Linkschleuder

Obama gemeinsam mit Cameron gegen verschlüsselte Kommunikation

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz im Weißen Haus am vergangenen Freitag mit dem britischen Premierminister David Cameron hat sich US-Präsident Barack Obama ebenfalls gegen Verschlüsselungsmaßnahmen privater Kommunikation ausgesprochen. Wir berichteten bereits über Camerons Pläne in der vergangen Woche. Der amerikanischen Polizei und den Geheimdienste sollte es laut Obama möglich sein Verschlüsselungstechnologie zu umgehen, wenn die nationale Sicherheit gefährdet wäre. Dafür ist die Unterstützung von Konzernen wie Apple, Google und Facebook nötig, die in der Post-Snowden-Era an der Implementierung von Kryptographie arbeiten. Unter Kooperation wäre z.B. der Einbau von Hintertüren zu verstehen. Digits vom Wall Street Journal zitiert Obama folgendermaßen:

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“If we find evidence of a terrorist plot… and despite having a phone number, despite having a social media address or email address, we can’t penetrate that, that’s a problem,” Obama said. He said he believes Silicon Valley companies also want to solve the problem. “They’re patriots.”

Der Artikel von Digits findet sich hier.

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14 Kommentare
  1. Ich finde das ist ein guter Zeitpunkt um sich auch mit der Situation in Deutschland zu beschäftigen. Wir haben hier nämlich den §110 des Telekommunikationsgesetzes (http://www.gesetze-im-internet.de/tkg_2004/__110.html).

    Dort heißt es sinngemäß, dass Betreiber von Kommunikationsdiensten die Überwachung ihrer Systeme ermöglichen müssen. Das Gesetz geht zwar nicht ins Detail über Kryptographie, aber im Prinzip wird mit der Anforderung Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auch ausgeschlossen.

    Im Moment ist unser Schutz dagegen eigentlich nur, dass die meisten relevanten Dienste im Ausland sitzen. Außer bei E-Mail, aber da ist ja bekannt, dass die Behörden dort schon lange eine direkte Abhörschnittstelle haben.

    1. Der Vergleich hinkt, den schon immer konnte die Telekom/Bundespost keinem Telefonbenutzer verbieten, sich einer Geheimsprache oder einer Telefonzelle zu bedienen.

      Was uebrigens die Wichtigkeit offener Kommunikationssysteme und der Herrschaft des Benutzers ueber seine Endstelle unterstreicht.

  2. Oha. Ich habe ja erwartet, dass Obama öffentlich schön den Mund hält und die Hintertüren im Geheimen einbauen lässt. Das klingt für mich so ein bisschen wie ein Warnruf („Leute, Vorsicht, da sind Hintertüren drin. Nichts wichtiges in Facebook schreiben!“). Aber vielleicht interpretiere ich da auch zu viel rein.

      1. Ja, da hast Du Recht, das wäre das beste. Allerdings: wenn jemand schon OTR hat, dann wird derjenige wohl eher einen XMPP-Account auf einem vertrauenswürdigen Server haben.

  3. Wie so oft lügen diese Politiker.

    1. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist nicht 100 % sicher vor Überwachung.

    Viele Wege ermöglichen es, auch verschlüsselte Kommunikation abzuhören, ohne dass man dazu Backdoors bräuchte. Es ist lediglich mit höherem Aufwand verbunden. Ermittlungen gegen und Überwachung von „echten“ Kriminellen/Terroristen sind auch weiterhin möglich. Bspw. kann man die Verschlüsselung umgehen, indem man den Bildschirminhalt inkl. Klartextnachrichten und die Tastatureingaben inkl. Passwörter mittels visueller Überwachung (versteckte Kameras) ausspäht, gerade wenn man schon die Kontaktdaten und damit meist auch den Aufenthaltsort der Zielperson kennt. Das alles ist mit Arbeit verbunden. Man möchte wohl lieber weiterhin unbescholtene Bürger massenhaft bespitzeln, anstatt sich auf evtl. legitime Zielpersonen zu konzentrieren, die auch weiterhin überwachbar sind.

    2. Verschlüsselung mit Backdoors nützt dem Feind.

    Diese Politiker und ihr Überwachungsapparat sind von grenzenloser Arroganz geprägt. Sie glauben, sie stünden am oberen Ende der Nahrungskette, als wären sie die Krönung der Schöpfung. „NOBUS“, „nobody but us“ – so ist deren Selbstverständnis.

    Wenn jedoch die staatlichen Behörden des sog. Westens Backdoors für verschlüsselte Kommunikation nutzen können, dann werden es auch chinesische, russische und iranische Behörden nutzen, um westliche Kommunikation zu entschlüsseln. „Gewöhnliche“ Kriminelle werden diese Backdoors ebenfalls nutzen. Ein klassisches Eigentor.

    Wieder wären das Internet und unsere Kommunikation unsicher statt sicherer.

  4. wollen die uns verarschen? die snowden-docs haben doch gezeigt, wie die US und UK geheimdienste verschlüsselung schon heute knacken oder umgehen können, ganz ohne offizielle backdoor.

    was für ein lügentheater!

  5. Die ach so tollen, geheimen Geheimdienste, haben weder Geld, noch wirklich fachkundiges Personal.
    Das Einzige von dem sie leben, ist die Angst der User. BKA und Co haben veraltete Geräte, keine Zeit für große Entschlüsselungsmaßnahmen, keine Mittel, keine Ahnung, kein Geld.
    Wenn man jedoch an übersinnliche Wesen, Wunder und Übermenschen, und vor allen Dingen an Anonymous Spinner glaubt, ist ein Herr PGP allein auf weiter Flur. Außerdem, was gibt es denn so Geheimes? Die meisten Handyfreaks heulen doch schon, wenn ihr Handy nach der Verschlüsselung langsamer wird. Nicht das sie es im Betrieb stören würde, nein, die Gründe sind viel bescheuerter. Die liegen im Marketing-Brainwashing. Opfer sind fast alle, die alle 3-6 Monate neue Handys brauchen.
    8 Kern mit 6000er Auflösung, da kann man fast keine Pixel mehr sehen, unter dem Elektronenmikroskop.

    „Wenn man keine Ahnung hat, einfach ´mal die Fresse halten“

  6. Na, wenn die pösen Terroristen sich Facebook, WhatsUp und all‘ der anderen so called social medias bedienen, haben ja wohl die „Silicon Valley companies“ den Terrorismus unterstützt und unterstützen ihn noch heute. Die sollen keine Backdoors einbauen oder die verschlüsselte Kommunikation verbieten, sondern die „social medias“ verbieten !!1!einself

  7. Merken die Menschen nicht, wie sie an der Nase herum geführt werden? Die ganzen Dienste haben erhebliche Probleme mit Verschlüsselung http://www.golem.de/news/neue-snowden-dokumente-was-die-nsa-unter-fingerspitzengefuehl-versteht-1412-111376.html Das alles wirkt auf mich wie die Behauptung der Dienste, dass TOR für sie kein Problem mehr darstellt. Sieht man genau hin wie sie so kleine Erfolge erzielt haben fällt auf, dass sie eben doch mehr Probleme haben als sie zugeben. Was diese Systeme und ihre Vertreter am besten beherrschen ist Psychologie -mittels Desinformation Verunsicherung verursachen.

  8. Der erste Fehler ist zu denken das man nur alles mitlesen müsste und Schlüsse daraus ziehen kann, ich denke Terroristen gehen immer davon aus überwacht zu werden und treffen Vorkehrungen, die Arroganz Obamas und Camerons offenbart mal wieder das sie Teil der Gefahr sind und nicht Teil der Lösung!

  9. „… and despite having a phone number, despite having a social media address or email address, we can’t penetrate that, that’s a problem“. NO, Mr. President, this is not the problem, THIS IS THE SOLUTION!!!

    Ich darf noch Peter Schaar zitieren:
    „Lassen Sie sich nicht beeindrucken, richten Sie Ihre Meinung nicht nach irgendwelchen Suchbegriffen aus, und bestehen Sie unbeirrt auf Ihren Rechten. Verschlüsseln Sie, und nutzen Sie keine US-Provider.“
    http://www.linux-community.de/Internal/Artikel/Print-Artikel/LinuxUser/2014/09/Zivilcourage-ist-gefragt/%28article_body_offset%29/4

  10. Musste das wirklich zweimal lesen. Der Präsident einer Landes mit dem höchsten Schusswaffenanteil / Einwohner will den Einwohnern verbieten ihre Kommunikation zu verschlüsseln, weil das zu bösen Zwecken genutzt werden könnte. Kaputte Welt…schade das PGP keine Lobby hat.

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