Thomas de Maizière: So gut kann Überwachung aussehen

Bundesinnenminister de Maizière gilt als DER bestgekleidete Politiker des Landes. Wir haben den Minister zum exklusiven netzpolitik.org-Style-Interview am Rande der großen Frühjahrs-Modenschau in Paris getroffen.

Als gestylter Partylöwe zieht der Innenminister Kameras und Fans gleichermaßen magisch an. CC-BY-NC-SA 2.0 Hubert Burda Media

Wo er auftaucht, wird Mode groß geschrieben. Jetzt hat uns der Innenminister exklusiv seine besten Style-Tipps anvertraut und verrät, warum er immer so gut aussieht.


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netzpolitik.org: Sie sind bekannt für Ihre minimalistischen und schicken Outfits. Was halten Ihre Mitarbeiter im BMI von Ihrem Style?

Thomas de Maizière: Eine Zeit lang war es für mich ein Indikator dafür, dass ich mit einem Look richtig lag, wenn einer der Mitarbeiter sagte: „Das geht gar nicht!“ Dann wusste ich: Genau das will ich anziehen!

netzpolitik.org: Waren da Sachen dabei, von denen Sie rückblickend sagen würden, dass Sie die besser nicht angezogen hätten?

Thomas de Maizière: Es gibt viele, von denen andere sagen, dass ich sie besser nicht angezogen hätte. Zum Beispiel der Tarnfleck-Kampfanzug, den ich bei meinem Auftritt in Afghanistan getragen habe. Mir ist so eine Kritik egal: Der Style war angemessen und vor allem authentisch.

netzpolitik.org: Bei der Pressekonferenz zu Ihrem neuen Sicherheitspaket tragen Sie ausschließlich zurückhaltende Farben. Warum?

Thomas de Maizière: Die Idee war, Farbwelten aufeinandertreffen zu lassen, die Gelassenheit und Ruhe ausstrahlen. Und die Mitarbeiter aus der Presseabteilung hatten ziemlich schnell andere Farben unter sich aufgeteilt. Da bin ich bei Anthrazit gelandet, weil ich auch auf jeden Fall was Leuchtendes, Strahlendes wollte, denn so sehe ich mich.

netzpolitik.org: Welche Farben gehören gerade noch zu Ihren Favoriten?

Thomas de Maizière: Zurzeit liebe ich privat Gold und Silber, überhaupt alles in Metallic. Und Sachen, die eine spannende Struktur haben. Ich fühle mich im Moment sehr aufgeraut, das möchte ich auch tragen.

netzpolitik.org: Spiegelt sich Ihre Stimmung immer in Ihrer Kleidung?

Thomas de Maizière: Definitiv! Mir wird man immer ansehen, was los ist. Ich kann mich auch nicht verstellen, ich bin ein schlechter Schauspieler. Das Wichtigste ist, dass ich mich in meinen Klamotten wohlfühle. Wenn ich das Gefühl habe, heute ist was Besonderes, dann kleide ich mich auch so. Aber natürlich gibt es bei mir auch Jeans-und-T-Shirt-Tage.

netzpolitik.org: Was geht immer?

Thomas de Maizière: Gestreifte Sachen. Mir passiert es total oft, dass ich was Neues kaufen will und dann doch wieder mit einem gestreiften Anzug nach Hause gehe, obwohl ich wirklich mehr als genug davon habe.

netzpolitik.org: Lange Zeit galt Heiko Maas als der schickste Minister. Haben Sie ihm den Rang abgelaufen?

Thomas de Maizière: Danke für diese Frage, aber das müssen die Menschen im Land entscheiden.

netzpolitik.org: Achten Sie beim Shoppen selbst auf Nachhaltigkeit?

Thomas de Maizière: Ja, früher waren mir solche Sachen egal, da ging es nur um die Farbe oder den Schnitt. Heute schaue ich schon, wo ein Teil herkommt. Und ich würde mir wünschen, dass alle großen Labels darauf achten würden, dass ihre Sachen fair produziert werden.

netzpolitik.org: Was empfehlen Sie, wenn man ein bisschen Minister-Feeling im Alltag haben möchte?

Thomas de Maizière: Das Selbstbewusstsein kann man nicht kaufen, aber Stück für Stück anziehen. Ich mache mich in erster Linie für mich hübsch. Das fängt schon bei schöner Unterwäsche an. Dazu glänzende Schuhe und auf alle Fälle was Glitzerndes. Dann kommt der Rest von alleine. Und immer daran denken: Man kann sich nicht so anziehen, dass es jedem gefällt.


Thomas de Maizière hat uns folgenden Look empfohlen:

Nachtrag: Dieser Artikel ist ein Aprilscherz und Teil der 1. April-Ausgabe 2017.

39 Kommentare
  1. Erst dieses Mode-Interview, bei dem der Innenminister gut wegkommt. Da dachte ich ja schon, jetzt ist es aus mit kritischer Berichterstattung. Aber habt ihr schon auf die Startseite gesehen? Die machen hier sogar Sponsored Content. Wasser predigen, Wein saufen, sage ich nur.

  2. „[Anm. der Moderation: Qualitätsjournalismus kostet Geld. Wir bitten um Verständnis, dass Werbetracker einfach zum Online-Publishing dazugehören.]“

    Hieß das letztens zum großen Spendenaufruf nicht noch anders, nämlich dass ihr euch auschließlich über Spenden finanzieren wolltet?
    Hab dafür auch sehr gerne etwas gespendet und hatte das jetzt eigentlich monatlich vor … eigentlich …

    Wer sich von Google finanzieren lässt, verliert jedenfalls ein großes Stück Glaubwürdigkeit.
    Wie wollt ihr so kritisch darüber berichten? Also da haben Googles Werbepartener sich was dagegen, wenn ihre Werbung neben „Fake News“ auftaucht.
    Zum Start der neuen Seite war ich wohl zu voreilig mit meinem Lob.
    Ab jetzt ein Dickes Minus für Spionage
    (doubleclick und vgwort habe ich bisher entdeckt. Mal gespannt welche Trackingseiten sonst noch so auftauchen. Nicht dass uMatrix je ein Skript zulassen würde, aber gibt noch genug unwissende Leute, die sich nicht zu helfen wissen)

    [Anm. der Moderation: Wir nehmen Ihre Kritik sehr Ernst und geben diese an den Leserservice weiter. Gleichzeitig verweisen wir aber auch schon einmal darauf, dass ab Mitte Mai diesen Jahres das Feature „Netzpolitik Plus“ unser Angebot ergänzen wird.]

    1. Gestern schreiben die noch, dass mit Werbetrackern Malware auf den Rechner kommt. Und heute machen sie mit bei dem Spielchen. Verlogener gehts nimmer …

      [Anm. der Moderation: Wir nehmen Ihre Kritik sehr Ernst, bitte wenden Sie sich schriftlich an leserservice@netzpolitik.org]

      1. Ihr nehmt kostenlos Kritik an? Ist das zeitgemäß?

        [Anm. d. Redaktion: Gerne können Sie Ihre Kritik kostenpflichtig für 100 Satoshi an markus [ett] netzpolitik.org richten. Rechnung in digitaler Form folgt innerhalb von 3,141 Werktagen. Danke.]

    2. netzpolitik läßt sich sicher nicht von google finanzieren – die haben auf der Startseite nur zwei Videos von Youtube (via iframe) eingebunden und darüber kam doubleclick dann bis zu Deinem uMatrix. Wenn deswegen überhaupt jemand von google Geld bekommt, dann sind es die Kanäle „KinoCheck“ und „Scorch Bonnet“, welche nix mit netzpolitik.org zu tun haben.

  3. DPA meldet gerade, die GroKo will ab 2018 den 1.April verbieten, wegen FakeNews. Der April wird zukünftig direkt mit dem 2.April beginnen.

  4. Die Idee finde ich großartig, aber in Zeiten, in denen nur noch Headlines gelesen werden und keiner Lust hat eine Sekunde innezuhalten, sondern gleich seine Wut in Facebook zu schmieren, befürchte ich, wird dieser Aprilscherz heute eine Gefahr für die Reputation von Netzpolitik.

    Anders gesagt, ihr habt eure Leser intellektuell überschätzt. Die Mehrheit ist nicht klüger, besonnener oder kontrollierter als die Leser des Abschaums namens BILD.

  5. Ist das ein Aprilscherz oder ist unser Verteidigungsminister wirklich so hohl: „der Tarnfleck-Kampfanzug bei meinem Auftritt (?) in Afghanistan war angemessen und authentisch“.

  6. Vielen Dank für den Blick hinter die Kulissen deutscher Politik.
    Interessant wäre noch die Frage gewesen, ob Herr de Maizière seine Agenda auch hin und wieder von der Garderobe abhänig macht. Ob er z.B. Themen vertagt, wenn der dazu passende Schwarze Anzug gerade in der Wäsche ist?

  7. Schön zu sehen, dass Netzpolitik.org sich inzwischen vermehrt auch um gesellschaftlich relevante Themen wie Mode kümmert.
    De Maizière is auch einfach hot! Danke! Weiter so! :)

  8. Slightly off-topic, jedoch ernst gemeint Frage:
    Kennt jemand eine _verlässliche_ Quelle für de Maizières Körpergröße?

    Danke.

    1. Anhand dieses Photos lässt sich abschätzen, dass er circa zehn Zentimeter kleiner als Karl Theodor zu Guttenberg ist.

      Laut web.de soll Guttenberg 185cm groß sein. De Maizière müsste demnach ca. 175cm groß sein.

      Bei der Gelegenheit: Beste Grüße aus der Brigitte-(Home-Office-)Redaktion & vielen Dank für diesen auflockernden Beitrag!

  9. Also eine Sache verstehe ich nicht, wieso steht keiner dagegen auf? Die Verstoßen nicht nur massiv gegen nationales Recht auch internationales Recht wird hier systematisch verletzt:

    „Niemand darf willkürlichen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung und seinen Schriftverkehr […] ausgesetzt werden. Jeder hat Anspruch auf rechtlichen Schutz gegen solche Eingriffe oder Beeinträchtigungen.“ Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

  10. Wow, ihr habt euch ja mächtig für den 1. April ins Zeug gelegt. Man merkt, dass ihr richtig Spaß an der Fake-Seite hattet. Ich übrigens auch ;)

  11. Na endlich bringt dieses Blog mal dem Datum angemessen ernstzunehmende „Inhalte“. Wirklich viel informativer als sonst. Prima, weiter so.

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