Kai Biermann versucht sich bei Zeit-Online an einer Definition, was überhaupt ein Selektor ist, wovon gerade alle im Rahmen der BND-Affäre reden. Eine Definition ist gar nicht so einfach, weil es offensichtlich verschiedene Interpretationen und Ansichten gibt: Selbst der BND weiß nicht, was NSA-Selektoren suchen.
Rechnerisch sind 25.000 von insgesamt 8,2 Millionen bösen Selektoren gerade einmal 0,3 Prozent. Nicht viele also. Allerdings hat der BND gar nicht in allen Selektoren nach Problemen gesucht – er konnte es nicht. Lediglich in den Selektoren, die eindeutig als E‑Mail-Adressen erkennbar waren, hätten die Beamten nach Länderkennungen wie .de, Firmennamen wie Eurocopter oder Organisationen wie diplo für diplomatisches Corps gesucht, sagte Renner. Es gebe jedoch mehr als zwanzig verschiedene Typen von Selektoren, sagte Renner. Bei 40 Prozent der Selektoren habe der BND nicht einmal zuordnen können, zu welchem Land sie stammten. Was nichts anderes bedeutet, als dass der BND bei immerhin 3,28 Millionen aktiven Selektoren nicht wusste, ob sie Deutschland überhaupt betrafen – und das wäre noch die einfachste Selektion gewesen.[…]
Das Ganze wird noch undurchsichtiger. Denn beim BND scheint es keine feste Definition darüber zu geben, was ein sogenannter Selektor überhaupt ist. Der Begriff wird unterschiedlich gebraucht. Dazu kommt, dass der BND in seinen Akten auch das Wort Steuerungsmerkmal synonym verwendet.