.

    Ohne technische Veränderung/ Beschränkung wird das für euch als kleines Team wohl nix werden.

    Anmeldung ist ein Preis, den ich zahlen würde, für mehr Sache.

    Um die Schöpfungshöhe einer Anmerkung zu ereichen, mein Vorschlag: ohne Anmeldung, mit Kategorie Auswahl und 10min(oder 1h) nach absenden erst veröffentlichten.
    Das verhindert ausufernde Disskusionen.

  15. Das ist sehr schade. Noch schader ist, dass ihr nicht die Frage stellt, warum Kommentare negativer geworden sind. Ich habe in den vergangenen zwölf Monaten eine deutliche Veränderung bei Netzpolitik wahrgenommen. Aus meiner Sicht sind eure Artikel voreingenommener und in der Tonalität härter geworden. Das ist auch der Grund, warum ich Netzpolitik immer seltener lese und verlinke. Könnte es also sein, dass eine Veränderung in der Berichterstattung (die vielleicht gar nicht absichtlich so ausgelöst wurde) die Tonalität der Kommentare verändert hat? Wie man in den Wald hineinruft und so…

    1. Lieber Thomas Knüwer, wir beobachten den Verfall der Kommentarkultur auf netzpolitik.org schon länger und hatten vor etwa zwei Jahren sehr ähnliche Beobachtungen gepostet wie jetzt. Damals hatten wir allerdings nur einen Appell geschrieben und keine Maßnahmen folgen lassen.

      Deine Kritik an den Inhalten und Artikeln interessiert uns. Würdest Du uns per Mail auf kontakt@ Beispiele zukommen lassen, die deine Beobachtung/Empfindung untermauern? Das würde sehr helfen und wir könnten uns in der Redaktion auch konkret damit befassen.

  16. Semantisch werden Ergänzungen mit Gesetzestexten assoziert. Ein suggestiver Moment spielt also mit ein, „Verlautbarungen“ bekommen so einen autoritären Nachklang, Die Gefahr besteht eventuell darin, dass sachliche Disskussionen als sinnvolles Korrektiv zu kurz kommen könnten.

    1. Wir denken, dass mit der Formulierung „Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltliche Ergänzungen“ viele Möglichkeiten gegeben sind, dass Leserinnen und Leser als Korrektiv der Artikel wirken.

      1. Ich denke, der im Artikel genannte fünfte Punkt sollte stärker hervorgehoben werden:

        1-4: „Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltliche Ergänzungen …“

        5: „… zu den Artikeln“

        Das heißt zum einen: On-Topic.

        Zum anderen würde ich darunter auch verstehend: Bezugnehmend auf den Artikel, nicht auf andere Kommentare.

        Ich finde in der Hinsicht die Struktur von StackOverflow ganz gut, auch wenn es dort eher um Fragen und Antworten geht. Falls ihr euren Kommentarbereich auch technisch verbessern wollt, ist das vielleicht eine gute Inspiration?

        Was ich konkret meine: Pro Seite gibt es eine Frage (hier: ein Artikel). Darunter mehrere Antworten (hier: Ergänzungen/Korrekturen/Anmerkungen/Fragen). Und das war’s. Keine tiefere Hierarchie. Die Antworten sind nach Bewertung sortiert (hier: Datum oder subjektive Einschätzung des Artikel-Autors).

        Gut, bei StackOverflow gibt es noch eine zweite Hierarchie-Ebene, nämlich Kommentare zu Antworten. Die sind aber sehr klein dargestellt und längenbegrenzt. Muss man hier auf Netzpolitik nicht einführen.

  17. Vielen Dank. Versuche die Umwelt für alle besser zu machen, kann ich nur als wertvoll und wichtig unterstützen. Ich versuche mal kurz wiederzugeben, wie ich das, was im Artikel steht, verstanden habe und wie ich die entsprechenden Typen von Meinungsäusserung selber verstehe. Viellecht mag mir die Redaktion beantworten, ob ich das der Zielsetzung entsprechend richtig verstanden habe.

    Als blosser Kommentar war alles ausser Beleidigungen, Hetze und Datenschutzrelevantes gültig. Daher wird ab sofort weiter differenziert unter dem Schirm ‚Ergänzung‘.

    – Einfaches, wie ‚Genau meine Meinung‘, ‚Danke für den tollen Artikel‘ oder ‚Den Mist hat meine Oma auch immer erzählt‘ ist nicht mehr zulässig. (Davon habe ich aber kaum welche gesehen bisher.)

    – Ein Widerspruch gegen Artikelinhalte oder ‚Ergänzungen‘, nebst auch relativ wortreicher Umlenkung auf ein anderes Thema ist nicht mehr zulässig. (Fallacy of Equivocation, Off-topic)

    – Ein umfangreicher begründeter Widerspruch gegen Artikelinhalte oder ‚Ergänzungen‘, der hart am Thema bleibt, ist noch zulässig.

    – Ein kurzer Widerspruch gegen Artikelinhalte oder ‚Ergänzungen‘ nebst kurzer Begündung ist noch zulässig. („ABC ist falsch, siehe § oder Quelle XYZ)

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    Gehe ich recht in der Annahme, dass lediglich Punkt 3 unter (4.) in den Kommentarregeln ergänzt wurde oder sind sogar die ersten drei neu? Ich sehe da Redundanzen.

    – Was ist, wenn in einem Kommentar eine konkrete Frage zum Thema enthalten ist? Wie darf sich sowas entfalten? Darf einfach so eine Frage gestellt werden zum Thema, auch wenn der Mehrwert für andere nicht wirklich vorhanden ist? (Tilo Jung Fragen z.B.)

    – Woran genau kann ein User genau festmachen, was als Mehrwert empfunden werden darf? (4. Punkt 2)

    – Ist es noch iO auf Logikfehler, z.B. Sophismen, und Falschinformationen hinzuweisen, wenn das nur kurz, aber fundiert begründet wird?

    – Gibt es Einschränkungen bestimmter Klassen der Transaktionsanalyse? Hat alles zu 100% auf Erwachsenenebene stattzufinden?

    – Darf weiter überspitzt (Grenzwertbetrachtung) oder poetisch mit Worten ‚gemalt‘ werden? (Zynismus, Sarkasmus?)

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    Sorry für die vielen Fragen, aber die Angelegenheit ist nicht nur für Netzpolitik.org ein Drahtseilakt, sondern auch für User wie mich, die alles richtig machen wollen.
    Vielleicht verstehen wir es besser, wenn die alten Regeln noch ein Weilchen greifbar wären und es ausführliche Beispiele gäbe, was iO und was nicht iO ist.

    1. @Andre: Wir haben kein ewig langes Regelbuch à la Facebook angelegt, nach dem hier die Moderierenden ihre Moderationsentscheidungen durchführen müssen. Das bedeutet, dass insbesondere in der Frage „Woran genau kann ein User genau festmachen, was als Mehrwert empfunden werden darf?“ von uns subjektiv entschieden werden wird.

      Die ersten vier Punkte deiner Liste würde ich direkt so unterschreiben. So sind die neuen Regeln gemeint. Fragen aller Art zum Thema und dem Artikel können natürlich gestellt werden und wir versuchen im Rahmen unserer Zeit auch darauf zu antworten. Gibt es aus Sicht des Moderierenden keinen Mehrwert für die Leserinnen und Leser, können Fragen natürlich auch gelöscht werden.

      Auf Fehler (auch Logikfehler) hinzuweisen ist ausdrücklich erwünscht, wobei natürlich Spitzfindigkeiten oder Korinthenkackerei dann wieder nicht so dufte sind. Bei Rechtschreibfehlern freuen wir uns übrigens auch über Mails, die Korrektur muss auch nicht immer in den Ergänzungen selbst stattfinden. Poetisch mit Worten malen ist erstmal kein Ausschlusskriterium für Ergänzungen…

      Wie du merkst, versuchen wir uns auch erstmal den neuen Regeln zu nähern. Sicherlich werden auch Fehler in der Moderation passieren und immer wird auch die subjektive Einschätzung der moderierenden Person bei den Entscheidungen eine Rolle spielen. Wir wollen trotzdem so fair und aufgeschlossen an die Sache rangehen, wie es nur möglich ist.

      1. Guten Abend Markus,
        Hallo NPer,

        ich habe massive Probleme mit Eurer Inkonsequenz und stelle die Frage in den Raum, ob Diskussionskultur und -jektive Wahrnehmung sich überhaupt in Einklang bringen lassen.
        Und verneine das.
        Und begründe das.
        Du schreibst:
        >> Frage „Woran genau kann ein User genau festmachen, was als Mehrwert empfunden werden darf?“ von uns subjektiv entschieden werden wird.

        >> Gibt es aus Sicht des Moderierenden keinen Mehrwert für die Leserinnen und Leser,

        >> und immer wird auch die subjektive Einschätzung der moderierenden Person bei den Entscheidungen eine Rolle spielen.

        Also ausschliesslich subjektive Entscheidungen, was eine Ergänzung oder ein (nicht gewollter) Diskussionsbeitrag ist?

        Dazu auch Regelpunkt 4 – „kann“ zur Löschung führen.
        Konsequent ist anders.

        Spannend wird es, wenn Regelpunkt 3 ins Spiel kommt.
        >> in irgendeiner Form konstruktiv bleibt.
        Ja was ist denn „in irgendeiner Form“?

        Ich sehe wohl, auch aus den vorherigen Antworten, das ihr lernen und erfahren wollt.
        ABER! Ihr verweist selbst darauf, das die Entscheidung auf ein mehrjähriges Verfahren basiert.
        Dafür ist die Umsetzung aus meiner Sicht jedoch wie mit heisser Nadel gestrickt und vergleichbar mit den Reaktionen auf das Ende der Übergangsfrist zur EU-DSGVO.

        Meine bisherigen Kommentare kann ich abzählen.
        Lesen werde ich sicher noch – aber es wird sich zeigen, ob _ICH_ es noch für sinnvoll erachte ganz weit runter zu scrollen.

        Macht Euch nicht selbst kaputt.

        René

        Bezüglich „Anmerkungen“
        Folgt man in https://de.wikipedia.org/wiki/Anmerkung dem dortigen internen Link in Satz 1 und dann dort dem letzten Satz, heisst es:
        „auch eine Wahrnehmung oder Beobachtung ansprechen.“.
        Hm.

        Dieser Kommentar ist keine Ergänzung und hat zudem mehr als 10 Minuten gebraucht um als endgültig verfasst zu sein abgesendet zu werden. :-).

        1. @Markus Reuter – Vielen Dank für die Antwort. Hat sehr geholfen. Ein wenig learning by doing hält unser Miteinander auf jeden Fall lebendig und ist sowieso immer mit dabei. Ich sehe durchs neue Regelset keine Probleme für Leute, die nett sind und sich Mühe geben wollen beim Lesen, Verstehen und Schreiben.

          @René – Auch hallo. Was genau für Sie Konsequent bedeutet, weiss ich natürlich nicht. Ich Frage mich aber, warum ‚könnte gelöscht werden‘ überhaupt etwas mit Inkonsquenz zu tun haben sollte. Ob X konsequent umgesetzt wird oder nicht, wird ja erst im tatsächlichen Geschehen sichtbar.

          „In irgendeiner Form konstruktiv“ bedeutet für gewöhnlich, dass alles, was die jeweilige Plattform hergibt iO ist. wenn es konstruktiv ist, also z.B. das Gebäude ‚Informationsprodukt‘ unter Berücksichtigung der Zielvorgaben so erweitert, dass es einerseits wächst, andererseits aber nicht die Konsistenz verliert und einstürzt. Und hässlich solls meist auch nicht werden.

          Warum sollten sich Diskussionskultur und Subjektivität (oder auch Objektivität [da steht nur „-jektivität“]) nicht in Einklang bringen lassen? Ein annähernd reiner Einklang ist in der Sphäre, in der wir uns bewegen doch eh von vornherein ausgeschlossen. In der Informatik kann per Fuzzy-Logic bewertet werden, so auch hier. Statt harter Grenzen werden Grenzbereiche etabliert. Und das multidimensional.

          Auf einer möglichst objektiven Basis werden also von Menschen subjektive Entscheidungen getroffen. Und da in Ergänzungs- oder Kommentarbereichen keine Einzelgespräche stattfinden, sondern ein offenes System vorliegt, gibt es sogar eine moderierende Umgebung, die sich aus Leser- und Autorenschaft und Redaktion zusammensetzt.

          Wenn das nicht Kultur ist, was ist es dann? Kultur war noch nie etwas reines oder statisches. Und da können konservative Kräfte, so sehr sie sich auch anstrengen nichts dran ändern.

          Bitte nicht erschrecken, aber dass ihr Kommentar erschien, ist hinreichend Beleg dafür, dass er an dieser Stelle als Ergänzung für gültig erklärt wurde. Ihre Behauptung, ihr Kommentar sei „keine Ergänzung“ ist dafür nicht von Belang. Und so löst sich neben den anderen vermeintlichen Paradoxa, auch dieses in Luft auf.

  18. Liebe Redaktion,

    
Euren Vorstoß finde ich klasse! Damit setzt Ihr einen neuen Massstab in der journalistischen Arbeit, den ich bisher bei allen Presseorganen vermisst habe. Ich verstehe allerdings nicht, warum Beiträge überhaupt freigeschaltet werden müssen.

    
Vielleicht wäre noch klarzustellen, dass sich ein Beitrag auf den Artikel beziehen soll und nicht auf den Kommentar eines anderen Lesers?


    Leider sind erstmals im Januar – anscheinend unter Euren neuen Regime – drei meiner Beiträge zu Unrecht kommentarlos gelöscht worden. Einmal habe ich für die rechtliche Beurteilung des „Doxing“ Rechtsgrundlagen geliefert – wurde zweimal gelöscht und erst beim dritten Mal freigeschaltet. 
In den beiden anderen gelöschten Beiträgen habe ich andere Leser kritisiert, weil sie unbegründete Behauptungen aufgestellt hatten, die ziemlich abwegig waren. Da könnte man sagen, sie passten nicht zum Artikel des Autors- aber dann hätte man schon den Beitrag nicht zulassen dürfen, auf den ich geantwortet hatte.
 Da habt Ihr Euch nicht an die eigenen Regeln gehalten.

    Vielleicht wäre eine E-Mail mit einer knappen Begründung fürs Löschen dann doch wünschenswert. Sonst verfestigt sich der Eindruck einer gegen eine bestimmte Meinung gerichtete Zensur noch weiter.

  19. Mein erster hier verfasster Kommentar entsprach offenbar nicht den neuen Vorgaben und wurde, wie angekündigt, kommentarlos gelöscht. :(

    Hier nun ein konstruktiver Verbesserungsvorschlag von mir:
    Es wäre vielleicht sehr praktisch, wenn man einzelne Passagen aus dem Beitrag selbst bzw. aus den Ergänzungen geqoutet (klar und deutlich als Zitat gekennzeichnet) in die eigene Ergänzung übernehmen könnte.

    1. Sie meinen das als Webseiten-Funktion, oder? Text markieren, auf ‚Zitieren‘ klicken und los geht’s?

      Das macht die Sache nur ein wenig bequemer, was grundsätzlich eine tolle Sache ist. Aber das verhindert nichts von dem, was man zu verhindern gedenkt. (z.B. Rechtsradikalen BS und Hate)

      P.S. Ihr erster Kommentar kommt vielleicht noch verspätet. Bei mir ist etwa einer von drei ‚Kommentaren‘ ohne Moderatorfreischaltung sofort da. Gefühlt würde ich sagen, dass kürzere Texte meist sofort frei sind. Ich weiss aber nicht, wie der Filter wirklich arbeitet.

      1. @ Andre: Danke für den Hinweis! Aber nein, der besagte Kommentar war kurze Zeit nach dem Absenden (vlt. 20 bis 30 Sekunden danach) online und später (am nächsten Tag) dann eben gänzlich verschwunden – also gelöscht. Bzgl. der Zitatfunktion meinte ich den entsprechenden HTML-Tag, hier als Beispiel:

        Zitat

  20. Ich habe vorhin einen Kommentar gesehen, der offensichtlich nicht den Regeln entspricht. Dennoch wurde er zunächst veröffentlicht, aber sehr schnell wieder gelöscht.

    Nun meine Frage dazu: Warum schalten Sie nicht grundsätzlich nur Kommentare, die den Regeln entsprechen, frei? Also warum löschen Sie unerwünschte Kommentare, statt nur die regelkonformen freizuschalten? Sicher wäre die Veröffentlichung der Kommentare verzögert, aber die stete Einhaltung der Regeln und die stete Qualität der Kommentare würde das begünstigen.

  21. Ich habe eine weitere Frage:

    Sie veröffentlichen Korrekturen, die reine Rechtschreibfehler ansprechen. Warum tun Sie das? Meines Erachtens erhöht das nicht die Qualität der Ergänzungsspalte an sich, sondern verwässert wiederum die reine Information darin. Ich lese die Regeln so, dass Sie genau diese Verwässerung (ob nun durch hate oder reinen subjektiven Meinungsbekundungen) mit den Regeln verhindern wollen.

    Ich finde es löblich, dass Sie auch solche (Tipp-)Fehlerkorrekturen dokumentiert lassen wollen, jedoch wäre ggf. die Bekanntgabe unter dem Text weniger störend für den Lesefluss der Ergänzungen. Wieso lassen Sie diese dennoch?

    1. Uns wäre auch lieber, wenn wir solche Fehler per Mail zugeschickt bekommen. Das ist allerdings eine weitere Hürde und wir wollen die Rechtschreibfehler gerne so schnell wie möglich korrigieren. Den Hinweis auf eine Korrektur in den Ergänzungen einfach zu löschen, halten wir ggü der kommentierenden Person nicht für fair. Aber Sie haben natürlich völlig recht: Diese Korrekturen stören den Lesefluss, sie sind nach der Korrektur eigentlich überflüssig.

      1. Das können aber auch die Korrigierenden selbst beeinflussen. Einem

        …(kann dann weg)

        würden sich die Moderatoren ja wohl nicht verweigern, oder?

  22. Ich halte moderierte Kommentare ohne Registrierung tatsächlich für den besseren Weg, da er einladender auf Leser wirkt, die eben nur eine kurze Anmerkung machen möchten und nicht zur Stammleserschaft gehören. Eine Registrierung ist eine Hürde, welche viele Leute davon abhalten würde, Ihren Gedanken zu äußern. Vielleicht in ähnlichem Maße, wie eine negative Kommentarkultur. Sie könnte auch die Gefahr bergen, dass die Plattform an ihre Meinungsdiversität allmählich durch eine Echobox tauscht, in welcher immer die gleichen Kommentieren. Insofern bin ich gespannt, wie sich die neuen Richtlinien auswirken werden.
    (Mit Registrierbarriere hätte ich das zum Beispiel nicht geschrieben)

  23. Nach sechs Jahren als Moderator (aka Zensurhure etc.) für die Leserkommentare beim „Tagespiegel“ und der „Welt“ finde ich eure Entscheidung richtig. Nahezu alle Diskussionen werden heute durch den Schwall an Hasskommentaren, übler Laune, rechter Propaganda zerrüttet und plattgemacht, und das geht durch alle Zeitungen, Formate und Foren. Eine Registrierpflicht bringt da wenig. Wer seinen Hass abladen will, registriert sich und lädt seinen Hass ab.

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