Öffentlichkeit

Richard Gutjahr lässt Domain von rechtsradikalem Magazin Compact pfänden

Der Journalist Richard Gutjahr wehrt sich gegen Hate Speech und Verschwörungsideologien mit juristischen Mitteln aller Art. Weil Compact ehrenrührige Verdächtigungen in Umlauf brachte und eine Gebühr nicht bezahlte, musste die rechtsradikale Postille jetzt um ihre Internetadresse bangen.

Eine Domainpfändung tut weh und löst beim Gegner in jedem Fall eine Reaktion aus. All rights reserved Richard Gutjahr

Schlechte Nachrichten für Jürgen Elsässer: Der Journalist Richard Gutjahr lässt die Domain des rechtsradikalen Magazins Compact pfänden. Gutjahr hatte zuletzt öffentlich gemacht, wie er und seine Familie über das Internet mit Hassbotschaften eingedeckt werden. Gutjahr steht im Fokus von Rechtsradikalen und Verschwörungstheoretikern, seit er zufällig beim Terroranschlag von Nizza vor Ort war. Ein Teil der Angriffe auf Gutjahr ging von Elässers Compact aus.

Wir finanzieren uns fast vollständig aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

Konkret geht es um einen Fall, in dem Richard Gutjahr das Verschwörungsbuch „verheimlicht – vertuscht – vergessen 2017: Was 2016 nicht in der Zeitung stand“ des Kopp-Autors Gerhard Wisnewski auf Amazon rezensierte. In diesem Buch, das mittlerweile vom Markt geklagt ist, hatte Wisnewski krude Verschwörungstheorien über Gutjahr verbreitet. Als die Rezension online war, rief Gutjahr auf Facebook dazu auf, dass seine Abonnenten und Freunde die Rezension als „hilfreich“ bewerten sollten. Daraufhin mobilisierte Compact gegen Gutjahr und warf ihm eine Zensurkampagne vor.

Gegen von Compact verbreitete ehrenrührige Verdächtigungen ging Gutjahr nun rechtlich vor und gewann erstinstanzlich vor Gericht. Weil Compact jedoch den in einem Kostenfeststellungsbeschluss festgesetzten vierstelligen Betrag nicht bezahlte, konnten Gutjahr und sein Anwalt Markus Kompa die Pfändung der Domain der Rechtspopulisten veranlassen.

Richard Gutjahr erklärt am Dienstag gegenüber netzpolitik.org, warum er ausgerechnet die Domain pfänden lässt:

„Ich habe mir mit großem Interesse das Mobiliar der Compact-Villa im letzten SPIEGEL angesehen. Es gab dort aber nichts, was mich interessiert hätte. Also haben wir uns für die Domain entschieden.“

Compact hat nach Auskunft von Gutjahrs Anwalt mittlerweile die Summe bezahlt. Auf eine Anfrage von netzpolitik.org reagierte der Querfront-Verlag nicht kurzfristig. Hätte Gutjahr die Kontrolle über die Domain erhalten, hätte er die Domain auf einen beliebigen Server transferieren und damit auch von ihm bestimmte Inhalte zeigen lassen können. Denkbar wäre auch eine Versteigerung der Domain gewesen.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
58 Kommentare
  1. Ob es jetzt Gutjahr jetzt besser gehen wird, mag bezweifelt werden. Schön wie sich die angeblich „neutrale“ netzpolitik.org darüber ergötzt.

    1. „Wir verstehen uns als journalistisches Angebot, sind jedoch nicht neutral. Unsere Haltung ist: Wir engagieren uns für digitale Freiheitsrechte und ihre politische Umsetzung.“ – https://netzpolitik.org/ueber-uns/

      Hat also nie jemand behauptet, dass man hier neutral wäre. Stattdessen zeigt man Haltung und das ist richtig so.

      1. Und warum sollte man gegenüber hasserfüllten Antisemiten und Verschwörungstheoretikern schon neutral sein? Im Gegenteil, da muss klar Kante gezeigt werden und sich mit den Opfern ihrer Gewalt solidarisiert werden. Genau das passiert hier, neben einer objektiven Berichterstattung über die Sachvorgänge.

        1. Sehe ich auch so. Wenn nur 10% dessen was laut Herrn Gutjahr an Angriffen gegen ihn läuft ist es schon eine Ungeheuerlichkeit. Davon abgesehen muss Journalismus nicht neutral sein, lediglich rechtschaffen und auf Fakten gestützt. Davon ist hier in jedem Fall auszugehen und online mobbendes Nazivolk braucht niemand.

          1. „Davon abgesehen muss Journalismus nicht neutral sein, lediglich rechtschaffen und auf Fakten gestützt.“

            Hach berwischt.
            Gut dass Berichte und Artikel von BILD und SPIEGEL auf Fakten gestützt und rechtschaffen sind.
            Wer immer noch meint die Mainstream Zeitungen seien viel seriöser, glaubwürdiger als alternative Medien, derjenige und diejenigen befanden sich in den letzten 8 Jahren vor allem seit der Eurokrise und Ukrainekonflikt in einem Tiefschlaf!

    2. ja, ich dachte auch dass ich aus versehen beim spiegel gelandet bin!

      ich mein „journalist“ und „rechtsradikal“!!!???
      na ja, eh egal, unser land hat fertig und es auch gar nicht anders verdient!

      1. Was ein Land „verdient“, ist mir eigtl egal. Auch bei „Volk“ bin ich agnostisch. Aber Menschen sollten schon vom Wahn Elsässers und anderer Rechter geschützt werden. Solidarität tut not.

      2. Genau. Das fanden auch andere schon vor Dir: „[…] wenn das deutsche Volk nicht bereit ist, für seine Selbsterhaltung sich einzusetzen, gut: Dann soll es verschwinden!“

        Du hast das übrigens falsch verstanden. Nicht der Journalist ist rechtsradikal, sondern Compact.

    3. Schlechtmonat, Sie als Compact Leser sind natürlich ziemlich betroffen, wenn ein von Internetnazis verfolgter Familienvater auf die dreiste Idee kommt, dem armen Elsässer seine Domain verpfänden zu lassen. Ich hoffe, dass sie mal eine ähnliche Verleumdungsaktion zu spüren bekommen.

  2. Tja, es wird mit harten Bandagen gekämpft.
    Ist immer noch besser als wenn alle mit dem Knüppel aufeinander losgehen.
    Bin mal auf die Opferinszenierung der Compact gespannt.

  3. Hahaha „In der Villa gab es abee nichts was mich interessierte“. Daumen hoch für Herrn Gutjahr. Coole Aktion! Ich hoffe die ganzen rechtsextremen lassen endlich wieder von ohm und seiner Familie ab. Das muss wirklich schrecklich sein.

  4. Hahaha „In der Villa gab es aber nichts was mich interessierte“. Daumen hoch für Herrn Gutjahr. Coole Aktion! Ich hoffe die ganzen rechtsextremen lassen endlich wieder von ohm und seiner Familie ab. Das muss wirklich schrecklich sein.

  5. Wolf sagt:
    23. Januar 2018 um 18:11 Uhr

    „Wir verstehen uns als journalistisches Angebot, sind jedoch nicht neutral. Unsere Haltung ist: Wir engagieren uns für digitale Freiheitsrechte und ihre politische Umsetzung.“

    Netzpolitik ist eine links-grüne Postille mit Regierungs – Nähe. Trotzdem immer wieder interessante Artikel. Man muss es ja nicht zu ernst nehmen. Compact ist genauso „wichtig“.

    1. Eine Frage : Das letzte Mal, als ich nachgesehen hatte, war linksgrün nicht in der Regierung. Also eher linksgrünes Kampfblatt oder Regierungspropaganda? Ist 50/50? 40/60? :D

    2. Schmunzel, linksgrün kann schon sein aber Regierungsnähe kommt einer Beleidigung gleich.
      Ich persönlich bin der Meinung, das das Land mehr links und auch mehr echtes grün sehr nötig hat.
      Leider sind die SPD und die Grünen neoliberal und kleine Kriegstreiber.
      Wichtige Themen, wie das in den achtzigern, im Gegensatz zu jetzt, ein Einkommen ausgereicht hat um eine vierköpfige Familie zu ernähren werden von Diskussionen überlagert wie viele Frauen im Vorstand sind. Nichts gegen Frauen im Vorstrand aber man könnte mit der gleichen Vehemenz für Abschaffung der Leiharbeit und gerechte Löhne für alle kämpfen. Ich vermute, das eine Frau Nahles eher nicht damit rechnet als Hausmeisterin zu arbeiten aber nicht unberechtigte Hoffnungen hat irgendwann mit einem schönen Posten im Vorstand der Firma XYZ oder der Bahn für ihre „Leistungen“ belohnt zu werden. Da besteht dann auch kein Handlungsdruck sich für diese Leute einzusetzen.
      Das Ergebnis ist das viele von denen AFD wählen. Das haben bei der letzten Wahl übermäßig viele gewerkschaftlich Organisierte getan. Auch wenn so eine Entscheidung bei Betrachtung von deren Programm für abhängig Beschäftige widersinnig ist.

      1. Gutjahr ist natürlich auch dran Schuld. [Anm. der Moderation: Dieser Kommentator nutzt den Namen eines anderen Kommentators, der früher hier kommentiert hat.]

  6. „musste die rechtsradikale Postille jetzt um seine Internetadresse bangen.“ -> „[…] ihre Internetadresse […]“, oder? Ansonsten ergibt das keinen Sinn.

  7. So wie das klingt, ging die Aktion mächtig in die Hose. Warum berichtet np.org über so eine Blamage? Die Gefahr die Domain zu verlieren bestand doch ganz offensichtlich gar nicht.

    Kann man Compact nicht schlauer an den Pranger stellen?

    1. Warum? Compact hat doch kleinlaut die geforderte Summe gezahlt. Dem Elsässer ging die Muffe. Und schlechte Anwälte müssen sie auch haben, wenn sie solche Fehler machen…

  8. [Anm. der Moderation: Wir haben hier einen Kommentar entfernt, der Beleidigungen und unwahre Tatsachenbehauptungen gegenüber Richard Gutjahr enthielt.]

    1. Welch bemerkenswerte Täter-Opfer-Umkehr sie hier betreiben. Der Mann hat sich gegen rechtsradikale Spinner gewehrt und sie faseln etwas von einer Opferrolle. Da kann man nur den Schädel auf den Kopf schlagen bei so viel Realitätsferne.

  9. Über eine Domain wird nicht nur ein Webserver adressiert sondern auch E-Mailserver.
    Eine Domainpfändung greift nicht nur in Publikationstätigkeit ein, sondern auch in nicht öffentliche Kommunikation.

    Steht Kommunikation nicht unter besonderem rechtlichen Schutz?

    Gutjahr hätte die E-Mails von Compact lesen können, sich als Compact Mitarbeiter ausgeben können und eventuell auch auch über die Passwortrücksetzfunktion auf andere Accounts von Compact Mitarbeitern zugreifen können.

    1. Hätte er machen können. Wäre deswegen nicht legaler gewesen als wenn Compact jetzt gehackt wird.

      Er hätte auch einfach die Domain der rechtsradikalen Idioten stillegen können. Was sollte, hätte man nicht alles machen können.

  10. Der Artikel ist unseriös getextet. Er suggeriert, die Domiain wäre kurz vor der Übernahme, am Ende erst die Auflösung, dass die Forderung schlicht bezahlt wurde. Als einer eurer Dauerspender erwarte ich, dass ihr seriöser schreibt. Wer braucht Clickbait?!!?

    1. Nein, es gab einen Pfändungsbeschluss und Compact hat dann gezahlt, um diesem zuvorzukommen. Die Meldung der Zahlung kam kurz vor Veröffentlichung des Artikels, weswegen dieser noch umgeschrieben wurde.

      1. Aber das ist doch aber Gang und Gäbe bei solchen Auseinandersetzungen, dass beide Seiten es bei sowas auf unangenehme Spitzen treiben. Ich würde sowas auch erst ganz zuletzt bezahlen und ich würde auch auf die Kronjuwelen beim Gegner zielen. Aber das hat das Niveau eines Ehestreits. Es ärgert mich, dass sowas dann der Aufhänger wird. Und „Ist doch umgeschreiben/ergänzt“ kommt bei mir eher an als „Move“, um den Aufhänger „wasserdicht“ zu machen. Ich möchte sowas lieber in ganz ganz abgekühlter Form lesen. Die Hitzköpfe tummeln sich ja hier schon alle…

        1. Find’s auch nicht „aufhängerwürdig“ aber denke nicht, dass man hier aus Rücksicht auf mutierte oder ferngelenkte Trolle nur kalt servieren sollte. Die sind so oder so in Lauerstellung…

  11. „Der Journalist Richard Gutjahr lässt die Domain des rechtsradikalen Magazins Compact pfänden“ – falsch. Markus Kompa sagt selbst: “ So hatte das Gericht gegen den Verlag erstinstanzliche Prozesskosten wegen der einstweiligen Verfügung festgesetzt, die der Verlag jedoch einfach nicht bezahlt hatte“, http://www.kanzleikompa.de/2018/01/23/kompakte-domain-pfaendung/. Prozesskosten stehen Kompa als Rechtsanwalt zu, nicht Gutjahr. Gutjahr war nicht in der Position zu entscheiden was gepfändet wird, und hätte auch keine „Kontrolle“ über die Domain erlangt.

    1. Steht da ja auch nicht. „[…] Also haben wir uns für die Domain entschieden.“… und *wir* sind „[…] Gutjahr und sein Anwalt Markus Kompa […]“. Dass die beiden sich entsprechend beraten haben geht aus dem Artikel hervor. Kontrolle muss ja nicht immer direkt erfolgen, sondern kann ja durchaus über seinen Anwalt gehen.

    2. Gut, war mein Fehler, weil ich, die Person hinter diesem Pseudonym, von Zivilprozessordnung auch keine Ahnung hatte: gegnerische Anwaltskosten hat die unterlegene Partei, in diesem Fall der Compact-Verlag, tatsächlich zunächst an den Prozessgegner, also an Gutjahr zu zahlen. Allerdings ist Gutjahr tatsächlich unzureichend beraten wenn er glaubt, er habe die Domain an sich pfänden lassen. Nachdem bereits u.A. Wisnewskis online-Artikel bei Kopp, Wisnewskis Buch und die Compact-Berichte darüber alle gerichtlich wegzensiert wurden, machen Gutjahr und Kompa dem Beobachter den Überlick auch nicht dadurch einfacher, jetzt auch noch einen simplen Pfändungsbeschluss in geschwärzten, so kaum verständlichen Ausschnitten zu publizieren, um damit wieder zu politisieren und in Triumphgeheul auszubrechen.

  12. Doch, im Artikel steht ausdrücklich und irreführend falsch: „Hätte Gutjahr die Kontrolle über die Domain erhalten, (…)“. Gutjahr wird offenbar von Kompa rechtlich unzulänglich beraten, bzw. Kompa selbst ist schlecht beraten, wenn er Gutjahr reinreden läßt.

    Pfändung betrifft eh lediglich die wirtschaftliche Verwertbarkeit. Im Fall der Pfändung von compact-online.de bleibt Jürgen Elsässer bis auf weiteres administrativer Ansprechpartner, inhaltliche Gestaltung und interner E-mai-Verkehr unter seiner Kontrolle. Deutschland ist nicht der wilde Westen. Daher hat das Gericht ja auch extra mitgeteilt: „die Verwertungsanordnung der gepfändeten Ansprüche bleibt einem gesonderten Beschluss vorbehalten“.

    1. Dasjenige was gepfändet wurde ist nicht etwa, wie im Artikel behauptet wird, die Internet-Domain selbst, sondern laut Gericht „die Gesamtheit der vermögensrechtlichen Ansprüche (…) einschließlich etwaiger künftig fällig werdender“, die der Compact-Magazin GmbH gegenüber der Denic eG aufgrund der Domain-Registrierung zustehen.

  13. Eine Domain pfänden weils weht tut, hat das nicht schon der Gravenreuth versucht ?
    Ach ja, Netzpolitik ist ja nicht neutral, und bewertet mit unterschiedlichen Maßstäben, je nachdem ob’s die Guten oder die Bösen machen…

    1. Lass mal Dein Gut/Böse-Denken weg und dann überleg mal welche Motive Gravenreuth hatte und welche wohl bei Gutjahr eine Rolle spielten?

  14. Allmählich wird das Gebahren drollig: Compact wird laut gestrigen eigenen Angaben (Artikel neue-maulkorb-attacke-gegen-compact-wir-weichen-nicht-zurueck/ )abgemahnt, nicht mehr zu behaupten, daß Gutjahr die Website hat pfänden lassen, daß Gutjahr versucht habe die Existenz von Compact und Mitarbeitern zu vernichten, nicht behauptet zu haben daß Gutjahr über Anschlags-Vorwissen verfügte, daß Gutjahr Compact-Inhalte habe löschen wollen, daß Compact im „Schulterschluss mit Kopp“ stünde, daß Gutjahr die Pressefreiheit angreife, bei einem Streitwert von sagenhaften Euro 48,000. Falls es Kompa bisher nicht um Löschung und wirtschaftliche Schädigung von Compact ging, dann jedenfalls ab jetzt. Nachdem Gutjahr doch schon selbst getwittert hatte, daß er habe „dann mal die Domain“ pfänden lassen, und Kompa mit dem Gedanken spielte „die Domain zu Versteigerung aufbieten zu lassen“.

    1. Was weinen Sie hier eigentlich für compact so rum? Die wollen doch „notfalls vor Gericht, um die freche Anmaßung zurückzuschlagen“, also, die wissen doch dort ganz genau, was sie machen, und müssen daher auch mit den Konsequenzen leben. Außerdem sind die Herrschaften bei compact durch „spezielle“ Gönner ausreichend mit finanziellen Mitteln ausgestattet. Kein Mitleid.

      1. Sehr geehrte Brigitte H., es ist halt mal wieder „ein Tag zum Heulen“. Mitleid verdient Richard Gutjahr für Auswahl seiner Anwälte. Bekannte Taktik offenbar, aus der Hüfte Schrotladung mehr oder weniger begründeter Unterlassungsforderungen losschicken, dann vor Gericht einen Vergleich anzustreben, bei dem der Gegner auf einem Berg Anwaltskosten sitzen bleibt. Nebenbei geht aus den Angaben von Compact nicht klar hervor, ob es sich bei den Euro 48.000,- nun um 7, 8 oder 9 Einzelforderungen handelt. Kasus Knaxus, wo sich Gutjahrs Anwalt eine gewisse Chance ausrechnet, könnte Forderung werden, nicht mehr zu sagen „f) die Behauptung ‚In Artikeln über Gutjahr hatte COMPACT nahegelegt, er habe beim Terroranschlag in Nizza wie auch beim Amoklauf im Olympia-Einkaufszentrum in München über Vorwissen verfügt‘ sei falsch“.
        Denn auch in der inzwischen vom Markt verschwundenen 2017er Ausgabe von „Verheimlicht, vertuscht, vergessen“ hatte Gerhard Wisnewski dahingehende Fragen an Gutjahr gestellt. Laut Gutjahrs Anwalt gibt es inzwischen ein Hauptsache- und ein Widerspruchsurteil gegen Wisnewski, und dessen gegen letzteres eingelegte Berufung halte das Oberlandesgericht Köln für aussichtslos. Andererseits stammt die wörtliche Behauptung „In Artikeln über Gutjahr hatte COMPACT nahegelegt, er habe beim Terroranschlag in Nizza wie auch beim Amoklauf im Olympia-Einkaufszentrum in München über Vorwissen verfügt“ nicht von Gutjahr, sondern dem Portal Meedia als einem unbeteiligten Dritten. Zudem, selbst ein gerichtliches Verbot des Stellens dahingehender Fragen an Gutjahr liefe nicht auf ein Verbot hinaus, der Meedia-Behauptung zu widersprechen.

        1. Mir als Laiin in Rechtsfragen sind die Strukturen oder Ansprüche dieser oder jener Forderung schwer zu erschließen. Was mir aber leicht fällt, ist eine Einordnung in Sachen Gerechtigkeit.

          1. compact beinflußt bewußt Leser/Öffentlichkeit mit unbeweisbaren Vermutungen, bauscht sie auf, und ja, beteiligt sich direkt oder indirekt an Hetze. Dies geschieht vorsätzlich, für mich ist also eine harte Strafe daher besonders wünschenswert. Wer gerne zündelt, muß auch mit den Konsequenzen leben. Und sich nicht ewig hinter dem Totschalgargument „Pressefreiheit“ verstecken.

          2. Ob dann compact auf einem Berg Anwaltskosten sitzen bleibt, hmm, mein Gerechtigkeitsverständnis würde sich über diese Auswirkung freuen. compact ist ja nicht verpflichtet, diese Risiken als Arbeitgeber oder Verlag einzugehen, und die eigene Existenz aufs Spiel setzen zu müssen (die jammern ja gerade sehr heftig ,vor allem die Kommentatoren sind herzergreifendst gerührt ob aller Ungerechtigkeit, die ihnen gerade widerfährt…). Sie zündeln gerne, also müssen sie auch zahlen (nicht unbedingt monetär), wenn es gebrannt hat und das Feueropfer einen gerechten, in welcher Art auch immer, Ausgleich will.

          3. compact braucht Strafe, sei es als Warnung, Umerziehung oder einfach aus Gerechtigkeit.
          Was müssen die auch eine einzelne Person rauspicken, weil der Mumm fehlt, sich mit richtig Mächtigen anzulegen?

          4. compact soll nicht so mitleidig um Spenden betteln, die Gönner unterstützen erklecklich und sind finanziell gut ausgestattet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.