MDR Feature über Whistleblower: Warum Edward Snowden fliehen musste

Der Politikwissenschaftler und Journalist Dieter Wulf lässt im fast einstündigen MDR Feature „Die Heimat der Mutigen“ Whistleblower_innen zu Wort kommen, die vor Edward Snowden aus ethischen Gründen Geheimnisse enthüllt haben und will so erklären, warum Snowden die USA verlassen musste.


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Thomas Drake, William Binney, Kirk Wiebe, Jesselyn Radack – frühere Whistleblower in den USA – sind sich einig: In den USA hätte Snowden nicht bleiben können – und: Er hätte keinen fairen Prozess zu erwarten. Doch warum kam Snowden zu der Einschätzung, es gäbe keinen anderen Weg, als den, sein bisheriges Leben aufzugeben? Es gäbe in den USA kein echtes Verfahren, um Rechtswidrigkeiten zu benennen? Um auch Mitarbeiter im Bereich der nationalen Sicherheit zu schützen? Um nicht als Landesverräter, sondern als wertvoller Informant verfassungswidriger Missstände zu gelten? Und dies in dem Land, das seit seiner Gründung, den Quellen- und Informantenschutz in der Verfassung verankert und später durch zahlreiche Gesetze gefestigt hat. In dem Land, in dem eine eigene Nichtregierungs-Organisation seit Jahrzehnten Whistleblower betreut und zu schützen versucht.

Was hat sich seit den ersten großen Fällen spektakulärer Aufdeckungen – wie beispielsweise den so genannten Pentagon Papers oder der Watergate-Affäre – bis zu den aktuellen Beispielen der Veröffentlichung geheimer Dokumente verändert?

8 Kommentare
  1. … und deshalb muss der 1.Untersuchungsausschuss endlich Zeugenschutz in Berlin für Edward Snowden herstellen !
    Keine Ahnung, warum das so schwierig ist. Das versteht ja sogar die US-Regierung.
    Siemens hat Compliance von den USA gelernt !!!
    Es ist nicht gegen Deutschland sondern für Deutschland, dass unsere Unternehmen sich an Regeln des fairplay halten müssen, um nicht von der Aufsichtsbehörde der New York Stock Exchange verbannt zu werden (Sarbanes-Oxley-Act, hat Siemens damals so verbessert, wie es jetzt Volkswagen durchlebt), entsprechendes gilt für die durch US-Compliance aufgeflogene FIFA-Mafia: gerade Amerika kann Regel-Einhaltung durchsetzen, – also wo soll da das außenpolitische Problem für unsere Regierung liegen, der US-Regierung zu sagen, dass Edward Snowden selbstverständlich als Zeuge vor dem Berliner Untersuchungsausschuss Schutz genießt und nicht ausgeliefert wird, bis die US-Behörden den fairen Gerichtsprozess garantieren, den Snowden als Bedingung genannt hat ( ich glaube gerade erst wieder bei der Preisverleihung in Dresden für Dan Ellsberg ) ?
    Herr Sensburg und Herr Flisek MÜSSEN den Zeugenschutz in Berlin starten für Edward Snowden.
    Die USA verstehen das, denn dort wurden Whistleblowing und Compliance erfunden.
    Ich verstehe nicht, was die CDU/CSU/SPD-Abgeordneten noch abhält ? Welches Recht haben sie, sich gegen das UN-Menschanrechtskommissariat, das EU-Parlament, den Schleswig-holsteinischen Landtag, die eigene Bundestags-Resolution zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern und überhaut gegen alle Menschen, die an unseren Verfassungen hängen, zu stellen ???

  2. Das am Ende kurz nochmal eingestreute bisschen Zweifel hätte man sich auch sparen können. Zumal Wilentz gerade als Historiker völligen Unsinn redet. Wenn man den Standard „You never trust a messenger or trust the message unless you know who the messenger is.“ verwendet, müsste man viele historische Quellen sofort disqualifizieren. Da weiß man regelmäßig nichts oder nicht viel über den „Boten“, aber versucht die Quelle eben über ihren Inhalt oder andere Umstandsinformationen einzuordnen. Und natürlich sagt die „Botschaft“ auch etwas über den „Boten“ aus. Sich der Auseinandersetzung damit zu verweigern, ist nichts anderes als eine Ausrede.

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