Tracking auf Nachrichtenseiten: Das Lesen der Leser

Die Taz berichtet über „Tracking auf Nachrichtenseiten: Das Lesen der Leser“ im Zusammenhang mit Visualisierungsplattformen wie Trackography. Wir wurden auch dazu befragt, weil wir komplett ohne Tracking unseren Onlinejournalismus finanzieren können und das eher ungewöhnlich ist, wo Medienseiten heute gerne dutzende unterschiedliche Tracker einbinden.


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„Es ist die ungelöste Frage, wie man Onlinejournalismus finanziert, ohne Böses zu tun“, sagt Markus Beckedahl. Die Reaktion der Leser auf Tracking sei, Antitrackingtools zu benutzen und dann gar keine Werbung mehr angezeigt zu bekommen. „Das trägt nicht zur Lösung der Finanzierungsfrage bei“, sagt er.

Wir können auch nur auf Tracking verzichten, weil unsere Leserinnen und Leser unsere Arbeit mit freiwilligen Abos in Form von Spenden unterstützen. Das funktioniert bei uns sogar besser als bei der Taz.

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14 Kommentare
  1. Diesen Weg zu gehen ist sehr positiv, aber wie ist es mit den Webserver-Logs? Also den Access- und Error-Logs? Werden die angelegt und wie lange werden die von Netzpolitik.org gespeichert? Ein Tracking des Nutzerverhaltens über die Inhaltselemente mit Javascript macht ihr nicht, aber es ist theoretisch möglich die aufgerufenen Seiten einer IP-Adresse in den Serverlogs nachzuvollziehen.

    1. Ja und? Dann hast du die Logs einer einzelnen Site. Das ist mit Tracking, welches den Nutzer über das ganze Netz mittels eingeblendeter Werbebanner, die von Tracking-Netzen mit immenser Verbreitung verteilt, analysiert, verknüpft und gehandelt werden, absolut nichts zu tun.
      Anhand der Logs eines einzelnen Servers kann der Serverbetreiber -und nur der- nur sehen, aus welchem Addresspool gerade jemand irgend eine der thematisch relativ ähnlichen Artikel dort ansieht. Da weiss der Gemüsehändler mehr über seine Kunden,

  2. Warum *alles* an Logs löschen? Man könnte ja unbescholtene aussparen und nur Behördenzugriffe resp. -angriffe dokumentieren, juristisch belastbar.

    1. Das müßte man eben nur technisch umsetzen. Quasi wie bei den Blocklists bei Torrent-Seiten, nur umgekehrt. Man müßte sich über diverse interessierte Seiten hin vernetzen und beginnen, einschlägige Adressen zu identifizieren, auszutauschen und zu sammeln und gemeinsam zu beobachten, um ggf. nicht nur einzelne Tatbestände, sondern ganze Geflechte zu identifizieren.

  3. Was hat Tracking vor allem mit Finanzierung zu tun? Wenn man ein Haus kauft, muss man auch nicht jeden fotografieren und identifizieren, der daran vorbei geht. Dasselbe geht für Werbung. Und zur Analyse reicht wie gesagt ein Serverlog, das sich anonym auswerten lässt. Zum Testen der Nutzerfreundlichkeit oder „Interessanz“ kann man auch gezielt eigene Leute beauftragen, da muss man nicht mit Mauszeiger-Trackern arbeiten.

    Mehr und mehr hat man das Gefühl, die umfassende Nutzerbeobachtung sei ein Trend, und es würde eigentlich niemand überlegen, was er da ingangsetzt.

    1. Selbst Netzpolitik tut das doch. Aus anlasslos auf Vorrat gespeicherten Mailadressen werden Nutzer bzw. Kommentatoren über verschiedene genutzte Synonyme und längeren Zeitraum identifiziert und nach Bedarf bei kritischen Äußerungen gesperrt, was auch über IP-Auswertung zu laufen scheint, jedenfalls wüsste ich nicht wie es anders gehen sollte, wenn danach auch andere Adressen nicht mehr funktionieren. Das findet der Betreiber der Seite auch persönlich in Ordnung. Wenn sogar Netzpolitik das tut, was sie bei jeder Gelegenheit bei anderen kritisieren, dann … fehl(t)en mir die Worte.

  4. Die Kommentare sind sehr aufschlussreich. Die große Frage ist wie Netzpolitik.org sich verhält. Fragen nach der Vorhaltezeit der Weblogs und deren Umfang sind absolut berechtigt. Das Speichern von IP-Adressen und E-Mail-Adresse ist die Speicherung personenbezogener Daten.

    Loggen an sich ist kein Problem, vorrausgesetzt es wird mit anonymisierten IP-Adressen gemacht.

    Liebes Netzpolitik.org Team, ihr habt fleißig Kommentare zugelassen. Wie wäre es mal mit einer Reaktion oder der redaktionellen Beteiligung an diesem Thema?!

    1. Vielleicht reagieren sie auf eine Informationsfreiheitsanfrage?
      Mögliche Fragen:
      1. Welche Metadaten werden im Server-logfile gespeichert?
      2. Nach welchen Kriterien wird das ausgewertet?
      3. Geht’s nicht auch ohne?
      4. Wozu der Social-Media-Bar?
      5. Ist JavaScript wirklich alternativlos?
      6. Müssen Verweise auf Youtube wirklich sein?
      7. Werden die „erforderlichen Felder“ gespeichert? Wie lange? Nach welchen Regeln werden diese gelöscht?

      Die Fragenlichste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Selbstverständlich dürft ihr uns auch mehr erzählen.

  5. Dieser Artikel wurde kürzlich von Euch wieder verlinkt.
    Vielleicht habt ihr ja mal die Muße, die hier gestellten Fragen zu beantworten.

    Danke

  6. Auf der Seite auf der ich mich befinde die darf doch meine Daten speichern weil da geh ich ja freiwillig hin.
    Es wäre nur schlimm wenn einen fremd“Seite“ meinen Daten mitschneidet. Da liegt glaub das Problem.

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