Mit sage und schreibe 26 Kameras werden alleine die Gäste des Hofbräuzeltes auf dem kommenden Oktoberfest überwacht. Laut einem Bericht in der Süddeutschen Zeitung wollen die Betreiber des Zeltes damit den 135 Personen starken Sicherheitsdienst des Zeltes unterstützen und das subjektive Sicherheitsgefühl der Gäste erhöhen. Die Aufnahmen der trinkenden Menschen aus dem Zelt werden für 18 Monate gespeichert.
Andere Wiesn-Wirte ziehen nach: Im „Hacker-Zelt“ – das übrigens nichts mit Hacking nichts zu tun hat – werden laut München-TV 30 Kameras installiert. Die Überwachungsmaschinerie auf dem Oktoberfest folgt der Logik „Soviel wie möglich“ – oder wie es ein Sprecher des Hacker-Zeltes formuliert:
Wir müssen der Veranstaltung so viel Sicherheit geben, dass jemand, der auf die Wiesn geht, sagen kann, mehr kann man nicht machen!
Zum Vergleich: Im Jahr 2013 hatte die Polizei für das gesamte Oktoberfest-Gelände 19 Überwachungskameras eingesetzt. Auch sonst wurden die Sicherheitsmaßnahmen in diesem Jahr noch einmal hochgezogen: Das gesamte Areal des Oktoberfestes wird umzäunt, Rucksäcke sind verboten, an Vereinzelungsanlagen am Zaun werden Besucher kontrolliert. Die Anzahl der Securitys auf dem Oktoberfest wurde von 250 auf 450 erhöht.
Das Oktoberfest startet am 17. September: „Überwacht is!“
Update:
Wir haben auf Leseranregung den Organisatoren des Hofbräu-Zeltes folgende Fragen gestellt:
- Werden die gesamten Aufzeichnungen aller Kameras für 18 Monate gespeichert?
- Wie begründen Sie die sehr lange Speicherdauer von 18 Monaten?
- Hat die Polizei Zugriff auf die Live-Bilder oder die Aufzeichnungen der Kameras? (Wenn ja, unter welchen Umständen?)
Wir warten weiter auf eine Antwort. Wer Lust hat, kann natürlich auch mal den bayerischen Datenschutzbeauftragten einschalten, denn eine generelle Speicherdauer von 18 Monaten ist definitiv rechtswidrig.
