US-Präsident Obama hat am heutigen Mittwoch eine Verordnung unterzeichnet, derzufolge Sanktionen gegen „Cyberangriffe“ aus dem Ausland verschärft werden. Sanktionsfähig werden mit dem Erlass Angriffe auf kritische Infrastrukturen, die Störung großer Rechnernetze, der Diebstahl geistigen Eigentums und das Profitieren von „gestohlenen“ Geheimnissen und Eigentum – Kreditkartendaten beispielsweise.
Durch die Deklarierungsmöglichkeit von „erheblichen schädlichen Cyberaktivitäten“ als „Nationaler Notstand“ lässt sich legitimieren, auch Personen im Ausland dadurch zu sanktionieren, indem man beispielsweise ihre Konten einfriert oder Geschäftsverhältnisse beendet.
Ein anonymer Regierungsvertreter sagte gegenüber der Washington Post:
Part of the message it will send is if you think you can just hide behind borders and leap laws and carry out your activities, that’s just not going to be the case. We have other ways of getting at you, and we can hit where it hurts in terms of a financial impact.
Cyberangriffe rücken damit rechtlich in die Nähe von terroristischen Bedrohungen. Der Erlass fußt auf einem Gesetz von 1977, durch das bei Bedrohungen aus dem Ausland ein nationaler Notstand ausgerufen werden kann. In den letzten Monaten hatte es wiederholt Angriffe auf amerikanische Infrastruktur gegeben. Beispielsweise den Angriff auf Sony, der Nordkorea zugeschrieben wurde und in dessen Folge Obama Wirtschaftssanktionen gegen das Land beschloss. Auch Angriffe aus China wurden bereits mehrmals von den USA als nationale Bedrohung proklamiert.
