Die taz hat in einer Reportage die Geschichte eines Informatikers nachgezeichnet, der beim Militärbündnis NATO die IT-Sicherheit verbessern will und deswegen im Jahr 2013 verurteilt wird. Wegen Landesverrat.
Manfred Klag arbeitet 30 Jahre für die NATO, baut schon früh EDV-Infrastrukturen auf. Als das Militärbündnis 2008 das neue Informationssystem DHS einführt, entdeckt er Sicherheitslücken. Diese führen dazu, dass geheime Dokumente allen im System zugänglich sind. Auch seine private Gehaltsabrechnung steht im NATO-Netz den Kollegen zur Verfügung.
Weil er mehrmals erfolglos Kritik angebracht hat, erstattet er schließlich am 24. Februar 2010 beim Leiter der Nato-Behörde Anzeige. Um eine Antwort zu erzwingen, fordert Klag 5.000 Euro Schadensersatz. Der Stein gerät ins Rollen.
In Folge seiner Anzeige drängen ihn Generale der NATO immer wieder zum Schweigen. Doch der Whistleblower entdeckt weitere Sicherheitslücken, wie Kai Schlieter in der Reportage berichtet:
Klag, ein Nerd, über 30 Jahre im Dienst des mächtigsten Militärbündnisses der Welt, mailte sich 11 Excel-Dateien, in denen Passwörter steckten. Diese gelten später als Staatsgeheimnis. Sie waren allerdings nicht als Verschlusssache eingestuft. Die Passwörter bestanden aus fünf Buchstaben und entsprachen der Werkseinstellung des Hardwareherstellers.
Der Fall nimmt seinen Lauf, der NATO-Geheimdienst heftet sich an Klags Fersen. Das Magazin Focus spricht von kriminellen Machenschaften des Whistleblowers. Der Bericht ist geschrieben von Josef Hufelschulte, einem Focus-Reporter, der vom BND als Mitarbeiter geführt wird. Als der Fall bei Generalbundesanwalt Harald Range landet, verfasst dieser die 56-seitige Anklageschrift. Dort steht, der Verrat der Daten bedrohe die Bundesrepublik in ihren Grundfesten. Range „übersieht“ in der Anklageschrift die komplette Vorgeschichte und die zahlreichen Versuche Manfred Klags, die NATO-Sicherheit zu verbessern. Das Oberlandesgericht Koblenz verurteilt Manfred Klag am 19. Dezember 2013 zu sieben Jahren Haft wegen Landesverrat.
Die komplette, lesenswerte Reportage und viel mehr Details gibt´s in der taz.
