8 Kommentare
  1. Leider bezieht sich dieser Artikel vor allem auf die Aussagen der Kampagne machts-gut.de Zum eine wurde das Projekt „Surfer habene Rechte“, zu denen auch machts-gut.de gehörte Ende 2015 eingestellt und wird nicht mehr aktualisiert. Die Kampagne hat sicher zur bessern Öffentlichkeit des Themas beigetragen.
    Allerdings kann die von dort unhinterfragt übernomme Aussage „Unternehmen, die den digitalen Nachlass verwalten, indem sie den Computer des Verstorbenen durchsuchen, sollte man meiden. Auf diese Weise könnten persönliche Daten weitergegeben werden“ nicht unkommentiert bleiben. Sicher, jeder sollte überprüfen, wem er den Rechner eines verstorbenen Menschen anvertraut (sei es ein Unternehmen oder eine Privatperson). Aber niemand würde pauschal einer Person abraten, seinen PC bei einem Festplattencrash oder einem Virenbefall einem PC-Dienstleister zur Bearbeitung zu geben, weil dieser Einblick in persönliche Daten nehmen könnte. Warum dann diese Warnung beim Rechner eines verstorbenen Menschen? Was sollen Betroffene denn mit dem Rechner tun, wenn Sie selbst nicht die nötigen Kenntnisse besitzen?

  2. Ich halte es für absolut richtig, dass die Mailbox eines Verstorbenen nach Vorlage der Sterbeurkunde nur gelöscht wird und kein Zugang gewährt wird. Das Post- und Fernmeldegeheimnis endet nicht mit dem Tod. Es gilt die Würde des Verstorbenen zu wahren und nicht der niedrigen Neugier von Angehörigen preiszugeben.

    Wer seinen Erben den Zugang zu Mailaccounts ermöglichen will, etwa um laufende Geschäfte fortzuführen, der sollte sie mit einer „Postvollmacht“ (nach Eintritt des Todes) ausstatten und ihnen entsprechende Passwörter (auf Papier) beim Notar oder an anderer geeigneten Stelle überlassen.

    In digitale Abofallen können Erben nicht hinein laufen. Auf Kontoauszügen sind Lastschriften Onlineanbietern zuordenbar. Solche laufenden Verpflichtungen können mittels der Sterbeurkunde, die man beim Notar in ausreichender Anzahl verlangen sollte, leicht rechtswirksam gekündigt werden, was man so schnell wie möglich tun sollte.

  3. Mit Diensten wie Meminto lässt sich der digitale Nachlass an Freunde und Familie vererben. Das Tool übernimmt auch die regelmäßige Überprüfung des eigenen Lebenstatus und kann dank mehrerer Sicherheitsstufen erkennen, wenn ein Benutzer nicht mehr am Leben ist. Für den Fall des Todes können aber zusätzlich noch Erinnerungen, Videos, Bilder und vieles mehr hinterlassen werden, die zeitlich geplant zugestellt werden können, um zum Beispiel ein Jahr nach dem eigenen Tod oder zu einem bestimmten Geburtstag des Kindes nochmals eine Nachricht zu versenden. Derzeit ist Meminto kostenlos in einer Beta-Version testbar.

  4. Ich vermache meinen Kindern meine Daten (Fotos, Dokumente, Videos, MP3s … ) als einfaches, HTML gestütztes Archiv-System, bootbar über einen 64GB USB Stick (einer pro Jahr) und abrufbar über einen Browser. Geht auch ohne boot, als externes Medium. Ordner öffnen, html Datei Dopelklicken – und los.

    Google, Facebook und Co habe sich ja zum Ziel gesetzt (oder droht damit?), einen das ganze Leben begleiten zu wollen – und die, die das mit sich machen lassen, werden weiterhin all ihre Daten in einer Cloud speichern, weil sie gar nicht verstehen wie das alle zusammen hängt. Lokal, auf dem Handy, PC oder Netbook, liegen kaum noch Daten, denn leider werden die mobilen Oberflächen immer intransparenter, was die Ablage der eigenen Daten angeht. Ironischerweise sind die heutigen Sicherheitssystem dafür verantwortlich, denn warum muss ich alles mit einem Passwort versehen, wenn ich es doch gar nicht möchte und warum bietet mir mein AllInOne ScannerDrucker und meine neue Digitalkamer an, gleich alle Daten – ohne Übertagung per USB Kabel – per WLAN, in einer Amazon S3 Cloud zu speichern – aber nur bis max 1GB, dann soll ich kostenpflichtig auf die Profi-Version upgraden ?!

    Und wie machen es Biographen heute, wenn Sie den Schrift/E-Mail Verkehr einer Person von öffentlichem Interesse aufbereiten wollen …

    Am sichersten ist man wohl, wenn man unter Terrorverdacht steht. Dann gibt es bestimmt immer, irgendwo eine komplette, aktuelle Kopie aller Daten – und irgendwann, in 500 Jahren, sind sicher die schlimmsten, heutigen Spammer die Quelle für die wichtigsten Informationen über unserer heutige Kultur.

  5. Ich habe je 1 Stick – meinen Kindern geschickt, als ich mich aufgrund einer Krankheit mit dem Thema – Tod – auseinander gesetzt habe.
    Darin enthalten alle Accounts, Mailadressen u Passwörter.
    Je nach Bedarf aktualisiere ich.
    So ist aus meiner Sicht alles gut geregelt,
    Meine Daten liegen nicht in der Cloud – sondern sind auf 1 NAS gespeichert.

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