Ein Betreiber eines Tor-Exit-Nodes, Dmitri Bogatow, ist vor Ostern in Russland verhaftet worden. Tor-Exit-Nodes sind Endpunkte des Anonymisierungsnetzwerks Tor, das von Freiwilligen angeboten wird. Was Nutzer über das Tor-Netzwerk verbreiten, liegt nicht in der Hand der Tor-Knotenpunkte-Betreiber. Dennoch wird Bogatow vorgeworfen, politische Proteste organisiert zu haben.
Offenbar wollte der Mathematiker und Aktivist am 12. April zusammen mit seiner Frau zu einer Veranstaltung nach Italien reisen. Nach Angaben seines Anwaltes wurde Bogatow kurz vor der Reise festgenommen:
[T]he suspect had been interrogated and accused, formal charges were brought against him, and he was detained.
Der Verdächtige wurde befragt und angeklagt, offizielle Anschuldigungen gegen ihn sind erhoben worden, und er wurde inhaftiert.
Die Anschuldigungen werden konkret mit dem Betrieb seines Tor-Endknotenpunktes in Verbindung gebracht. Daher wurde unter dem Motto „Freiheit für Dmitri Bogatow“ eine Solidaritäts-Kampagne gestartet. Auch das Tor-Projekt hat sich bereits geäußert und gibt an, die Entwicklung im Falle Bogatow beobachten zu wollen. In der Debian-Community wird ebenfalls zur Solidarität aufgerufen, da Bogatow neben seinem Engagement beim Tor-Projekt auch seit Jahren als Debian-Entwickler aktiv ist.
Aktivisten des Tor-Projekts organisierten auch einen Flashmob, um alle dazu aufzurufen, nun selbst Tor-Knotenpunkte zu starten. Wer sich also solidarisieren möchte: Nur zu!
