Öffentlichkeit

Netzpolitik-Podcast 152: Die Medien und das Google-Geld

Durch die Google News Initiative fließen viele Millionen Euro Förderung an Presseverlage in Europa. Was hat der Datenkonzern von seiner Großzügigkeit? Wir erzählen in unserem Podcast von unserer monatelangen Recherche zum Thema und unseren Ergebnissen.

CC-BY 2.0 Oliver Hinzmann/netzpolitik.org

150 Millionen Euro lässt Google binnen drei Jahren als Innovationsförderung in den europäischen Journalismus fließen – ein großzügiges Geschenk an die Medien. In einer monatelangen Datenrecherche arbeiteten wir auf, an wen das Geld geflossen ist und was die Google News Initiative genau fördert. Ein Schlüsselergebnis: Mehr als zwei Drittel des Geldes gehen an kommerzielle Presseverlage. Google fördert also vor allem andere private Firmen: eine einzigartige Form von Sozialhilfe unter Kapitalisten. Das meiste Geld ging nach Deutschland.


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Mit seinen Fördermillionen inszeniert sich Google als Gönner in Renaissancemanier. Der Datenkonzern immunisiert sich damit gegen Kritik der Medienbranche an seinen Geschäftspraktiken. Zugleich nutzt Google seine Nachrichteninitiative, um die Verlage noch enger an sein Produkt-Ökosystem zu binden. In unserem aktuellen Podcast erzählen wir davon, wie unsere monatelange Recherche zustande gekommen ist und was wir dabei noch so alles herausgefunden haben. Außerdem reden wir darüber, was die Google News Initiative für die Medienlandschaft in Europa bedeutet.

Hier ist die mp3-Datei zum Download. Alternativ bieten wir eine ogg-Datei an:


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Die Recherche zu Googles Geld und seinem Einfluss auf Journalismus und Medien in Europa ist ein Projekt von Alexander Fanta und Ingo Dachwitz. Unser Dank gebührt unseren Praktikant*innen Julian Pütz, Leo Thüer, Jannik Mertens und Wiebke Denkena für die Datenarbeit sowie Oliver Hinzmann für die Illustration und Luca Hammer für die interaktive Grafik. Ein halbes Jahr lang haben wir Informationen über Googles (Digital) News Initiative und den dazugehörigen Innovationsfonds gesammelt, eine Datenbank der geförderten Projekte aufgebaut und analysiert, Interviews mit Expertinnen und Experten, Verantwortlichen und Mittelempfänger*innen geführt. Am Ende sind sie überzeugt: Die Nachrichteninitiative bringt spannende Projekte hervor und doch ist sie ein Problem.

Bisher erschienene Texte:

Aufwendige Recherchen wie diese sind für uns nur durch Hilfe unserer Leserinnen und Leser möglich. Wir bitten darum, unsere Arbeit mit einer Spende zu unterstützen.

2 Kommentare
  1. Ziemlich Theoretischer und abgehobener Beitrag. Vermisse da ein bisschen den Bezug zur Wirtschaftlichen/Politischer Realität.

    “Google News” macht also genau das, was sie schon mit “Youtube” versuchten zu machen. Da ihre eigene Einnahmen zu steigern, indem sie die Produkte der von ihnen “gefeatureten” Partner/links attraktiver gestalten wollen, vor allem im bezug auf sich.
    Hört sich nach einer logischen Entscheidung an, die jedes Unternehmen so fällen würde, unter berücksichtigung des Rahmens in/unter dem sie sich bewegen.

    Und wenn zum Teil schon Zeitungen ihre G Suite benützen, scheint das sich ja auch zu bewähren.
    Airbus scheint ja auch zum gleichen Ergebnis gekommen zu sein. Von Amerikanischen Schulen mal gar nicht zu sprechen…

    Sicher hat Google News da Marktmacht, aber Verlage und Journalisten die da jahrelang von “Diensten” unterwandert und geschmiert werden und die von ihren Werbekunden und “Blattlinie” abhängig sind, da so darzustellen, als ob es nur Google sei die da Unabhängigkeit der Verlage bedroht, finde ich ein bisschen hanebüchen. -Da ist Wirtschaft und Staat/Militär/Dienst sicher um einiges einflussreicher, was den Inhalt angeht.

    War da nicht gerade eine Story in „Bloomberg Businessweek“ über „Spionage Chips“ welche sich da sehr fishy anhörte und prompt auch von den erwähnten unternehmen dementiert wurde?
    -Wer so Geschichten platzieren kann. Und lügen wie die russische beeinflussung der US Wahlen durch Facebook und Twitter am Leben erhält, dort sind die neuralgischen Punkte.
    Und da versuchten ja gerade die Unternehmen sich so wenig wie möglich einspannen zu lassen.
    Gab da ja am CCC noch einen guten Vortrag
    34C3 – Social Bots, Fake News und Filterblasen
    https://www.youtube.com/watch?v=6jNWl5d_DOk

    Was mich immer irritiert ist wenn jemand der etwas von Google angenommen hat und für den es anscheinend in der damaligen Situation das stimmige/richtige war, dann später das gegenteil verkündet.
    Wie er selbst sagt: “seine Meinung ist da voreingenommen”.

    Sonst wie immer danke für Eure tolle Arbeit!
    Aber gerade zu diesem Thema fand ich z.B.

    [Lange Youtube-Linksammlung entfernt]

    Erhellender und Stimmiger mit meiner eigenen Wahrnehmung z.B. der Berichterstattung wie sie gerade im Blätterwald stattfindet…
    Der bunte Kiosk der Presselandschaft – Die Anstalt vom 22. Mai 2018 | ZDF
    https://www.youtube.com/watch?v=MOpNkgFTuBU

    …Bis hin zu:
    The New Human Rights Movement | Peter Joseph, Nov. 8th 2017 Talk
    https://www.youtube.com/watch?v=GvkchZADaaA
    Empire Files: Peter Joseph & Abby Martin on Abolishing Capitalism
    https://www.youtube.com/watch?v=2HwFOo5rbZA

  2. „Was mich immer irritiert ist wenn jemand der etwas von Google angenommen hat und für den es anscheinend in der damaligen Situation das stimmige/richtige war, dann später das gegenteil verkündet.“

    Es handelt sich hier nicht um eine abstrakte Sache in der Vergangenheit, deren Konsequenzen für heute nicht korrigiert werden könnte. Daher gibt es eine konsequente Handlungsoption für das Heute:

    Konkrete Dinge wie Geld zurückgeben, unrechtmäßig angeeignete abstrakte Dinge wie Abschlüsse ablegen.

    Vertraue niemals der Moral einer inkonsequenten, oder schlimmer scheinheiligen Person.

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