Technologie

Wunderwaffe für Drohnen der Bundeswehr kommt aus Israel

Die Bundeswehr will im Leasingverfahren Drohnen aus Israel beschaffen und bewaffnen. Über die favorisierten Raketen herrscht strengste Geheimhaltung. Sogar Abgeordnete im Haushalts- und Verteidigungsausschuss erfahren hierüber nichts. Jetzt werden Details zu der Munition bekannt.

Die Lenkwaffe „Whip Shot“ des staatlichen Rüstungskonzerns Israel Military Industries soll in die die „German Heron TP“ eingerüstet werden. All rights reserved Israel Military Industries

Die von der Bundeswehr favorisierten Luft-Boden-Raketen für ihre Kampfdrohnen sind vom Typ „Whip Shot“ und stammen vom israelischen staatlichen Rüstungskonzern Israel Military Industries (IMI). Dies schreibt der Informationsdienst „Newsletter Verteidigung“ in seiner heutigen Ausgabe und bestätigt damit unsere Vermutungen zu der Munition. Auf Nachfrage zur Quelle erklärt ein Redakteur des nicht online erscheinenden Lobbyblatts, man habe die Information von der Luftwaffe erhalten.

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Die Bundeswehr will bis zu sieben Drohnen des Typs „German Heron TP“ des israelischen Herstellers Israel Aerospace Industries (IAI) beschaffen. Alle Details zur Bewaffnung sind auf Weisung der Regierung Israels als geheim eingestuft. Auch Abgeordnete, die im Haushalts- und Verteidigungsausschuss über das Leasing der Drohnen entscheiden sollen, erfahren hierüber nichts.

Laut Verteidigungsministerium ist die Munition weltweit einmalig

Die „Whip Shot“ wiegt 15 Kilogramm, wovon sechs Kilogramm auf den Sprengkopf entfallen. Damit ist sie gegenüber anderen Lenkwaffen verhältnismäßig klein. Der Hersteller hat die Rakete in 2012 auf einer Waffenmesse in Singapur präsentiert. Dem Informationsdienst „Israel Defense“ zufolge beträgt der Stückpreis 40.000 Dollar.

Das Verteidigungsministerium umschreibt die favorisierte Munition als „skalierbare und abstandsfähige Präzisionsmunition“. Gemeint sind Luft-Boden-Raketen, deren Angriff bis kurz dem Einschlag verzögert oder abgebrochen werden kann. Die Waffenbediener verfolgen die Flugbahn mithilfe einer Kamera im Kopf der Rakete. Auch die Wucht der Explosion kann nach dem Abschuss justiert werden. Für eine solche Waffe existiere laut dem Verteidigungsministerium „weltweit nur ein Produkt“.

Weil der Hersteller IMI die Raketen nur in israelische Drohnen einrüstet und nicht exportiert, hat sich das Verteidigungsministerium für die Drohnen des Typs „Heron TP“ entschieden. Dem „Newsletter Verteidigung“ zufolge sträuben sich die Generäle der Luftwaffe dagegen. Bei der Bundeswehr wird demnach das Konkurrenzmodell „Reaper“ des US-Herstellers General Atomics bevorzugt. Womöglich ist dies der Grund für die Indiskretion zur eigentlich geheimen Bewaffnung der „German Heron TP“.

Bundeswehr muss die Munition vor der Nutzung zertifizieren

Zur Herkunft der Munition hatte zuerst „Der Spiegel“ berichtet, es handele sich um Lenkwaffen mit der Bezeichnung „Jedi“, von denen die Bundeswehr zu Trainingszwecken sechzig Stück für rund 25 Millionen Euro ankaufen wollte. Der „Newsletter Verteidigung“ bestätigte dies zunächst. Weitere Quellen gibt es hierzu nicht, dem Internet ist die „Jedi“ ebenfalls unbekannt. Denkbar ist, dass der IMI-Konzern die „Whip Shot“ den deutschen Fähigkeitsforderungen anpasst und unter einem anderen Namen vermarktet.

Jede neue Munition der Bundeswehr wird auf ihre Sicherheit und Funktion überprüft und zertifiziert. Nach der weiterhin geplanten Unterzeichnung des Leasingvertrages für die „Heron TP“ will die Bundeswehr hierzu Erprobungsberichte aus Israel heranziehen.

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6 Kommentare
    1. ja jhb, genau deshalb funktioniert drohnenkrieg überhaupt. ohne vernetzungstechnik gäbe es diese art der kriegführung nicht. es handelt sich um ein „politisches werkzeug“, das die vernetzung der netze hervorgebracht hat.

      auch drohnenkrieg ist netzpolitik.

      leider. oder auch nicht. darüber wird hier berichtet und diskutiert, gerne auch mit ihnen.

      .~.

      1. Nicht wirklich. Militaertechnik dieser Art gaebe es auch ganz ohne das jetzige Internet, nicht umsonst steht DARPA am Anfang von dessen Entwicklung.

        Es interessiert einige Autoren hier, und unter dem Gesichtspunkt moeglicher Autonomer Drohnen hat es einen IT-Aspekt. Ansonsten steht es den Betreibern ja schlicht frei, was sie hier behandeln wollen…

  1. „Lenkwaffen mit der Bezeichnung „Jedi“, von denen die Bundeswehr zu Trainingszwecken sechzig Stück für rund 25 Millionen Euro ankaufen wollte“
    Wirklich mehr als 400.000€ pro Stück? Fehlt da ein Komma oder ist die Kampfdrone im Preis inbegriffen?

  2. ok dann nochmal :
    2 x Kommentare löschen geht zuweit.
    Herr Beckedahl!

    Wenn jetz nochmals gelöscht wird , lasse ich den BLOG einstellen !
    Das ist Zensur auf übelste Weise!

    Nochmal :
    Die Drohnen sind USA Drohnen , gesponsort von der Obama Regierung !
    Sie fliegen bereits seit 2 Jahren über Bayern zur Überwachung und Abscannen
    aller Daten inks handy wlan etc !
    Ohne Beachtung irgendwelcher Rechte .
    Es gab nie eine Abstimmung ob sie hier fliegen dürfen , auch nie dass sie Menschen abscannen und töten dürfen!

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