Tor für Millionen Nutzer: Bald standardmäßig in Mozilla Firefox?

Patrick Howell O’Neill berichtet auf The Daily Dot:


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The Tor anonymity network may soon expand to hundreds of millions of new users around the world as the software’s developers prepare to scale to a „global population.“

Several major tech firms are in talks with Tor to include the software in products that can potentially reach over 500 million Internet users around the world. One particular firm wants to include Tor as a „private browsing mode“ in a mainstream Web browser, allowing users to easily toggle connectivity to the Tor anonymity network on and off.

„They very much like Tor Browser and would like to ship it to their customer base,“ Tor executive director Andrew Lewman wrote, explaining the discussions but declining to name the specific company. „Their product is 10-20 percent of the global market, this is of roughly 2.8 billion global Internet users.“

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11 Kommentare
  1. Der eine Relay den ich betreibe ist bei ~20Mbit/s rein + ~20Mbit/s raus und das ist auf dem kleinsten kimsufi und der ist „nur“ Guard + middle. Kein Exit.

    Wenn also auf einmal 500 Millionen weitere Nutzer ankämen, würde das Tor-Exit-Netzwerk wahrscheinlich komplett überlastet sein. Vorher brauchen wir also mal bessere Gesetze um Exit-Betreiber zu schützen. Und mehr Entwickler für Tor (schaut lieber nicht in deren trac).

  2. Aber Tor an sich ist ja nur ein kleiner Baustein für eine zuverlässige Annonymität. Es ist sicherlich praktisch, Tor direkt aus dem Browser aktivieren zu können, jedoch bringt das alles nichts, wenn der Browser z.B. standardmässig Scripte ausführt (weil dann das Skript den Browser einfach nach seiner richtigen IP fragen kann). Da wird es nicht lange gehen und die Datensammler stellen sich darauf ein.
    Ausserdem sehe ich auch noch nicht, wie das Tor-Netzwerk so viele neue User verkraften soll, wenn nicht viele neue Relays gleichzeitig dazu kommen.
    Das Gegenteil von gut ist eben mal wieder gut gemeint: Mit so einer Aktion schwächt man letztlich die, welche wirklich auf Tor angewiesen sind, weil das System überlastet ist.

  3. Ich glaube das nicht. Mozilla zeigt sich seit Ewigkeiten derart unwillig sicherheits- und privatsphäre-relevante Patches vom Tor-Projekt upstream zu übernehmen, dass das quasi eine 180°-Drehung in der Patch-Politik bedeuten würde.
    Diese Unwilligkeit war ja ursprünglich der Anstoß für den separaten Tor-Browser (anstelle eines bloßen Firefox-AddOns).

    Ich halte es für deutlich wahrscheinlicher, dass es hierbei um GNOME geht.
    Ich weiß, dass es in dem Zusammenhang schon einmal Gespräche zum Thema Privatmodus-Desktop mit integriertem Tor gab und die GNOME-Entwickler sehr aufgeschlossen waren, und ich denke, hier geht es nun darum, den Tor-Browser standardmäßig als Privatmodus-Browser bei GNOME mitzuliefern.

    1. Für mich stünde davor noch eine weitaus banalere Frage – und zwar was Mozillas größter Geldgeber (Google) dazu sagen würde. Die saubere Nutzung/Implementierung von Tor würde das Blocken sämtlicher Google-Skripte aus dem Werbe- und Analyticsbereich sowie Cookies erfordern (saubere Tor-Nutzung bedarf natürlich weiterer Maßnahmen). Wenn ich die Anleitungen zur Nutzung von Tor richtig verstehe, ist die Nutzung für den Durchschnitts-Feierabend-Surfer mit weiteren Unbequemlichkeiten/Einschränkungen verbunden.

      Und Firefox hat mit 21,2 % (Stand: Jan. 2013 [1]) einen nicht unerheblichen Marktanteil. Ich halte es ebenso wie du für sehr unwahrscheinlich, dass es sich um Firefox handelt.

      [1] http://www.heise.de/newsticker/meldung/Marktanteile-Chrome-und-Safari-legen-zu-Internet-Explorer-und-Firefox-verlieren-1775342.html?view=zoom;zoom=1

  4. Wette: …wir werden später dann mal herausfinden, dass die NSA aufgrund ihrer dort in den USA legalen, rechtlichen Überwachungsmöglichkeiten – Stiftungs/Firmensitz ist ja USA – trotzdem Zugang zu den anonymen verschlüsselten Daten der Benutzer in den Netzen erhalten hat und alles speichert.

    Da sind schon ganz andere große amerikanische Firmen eingeknickt, wenn sie von der US-Regierung dazu gezwungen werden, Hintertüren einzubauen.

    Also: Das sind alles zwar „nette“ Ideen, aber solange totalitäre Überwachungsgesetze existieren, täuschen sie lediglich Schutz vor!

    1. Das ist völliger Unsinn. Es mag zwar sein, dass Geheimdienste es schaffen einzelne Nutzer des Tor-Netzwerkes zu „enttarnen“. Aber dass Open Source Software wie Tor eine Hintertür hat, ist dann doch sehr unwahrscheinlich.

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