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Buzzfeed analysiert rechtsradikale Fake-News-Schleuder

Öfter mal was Neues in Sachen Empörungsmarketing. Ein bekannter Rechtsradikaler lockt mit Fake News zu seinem T‑Shirt-Shop.

  • Markus Reuter
Diese Fake-News-Methode nutzt veränderte oder erfundene Zitate, die Politikern im Facebook-Vorschaubild in den Mund geschoben werden.

Buzzfeed hat sich eine Variante von Fake News in Deutschland mal genauer angeschaut:

Die Seite Blog.Halle-Leaks.de hat einen ganz eigenen Weg gefunden, Leser auf ihre Seite zu locken. Sie nehmen Nachrichten, suchen sich einen Aspekt heraus und verbreiten diese mit verfälschten oder erfundenen Zitaten auf den Facebook-Vorschaubildern.

Die Seite gehört dem dem bekannten Rechtsradikalen Sven L. Der betreibt nebenbei noch einen T‑Shirt-Shop, deren Banner auf der Fake-News-Webseite zu sehen sind. Es handelt sich bei dieser Art von Empörungsmarketing um ein Fake-News-to-Online-Shop-Geschäftsmodell.

Buzzfeed hat in seiner Analyse auch überprüft, wie oft die Postings von Halle-Leaks auf Facebook geteilt werden. Im Falle des oben dargestellten Maas-Zitates löste dieses doppelt so viele Interaktionen auf Facebook aus wie der Originalartikel von Bild.de, auf den Sven L. dann auf seiner Seite verlinkte. Sven L. selbst hält sein Vorgehen übrigens für legitim. Die verwendeten Texte seien keine Zitate, sondern nur seine Interpretation der Nachricht.

Eine ähnliche Clickbait-Taktik nutzte übrigens die Huffington Post Deutschland im vergangenen Jahr, als sie mit zweideutigen Anreißertexten ihre Artikel rassistisch auf Facebook vermarktete. Später entschuldigte sich das Medium dafür.

Über die Autor:innen

  • Markus Reuter

    Markus Reuter recherchiert und schreibt zu Digitalpolitik, Desinformation, Zensur und Moderation sowie Überwachungstechnologien. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit der Polizei, Grund- und Bürgerrechten sowie Protesten und sozialen Bewegungen. Für eine Recherchereihe zur Polizei auf Twitter erhielt er 2018 den Preis des Bayerischen Journalistenverbandes, für eine TikTok-Recherche 2020 den Journalismuspreis Informatik. Bei netzpolitik.org seit März 2016 als Redakteur dabei. Er ist erreichbar unter markus.reuter | ett | netzpolitik.org, sowie auf Mastodon und Bluesky.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP)


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4 Kommentare zu „Buzzfeed analysiert rechtsradikale Fake-News-Schleuder“


  1. Schatten

    ,

    Ist Clickbait nicht das Geschäftsfeld von Buzzfeed??? o.O
    „Ich untersuche den Mord. Ich kenne mich super damit aus.“
    – John … ähhh Jack the Ripper


    1. Viele scheinen das verpasst zu haben, aber Buzzfeed hat vor etwa drei Jahren damit begonnen ein Team aus investigativen Journalisten aufzubauen, darunter auch Pulitzer-Preis-Gewinner wie Mark Schoofs, der das Team dort leitet. Die betreiben handfesten Journalismus, der sich sehen lassen kann.

      Also Merksatz: ‚Buzzfeed News’ ist nicht das gleiche wie ‚Buzzfeed: 9 Katzenbilder, die dich zum weinen bringen werden’.

      [1] https://www.taz.de/!5233291/
      [2] http://www.nytimes.com/2013/10/22/business/media/buzzfeed-hires-pulitzer-winner-to-head-investigative-unit.html


  2. Schatten

    ,

    Ach ja … und die „analysieren“? … ernsthaft jetzt XD
    Vermutlich ist das nach Pispers gemeint … anal und lyse ;)

    made my day =)


  3. […] der Bild-Zeitung, der nur auf 230.000 Interaktionen kommt. Der Videoclip wird – auch das eine klassische Methode von Fake-News – mit der irreführenden Überschrift „Deutsche müssen Gewalt von Ausländern […]

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