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Ägypten: Kostenloses Online-Angebot von Facebook gestoppt

Pünktlich zum Jahresende setzt das ägyptische Telekommunikationsministerium Facebooks Online-Angebot Free Basics aus. Der als internet.org bekannt gewordene kostenlose, aber eingeschränkte Internetzugang von Facebook war vor zwei Monaten in Ägypten angelaufen, nun erneuerte die Behörde dessen Genehmigung nicht. Mit dem Dienst sind nur ausgesuchte Apps zugänglich, darunter Facebook, Wikipedia, die BBC und ein Astrologie-Dienst. Das führt zwar dazu, dass mehr Menschen Zugang zum Netz haben, aber nur zu einem kleinen Teil davon – eine Verletzung der Netzneutralität, denn Nutzer_innen kommen aus dem geschlossenen System von Facebook und dessen Partnerseiten nicht heraus.


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Um ebendiesen Verstoß gegen die Netzneutralität zu prüfen, setzte die indische Telekom-Aufsicht im Dezember Free Basics aus. Das ägyptische Telekommunikationsministerium nannte allerdings keine Gründe für den Stopp des Dienstes. Laut einer Facebook-Sprecherin wurde das Angebot von drei Millionen der neunzig Millionen Einwohner_innen Ägyptens genutzt, darunter eine Million Menschen, die dadurch erstmalig Zugang zum Internet gehabt hätten. Gründe für die Aussetzung nannte auch sie nicht, man hoffe jedoch, „das Problem bald lösen zu können“.

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3 Kommentare
  1. Drei Millionen konspirativ kommunizierende Terrorverdächtige … das ist eindeutig zu viel!
    … unsere Innenminister sollten über eine neue diesem demokratischen Vorbild folgende Gesetzesvorlage nachdenken, um präventiv Terroranschlägen vorzubeugen!

  2. Mhh… schwieriges Ding. Auf der einen Seite greift man damit in den Wettbewerb ein. Immerhin ist es kein richtiges Internet sondern man hält die Kunden im System. Das führt auch zu Problemen von lokalen Journalismus. Denn die Seiten werden bestimmt nicht erreichbar sein…

    Wenn ich mir vorstelle das Internet in Deutschland würde nur aus Facebook und Wikipedia bestehen… da hängt ja auch ein Rattenschwanz dran. Wenn viele Leute nur diese Seiten besuchen können wird man auch sein Verhalten beim Teilen von Links und Informationen anpassen. Am Ende beschneidet es die Vielfalt. Medien gehen unter. Richtiger Journalismus kann sich nicht mehr finanzieren.

    Daher kann ich verstehen wenn man das kostenlose Angebot abschaltet. Denn auch wenn es kostenlos ist macht Facebook damit trotzdem Gewinn. Es ist keine Tat von gütigen Samariter sondern der Versuch mehr Leute ins Netzwerk zu holen und noch stärker zu binden.

    1. Der Screenshot, auf dem der Facebook-Chat als allgemeiner, unabhängiger Messenger dargestellt wird, bestätigt diese Annahme. Internet-Nutzung ist dort wahrscheinlich auch nur mit FB-Login erlaubt…

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