Linkschleuder

Polizei nutzt mehr als 330 Social-Media-Profile

Vermittelt die Polizei nur eine begrenzte Sicht der Dinge? Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com Alex Perez

Laut einer Umfrage des Medienmagazins Zapp betreibt die Polizei in Deutschland 332 Profile auf Social-Media-Plattformen. Darunter sind 159 Twitter-Accounts und 138 Facebook-Accounts. Die restlichen 35 Profile verteilen sich auf Instagram, Youtube oder Snapchat. Zur Pflege der Accounts beschäftigt die Polizei bundesweit 80 Social-Media-Manager. Bei der niedersächsischen Polizei ist man sogar noch einen Schritt weitergegangen und hat zwölf Polizeibeamte mit persönlichen Social-Media-Accounts ausgestattet. Die followerstärksten Profile der Polizei sind das Polizeipräsidium München mit über 450.000 und die Polizei Berlin mit über 400.000 Followern auf Twitter.


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Der Polizei geht es darum sichtbar und erreichbar zu sein, doch das Engagement der Gesetzeshüter in den sozialen Netzwerken stößt auch auf Kritik. Netzpolitik.org hat vor ein paar Monaten eine Datenanalyse von mehr als hundert polizeilichen Twitterkonten durchgeführt und aufgezeigt, wie sich die Polizei in dem sozialen Netzwerk eine neue Öffentlichkeit schafft. Der Polizei- und Konfliktforscher Dr. Peter Ullrich äußerte sich gegenüber Zapp ebenfalls kritisch.

Mit der Nutzung von Twitter vollzieht die Polizei […] eine problematische Gratwanderung, sobald sie aktiv in die politische Deutung der Ereignisse eingreift, in denen sie zudem Konfliktbeteiligte ist.

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4 Kommentare
  1. Hmmm… aber verschaffen sich nicht alle Institutionen eine neue Öffentlichkeit über diese Netzwerke?
    Was ich viel problematischer finde ist das wenn gegen Leute von der Polizei ermittelt wird dies von der Polizei getan wird, oder dass man Polizeieinsätze nicht filmen darf zum Beispiel.
    Ich bin selbst Opfer von polizeilicher Repression geworden, hätte ich einen der Fälle gefilmt wäre nun ein Polizeioberkommisar und ein anderer Polizist seinen Job los!
    Damit hätte ich mich aber strafbar gemacht…
    Ich finde das verdient mehr Aufmerksamkeit als die selbstgeschaffenen Fakten der Polizei.

  2. Die Auffassung von Dr. Ullrich kann ich nicht teilen. Warum soll die Polizei nicht ihre Sicht der Dinge an die Öffentlichkeit tragen – solange sie nicht gegen REchte Dritter verstößt? GAnz im Gegenteil halte ich diese Aufklärung für notwendig. Die Polizei erklärt ihre Massnahmen, das ist doch bürgerfreundlich und weckt Verständnis – oder eben auch nicht. Letztlich entscheiden Gerichte darüber , ob deren Sichtweise richtig ist.

    Viel interessanter finde ich die Frage, was wohl Polizeibeamte in ihrem Privatleben machen. Die werden sicher gelegentlich einen persönlichen Account haben und damit Kontakte knüpfen. Wenn sie dabei Kriminalität feststellen, MÜSSEN sie sich in Dienst versetzen und jetzt plötzlich dienstlich ermitteln! Darf ein Polizeibeamter quasi undercover weiter ermitteln?

    Ich hab’s geprüft. ER darf.
    In einigen Bundesländern gibt es ERlasse, die das verbieten, die halte ich für rechtwidrig.

  3. Ohne Teilnahme würde man wieder Geheimniskrämerei und Filz tuscheln, mit social media sind sie wieder zu politisch. Ja was denn nun?

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