Öffentlichkeit

Öffentliches Geld? Öffentliches Gut!

Was von Steuerzahlern finanziert wird, sollte ihnen auch frei zur Verfügung stehen! Dafür engagiert sich die Kampagne „Öffentliches Geld? Öffentliches Gut!“. Sie fordert, dass öffentlich finanzierte Inhalte und Werke grundsätzlich Open Source-basiert sein müssen. Auf unserer „Das ist Netzpolitik“-Konferenz diskutierten wir, was dafür politisch passieren muss.

Leonhard Dobusch, Geraldine de Bastion, Constanze Kurz und John Weitzmann

Constanze Kurz, John Weitzmann und Leonhard Dobusch diskutierten auf unserer „Das ist Netzpolitik!“ – Konferenz unter der Moderation von Geraldine de Bastion über Open Source-basierten Content und darüber, wie man die Forderung „Öffentliches Geld? Öffentliches Gut!“ weiter auf die politische Agenda bringen kann. Das Panel war Teil der „Monsters of Law“-Veranstaltungsreihe von Wikimedia Deutschland. Wer nicht dabei sein konnte, kann es sich hier anschauen (oder direkt unter diesem Artikel). Dieser Artikel gibt einen Überblick über die wichtigsten Punkte der Diskussion. Alle anderen Aufzeichnungen unserer Konferenz findet ihr hier.


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Die große Frage, um die sich das Gespräch drehte, lautete: „Sollte das, was von Steuerzahlern finanziert wird, diesen auch grundsätzlich frei zur Verfügung stehen?“. In diesem Sinne forderten im Jahr 2017 über dreißig Organsationen, darunter der Chaos Computer Club, Wikimedia, die Free Software Foundation Europe und European Digital Rights, dass öffentlich finanzierte Softwareprojekte grundsätzlich Open Source-basiert sein müssen und stellten das aktuelle Auftragsvergabeprozedere in Frage. Doch das Prinzip sollte nicht auf Softwareprojekte begrenzt werden, sondern auf weiteren staatlich produzierten Content ausgeweitet werden. Anwendung finden könnte es zum Beispiel auch beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk oder im Bereich Bildungspolitik.

Frischer Wind in den Segeln

Die drei Panelisten diskutierten Ansätze für Veränderungen und besprachen, was sich dafür politisch bewegen muss. Die Forderung hinter „Öffentliches Geld? Öffentliches Gut!“ ist keine neue, aber die Free Software Foundation Europe hat es geschafft, ein europaweites Bündnis zu formen, das der Diskussion einen neuen Anstoß geben konnte. Ähnlich sieht es auch John Weitzmann von Wikimedia, der froh ist, keine „Abwehrkämpfe gegen noch schlimmere Regelungen führen zu müssen.“ Stattdessen geht es vorwärts und das Thema ist selbst im Deutschen Bundestag angekommen.

Über die Wichtigkeit des öffentlichen Diskurses, ohne den Dinge nicht vorangehen würden, waren sich alle einig. Das Wissen über Probleme im Bereich der IT-Sicherheit und der gezielten Desinformation sorgt, neben der gestiegenen Wertschätzung von freiem Wissen, für das gewachsene Interesse an dem Thema. Gegen Ende des Panels schlussfolgert Constanze Kurz: „Wir haben die guten Argumente auf unserer Seite und müssen sie nur anbringen.“

Video-Aufzeichnung des Vortrags:

Hier gibt es den Vortrag außerdem als Audio-Datei (mp3):

Alle Aufzeichnungen unserer Konferenz.

4 Kommentare
  1. „Wir haben die guten Argumente auf unserer Seite und müssen sie nur anbringen.“

    Constanze Kurz hat vollkommen recht. Was öffentlich (ko-)finanziert wird, muss selbstverständlich anteilig der Öffentlichkeit gehören und – im Falle immaterieller Rechte – frei verfügbar sein. Das muss natürlich ebenso für alle Entwicklungen und Produkte gelten, die staatliche Subventionen erhalten.

    Dass wir uns alle an das Gegenteil gewöhnt haben, ist einfach nur Irrsinn!

  2. In den USA muss das USGS topologische Karten kostenlos zur Verfügung stellen, hier muss man dafür zahlen.

    Auch zu erwähnen, die „UFO-Akten“ der Bundesregierung.
    Kein Witz, speziell die Expertenmeinungen die die Bundesregierung zu dem Thema bekommen hat.
    Wie die sich zieren. Ich vermute diese „Paranoiden“ haben Angst dass die dieses Thema verlachende Regierung (der Sprecher lachte öffentlich bei einem Presse-Termin) schlecht da steht, wenn man sieht dass der Gutachter das absolut ernst genommen hat.

    Genau so sollte man öffentlich machen dass sich die Bundeswehr damit beschäftogt, dafür sogar Strukturen existieren, wenn es Meldungen gibt.
    Brauchen wir erst einen „Flap“ über Deutschland (wie 89/90 über Belgien), damit auch die „dumme Masse“ diese Fragen stellt?
    In Frankreich kann man die Polizei rufen, die nimmt das ernst, und kommt mit einem Team Forensiker der „Geipan“ (Büro für unbekannte Flugobjekte) wenn man z.B. angibt etwas sei im Garten gelandet und wieder weggeflogen. Das gab es in Frankreich sogar zwei Mal. Ich glaube in beiden Fällen waren es sogar Wissenschaftler.

    Wenn der Deutsche Staat Trojaner entwickelt, dann aber bitte auch öffentlich zugänglich machen ;-) .

    Was es geben sollte sind öffentliche Schulbücher (auch als ebook), Lernsoftware auch höchstem Niveau. Und das dann kostenlos.
    Ich sähe schohn die Parasiten von Cornelsen und Co dagegen Klagen.
    Ist das nicht in anderen Ländern üblich staatliche Schulbücher zu haben?
    Gleich noch ein Internetportal dazu, auf dem JEDER ALLES von Grundschule bis Abitur lernen kann.
    Mit den neuesten Technologien. Text (~6600 Jahre), Video, interaktive Inhalte, „Gamification“, Spiele mit „Sucht“-Faktor, VR-Spiele etc..
    So dass sich jeder so lange wie man will bis auf Abiturwissen bringen kann.
    Wenn man will und kann auch von morgens bis Abends.
    Wenn es Spaß macht, Gamification, VR etc., dann macht man das auch gerne, und es wird natürlich auch besser gelernt, bleibt schneller erhalten.
    Dazu noch ein paar Hirndoping-Mittel… Kein Witz…

    Und was die Inhalte des ÖR angeht, die sollten ALLES ohne Zeitbeschränkung online stellen. Also auch jede Heute-Show von vor X Jahren.
    Am besten auch gleich das ganze Archiv, jede Tagesschau, jeden Bericht in der Lokalzeit, jeden Computerclub etc..
    Ein ÖR der mit 8Mia pro Jahr die Hälfte von dem bekommt was die NASA bekommt…

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