Das Ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat dem Verkehrsausschuss im Deutschen Bundestag einen Sachstandsbericht zum Thema „WLAN-Anschluss im Schienenverkehr“ verschickt (PDF). Darin gibt es einige Hintergründe zum Thema zu lesen.
Seit zehn Jahren kooperiere die Deutsche Bahn mit der Deutschen Telekom und im April 2014 sollen „125 der größten deutschen Bahnhöfe mit WLAN-Anschlüssen ausgerüstet sein“. Dieser Service ist für 30 Minuten kostenlos, danach wird es im Rahmen der Deutsche Telekom-Hotspot-Tarife kostenpflichtig. Das soll sich auch nicht ändern.
Bezüglich der WLAN-Ausstattung in ICEs heißt es:
„Beginnend mit einem Pilotprojekt im Jahr 2005 stehen nach Angaben der DB AG mittlerweile ca. 3000 km Strecke und 180 ICE-Züge mit entsprechenden Funkeinrichtungen zur Verfügung. Bis Ende 2015 sollen weitere 2200 km und die restlichen 85 ICE-Züge folgen.“
Wir wissen nicht, wieviel Streckennetz es insgesamt im ICE-Verkehr gibt und wieviel Prozent davon 3000 bzw 5200 km sind. Nicht eingegangen wird im Bericht auf andere Zugformen, neben ICEs gibt es ja noch ICs und RBs.
Das mobile Netz wird als praktischer angesehen, weil man sich dort nicht extra anmelden müsste und die „Funkübertragung im Handynetz verschlüsselt“ sei. Aber: „Alle vier deutschen Handynetzbetreiber müssten also in die unterbrechungsfreie Funkausleuchtung der Hochgeschwindigkeitsstrecken investieren und den schnellen Wechsel zwischen den Funkzellen beherrschen.“ Müsste man mal, bis dahin ist das mobile Netz außerhalb von Bahnhöfen kaum zu sehen.
Zum WLAN-Anschluss in Fahrzeugen des Stadt- und Regionalverkehrs gebe „es zurzeit einige Pilotprojekte und Studien mit dem Ziel Kosten, Nutzen, Kundenakzeptanz und Machbarkeit zu analysieren.“ Aber da sei zu bedenken: „Stadtbahnen verkehren häufig in Ballungszentren mit guter bis sehr guter Versorgung durch das Handynetz.“
Berlin kann damit leider nicht gemeint sein, hier ist zumindest das Netz von T‑Mobile unter Tage eine Katastrophe.
Mit anderen Worten: Wie auch beim Breitbandausbau gibt es Hoffnung auf Besserung, aber eher auf niedrigem Niveau.
