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Fünf Mythen zur Netzneutralität: Ein offenes und neutrales Internet ist möglich

edri-netzneutralitaet-katzeIn Brüssel finden heute Trilog-Verhandlungen zwischen Kommission, Rat und Parlament statt. Und für die Netzneutralität sieht es nicht gut aus, weil die Berichterstatterin fürs Parlament, eine spanische konservative EU-Abgeordnete, eher die Interessen von Telefonica vertritt als die Position des Parlaments. Bleibt zu hoffen, dass nicht der Worst Case dabei rauskommt. Wenn bei den Trilog-Verhandlungen ein schlechter Deal zu Netzneutralität raus kommt, muss der zwar noch durchs Parlament. Aber es ist unklar, ob dort dann die Position vom vergangenen Jahr aufrecht erhalten werden kann.


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Das liegt u.a. daran, dass Teile des Parlaments neu gewählt sind, andere interessiert das Thema einfach nicht soviel, um gegen einen Kompromiss zu stimmen, den eine Berichterstatterin fürs Parlament verhandelt hat. Dagegen könnt Ihr was unternehmen, indem Ihr vor allem EU-Abgeordnete von CDU, CSU und SPD kontaktiert und denen klar macht, dass Netzneutralität ein wichtiges Zukunftsthema ist. Auf savetheinternet.eu finden sich viele hilfreiche Argumente und Kontaktmöglichkeiten, auch per Fax.

European Digital Rights erklärte gestern: Net Neutrality – building on success.

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The European Parliament now has a choice either to defend a history of successful liberalisation, defend the position that accepted by large majority just last year, and defend a position that will set an example for the world. Or not. Dear Members of the European Parliament: You made the promise to deliver Net Neutrality. Do not succumb to pressure. History is on your side. Citizens are on your side.

Auf einer Veranstaltung des bankenverbandes in Berlin hat heute unser Digitalkommissar Günther Oettinger nochmal klargestellt:

„Man will den Sozialismus durch die Tür der Neutralität einführen.“

Wir haben die EU-Kommission angefragt, ob sie uns näher erklären können, was er damit genau gemeint hat. Vielleicht bekommen wir dieses Mal eine Antwort. In der Regel hören wir von der Kommissions-Pressestelle nur, dass unser Anliegen weitergeleitet wurde. Update: Haben Antwort bekommen. Mussten aber Rückfrage stellen und warten auf Antwort. Dann gerne mehr.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat heute „Fünf Mythen zur Netzneutralität“ beantwortet und kommt zu dem Ergebnis: „Ein offenes und neutrales Internet ist möglich“.

„Viele Argumente gegen einen freien Zugang zum Netz entpuppen sich bei genauem Hinsehen als Mythen. Netzneutralität ist weder ein Hindernis für den Breitbandausbau, noch gefährdet sie die Verkehrssicherheit oder die schnelle Übertragung lebenswichtiger Gesundheitsdaten. Und trotz aller Beteuerungen zahlen Verbraucher am Ende drauf, wenn Anbieter ihre Dienste gegen Bezahlung bevorzugt durchs Netz schicken können“, sagt Ilja Braun, Referent im Team Digitales und Medien beim vzbv.

Immer noch aktuell ist „Netzneutralität tötet„, ein Video von Alexander Lehmann, das ebenfalls mit Mythen der Gegner aufräumt. Teilt das Video und teilt den Link zu savetheinternet.eu!

10 Kommentare
  1. Letzte Woche wurde eine Studie veröffentlicht [1] ab wieviel Latenz ein Operationsroboter nicht mehr fehlerfrei bedient werden kann. Das wird gerne mal als Grund für Sonderdienste angeführt. Stellt sich raus, dass ein Ping von 200 ms für einen Arzt noch zu handhaben ist und sogar mit einem Ping von 500 ms war ein Arbeiten noch möglich.

    [1] http://www.computerworld.com/article/2927471/healthcare-it/robot-performs-test-surgery-1200-miles-away-from-doctor.html

  2. Ich habe mehrfach versucht, die Seite savetheinternet.eu aufzurufen; bekomme aber immer nur Fehler: Verbindung fehlgeschlagen.
    Kann das an meinem Provider „Kabel Deutschland“ liegen ?

  3. Dauert nicht mehr lange und es gibt eine Mehrheit dafür die EU abzuschaffen allein damit Günther Oettinger in den Ruhestand geschickt werden kann. Un-er-träg-lich.

  4. Wäre Multicast bei Streaming der Fußball WM oder Caching von WOW-Updates beim Provider ein Verstoß gegen die Netzneutralität? Das kann ja je nach Definition auch nachteilig sein, obwohl es durchaus im Sinne der Kunden wäre…

  5. „Man will den Sozialismus durch die Tür der Neutralität einführen“

    Das hört sich wie eine Parole von den Tea-Party Gestörten an.
    Dabei ist das Prinzip, die Internet-Infrastruktur für alle Dienste, ohne Bevorzugung von ökonomisch Bessergestellten, offen zu halten, für die Masse erkennbar nur von Vorteil.
    Die Internet-Infrastruktur wird nach Bedarf und Geldbeutel der die Anschlüsse kaufendenKunden ausgebaut, die Diensteanbieter können es je nach Ausbaugrad nutzen.
    Dass dann durch einfach nur abcashende Monopolfirmen der Ausbau ausgebremst wird, Kupfer statt Glasfaser, ist systembedingt und KEIN Naturgesetz.
    Besonders teuer für den Endkunden wird das ganze natürlich, wenn, durch „unsere“ Politiker begünstigt, jeder Provider -sowohl Infrastruktur- wie Diensteanbieter- versuchen darf, aus dem Endkunden das Maximale herauszupressen. Und jedes Ausweichverhalten dem Kunden verunmöglicht wird.

  6. Hängt der Herr Ö. nicht ständig an seinem Mobiltelefon und blockiert das Netz? Nicht auszudenken was passiert, wenn der Herr Ö. während einer Not-OP zum Telefon greift, um mit seinem Sohn zu parlieren.

  7. Lustig ist auch, den Breitbandausbau in Eigeninitiative vornehmen zu dürfen, um anschließend hintenrum über Kosten bzw. Drosselung wieder runtergesägt zu werden. Und dann sollen die Leute auch noch um Netzneutralität kämpfen.

    Erst kürzlich hat sich ein Industriegebiet selbst an Bamberg angeschlossen.

    Drei Kilometer Rohre verlegt (2014) http://www.dsl-magazin.de/news/breitband-mit-30-mbit-s-dank-eigeninitiative_135219.html

    „Wissen Sie, was mich da am meisten fasziniert hat? In jeder Hütte auf 4000 Metern gab’s kostenloses Wifi.“ Schnelles Internet im zerklüfteten Hochgebirge – „und im Landkreis Waldshut geht’s seit Jahren einfach nicht voran“ (2015)
    http://www.badische-zeitung.de/wehr/so-will-der-kreis-waldshut-fuer-schnelles-internet-sorgen–100081838.html

    Und so geht das seit mindestens 2002.

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