Linkschleuder

Abschlussbericht zum Aufbau einer neuen Cyber-Abteilung der Bundeswehr ist fertig

Von der Atombombe zum Kabel - "Illustration militärischer Entwicklungssprünge" Abschlussbericht

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat heute den Abschlussbericht „Aufbaustab Cyber- und Informationsraum“ vorgestellt. Auf 53 Seiten werden „Empfehlungen zur Neuorganisation von Verantwortlichkeiten, Kompetenzen und Aufgaben im Cyber- und Informationsraum sowie ergänzende Maßnahmen zur Umsetzung der Strategischen Leitlinie Cyber-Verteidigung“ ausgeführt. Es geht darum, dass der Cyber- und Informationsraum neben Land, Luft, See und Weltraum für die Streiftkräfte eine „eigene Dimension“ darstellt. Daher sollen auch die Kompetenzen gebündelt werden und nicht wie bisher auf verschiedene Zuständigkeiten verteilt bleiben.

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Ab dem 1. Oktober 2016 soll es eine neue Abteilung im BMVg mit dem Namen „Cyber / IT“ (CIT) geben. Bis zum 1. April 2017 soll ein „militärischer Organisationsbereich für den Cyber- und Informationsraum“ (CIR) in der Bundeswehr folgen. Dafür werden einige Stellen verschoben, allein 13.700 „wandern in einem ersten Schritt“ zum CIR, 300 weitere zum zugehörigen Kommando. Eine ausführliche Analyse, welche Ideen das Papier genau beinhaltet und wie problematisch Teile der Cyber-Fantasien des BMVg sind, findet ihr morgen auf netzpolitik.org.

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4 Kommentare
  1. Wie schon im vorherigen Post zum Thema bemerkt ist aus meiner Sicht vor allem besorgniserregend, welche Aussenwirkung die formelle Zusammenlegung der defensiven Bereich mit den offensiven Kräften der CNO Einheit haben. Wie die wichtige Trennung zwischen dem (außenpolitisch unstrittigen) Bedarf nach Verteidigung und dem Verschärfen von Rüstungswettläufen im Rahmen der Offensive gegeben sein soll ist mir schleierhaft. Die Betonung der Offensive wird in Zukunft sicher immer stärker werden, immerhin gab es schon bei den ELOKA-Kräften Einheiten für den Vor-Ort-Einsatz (LEKE-Zug [luftlandefähige Komponente für den Elektronischen Kampf zur Nahunterstützung im Einsatz], und EGB-Kräfte – [Erweiterte Grundbefähigung]) und auch die CNO-Einheit hat Medienberichten zufolge mittlerweile gepanzerte Fahrzeuge für solche Fälle.

    Dazu kommt, dass ein effektiver Einsatz im Einsatzfall und nach der vielfach diskutierten Parlamentsmandatierung nur sinnvoll erscheint, wenn die Einheiten wissen welche Angriffsvektoren existieren oder sich solche ggf. bereits geschaffen haben. Andernfalls würde diese Suche so lang dauern, dass keine sinnvolle Verwendung des Wirkmittels Cyber möglich ist. Die Frage hier ist, wie das realisiert werden soll und/oder wie andere Dienst für dieses Domänenwissen eingespannt werden. Das wiederum bedeutet u.U. dass deutsche Dienste mehr als zuvor in fremden Netzen aktiv sein werden… was keine sehr wünschenswerte Signalwirkung an andere Staaten ist (und diese ggf. motiviert ihrerseits die IT hochzufahren).

    Mehr hier http://cyber-peace.org/

  2. „Ist es rechtmäßig, dass LAN-Kabel an der Atombombe abzuschneiden?! “ Sarkasmus…

    Wie realistisch sehen die „Cyber-interessierten Staaten“ die bzw. ihre Problemfelder wie Cyber-Defence, Cyber-War, Penetration von IT-Systemen, Angriffe auf KRITIS, politische Machtspiele a la Nordkorea, weltweite Wirtschaftskriminalität, Manipulationsversuche der Weltbörsen und religiöser Irrsinn ihre Position?!

    Einer staatlichen Institution „Cyber-Fantasien“ zu unterstellen, zeugt nicht gerade von Fachexpertise in der Sache.

    Das Thema „Cyber“ mit ihren Berührungspunkten und Abhängigkeiten der weltweiten IT-Kommunikation an sich, ist komplex genug um es natürlich kritisch zu hinterfragen.
    Insbesondere das Thema „nationales Rechtsverständnis“ und „diverser Bündnisverpflichtungen“ wird die Weltgemeinschaft noch sehr fordern.

    Und das ist gut so…

    Gruß
    H3W

    P.S.: Wie ich freudig zur Kenntnis nehme, ist der T.Reinhold weiterhin politisch rege aktiv. ;-)

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