Linkschleuder

Teenagerin für Erfindung des Kopftuch-Emojis gewürdigt

Bislang konnten Millionen von Frauen, die einen Hijab tragen, kein passendes Emoji von sich benutzen. Denn ein Emoji einer Frau mit Hijab gab es nicht, es klaffte eine Repräsentationslücke. Das hat sich mit dem Schriftsatz Unicode 10 geändert. Das Kopftuch-Emoji ist auf dem iPhone seit dem Update auf iOS 11.1 verfügbar, unter Android ist das Emoji ab Version 8.0 integriert.

Wir finanzieren uns fast vollständig aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

Erfunden und gefordert hat das Emoji die 16-jährige Schülerin Rayouf Alhumedhi aus Wien. Das Time Magazine listete sie wegen ihres Engagements als eine der dreißig einflussreichsten Teenager der Welt auf. Neben sehr viel Zuspruch erntet die Teenagerin jetzt auch die üblichen Hassmails von Menschen, die in der gestiegenen Diversität des Zeichensatzes den Untergang des Abendlandes wittern, berichtet Spiegel Online.

Alhumedhi ist am Donnerstag, den 7. Dezember, beim Netzpolitischen Abend in Wien zu Gast.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
16 Kommentare
  1. Ihr legt es aber auch echt darauf an Trollkommentare zu bekommen, oder? ;D

    Beim Thema Emoji bin ich lediglich amüsiert, dass man mir meinen Revolver mit einer Wasserpistole ersetzt hat, die Schwerter und der Bogen jedoch beibehalten wurden. Jetzt bin ich halt Sportwasserschütze bei Signal. :D

    Ehrlich gesagt fehlt mir aber noch ne Super Soaker für die Disziplinen mit Lang(wasser)waffen. Wo könnte ich sowas einreichen?

    Ansonsten von mir aus lieber mehr als weniger emojis. Es fehlen grundsätzlich eine ganze Menge an Symbolen und Gegenständen.

  2. Bei solchen Texten fragt man sich, ob Frauen mit Kopftuch unter ihrem Tuch etwa noch ein Kopftuch tragen. Bisher dachte ich immer, alle Männer und Frauen kommen nackt auf die Welt, und sind unter ihrer Kleidung alle mehr oder minder gleich (wenn man vom Melaningehalt der Oberhaut sowie einer kleinen Streubreite der menschlichen Anatomie absieht).

    Es wäre sehr schön, das könnte sich langsam herumsprechen. Ob jedoch die sogenannte “Diversifizierung”, also das Herausstellen der Unterschiede, zum Verbreiten dieser Nachricht hilfreich ist oder nicht vielmehr kontraproduktiv, das sei zur Diskussion gestellt.

  3. Die urspruenglichen Emoticons sind abstrakt und damit vollstaendig universal verwendbar und verstaendlich.

    Die Emoji werden immer ausdifferenzierter, spezieller und damit immer unbenutzbarer und unverstaendlicher.

    Das ist keine Weiterentwicklung oder Verbesserung, das ist eine Selbstabotage.

  4. Kann Kopftuchsmileys nichts Positives abgewinnen. Warum die hier so bejubelt werden, will sich mir nicht erschließen. Diversität muss nicht zwingend etwas Positives sein; jene Werte, die mit dem Kopftuch einhergehen, stehen völlig konträr zur Toleranz und den Frauenrechten. Eine geballte Faust, ein ausgestreckter Mittelfinger gen Westen. Dass die Kopftuchbilder von einer saudischen Diplomatentochter gefordert wurden, verleiht dem ohnehin schon fragwürdigen Gesamtbild eine ganz besondere Note.

    1. Es geht um weltweite gesellschaftliche Realitäten. Es gibt weltweit um die 500 Millionen Frauen, die ein Kopftuch tragen. Es ist vollkommen egal, ob Du das Kopftuch nicht magst, für diese Frauen ist es Lebensrealität. Und sie können diese in Emojis nicht ausdrücken, sind also nicht repräsentiert. Deswegen ist es nur logisch, dass es ein Emoji mit Hijab gibt. Das bricht doch niemand einen Zacken aus der Krone: Lasst die Leute doch einfach leben, wie sie leben wollen. Der Hijab wird von vielen Trägerinnen auch nicht als Unterdrückung wahrgenommen. Und wenn sich die Frauen vom Hijab befreien wollen, dann werden sie es selber tun. Sie brauchen dafür nicht die ganzen klugen deutschen Männer (und Frauen), die ihnen sagen, wie die Welt besser wäre und dabei eigentlich die Abschottung ihres eigenen Landes vor anderen Kulturen und Religionen meinen.

      1. „Und sie können diese in Emojis nicht ausdrücken, sind also nicht repräsentiert.“

        Was für ein absurder Gedanke! Wenn ich ein Mann mit Hut bin und diesen Hut auch immer trage, dann brauche ich ganz sicher nicht ein behütetes Mini-Me in der Onlinewelt, nur um mich „repräsentiert“ zu fühlen. Diese gesamte Diversitätsdenke ist von vorne bis hinten völlig kaputt.

        „Sie brauchen dafür nicht die ganzen klugen deutschen Männer (und Frauen), die ihnen sagen, wie die Welt besser wäre“

        Woher weißt du, dass sie es nicht brauchen? Deine Haltung ist doch auch nur eine Spielart westlicher Arroganz. Wenn man mit arabischen Frauenrechtlerinnen spricht, wird man sehr wohl mit einem gerüttelt Maß an Kopftuchkritik konfrontiert. Nur leider waren die arabischen Frauen den westlichen Moralisten schon immer egal, während man den Islamisten alle Aufmerksamkeit geschenkt hat.

        1. Nach der Repräsentationslogik brauche ich dringend Sportschützen Emojis und mein Jäger-Kumpel Jäger Emojis. Natürlich inklusive Jagdbüchse.

          Wer setzt sich für uns ein? ;-*

      2. „Und sie können diese in Emojis nicht ausdrücken, sind also nicht repräsentiert. !“

        Ahhhrg. Das ist echt sowas von… ich sag nix. Du drückst doch mit einem Emoji nicht DICH aus, wie du lächelst/weinst/dich ärgerst, sondern einfach nur ein Gefühl. Und ein Lächeln mit Kopftuch ist exakt dasselbe wie… aaaach, ich versuche es gar nicht weiter.

  5. Ich habe ja nie verstanden, warum Emoji ein Gender, Hautfarbe und was auch immer brauchen.

    Und wenn man emoji’s schonmal ein Gender gibt, dann hätte man doch wenigstens die Hautfarbe beim guten alten Simpsons-Gelb belassen können.

    Absolut verrückt! Wenn das so weitergeht bestehen moderne Betriebssyteme nur noch aus Gigabyteweise Emoji Fonts!

      1. Der war gut *lach*

        Doch, hatte damit zu tun, warum sowas fuer manche Leute eine wichtige Meldung ist und warum das eigentlich nicht zielfuehrend ist. Aber Wahrheit tut halt weh…

  6. (unabhängig das ich selber finde, die Emojis niemals in Unicode hätten landen sollen…)

    Bitte beachten, der Vorschlag war jedem ein Kopftuch zu geben, der eins haben will:

    We propose the encoding of a HEADSCARF emoji, as well the creation of a ZWJ sequence WOMAN+SCARF to show a WOMANINAHEADSCARF or WOMANINAHIJAB emoji.
    We also propose the accompanying MAN IN A HEADSCARF (keffiyah) emoji ZWJ sequence.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.