Die Ermittlungen nach dem Münchner Amoklauf haben zu einer Festnahme geführt: Wie die FAZ gestern meldete, nutzte der Waffenlieferant Werkzeuge der Verschlüsselung und Anonymisierung. Offenbar war die Kommunikation zur Waffengeschäftsanbahnung nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt verschlüsselt.
Der Beschuldigte hatte für seine Geschäfte ein spezielles Verschlüsselungsprogramm genutzt, das einen anonymen Austausch von Nachrichten ermöglichte.
Technische Details sind zu dem verwendeten Programm zwar keine verlautbart worden, aber man kann vermuten, dass mit „spezielles Verschlüsselungsprogramm“ wohl nicht Whatsapp gemeint sein wird.
Update: Das Zollfahndungsamt Frankfurt am Main meldet, dass Bitmessage verwendet wurde. Von Internetforen im „Darknet“ wird ebenfalls berichtet, über das Geschäfte angebahnt worden sein sollen.
Man hatte dem Waffenlieferanten im Rahmen der Ermittlungen gegen ihn vorgegaukelt, eine Maschinenpistole und eine weitere Waffe kaufen zu wollen. Der Mann hatte sich während der Anbahnung dieses Waffendeals damit gebrüstet, die deaktivierte Theaterwaffe an den Münchner Amokläufer verkauft zu haben.
Verschlüsselung hin oder her: Als er gestern die Waffen zum Kauf übergeben wollte, wurde der Mann festgenommen.
Der zuständige Oberstaatsanwalt sagte laut FAZ, dass der Ermittlungserfolg beweise, „dass es im Internet keine lückenlose Anonymität und keinen vollständigen Schutz vor Strafverfolgung“ gäbe. Das ist eine Binsenweisheit, an die man sich aber immer erinnern sollte, wenn wieder gefordert wird, anlasslos alle zu überwachen anstatt gezielt zu ermitteln.
