Linkschleuder

„Offenes Geheimnis“ – eine Publikation zur digitalen Selbstverteidigung

digitale-selbstverteidigung


Netzpolitik.org ist unabhängig, werbefrei und fast vollständig durch unsere Leserinnen und Leser finanziert.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung hat einen Reader zum Thema Überwachung und digitale Selbstverteidigung (PDF) veröffentlicht. Die 40-seitige Publikation der Autorin Susanne Lang zerlegt in elf Kapiteln Mythen zur Überwachung, liefert Fakten für Diskussionen und gibt praktische Tipps, wie man sich selbst schützen kann.

Das funktioniert in weiten Teilen gut: In den Beiträgen werden viele Grundbegriffe und aktuelle Problemstellungen der Überwachung erklärt. Dass die Publikation dies immer auch mit sozialen Aspekten verbindet, sticht positiv hervor. Der Reader richtet sich auch gegen das Ohnmachtsgefühl, das sich angesichts der schon existenten Überwachung und der geplanten Verschärfungen breitmacht. Das ist in diesen Zeiten wichtiger denn je.

Wirklich schade ist, dass sich die Rosa-Luxemburg-Stiftung nicht einmal bei diesem Thema zu einer Creative-Commons-Lizenz durchringen konnte. Was bringt es, wenn man solche sinnvollen Hefte und die einzelnen Texte mit dem klassischen Urheberrecht vor der Verbreitung und Weiterveröffentlichung schützt?

Inhaltverzeichnis des Readers

  • Ich hab nichts zu verbergen, denn ich tue nichts Verbotenes.
  • Google, Facebook und Co sind noch viel schlimmer!
  • Die Geheimdienste sammeln nur Metadaten.
  • Dass Geheimdienste überwachen, ist doch nichts Neues!
  • Privatsphäre interessiert doch die Leute von heute nicht mehr. Sind doch alle bei Facebook!
  • Computersicherheit ist viel zu kompliziert und nur was für ExpertInnen – ich hab gar keine Zeit, mich um Verschlüsselung zu kümmern.
  • Wir müssen uns vor Cyberterroristen schützen.
  • Die deutsche Regierung sollte dem Treiben der Amerikaner einen Riegel vorschieben.
  • Wir brauchen politische Lösungen, keine technischen.
  • Man kann sowieso nichts dagegen tun.
  • Was tun?

Die Printversion des Readers ist unter bestellung@rosalux.de kostenlos erhältlich.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
15 Kommentare
  1. Muss denn alles Denglisch geschrieben sein? Unter „Reader“ verstehe ich ein Programm zum lesen von Texten und nicht einen publizierten Text. So etwas nennt sich nämlich korrekt eine Publikation oder einfach ein Text. Könnt ihr denn kein Deutsch mehr?

    Entschuldigt bitte meine harsche Kritik, aber dieses ewige Denglisch nervt langsam. Erst recht wenn der Sinn dadurch missverständlich oder gar verzerrt wird.

    1. Ich sehe im Artikel die Wörter: Reader, Publikation, Heft. Ich selbst habe auch kein Problem damit, dass sich Sprachen vermischen. So wie sie es immer getan haben.

      1. Ich gebe skinnie ein Stück weit Recht. Auch ich war erst im Glauben, einen Reader (Lesegerät für elektronische Medien) zu „erkennen“.

        Habe es mir gleich mal runtergeladen, Danke für den „link“….

      2. Aber bitte in einem vernünftigen Rahmen, der auch Sinn ergibt und nicht der Sprachvermischung als Selbstzweck willen. Man muss nicht jeden Fachbegriff ins Deutsche übersetzen, aber man muss aus Deutsch auch kein Denglisch machen. Zu gutem Journalismus gehört auch eine gute und korrekte Sprache und kein sprachlicher Kauderwelsch. Nur weil man Wörter aus anderen Sprachen verwendet und mit Fremdwörter um sich wirft, ist man noch lange nicht „hipp“ und macht auch nicht zwangsläufig einen besonders gebildeten Eindruck. Es ist meist eher das Gegenteil der Fall.

  2. Ich muß skinnie leider Recht geben, „Reader“ ist ein seltren dämliche Bezeichnung für eine Broschüre.
    Audiodateien sind dann „Hearers“ und Filme „Watchers“?

    1. Lest doch das Büchlein, rezensiert es, schreibt darüber in den Kommentaren – anstatt Euch an dem Wort „Reader“ aufzuhängen. Finde ich extrem schade, dass diese Diskussion alles überlappt hier in den Kommentaren.

  3. Etwas unglücklich, dass sie OpenOffice statt LibreOffice empfehlen, vor allem da das Projekt kurz vor dem Tod steht.
    Ansonsten ein guter Überblick, direkt mal an die Eltern weiterleiten.

  4. Die ganze Welt um uns herum lebt. Nichts ist heute noch so, wie es vor 3 Jahren war. Nichts ist starr, alles in Bewegung. Genauso ist es mit der Sprache. Früher haben wir althochdeutsch gesprochen,. keiner von uns kann es noch sprechen. Sprache verändert sich. Englische Begriffe in deutschen Texten sind normal. Sprache verändert sich, so wie sich Menschen verändern. No-go, Rage, Quality Management, (der) link, die News – man kann es nicht aufhalten. Ich verstehe die Menschen, die sich die deutsche Sprache mit all ihren grammatikalischen Besonderheiten bewahren wollen. Aber bitte versteht auch die anderen. Gerade im Zeitalter des Internets gibt es eben E-Books, Email, Newspaper etc.

    ICH finde das nicht so schlimm. Wir alle sind Menschen, wir könnten so vieles erreichen statt uns über Kleinigkeiten aufzuregen. Ob der eine nun sein Denglisch, englisch, spanisch oder was auch immer spricht, ist doch wirklich unwichtig mit Blick auf die globalen Probleme …

    1. Einige möchten hier den Helden und den Retter der deutschen Sprache spielen. Der Hinweis ist gut gewesen, dass man nach Möglichkeit einfache, verständliche Wörter verwenden sollte aber irgendwann ist auch gut denn es bleibt nichts wie es mal war und daher sollte man nicht krampfhaft an einem Wort hängen bleiben. Bitte lesen und hauptsächlich den Inhalt diskutieren.

  5. Sprache ist eben nicht egal, da sie nicht nur oder analoges Kommunikationsmittel ist, sondern Weltreflexion und ein essentieller Bestandteil von Kultur (nach Noam Chomsky).
    Ob man z.B. „Autor“ und „highlight“ sagt oder „Schriftsteller“ und „Höhepunkt“, „Glanzstück“ oder „Spitzenleistung“ usw. macht einen Unterschied aus, der übers Begriffliche hinausgeht. Man fühlt es eigentlich.
    Sprache entwickelt sich heute nicht mehr natürlich gemäß den Anlagen, sondern durch diejenigen, die die Macht haben, sie zu verbreiten, die also medienpräsent sind und über Sprache das Denken und Empfinden beeinflussen.
    Natürlicherweise vermisch(t)en sie sich nicht, sondern mutieren und differenzieren sich, vgl. europäische Ursprache.
    Vielfalt zu erhalten und zu fördern ist eins der dringendsten Weltprobleme, wollen wir nicht in einem 1984-er-System enden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.