Öffentlichkeit

Mehr als die Hälfte aller Tweets von Bundestagsabgeordneten erhalten keine Retweets

Grafik: bundestwitter.de

Im Jahr 2016 haben Mitglieder des Deutschen Bundestages insgesamt 141.140 eigene Tweets versendet. Mehr als die Hälfte dieser Tweets wurde kein einziges Mal geretweetet. Das geht aus einem Report der Seite bundestwitter.de hervor. Die Seite sammelt und analysiert die Tweets aller Mitglieder des Bundestages und der Fraktionen.


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Tweet des Jahres wurde der rassistische Tweet der CDU-Abgeordneten Erika Steinbach, in dem diese ein Bild eines von dunkelhäutigen Menschen umringten blonden Mädchens mit der Aufschrift „Woher kommst du denn?“ verbreitete. Das Bild war aus dem Kontext gerissen und unerlaubt genutzt worden, um Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen. Der Tweet erhielt 10.960 Retweets. Er ist auch deshalb interessant, weil er die Felder Fake News, Hate Speech und Desinformation berührt, über die gerade diskutiert wird.

Bundestwitter erstellte zudem einen Medaillenspiegel mit den Tweets der Woche. Dabei werden nur die jeweils drei erfolgreichsten Tweets der Woche berücksichtigt. Hierbei stellte sich heraus, dass die LINKE mit deutlichem Abstand mit ihren Tweets die größte Verbreitung fand.

Schaut man sich die Politiker mit den meisten Retweets in der Wochenwertung an, so gewinnt Sahra Wagenknecht (121) vor Erika Steinbach (47) und Gregor Gysi (21).

11 Kommentare
  1. Die Daten in der Tabelle der Grafik passen nicht:
    Die SPD hat insgesamt 12 Tweets im Ranking.
    Die Grünen hat insgesamt 17 Tweets in den Ranking und gewichtet sind es bei den Grünen 36 Punkte, wenn man den Daten der Tabelle glaubt. Zählt man aber die farbigen Felder ab, so gibt es bei den Grünen 7 mal Platz 3 und damit 21 Tweets im Ranking. Dann stimmen auch wieder die 40 gewichteten Punkte.

    Aber: Die Daten sind bereits auf der Seite von bundestwitter.de inkonsistent!

    1. Oder auch „Die Linke“-Wähler leben in der kleinsten Informationsblase. Twitter = netzaffin passt aus meiner Sicht auch nicht. Eher Neigung zu Schwarz-Weiß-Sicht, jedenfalls ist Argumentation per Twitter ungemein schwerer als über jedes andere bekannte Medium.

    2. Weitere Alternative in Ergänzung meiner Schwarz-Weiß-These: Populisten punkten. Wenn in der nächsten Auswertung absehbar die AfD auftaucht, könnte sich diese These bestätigen.

  2. „Er ist auch deshalb interessant, weil er die Felder Fake News, Hate Speech und Desinformation berührt, über die gerade diskutiert wird.“

    Ich dachte immer, dass nur Nachrichten „Fake News“ sein können. Dieser Tweet versucht jedoch nicht den Anschein einer Berichterstattung zu erwecken, sondern soll lediglich eine Befürchtung des Autors ausdrücken (selbst, wenn diese unbegründet ist).

  3. Interessanter wäre die Ausrüstungsstufe der Bundestagsabgeordneten bei World of Warcraft. Nur so wissen wir, wer wirklich gewinnt. Falls das irgendwie wichtig ist.

  4. Setzt man den Spitzenreiterinnentweet als Maßstab könnte man im logischen Umkehrschluß auf die Idee kommen, daß die nichtretweeteten Absonderungen so toll waren, daß denen einfach nichts hinzuzufügen ist. Alternativ könnte es natürlich auch Beliebigkeit sein.

    Wer liest sowas überhaupt?

  5. Mich wundert nicht, dass viele Tweets nicht einen Retweet erfahren. Tweets von MdBs geben oft nur ihre Termine wieder, die sie wahrgenommen haben. Twitter als Bratwurstjournalismus. Oder aber die Accounts sind nur in Wahlkampfzeiten aktiv. Für viele sind solche Inhalte komplett irrelevant.

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