Datenschutz

Trilog zur EU-Datenschutzreform startet heute, Kommission veröffentlicht passende Bürgerumfrage

Erstes Treffen zu den Trilogverhandlungen zur EU-Datenschutzreform – via Twitter/JanAlbrecht

Heute sind die Trilog-Verhandlungen zur EU-Datenschutzreform gestartet. Dabei verhandeln EU-Kommission, Parlament und Rat die finale Fassung der Datenschutzgrundverordnung.

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Alle Vertreter aus Parlament, Kommission und Rat versprechen, dass die Datenschutzreform eine bessere Rechtslage für die Bürger schaffen wird, dabei ist in der Vergangenheit bekannt geworden, dass in allen Institutionen durch Lobbydruck versucht wurde, den Datenschutz eher zu schwächen. Jan Philipp Albrecht von den Grünen im Europaparlament ist jedoch optimistisch:

The devil is in the detail, but I don’t see any real danger in not achieving our aim.

Passend zum Start der Trilog-Verhandlungen wurde heute eine Eurobarometer-Umfrage zu Datenschutzbewusstsein und -bedenken in der EU-Bevölkerung veröffentlicht.

Etwa 28.000 Menschen aus allen EU-Mitgliedsstaaten nahmen an der Umfrage teil. Es stellte sich heraus, dass etwa 30 Prozent der Meinung sind, absolut keine Kontrolle über ihre persönlichen Daten zu haben, in Deutschland sogar 45 Prozent. Gleichzeitig gaben über 70 Prozent an, dass sie den Eindruck haben, die Preisgabe von persönlichen Daten sei ein wachsender Teil des Alltagslebens, etwa ein Drittel scheint sich darum aber keine großen Sorgen zu machen.

Laut der Umfrage sollen 18 Prozent der EU-Bürger jedes Mal die Datenschutzbestimmungen von Diensten und Produkten lesen, die sie nutzen. Diese Zahl scheint uns unrealistisch und dürfte sich eher als persönliche Wunschvorstellung einordnen lassen.

Was uns erschreckt: Nur 50 Prozent der Befragten gaben an, „jemals“ von aktuellen Enthüllungen über die Geheimdienstüberwachung der Bevölkerung gehört zu haben. Und 25 Prozent geben an, sozialen Netzwerken zu vertrauen, schon von Anfang an die richtigen Privatsphäre-Einstellungen zu setzen. Es wirkt, als gäbe es massiven Nachholbedarf in der Aufklärung.

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6 Kommentare
  1. Ich frage mich ja, wie man unterinformierte und am öffentlichen Diskurs nur wenig interessierte Bürger dann doch dazu bekommen hat, bei dieser EU-Umfrage mitzumachen.

  2. Diese Umfrage ist doch einfach nur als Propaganda der Überwacher anzusehen, es gibt genügend Aufklärung. Hört auf euch zu weigern das eure Mitmenschen so sind wie sie sind, denen ist alles egal! Erst wenn es sie mal selbst trifft dann schreien sie rum. Und amschlimmsten sind die mit der angeblich höchsten Bildung im land also die mit ihren Studienabschlüssen. Karriere ist einfach alles für die solange es auf kosten anderer vermeintlich dummer mitmenschen geht.

    1. „Karriere ist einfach alles für die solange es auf kosten anderer vermeintlich dummer mitmenschen geht.“

      Das kommt wohl eher auf den Menschen an sich an- aber vielleicht wählen ja solche „Karriereleute“ immer nur bestimmte Studiengänge an (wink).

    2. Ich seh das als einen Kreislauf an bei dem im Rückfluss (Löhne, Steuerklasse, Brutto vom Netto, kalte Progression, Inflation, Demokratieabgaben usw.) sehr wenig für die „Dummen“ übrig bleibt. Dann muss halt nach alter Sozialstaatsmanier der ehrlich Verdienende einspringen und eben öffentliche Gelder für die Wohlfahrtsgesellschaft hinlegen damit die „Dummen“ sich weiter für einen Hungerlohn krumm machen müssen ohne zu betteln. Weil nichts anderes sind ja Mindestlohntarife mit Aufstockung durch Hartz oder Wohngeld usw. Ob man nun studierter Arbeitnehmer ist oder nicht Studierter spielt keine Rolle. Die Einkommen in der Gesamtbevölkerung wachsen eh viel langsamer als die Geldberge der Eliten.

      Zur Umfrage:
      Mich schreckt die Umfrage nicht weil die ja im Vorfeld nicht von Aufklärungskampagnen begleitet wurde. Außerdem waren das Hausbesuche mit ein paar Tausend Leuten in 10 Tagen.
      Die Angabe, dass 50% nichts vom Überwachungsstaat wissen oder wissen wollen ist ebenfalls zweifelhaft. Das geht jetzt schon ins dritte Jahr über und alte und neue Verschwörungstheorien bestätigen sich von einem auf den anderen Tag. Aber die Medien (ja ganz besonders die öffentlichen, staatsfernen und wahrheitsliebenden) reichen ein Bild weiter was dem Bürger nur allzu gut suggeriert: Nicht aufmucken. Blos nicht aus der Bücklingshaltung aufstehen. Das sind die USA. Das sind unsere Freunde. Unsere Regierung sagt selbst, alles wird geregelt… und wie das geregelt wird. Spionage unter Freunden ist alternativlos. (Ich HASSE DIESES WORT!)

      Zu der Frage: Haben sie jemals von den aktuellen Enthüllungen über Massenüberwachung durch Staaten zum Zweck der nationalen Sicherheit gehört?

      11% sind laut Umfrage mit den Enthüllungen von der anlasslosen Massenüberwachung positiv beeinflusst worden was ihr Vertrauen in die Regierung angeht (GEHTS NOCH!?). Wer kann denn so überzeugt sein vom Überwachungsstaat. Die müssen mir mal das Rezept für die Drogen geben, die sie nehmen.

      A relative majority of people (46%) say the revelations have had a negative impact on their level of trust,
      while four out of ten (40%) say the revelations have had no impact, and around a tenth (11%) say the impact has been positive.

      Das liegt wohl an den Kontrollgruppen. Wie hoch ist denn der Anteil an ITlern und Netzpolitisch aktiven unter diesen 28000? Wahrscheinlich verschwindend gering was das Ergebnis dieser einen Frage deutlich macht.

      Die Umfrage gibt von Passage zu Passage mal einleuchtende mal widersprüchliche Ergebnisse z.B. im Hinblick auf Datensouverenität: fast 70% wollen ja die Datenweitergabe erst nach ausdrücklicher Erlaubnis in allen Fällen und dann wiederum sagen fast 70% das die Leute dafür verantwortlich sein sollen weil sie die Daten ja überhaupt abgeben. Ja aber WTF? Es geht eben nicht ohne Datenweitergabe wie soll ich dann verantwortlich sein für etwas, dass außerhalb meiner Kontrolle passiert? Onlineabstinenz oder was?
      Nur doof das die Erlaubnis in Form eines Anmeldeformulars erteilt wird. Lol.
      Sollen wir in der EU die Anbieter von Online Diensten zwingen, ihre Dienste auch an Leute anzubieten die die AGBs nicht akzeptieren? Oder nur teilweise akzeptieren?

      Was ich gern hätte wäre die Streichung dieser ganzen Zusatzklauseln, dass meine Daten irgendwo auf einer Schwarzmarkt DVD an den Höchstbietenden verscherbelt werden dürfen weil ich ein Häckchen bei Datenschutzbestimmungen gesetzt habe. Das sollte man mal in den Griff kriegen. Und die AGB mit den Datenschutzbestimmungen in eine schmale Textbox werfen geht GAR NICHT. Am besten noch in hellgrauer Schrift auf weissem Hintergrund.

  3. umfragen kann man glauben oder nicht.

    50 % nix gehört ,scheint mir verdächtig gefaked.!!

    medien und TV waren voll. und das kann man nicht übersehen.!

    es kann nur sein ,dass die 50 % die sind ,die nicht mal wissen wer bundeskanzler ist.
    solls ja einige geben. es gibt leute ohne TV und zeitung.
    aber soviel zufällig in dieser umfrage?
    no…..

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