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„Verkörperung von Algorithmen: Drohnen“

Am 15. und 16. Oktober findet im Senatssaal in der Humboldt-Uni in Berlin die Veranstaltung Verkörperung von Algorithmen: Drohnen statt, die sich dem Thema aus technischer, ethischer und historischer Perspektive widmen will.

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Drohnen sind nicht nur eine Technologie für das gezielte Töten mit Hellfire-Raketen, wie bei den im Zusammenhang mit dem menschenrechtswidrigen Drohnenkrieg der Vereinigten Staaten vieldiskutierten Predator-Modellen. Sie können mit heutiger Technik problemlos als Hightech-Späher aus der Höhe auch viele Quadratkilometer überwachen. Selbst vollständige Autonomie der Flugroboter ist keine ferne Fiktion mehr. Parallel ist eine aufkeimende Drohnenabwehr-Industrie im Entstehen.

Die Veranstaltung versucht sich daher mit Beiträgen von Rafael Capurro, Benjamin Kees, Christoph Engemann, Daniel Scherer, Nina Franz, Verena Hafner, Hans-Jörg Kreowski den Drohnen-Technologien möglichst vielseitig zu nähern. Organisator ist die Fachgruppe »Informatik und Ethik« der Gesellschaft für Informatik (GI).

Der Besuch ist kostenlos, es wird aber wegen der Schnittchen um Anmeldung unter drohnen(at)turing-galaxis.de gebeten. Die Vorträge werden aufgezeichnet, ein Live-Stream ist aber nicht geplant.

Disclaimer: Ich bin Mitglied der Fachgruppe und werde auch vortragen.

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6 Kommentare
  1. Ihr sprecht da von Algorithmen, meint aber ziemlich offensichtlich Heuristiken. Heuristiken sind aber gerade keine Algorithmen. Seid Ihr nicht Informatikerinnen und Informatiker? Müsstet Ihr es daher nicht besser wissen?

    1. Egal, ob das eine jetzt das andere ist oder sein kann oder beinhaltet oder nicht … interessant ist der Hinweis allemal, vor allem, wenn man Wikipedia hinzuzieht „Bekannte Heuristiken sind zum Beispiel Versuch und Irrtum (trial and error) und das Ausschlussverfahren.“ und „Der Übergang zwischen Heuristik und Algorithmus ist fließend. Werner Stangl greift ihn folgend: Ein Algorithmus bezeichnet eine systematische, logische Regel oder Vorgehensweise, die zur Lösung eines vorliegenden Problems führt. Im Gegensatz dazu steht dabei die schnellere, aber auch fehleranfälligere Heuristik.“ Wenn man jetzt mal trial and error, Ausschlussverfahren und Fehleranfälligkeit auf die amerikanischen Tötungsdrohnen bezieht …

    2. Hallo Tom,
      du rennst da bei uns Informatikern offene Türen ein. So viel Algorithmisches haben wir in der Tat nicht zu bieten. In der Tagung wird es aber durchaus um Algorithmen gehen, etwa, wenn wir militärische Denk- und Vorgehensweisen beleuchten. Nicht die technischen Geräte und die Software ist allzu sehr von Algorithmen durchdrungen, der Militär-Apparat und die ganze Policy (wie Handlungsanweisungen) ist es.

      Aber wenn allein schon der Titel zur Diskussion anregt, dann haben wir Organisatoren ja etwas richtig gemacht.

      ;-)
      stefan

      1. Aha?! Wir Informatiker rennen bei Euch Informatikern offene Türen ein, wenn wir Euch darauf hinweisen, dass wir sauber zwischen Algorithmen und Heuristiken trennen und Ihr nicht?
        Und wenn der Text auf dem Plakat Kritik hervorruft, weil Ihr unsauber mit Begriffen umgeht, dann habt Ihr etwas richtig gemacht?
        Das musst Du mir mal erklären. Vielleicht kannst Du auch gleich mal den Unterschied zwischen Technik und Technologie erklären… ;-)

    3. Wieso sind Heuristiken keine Algorithmen? Es gibt eine Menge Algorithmen, die heuristisch sind. Heuristisch bedeutet doch nur, dass die genaue Begründung der Wirkungsweise fehlt. Einen Algorithmus bauen, der die Heuristik implementiert, kann man trotzdem. Das ist Gang und Gäbe. Ob er dann immer das Gewünschte macht, ist eine andere Frage.

      So als Informatiker.

  2. Wenn wir schon bei unsauberen Begriffen sind: Meint ihr nicht eher »Verleiblichung von Algorithmen«? Vielleicht können wir das ja diskutieren, ich bin am Freitag da!

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