Kultur

Wie kann Netzpolitik für Frauen interessanter werden? – Vorläufiges Resümee

Quelle: gravitysmiles.tumblr.com

Am Freitag veröffentlichte Markus Teil I der Reihe ‚Unser Blog soll schöner werden‘. Grundlage hierfür war eine Umfrage, die im August durchgeführt wurde mit dem Ziel, herauszufinden, wie die Leserinnen und Leser dieses Blogs ihn eigentlich wahrnehmen. Während der zwei Wochen, in denen die Umfrage lief, gab es bereits eine Reihe von Kritikpunkten, die nicht von der Hand zu weisen sind (s. Kommentare), und auch die Repräsentativität kann sicherlich angezweifelt werden. Wichtig ist jedoch vorerst folgendes: Aus der Umfrage resultierte, dass der Anteil derer, die Netzpolitik lesen und sich als „eher weiblich“ beschreiben, bei 8 Prozent liegt. Und obwohl wir Diskussionen wie „Mehr Frauen in die Piratenpartei“ und 8 Prozent Autorinnen der Wikipedia kennen und uns leider Zahlen anderer netzpolitischer Plattformen/ Blogs fehlen, kam uns das sehr wenig vor, sodass Markus am Freitag fragte: Wie kann Netzpolitik für Frauen interessanter werden?


netzpolitik.org - unabhängig & kritisch dank Euch.

Abgesehen von der Zahl zeigen die Reaktionen auf diese Frage, dass Interesse besteht, sie zu diskutieren. 102 Kommentare allein auf Netzpolitik.org, dazu 38 bei Sammelmappe sowie weitere Posts wie der von Helga Hansen. Welche Punkte können wir daraus vorläufig formulieren?

Vorerst: Kommentare wie „Frauen interessieren sich nun mal nicht für Netzpolitik“ sind Getrolle. Wir haben gefragt, wie Frauen darüber denken und möchten Antworten dazu auch hören. Auch will Netzpolitik keine Schuhwerbung schalten und/ oder Stereotype reproduzieren.
Glücklicherweise haben sich die meisten Kommentierenden wirklich Gedanken gemacht, sodass eine Liste von Anregungen und Kritikpunkten erstellt werden konnte.

Layout/ Gestaltung des Blogs

Mehrere Kritikpunkte richten sich an die (inhaltliche) Gestaltung von Netzpolitik.org. Beispielsweise wird genannt, dass eine stärkere Themenstrukturierung sinnvoll sei, die Glossare und grundlegende Informationen zuließe. Neue Rubriken könnten ebenfalls eingeführt werden, „Feuilleton“ oder „Vermischtes“ wurden als Vorschläge genannt. Weiterhin eine z.B. kurze wöchentliche Zusammenfassung der aktuellen Themen, sodass Leserinnen und Leser eine Chance haben, „mitzukommen“, ohne ständig den Feed zu verfolgen. Zudem wird vorgeschlagen, das Layout kreativer zu gestalten.

Inhaltliches

Teilweise wird Netzpolitik.org als zu technisch und zu nüchtern berichtend empfunden. Angemerkt wird ebenfalls, dass die Autorinnen und Autoren sich selbst zu sehr positionierten und damit eine Meinung vorgäben, die „der gute Netzmensch“ haben sollte. Alternativ wurde hierzu vorgeschlagen, häufiger offene Fragen zu formulieren und Gegenstimmen zuzulassen. Ebenso könnten Textarten deutlicher voneinander getrennt und dies mit verschiedenen Rubriken (wie oben genannt) verdeutlicht werden. Dann können die Leserinnen und Leser entscheiden, ob sie zu einem Thema eine komplette Analyse oder aber eine Einführung lesen möchten und müssten nicht auf der Hauptseite suchen. Mehrmals wird geschrieben, dass den Blogposts ein Alltags- bzw. persönlicher Bezug fehle und kulturell-soziale Begleitumstände der Netzpolitik stärker beachtet werden sollten. Genannt wird zudem, dass generell mehr Zugänge zu netzpolitischen Themen eröffnet werden sollten, damit sich interessierte Menschen in verschiedenen Weisen damit auseinandersetzen können.

Kommentarkultur

Viele Frauen schrieben, dass sie sich die Kommentare bei einigen Blogs nicht mal mehr ansehen. Auch Markus ist im Sommer mal der Kragen geplatzt und er spielte kurz mit dem Gedanken, die Kommentarfunktion einfach zu schließen. Kurz, weil das auch keine Lösung sein kann. Und auch wenn ich selbst manchmal die Kommentare unter meinen Artikeln nicht mehr sehen will, ist es doch beachtlich, wie viele konstruktive Anmerkungen und Diskussionen immer wieder zusammenkommen. Dennoch kann ich diese Ablehnung gut verstehen und wir werden uns hierzu, genau wie zu allen anderen Punkten, defintiv nochmal Gedanken machen.

Sichtbarkeit

Einige reagierten erstaunt auf die Anzahl der Autorinnen und „merken davon nichts“. Das ist für mich schwer nachvollziehbar, da ich eine von ihnen bin und nicht bewerten kann, inwiefern meine Artikel sich unterscheiden oder eben nicht. Was ebenfalls genannt wurde und zu mehr Sichtbarkeit führen könnte, wäre eine „Über Uns“ Seite mit Bildern der regelmäßigen Autorinnen und Autoren und deren Kurzvita o.ä.

Kooperationen

Eine von mehreren Kommentierenden genannte Anregung ist die Zusammenarbeit mit feministischen und/ oder breiter thematisierten Blogs, um Netzpolitik deutlicher als Querschnittsthema zu etablieren. Wie das bei 99% unregelmäßig in ihrer Freizeit schreibenden Autorinnen und Autoren funktionieren soll, is auf den ersten Blick nicht leicht zu beantworten, aber Überlegungen wert.

Soweit zu meinen Beobachtungen. Danke an Alle, die sich an der Diskussion beteiligt haben und dies noch immer tun – schließlich handelt sich hier nicht um einen Austausch a la „Was ist das Problem? Aha. Ok, gefixt“ (auch wenn das so rübergekommen sein mag), sondern um einen Prozess. Wir machen uns Gedanken um die Kommentare und Anregungen und berichten von daraus gezogenen Konsequenzen. Weitere Anregungen und Kritikpunkte sind natürlich willkommen.

132 Kommentare
  1. Ich persönliche finde den Teil „Sichtbarkeit“ unwichtig. Ich beachte bei einem Artikel wenn dann nur nach dem Lesen wer ihn geschrieben hat und auch das nicht weil mich das Geschlecht interessiert. Neben jeden Artikel jetzt z.B. ein Passfoto des Autors zu packen finde ich falsch.

    Es ist durchauchs interessant, dass hier so viele Frauen mitschreiben. Aber die Art und Qualität der Artikel beinflusst das meiner Meinung nach nicht und das zu erwarten wäre auch etwas antiquiert.

    Ist es also für eine weibliche Leserin wirklich relevant welches Geschlecht der Autor hat oder geht es eher darum wie der Text inhaltlich/strukturell ist?

      1. Ja, so hab ichs auch verstanden. Wie gesagt, ich denke wer bei Netzpolitik mitschreibt ist durchaus interessant. Eher für die Seite/Gruppe im allgemeinen.

        Aber ich würde es bei den Artikeln nicht besonders hervorheben, da das meiner Meinung nach kein Kriterium für einen „lesenswerten Artikel“ ist.

        Aber es kann auch sein das ich damit falsche liege und Frauen lieber Artikel von Frauen lesen. (Auch dann wenn das Thema nicht geschlechterspezielle ist.)

      2. Ich finde es bei Artikeln, die die Meinung oder einen Kommentar des Autors beinhalten auf jeden Fall schön, wenn ein kurzer Absatz wie „Der Autor schreibt seit 3 Jahren für Netzpolitik, ist aktives Mitglied in dieser Partei und kämpft seit seiner Jugend für mehr dies und jenes“ dabeisteht. Das muss ja nicht im Text selbst sein, sondern kann auch an der Seite oder als kleine Box irgendwo im Text sein.
        Mir hilft so ein Kurzportrait ungemein, den Inhalt in meinem Kopf an die richtige Stelle zu legen.

    1. Es kann schon relevant sein, wenn es darum geht, welches Geschlecht, welche (netz-)politische Debatte wie beurteilt und thematisiert. Auch noch so gut gemeinte Versuche, etwas neutral darzustellen, führt noch nicht dazu, dass das auch passieren kann. Deshalb kann durchaus auch darauf hingewiesen werden. Und dabei geht es überhaupt nicht darum, ob Frauen lieber Artikel von Frauen lesen, sondern darum, dass Frauen andere Standpunkte vertreten könnten, die dann auch hervorgehoben werden sollten, um eben einen breiten Einblick in (netz-)politische Debatten zu bekommen.

      1. @wyrias

        „Und dabei geht es überhaupt nicht darum, ob Frauen lieber Artikel von Frauen lesen, sondern darum, dass Frauen andere Standpunkte vertreten könnten, die dann auch hervorgehoben werden sollten, um eben einen breiten Einblick in (netz-)politische Debatten zu bekommen.“

        Ich verstehe Ihr Argumentation muss aber dennoch fragen wo sieh denn eine Grenze ziehen wollen.
        Sie sagen, dass die Minderheitsfrauen eine andere Sichtweise haben kann. Ferner sollte dieses besser/vermehrt präsentiert werden. Das könne die Debatte bereichern.
        Da stimme ich ohne Vorbehalte zu frage mich aber ob das nicht auch für Rentner, Behinderte, Immigranten, Religionen usw. gilt. Wenn man also soweit gehen sollte dass eine Meinung/Sichtweise besonders hervorgehoben werden muss weil es aus einer unterrepräsentierten Gruppe stammt dann haben wir ein Abgrenzungsproblem.

        Wie gehen wir dieses dann an?

      2. Warum sollten die einen (von Frauen geschriebenen) Standpunkte hervorgehoben werden und die anderen nicht? Es reicht doch, dass beide Standpunkte hier vertreten sind, wo nutzt es mir zu wissen, von wem welcher Artikel stammt? Das mag bei geschlechtsspezifischen Themen angebracht sein, aber Netzpolitik betrifft alle Menschen. Wie Bäume.

  2. Ich persönlich würde es begrüßen, wenn es mehr Frauen in der Netzpolitik gäbe.

    Ich möchte allerdings EXPLIZIT davor warnen, die eigentlichen Themen der Netzpolitik (Zensur, Copyright) aus den Augen zu verlieren.

    Aus eigener, bitterer Erfahrung im linken Hochschulmilieu weiss ich, dass es sobald man zum Thema Frauen/Feminismus kommt, ganz schnell nur noch um Gleichberechtigung und politisch korrektes Gendern geht und andere (deutlich wichtigere) Themen an den Rand gedrängt werden.

    Thema hier ist (wie der Name schon sagt) Netzpolitik. Und das muss so bleiben. Wenn ich sowas schon höre: „Zusammenarbeit mit feministischen und/ oder breiter thematisierten Blogs“. Bitte WAS? Wer feministische Artikel lesen will soll das doch bitte auf den Feministenblogs tun.

    Fehlt nur noch das hier Interviews mit Alice Schwarzer kommen über ihre Meinung der Rolle der Frau im internet. *Grusel*

    1. “Zusammenarbeit mit feministischen und/ oder breiter thematisierten Blogs”

      Versteh ich auch nicht. Man will das als Querschnittsaufgabe besser einbringen? Bitte. Wieso nicht bei relevanten Blogs? Bspw. welchen zu wirtschaftsthemen o.ä.?

      1. Ich finde schon dass es ein Problem darstellt. Allerdings ist „Problem“ nicht gleich „Problem“, da nämlich Einige deutlich wichtiger sind als Andere.

      2. Das ist doch schon mal was, das meine ich ernst, denn das war so aus deinem ersten Kommentar nicht unbedingt rauszulesen.
        Aber: Dass du das Problem offensichtlich siehst, aber abwertest, ist leider ebenso Teil des Problems. Wenn Netzpolitik als Thema erstmal geschlechtsneutral ist, kann es doch auch als solches hier behandelt werden, ohne das gleich die Welt untergeht. Und wenn, mal allgemeiner gesprochen, eine Minderheit auf einen gefühlten Mißstand aufmerksam macht, steht es der Mehrheit (zu der ich dich jetzt erstmal dazuzähle) gut zu Gesicht, ihr das nicht gleich abzusprechen… Linke Hochschulgruppen scheinen auch nicht mehr das, was sie mal waren
        Und einer noch: Es gibt auch einen Feminismus neben Alice Schwarzer, auch wenn AS das sicher nicht gerne hört :) Also vielleicht nicht gleich Schreckensgemälde an die Wand werfen, bevor überhaupt etwas passiert ist…

      3. Und was ist das Problem an der Aussage:
        „Wer feministische Artikel lesen will soll das doch bitte auf den Feministenblogs tun.“?
        Ich bin ja auch hier, weil ich netzpolitische Artikel lesen will.

      4. Kein Problem, jedenfalls nicht für mich. Meine Gegenfrage wäre dann, warum es für vile hier offensichtlich eine Horrorvorstellung ist, zwischen normalen netzpolitischen Artikeln (die weisse Hetero-Nerds intuitiv verstehen) mal etwas zu lesen, was die gender-spezifische Dimension der Netzpolitik betrifft? Das ist nicht gleich Alice Schwarzer, und das ist vor allem als Ergänzung ins Spiel gebracht worden, nicht als die feindliche Übernahme, als die es hier von vielen gelesen wird. Warum eigentlich?

      5. „gender-spezifische Dimension der Netzpolitik betrifft“
        Gibt es sowas hier nicht sogar hin und wieder? Zumindest gesellschaftliche Themen werden ja hin und wieder angesprochen. Ist ja auch kein Problem, wenn es irgendwie relevant ist und eben kein Selbstzweck ist.

        Wer sagt denn, dass es eine Horrorvorstellung ist?
        Das war ich bisher gelesen habe, halten es viele einfach für a) fehl am Platz und b) nicht relevant, bzw. werden wichtigere Dinge gesehen, als die Frauenquote der Leser nach oben zu treiben.

        Mal zwei Dinge:
        – Jetzt wird über Kooperationen nachgedacht, mit diesem Schwerpunkt. Wieso wendet man diese Kraft nicht auf, um die Themen wirklich voranzubringen? Wieso keine Kooperation bspw. mit Blogs aus dem Wissenschaftsbetrieb, der Wirtschaft o.ä. in denen netzpolitische Themen von großer Relevanz sind? Blogs die evtl. eine größere Reichweite haben? Kooperationen mit denen man mehr erreicht? Der Schwerpunkt wäre dann mMn einfach falsch gesetzt.

        – Ich wette, dass in der Leserschaft Migranten ebenso unterrepräsentiert sind. Müsste man die Quote da dann nicht auch hochtreiben? Und überhaupt, die größte Gruppe sind die Rentner! Zudem eine mächtige Lobby. Wie wärs mit ner größeren Schriftart? So könnte man endlos weitergehen. Ist das Ziel, mit dem Blog eine repräsentative Leserschaft zu erreichen? Das führt doch zu nix.

      6. Ja, „hin und wieder“ gibt es das hier. Aber schau dir mal die zugehörigen Diskussionen an, da besteht kein Zweifel am Wunsch nach Veränderung/Verbesserung. Da stimmt dann deine Einschätzung „Ist doch kein Problem“ leider nicht: Es ist für dich kein Problem, und das muss es ja auch nicht sein.

        Größere Schriftart: Ja, her damit. Tut keinem weh, oder? Über den Zusammenhang von gesellschaftlicher Privilegierung und Technik-Zugang nachdenken? Ja, bitte, tut auch keinem weh…

        Nur: Wenn wir uns da alle so einig sind, warum müssen wir dann die ganze Zeit darüber reden? Warum führen sich dann viele Leute hier auf, als würde ihnen ihr Spielzeug weggenommen? Warum denkt BlackAngel gleich an Alice Schwarzer-Interviews, wenn hier nur ein paar Zugangshemmnisse abgebaut werden sollen? Denn darum geht es hier, nicht um sinnlose Gleichmacherei, wie du schon weider suggerierst…

      7. Und schon sind wir in die Falle gelaufen. Wir diskutieren über Sinn und Unsinn. Nun besteht die Gefahr dabei sich zu verleihen und dann war es das mit der eigentlichen Arbeit.

        Leider begegnet mir dieses Problem immer und immer wieder wenn man über dass „Problem“ Geschlechter Ausrichtung/Zielgruppe diskutiert. Daher würde ich einfach empfehlen die Diskussion fallen zu lassen.

        Ja richtig gelesen einfach die Diskussion fallen lassen und an stelle einfach die Probleme Identifizieren und bearbeiten. Wenn also „zu wenig Frauen lesen diesen Blog“ das Phänomen ist dann bitte erst dass Problem identifizieren. Ist das überhaupt eins? Wenn ja, warum? Wie erreiche ich meine Zielgruppe? Muss ich daran was ändern?

        Aber noch wichtiger nach dem Identifizieren einfach mal umsetzen und dann reflektieren ob die gewünschte Wirkung auch eintritt.
        Daher BITTE stoppt die Diskussion über Sinn und Unsinn der Maßnahme und identifiziert die Probleme.

      8. @BlackAngel @Prometheus

        Ihr habt es nicht richtig gelesen, oder? Ihr seid auch nicht dazu berechtigt, die Probleme zu definieren, wenn ihr der weißen-gutsituierten-männlichen-Netzmehrheit angehört. Denn dann seid ihr schon die Mehrheit und könnt vielleicht nicht nachvollziehen, dass es strukturelle Ungleichheiten gibt, die andere Menschen eben DOCH interessieren und diese Zustände müssen kritisierbar bleiben. Da helfen auch nicht solche Kommentare wie „erstmal Probleme identifizieren“. Das ist doch genau die Frage des Artikels, deswegen könnt ihr doch nicht schon nach wenigen Kommentaren ein Ende der Diskussion fordern.

        Ich glaube, genau das könnten die Kommentare sein, die z.B. Frauen davon abschrecken, sich mit solchen Machos hier auseinanderzusetzen, die in Geschechterfragen keine Probleme sehen. Ich finde das schrecklich. Ein Geek-Blog, den ich empfehlen kann ist zum Beispiel http://femgeeks.de/

      9. @wyrias

        „Ich glaube, genau das könnten die Kommentare sein, die z.B. Frauen davon abschrecken, sich mit solchen Machos hier auseinanderzusetzen, die in Geschechterfragen keine Probleme sehen.“

        Genau diese Wortwahl ist es die mir zeigt das wir nicht darüber hier Diskutieren können! Sie unterstellen mir jetzt das ich A) männlich bin (stimmt) B) ich ein Problem damit habe Frauen gleich zu behandeln (stimmt nicht) C) ich jedes Problem der Ungleichbehandlung unterdrücken möchte (stimmt nicht) D) ich zu keiner Minderheit oder diskriminierten Gruppe gehöre (stimmt nicht) und das ich ein E) ein „Machos“ bin (stimmt nicht außer siehe Punkt A, ich bin Männlich).

        So mit diesen Unterstellungen sollen wir nun wirklich diskutieren? Nein das geht eben nicht. Und da bei diesem Themen immer wieder nur die Emotionen ihren Ausdruck finden sage ich, stoppt die Diskussion und handelt. Wenn es ein Problem HIER gibt dann handelt und evaluiert die Ergebnisse. Das ist wertfrei, einfach mal machen und nicht emotional eine Diskussion führen die nicht gewonnen werden kann, da sie IMMER zu Unterstellungen und Behauptungen führt (Wie Sie ja eindrucksvoll bewiesen haben).

        1. @prometheus: Fühl Dich doch nicht gleich angesprochen. Aber vielleicht siehst Du ja bei einem erneuten Lesen der Kommentare, dass es ausreichend Kommentare gibt, auf die die Beschreibung zutrifft? Ich finde die zumindest.

      10. @Markus Beckedahl

        Ich fühle mich nicht angegriffen falls das deine Angst sein könnte ;-) . Ich probiere nur zu erklären warum ich sage „nicht Diskutieren“. Eben genau weil mir in meinem Leben diese „Diskussion -Falle“ bei diesen Themen zu oft begegnet sind.

        Ob einige Kommentare „Machos“ sind oder nicht wage ich nicht zu bewerten. Ich/wir sehen ja auch nicht die schlimmsten Kommentare weil ihr sie zu recht entfernt. Daher verzeihe mir wenn ich über meine subjektive Erlebniswelt berichte ;-) .

      11. @prometheus

        deine wertfreiheit beginnt da, wo du gerne die diskussion beenden würdest. vielleicht sollten wir noch viel länger diskutieren, das internet bietet ja den platz für alle menschen, oder? war es nicht mal so angedacht und steht auch so in verschiedenen selbstverständnissen (subversiver) hacker-gruppierungen und netzgemeinden?

        dann darfst du wenigstens nicht darüber entscheiden, was nicht diskussionswürdig ist. deine wertfreiheit ist auch deine emotionalität, indem du unterstellst, alleine das thema „frauen und internet-netzpolitik“ sei nicht diskussionswürdig, alle sollen erstmal handeln. wie das gehen soll, ohne eine vorherige diskussion – die frage kannst du vielleicht mal beantworten.

      12. Ihr habt es nicht richtig gelesen, oder? Ihr seid auch nicht dazu berechtigt, die Probleme zu definieren, wenn ihr der weißen-gutsituierten-männlichen-Netzmehrheit angehört. Denn dann seid ihr schon die Mehrheit und könnt vielleicht nicht nachvollziehen, dass es strukturelle Ungleichheiten gibt, die andere Menschen eben DOCH interessieren und diese Zustände müssen kritisierbar bleiben.

        Und da wären wir beim Kern des Problems und der Antwort auf die Frage, warum viele Menschen hier so allergisch reagieren. Der radikale Netzfeminismus ist eben keineswegs inklusiv, sondern hat es zum Kern seiner Ideologie erklärt, bestimmten Leuten qua Gruppenzugehörigkeit das Mitspracherecht abzusprechen. Diskriminierung besteht dieser Ideologie nach dann, wenn ein Angehöriger einer angeblich unterdrückten Gruppe sich diskriminiert _fühlt_. Gegenargumente oder Nachfragen von Menschen, die sich nicht glaubhaft als Unterdrückte inszenieren können, dürfen dann auch nicht sein. Der radikale Feminismus ist eben nicht an sachlicher Diskussion interessiert, sondern hat ein unglaublich zerstörerisches Potential. Die Geschehnisse auf dem CCC sollten uns Warnung genug sein.

      13. @Ina

        Wenn ihr zum (Netz-)Feminismus „Ideologie“ sagt, dann müsst ihr auch nicht mehr drüber reden, oder? Dass eure sog. ideologiefreie auseinandersetzung um netzpolitische themen eben doch eher maskulin bestückt ist, berücksichtig ihr dabei nicht (ich verweise abermals auf die statistik, die hier im artikel genannt wird). dass „der“ feminismus dann ideologisch eingegrenzt natürlich auch nicht mehr toleriert werden kann, weil es ja hier auch um „sachthemen“ geht (auch ein beliebtes argument um menschen aus diskussionen auszuschließen, weil sie auf mängel der perspektiven hinweisen).

        schade, aber eben genau die aktionen beim ccc deuten darauf hin, dass das sog. „post-gendern“ der piratenpartei und vieler weiterer netz-gemeinden (die meist ziemlich männlich sind) die realen probleme um eine strukturelle diskriminierung von, in diesem fall, frauen überhaupt nicht mehr berücksichtigen können, weil sie zu sehr im elfenbeinturm sitzen und nur noch „sachthemen“ behandeln wollen. ohje…

      14. Wenn ihr zum (Netz-)Feminismus “Ideologie” sagt, dann müsst ihr auch nicht mehr drüber reden, oder? Dass eure sog. ideologiefreie auseinandersetzung um netzpolitische themen eben doch eher maskulin bestückt ist, berücksichtig ihr dabei nicht (ich verweise abermals auf die statistik, die hier im artikel genannt wird). dass “der” feminismus dann ideologisch eingegrenzt natürlich auch nicht mehr toleriert werden kann, weil es ja hier auch um “sachthemen” geht (auch ein beliebtes argument um menschen aus diskussionen auszuschließen, weil sie auf mängel der perspektiven hinweisen).

        schade, aber eben genau die aktionen beim ccc deuten darauf hin, dass das sog. “post-gendern” der piratenpartei und vieler weiterer netz-gemeinden (die meist ziemlich männlich sind) die realen probleme um eine strukturelle diskriminierung von, in diesem fall, frauen überhaupt nicht mehr berücksichtigen können, weil sie zu sehr im elfenbeinturm sitzen und nur noch “sachthemen” behandeln wollen. ohje…

        Nein, die Geschehnisse auf dem Communication Congress deuten darauf hin, dass bestimmte Gruppen daran interessiert sind, Diskriminierungen dort herbeizufabulieren, wo es keine gibt. Notfalls wird dann auch mal so lange provoziert, bis man eine Reaktion erhält, die die Provokation dann retroaktiv rechtfertigt.

        Etwas ähnliches lässt sich hier auch beobachten: Du behauptest eine strukturelle Diskriminierung der Frauen, kannst diese aber bisher nicht belegen. Ich kann als Frau auf diesem Blog genauso mitlesen, wie männliche Leser auch. Es sei denn, es gibt mir unbekannte Endgeräte, die nur an Männer ausgegeben werden (vielleicht, nachdem sie dem Verkäufer im Technikmarkt das geheime Erkennungszeichen des Patriarchats gezeigt haben?).

        Das Schlimme ist ja, dass du deine Behauptungen der gängigen feministischen Ideologie nach auch überhaupt nicht belegen musst. Da gibt es das weit verbreitete Konzept der Definitionsmacht, nach der die Behauptung einer Diskriminierung durch einen Angehörigen einer Minderheit ausreicht, um diese zu belegen.
        Sehen Nicht-Angehörige diese Diskriminierung nicht, liegt das daran, dass sie diese aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit gar nicht sehen können. Sie haben von daher auch kein Mitspracherecht bei der Diskussion.
        Tritt dann der dämliche Fall ein, dass auch Angehörige der angeblich diskriminierten Gruppe diesen Sachverhalt nicht erkennen, liegt das am strukturellen Sexismus, der einfach zu sehr in der Gesellschaft verankert ist.
        Der Feminismus hat sich als Ideologie vollkommen gegen Kritik immunisiert und lässt den von ihr als Tätern diffamierten Gruppen keinerlei Chance, sich zu wehren. Dass man damit innerhalb der Gruppe der Bürgerrechtsfreunde auf wenig Gegenliebe stößt, dürfte klar sein.

  3. Das die Autorinnen so schlecht wahrgenommen werden, liegt sicherlich am Quantitätsunterschied zu den „Festangestellten“. In meiner Wahrnehmung sind das halt immer Markus und der jeweilige feste Redakteur, also gerade Andre.

    Der Rest läuft (unabhängig vom Geschlecht) unter „die Anderen“. Also einfach noch eine Redakteurin einstellen? :D

  4. Mal blöd gefragt:
    wieso sind Punkte wie Layout/Gestaltung, inhaltliche Strukturierung und die Kommentare jetzt Punkte, die speziell Frauen ansprechen/anlocken sollen?

      1. Wahrscheinlich weil die Feministen das Wort Gleichberechrigung im Sinne von „alle sollen/müssen die gleichen Interessen haben und alles soll/muss für alles vorhanden sein“ und nichtbik Sinne von jeder hat die gleichen Rechte.

        So wie die Artikel formuliert sind, scheint das Ziel eher ein zwang im Sinne des gesellschaftlichen Drucks zu sein und nicht aufgrund einer Notwendigkeit.
        Siehe dazu auch die Formulierungen. Und was dir selbst auffällt: Fehlende Begründung.

      2. @pseu, ck: Durch intuitivere Struktur sollen Hürden abgebaut werden für Menschen, die nicht vorher schon Spezialisten sind und sich davon potentiell ausgeschlossen fühlen. Das ist als Vorschlag erstmal geschlechtsneutral, die Grenze verläuft zwischen „Experten“ und „Laien“. Erst durch das 92:8-Verhältnis unter den usern hier bekommt es dann eine Geschlechter-Dimension…

      3. Richtig. Die Diskussion wird aber unter dem Label „Mehr Frauen!“ geführt.
        Wieso? Wieso führt man nicht ein „Wie können wir das Blog verbesser“-Diskussion. So wurde diese Reihe ja begonnen…

      4. Hmm, das bringen aber Kommentare wie deiner hier rein, meinst du nicht? Was netzpolitik hier macht, ist doch gute reflexive Praxis: Die Statistik spuckt ein starkes Ungleichgewicht aus, also wird gefragt, wie sich das ausgeglichener gestalten lässt. Das viele der Kommentierenden hier der Meinung sind, das Blog würde schlagartig schlechter, wenn mann nicht mehr unter seinen 92% alleine bleibt, dafür kann ja netzpolitik nichts :)

      5. „Hmm, das bringen aber Kommentare wie deiner hier rein, meinst du nicht?“
        – Was genau?

        „Die Statistik spuckt ein starkes Ungleichgewicht aus, also wird gefragt, wie sich das ausgeglichener gestalten lässt.“
        – Wieso ist es ein Problem? Wieso sind die anderen Ungleichgewichte kein Problem?

        „Das viele der Kommentierenden hier der Meinung sind, das Blog würde schlagartig schlechter,…“
        – Wer sagt das? Keine hier möchte Leserschaft ausschließen.
        Soweit ich die anderen Kommentare versteh, gibt es nur die Sorge, dass inhaltlich andere Schwerpunkte gesetzt werden könnten, mit denen einige nicht zufrieden sind. Ist doch toll, dass sie das äußern. Geradezu weiblich empathisch, hm?

        Zudem haben schon einige genannt, dass durchdie Fixierung auf „wir wollen den Frauenanteil erhöhren“ schlicht und einfach der falsche Schwerpunkt gesetzt wird und zudem Zeit und Ressourcen verschwendet werden. Schon allein durch diese Diskussion…

      6. (1) Das „Label Mehr Frauen!“ bringen Kommentare wie deine hier rein. Die Frage von Andrea lautet: Wie kann Netzpolitik für Frauen interessanter werden? Das ist nicht das Gleiche und beantwortet deine Frage eigentlich von selbst

        (2) Ich muss mich wiederholen: Zum Problem wird es, weil du und andere es zum Problem machen

        (3) Wie wäre es mit deinem Buddy Lurch? „Wenn irgendein Internet-Feminist auf einmal auf eurem Blog was schreibt und mir dieser Dreck dann in den RSS-Reader gespült wird, wäre Netzpolitik sofort raus. So wertvoll diese Seite für mich auch ist.“ Nach der weiblichen Emphase darin kannst du selber suchen…

        (4) Wer spricht hier von Fixierung? Ressourcenverschwendung? „nicht relevant“? Sorry, aber wir drehen uns im Kreis: Ich habe versucht, deine eingangs gestellte Frage zu beantworten, und ich glaube, wenn man möchte, kann man auch einige Erklärungen finden…

  5. Wenn man die Nähe der Netzpolitik zur IT als Basis nimmt, so erscheint mir nach kurzer Suchmaschinenbemühung das Verhältnis nur logisch. Die Zahlen weichen da nicht so sehr ab. Was nicht heißt das man es dabei belassen muß. Aber es sollte auch keine Hysterie darum gemacht werden.

  6. Ich schaue für gewöhnlich nie, wer den Artikel hier geschrieben hat. Hättest du im text auch nicht explizit darauf hingewiesen, wärst du für mich auch „das internet neutrum“. jetzt weiß ich halt dass du ne frau bist, macht den artikel aber auch nicht besser oder schlechter.

  7. Ich kann mich irren, aber durch den Versuch keine stereotypen zu fördern, sind das Vorschläge die das Blog allgemein interessanter machen und sich nicht an Frauen richtet.

    Was ja auch logisch ist.
    Wenn ein Blog erst zugibt, dass Frauen andere Bedürfnisse und Interessen haben als Männer, dies aber dann ändern soll ohne darauf zu sehr einzugehen (schließlich will man keine Klischees oder sonstiges bedienen) ist das Ergebnis ein Paradoxon.

    So als wuerde eine Mädchenzeitschrift jungenhafter werden wollen ohne auf die „Klischees“ von Fussball, Autos und ersten testosteronen Machtkämpfen eingehen zu wollen.

    Ich fürchte, auch die Frauen wissen was sie wollen, geben es aber nicht offen zu, weil sie sonst von den Feministen als Klischeebehafte verschrien werden.

    1. Immer wieder interessant, wie männliche Rollenmuster den gesellschaftlichen „neutralen“ Standard setzen.

      Ich habe den Eindruck, dass bei den Akteuren der Frauenanteil relativ hoch ist, höher als bei der Leserschaft. Da hat wohl viel mit den offline-Rekrutierungsstrukturen von Lesern des Blogs zu tun.

      1. Männliche Rollenmuster setzten jahrtausendelang den Standard weil Männer jahrtausendelang der Standard waren.
        Hat sich inzwischen theoretisch ein wenig geändert und zeigt sich inzwischen in absurden Diskussionen wie man Briefe gleichberechtigt gestaltet und ob es diskriminierend ist, wenn Männer von „Frauenberufen“ zum Ausgleich der letzten Jahrtausende ausgeschlossen werden.

        Emanzipation und Feminismus ist aber eine andere Sache.
        Meine Kritik ist einfach, dass Netzpolitik.org sich ien Paradoxon geschaffen hat. Falls du meinen Kommentar gelesen hast ohne dich gleich an „Reizwörtern“ festzubeißen.

        Ich bleibe dabei, man kann nicht auf der einen Seite die „Minderheit Frau“ als Problem ansehen und deshalb versuchen wollen auf die weiblichen Interessen stärker einzugehen – und auf der anderen Seite den Eindruck erwecken als haetten Frauen gar keine anderen Interessen, und was Männer sagen sind nur Klischees und Stereotype.

        Siehe mein Beispiel mit der Mädchenzeitschrift. Die gleiche Situation wie dass was Netzpolitik machen will, nur andersrum.
        Und das kann nicht funktionieren, das sollte eigentlich klar sein.

      2. Also positivistisch. Eine Forderung des Marxismus war übrigens der Verbot der Frauenarbeit, heute wird das Heil in der universellen Erwerbsarbeit gesucht. Noch in der „Emanzipation“ gewinnt das männlich konnotierte Rollenmuster.

  8. >Zusammenarbeit mit feministischen und/ oder breiter thematisierten Blogs

    Ich hoffe WIRKLICH, dass ihr das nicht tut. Das letzte was irgendjemand braucht ist Sprachvergewaltigung, erfundene Wörter, Kommentarzensur und Beschimpfung von weißen Männern auf einer Seite über Netzpolitik.
    Tut euch und uns einen gefallen, und lasst die Internet-Feministen wo sie sind.

      1. Das ist doch ein Beispiel dafür, wie netzpolitik.org für Lurch weniger interessant wird, und ihn vermutlich als Leser verlieren wird, falls die Zusammenarbeit mit feministischen Blogs verstärkt wird. Stimmt’s, Lurch?

        Natürlich kann man den Standpunkt einnehmen, dass man Leute, die Ansichten wie Lurch vertreten, gar nicht als Leser haben will. Aber diejenigen, die sich beschweren, sind immer in der Minderheit. Andere, die Änderungen stören, kommen einfach nicht wieder.

      2. Nein. Ich bin aber auch der falsche Adressat für die Frage. Du solltest das Lurch fragen. Ich stelle aber fest, dass Lurch sich alleine über die Ankündigung sehr aufregt und vermute, dass er, sollte es dazu kommen, hier wahrscheinlich nicht mehr liest.

      3. Mal der Versuch einer Erklärung: durch die Kooperation mit einem solchen Blog zeigt ihr eine „ideologische Nähe“. Diese mag dem einen gefallen, dem anderen nicht.
        Mit Netzpolitik hat es allerdings wenig zu tun.

      4. Abgesehen davon glaub ich, dass es eher andersrum verstanden wurde, also post von anderen Blogs hier auf der Seite.
        Wer bekommt auch schon mit, wo ihr sonst so schreibt?

      5. Das ist ein guter Start, ja.
        Mein Text war vielleicht ein wenig pauschalisierend, aber er war es bewusst.
        Hast du mal einen typischen feministischen Blog gelesen, oder gar versucht einen kritischen Kommentar unter einen Text dort zu setzen? Nicht erst seit den Hyperventilierenden Leuten nach dem 29C3 finde ich, man sollte sich seine Alliierten gut aussuchen. Mehr ist nicht immer besser.

        [ich hoffe das wird jetzt unter den richtigen beitrag gepackt, ich habe hier noch nie kommentiert. ich beziehe mich auf andreas löschdrohung.]

      6. Danke an pseu, der meinen Text richtig interpretiert hat.
        Ich würde vermutlich nicht bemerken, wenn ihr auf Internet-Feministen-Blogs schreibt, weil ich die nicht mehr lese. Wenn ich es doch bemerken würde, würde ich mir überlegen, ob Leute die in diesem Dunstkreis verkehren, meine Zeit wert sind.

        Wenn irgendein Internet-Feminist auf einmal auf eurem Blog was schreibt und mir dieser Dreck dann in den RSS-Reader gespült wird, wäre Netzpolitik sofort raus. So wertvoll diese Seite für mich auch ist.

        Und auch wenn sich in mir alles dagegen sträubt, hier ein Disclaimer; Nicht ganz alles am Feminismus ist schlecht, daher verwende ich „Internet-Feminismus“ um
        >Sprachvergewaltigung, erfundene Wörter, Kommentarzensur und Beschimpfung von weißen Männern
        zusammenzufassen — sprich, eigentlich alle dediziert feministischen Blogs die ich kenne.

    1. Die Zeitung Neues Deutschland zum 29C3:

      „Diskriminierung, Sexismus und rechtsextreme Auffassungen sind in der rasant wachsenden Szene unschöne Randerscheinungen, die am Ruf der jährlichen Treffen sowie des Trägervereins Chaos Computer Club nagen.“

      Es sind diese Diffamierungsschemata und Empörungsrituale, die Diskriminierungsaktivisten zu solch unsympathischen Zeitgenossen machen. Gerade sehr offen strukturierte Institutionen sind dem immer wieder ausgesetzt.

  9. Imho braucht man die Augen nicht vor der Wahrheit zu verschließen: Es gibt hier wenige Frauen weil es, d.h. Computer, internet usw., – Klischee hin oder her – ein „Männerthema“ ist und die Mehrzahl der Frauen schlicht und ergreifend nicht (ausreichend) interessiert. Ausnahmen bestätigen die Regel.

    Das hat weder etwas mit Layout, noch mit der „Sichtbarkeit“ oder der Kommentarkultur zu tun. Es geht hier rein um die Inhalte die bei großen Teilen des weiblichen Geschlecht als „nerdig/langweilig/uninteressant“ gelten.

    Man muss keine neuen Inahlte schaffen um Frauen „anzulocken“ sondern es schaffen die Diskussion tiefer in die Gesellschaft zu tragen und Frauen für die alten Inhalte begeistern bzw. ihre Wichtigkeit herausstellen.

    Ein guter Ansatz wäre mMn z.B. technisch komplexere Zusammenhänge und Schlagwörter (Stichwort: „Deep Packet Injection“) öfter mal simpel und „newfagsicher“ zu erklären, weil es noch immer genug Menschen (beiderlei Geschlechts) gibt, die keine Ahnung haben was das überhaut ist und demzufolge in den Artikeln hier teilweise nur Bahnhof verstehen. Wie wäre es mit einer Serie, die die „absoluten Grundlagen“ nochmal für Leute erklärt, für die Internet bisher nur aus Google und Facebook besteht?

    1. Den Vorschlag kann ich nur unterstützen. Eine einfache und genau Beschreibung von was ist das Netz und warum brauchen wir es bis hinzu was müssen wir schützen / ändern wäre extrem Konstruktiv. Zumal nicht nur beiderlei Geschlechter in die Materie eingeführt werden, sondern auch Gruppen wie Rentner und co. .

    2. +1

      Aber nicht nur einen Artikel über Grundlagen, der nach 3 Tagen wieder von der Startseite verschwunden ist, sondern vielleicht ein paar einfache Übersichtsartikel, kurz gehalten mit tiefergreifenden Informationen zum ausklappen oder als Links, am Anfang von Artikeln, die sehr technisch sind.

    3. Falls es stimmt, daß Netzpolitik für die meisten Frauen uninteressant ist, wären dann vielleicht „nicht-technische Artikel“, die zeigen warum Netzpolitik so wichtig ist, daß es alle (Menschen) angeht die Lösung?

  10. Wer schon von klein auf darauf getrimmt wird, niemalsnicht Ahnung von Technik haben zu können, wird diese Misserziehung auch im Erwachsenenalter schwerlich ablegen und entsprechende Themen meiden. Da wird dieses Blog, so traurig es auch ist, wenig dran ändern können.

  11. Ich finde den Blog eigentlich gut, so wie er jetzt ist. Sachlich und nüchtern. Genau wie das Layout. Warum sollte man das ändern?
    Am Ende kommt dann irgendwas mit Javascript zugebombtes raus, mit ganz viel Bling Bling und “ Social, Cloud, Web 3.0″, was einfach nur gruselig ist.
    Genau so die Themen: Wenn ich Feuilleton oder irgendwelches sonstiges Zeug lesen will geh ich auf eine andere Seite. Bitte vermüllt den Blog nicht mit soetwas. Und wer der Autor eines Artikels ist interessiert mich herzlich wenig. Mann, Frau, oder Nachbars Hund, wen juckts solang der Inhalt stimmt?
    Kommt mir bald so vor als müsste man sich schämen nur weil man eher die ITler als Leser hat und die Frauenquote nicht erfüllt.

  12. „Wenn ein Blog erst zugibt, dass Frauen andere Bedürfnisse und Interessen haben als Männer, dies aber dann ändern soll ohne darauf zu sehr einzugehen (schließlich will man keine Klischees oder sonstiges bedienen) ist das Ergebnis ein Paradoxon. “

    Was ist „ohne darauf zusehr einzugehen?“

    David schrieb: „Ich persönliche finde den Teil “Sichtbarkeit” unwichtig. Ich beachte bei einem Artikel wenn dann nur nach dem Lesen wer ihn geschrieben hat und auch das nicht weil mich das Geschlecht interessiert. Neben jeden Artikel jetzt z.B. ein Passfoto des Autors zu packen finde ich falsch.“

    Also mich interressiert schon wer das ist der da was schreibt.
    Und das meine ich jetzt allgemein und nicht nur auf Netzpolitik bezogen. Insbesondere lese ich manche Autoren alleine schon mal wegen der Sprache und Ausdrucksweise gerne. Manche Autoren finde ich so ärgerlich, dass man sie nur in kleinen Dosen oder nur mit grosser mentaler Vorbereitung lesen will (da sind leider auch „Meinungsmacher“ etc. darunter, zb allein deswegen kann und will man sie nicht völlig ignorieren) und dann gibt es Autoren die will man eher nur freiwillig lesen wenn man dafür bezahlt wird. (hat bisher noch nicht für Netzpolitikautoren gegolten :)). Will man die Autorbezogenheit weglassen kann man ja ab und an einfach unter Pseudonym schreiben.

    Es kommt mir auch so vor, dass gerade der persönliche Autor-Aspekt eventuell Frauen wichtiger ist als Männern. Ich kenn das sehr gut aus meinem Umfeld, d.h. z. B. Mann erzählt was und meist Frauen fragen dann oft „Wer hat das geschrieben, was ist der Background“ ? und der Mann sagt: Keine Ahnung. Diese persönliche GenderStatistik mag aber falsch sein.
    Wäre das aber so, dann kann man da durchaus auch darauf eingehen, ohne dass das „zusehr“ wäre, finde ich. Ob dazu ein Bild von dem Autoren zb im Autorenverzeichnis notwendig ist, weiss ich auch nicht. Kann auch problematisch sein.

    Die anderen Vorschläge finde ich überwiegend sinnvoll, mir ist Netzpolitik.org nicht zu technisch, bin allerdings aus dem Nawi-bereich (und so ungefähr 50+ Seniorin). Die Themenbereiche würde ich eher durch Schlagworte kennzeichnen, als durch grosses Layout, da ihr ja eher nur so drei Blogeintraege pro Tag habt. Eventuell können Ultrakurzinhaltsangaben auch sinnvoll sein. Mehrspaltiges Layout -auch wenn wie es aussieht gerade eher populär bei manchen Graphikdesignern- kann ganz schön unübersichtlich werden und wär bei Euch im Moment warscheinlich eher overkill. Schliesslich ist ein bisschen Serendipity ja eventuell auch ganz gut.

    1. Ich habe auch den Eindruck, dass bei Frauenblogs viel mehr auf die Subjektivität und Sichtbarkeit der Autorin wert gelegt wird. Keine Ahnung ob das repräsentativ ist, aber mir scheint dass bei Frauenblogs viel öfter ein Bild der Autorin dabeisteht. Und ich glaube, dass viele Frauen eher angehalten sind, einen Text zu lesen, wenn ein Bild der Autorin dabeisteht (also: wenn es eine Frau ist und wenn man auch sieht, wie sie aussieht).
      Und im Feminismus der härteren Gangart ist das Mißtrauen gegen allgemein gehaltene Sprache ohnehin groß, weil da dann „man“ etc. steht und sie sich nicht angesprochen fühlen, der Diskurs dürfte bekannt sein.

      Ein Glossar zu technischen Ausdrücken und die Bemühung im normalen Blogartikel, nicht allzu insiderisch zu formulieren, würde ganz allgemein dem Blog guttun. Markus Beckedahls Kommentar in dem vorigen Artikel zu dem Thema, dass ein „Feature Request“ bald anstünde, war da schon sehr bezeichnend.

  13. Sichtbarkeit: Das Thema Sichtbarkeit ist mir neulich auch aufgefallen, als Andre einen Videobeitrag von Blomberg gepostet hat. Ich habe mich bis zum Ende des Videos gefragt wann Markus in dem Betrag zu sehen ist. Obwohl ich weiß, dass hier diverse Menschen schreiben, gehe ich erstmal davon aus das ein Mann – und in der Regel Markus – den Artikel geschrieben hat.
    Einige Onlinemedien (z.B. freitag.de) haben in der Spalte neben dem Artikel den Namen, einen Avatar (im Idealfall ein Foto) und einen Link zur „Vita“, bzw. zum Profil des Autors. Mir als Mann Mensch ist es egal welches Geschlecht der Autor hat, aber wenn es hilft den männlichen Stallgeruch zu vertreiben, nur zu!

    Inhalt und Layout: Die beiden Punkte sind für mich eng verknüpft. Wenn man über eine Inhaltliche Anpassung nachdenkt um weibliche Leser besser zu erreichen, dann muss man meines Erachtens auch über eine Strukturierung nachdenken, damit diese nicht untergehen.
    Ich sehe in letzter zeit häufiger in meinem analogen Umfeld, dass sich Frauen ™ zumindest für gewisse Teilbereiche zunehmend interessieren. Mir fallen da auf Anhieb zwei Diskussionen ein, die jeweils von Frauen auf den Tisch gebracht wurden, von den ich keinerlei netzpolitisches Problembewusstsein erwartet hätte. Die Topics waren: „gehört mein E-Book mir?“, also das Eigentumsrechte an imateriellen Gütern und Privatkopien, sowie Urheberrecht und Abmahnungen im Zusammenhang mit Diensten wie Pinterest (z.B. das Bild vom Schlangenkuchen oder brandneu die Facebook-Vorschaubild-Abmahnung).
    Bei beiden Beispielen geht es um alltägliche Vorgänge, die für jeden Netznutzer unabhängig vom Geschlecht interessant sind. Wenn man über eine Kategorisierung nachdenkt, halte ich die Kategorie „Netzpolitik im Alltag“, bzw. „$name“ für Sinnvoll.

    Kooperationen: Ich bin mir nicht ganz im klaren was mit Kooperationen, insbesondere mit Feministischen Blogs gemeint sein soll. Ich selber lese eher selten die einschlägigen Blogs, in meinem Feedreader ist kein einziges. Sollten hier besonders lesenswerte Artikel aus der Ecke crossgepostet(?) werden, würde es mir sicher den Zugang als Mann ™ erleichtern.

    1. ion schrieb:
      .. aber wenn es hilft den männlichen Stallgeruch zu vertreiben, nur zu!

      das war wohl eher nicht zum Thema „Umkleide“ gedacht, oder?

  14. Nur eine Frage zu Comments: wie wär’s bei Trollgefahr (Artikeln, die die anziehen) ein Paywall für kommentieren zu errichten, so 50Cent oder so, für einen guten Zweck gespendet? Entweder weniger böse Comments oder mindestens dienen die die Gesellschaft…? Nur eine Idee.

    1. Kann die Idee dahinter gut nachvollziehen, aber die Freiheit etwas sagen zu dürfen sollte nicht vom Geld abhängig sein. Gerade in einem Blog in dem es auch um Free Speech geht… imho.

  15. Bitte, bitte: Haltet die Themen weiter sachlich nüchtern und positioniert euch auch weiterhin. Es ist extrem schwer gute Artikel zu schreiben, die zu keinem Ergebnis kommen sondern die die Diskussion explizit durch offene Fragen den Lesern überlassen. Am Ende wirkt das regelmäßig so, als hätte der Autor/die Autorin schlichtweg keine Ahnung von der Materie. Was schlecht ist, weil nach meinen Erfahrungen eine relevante Anzahl von Kommentatoren auch nicht unbedingt durch Fachwissen oder durchdachte Beiträge glänzen.

    Gut fände ich aber, wenn der Leserschaft mehr Hinweise auf Basics zur Verfügung gestellt werden. Sei es durch einen Verweis auf externe Quellen, die chronologische Auflistung aller Artikel zum Thema auf einer eigenen Seite oder sogar eigene Einführungsartikel für Leute, die technisch, rechtlich oder auf anderen Gebieten noch relativ unbedarft sind und die daher uU mit gewissen Fachbegriffen nichts anfangen können bzw. denen gewisse Grundlagen fehlen.

    Zur Sichtbarkeit: Ich muss zugeben, dass ich auch nicht viel von den Autorinnen mitbekomme. Das liegt einerseits daran, dass mich der Name nur bei besonders guten oder besonders schlechten Artikeln interessiert, ich ihn also regelmäßig nicht lese. Andererseits muss ich bei kritischer Betrachtung zugeben, dass ich bei (netz-) politischen Themen und Technikkram in der Regel automatisch unterbewusst von einem männlichen, weißen Autor ausgehe, andere Bevölkerungsgruppen also nicht mitdenke. Um zu zeigen, dass durchaus Frauen in der „Szene“ aktiv sind, finde ich den Grundgedanken gut, Autorinnen stärker sichtbar zu machen – grade im Hinblick darauf, dass sich andere Frauen hierdurch ermutigt fühlen könnten, in die Netzpolitik einzusteigen. Die Artikel von Frauen unterscheiden sich jedenfalls nach meinen Erfahrungen nicht prinzipiell von den Artikeln, die von Männern verfasst werden. Das Problem ist wohl eher ein gesellschaftliches („Technik=Männersache“).

    Die Kooperation mit feministischen Blogs halte ich für problematisch. Die Netzpolitik ist kein originär feministisches Thema, sondern betrifft die komplette Bevölkerung. Daher sehe ich persönlich zwar die Notwendigkeit, alle Bevölkerungsgruppen entsprechend einzubinden; wie das allerdings durch Kooperationen mit feministischen Blogs funktionieren soll, ist mir schleierhaft; es muss schließlich auch berücksichtigt werden, dass Blogs wie die Mädchenmannschaft gesamtgesellschaftlich betrachtet in Deutschland ein ähnliches Problem haben wie die Netzpolitik an sich: Die Reichweite ist extrem gering. Aber vielleicht gibt es ja überzeugende Kooperationsmöglichkeiten mit solchen Blogs, auf die ich grade nicht ohne weiteres komme. Schlecht fände ich es jedenfalls, wenn auf Netzpolitik.org plötzlich Themen auftauchten, die zwar einen feministischen Kontext aufweisen, die aber nicht wirklich originär netzpolitischer Natur sind.

  16. Ich halte es für sehr wichtig, dass ihr euch Gedanken darüber macht, warum so wenig Frauen Euren Blog lesen – und dass ihr das auch ändern wollt. Ein simpler, aber wichtiger Grund wird sein, dass ihr einfach trotz aller Bemühungen noch zu wenig Autorinnen habt. Wenn mehr Frauen aus ihrer Sicht, in ihrer Sprache und in aller weiblichen Unterschiedlichkeit ihre Themen ausbreiten, wird netzpolitik besser, vielschichtiger und differenzierter werden. Courage!

    1. Das interessiert mich jetzt: inwiefern meinst du denn, dass sich die „Sicht“ und „Sprache“ weiblicher Leser von männlichen Lesern unterscheidet?

      Oder andersrum gefragt: Was läuft den falsch? Die „Sprache“ zu kompliziert? Zu viele Fachtermini?

    2. >Wenn mehr Frauen aus ihrer Sicht, in ihrer Sprache und in aller weiblichen Unterschiedlichkeit ihre Themen ausbreiten
      Kannst du ein Beispiel liefern? Wie würde denn „die Frau“ über z.B. Netzneutralität schreiben? Oder ist das gar keines „ihrer“ Themen?

    3. Zu gegeben ich bin männlich und deshalb vielleicht nicht empfänglich (oder eben doch??) für geschlechts-abhängige stilistische Mittel. Mir ist noch nicht mal wirklich bewusst ob es solche in der Praxis gibt. Daher würde mich ein Beispiel oder weiter Informationen erfreuen.

      Aber die Grundthese das mehr Fraune/Männer in der Redaktion/Firma/Gruppe die Geschlechterquote der Leser beeinflusst bezweifel ich. Mir ist diesbezüglich keine Erklärung ersichtlich, denn ich gehe nicht davon aus das ein Lesser/in einen Artikel Meidet weil er von dem falschen Geschlecht geschrieben worden ist. Wie hier schon öfter zu lesen ist, die meisten (zu meist männlichen) Kommentatoren merken an das sie selten oder gar nicht auf den Autor schauen.

  17. „Weiterhin eine z.B. kurze wöchentliche Zusammenfassung der aktuellen Themen, sodass Leserinnen und Leser eine Chance haben, “mitzukommen”, ohne ständig den Feed zu verfolgen.“
    Die Idee finde ich super und eine Umsetzung würde mich sehr freuen. :)

  18. Diese erste Einschätzung finde ich sehr überzeugend und ich kann mir vorstellen, dass die Vorschläge nicht nur den Frauenanteil der Leserschaft erhöhen. Das ist ja oft gerade der tolle Effekt: Sobald eine Umgebung – das gilt für die reale Welt genauso wie für die virtuelle – sozial ausgewogener wird, wird auch die Lebensqualität spürbar besser. Und wenn es gut gemacht ist, dann ist es weit davon entfernt „Gedöns“ zu sein.

    Ich bin gespannt, was daraus wird – das Thema Netzpolitik ist spannend und zentral genug, um viel mehr Menschen dafür zu interessieren. Frauen und Männer.

  19. Viele Frauen schrieben, dass sie sich die Kommentare bei einigen Blogs nicht mal mehr ansehen.
    ..
    Dennoch kann ich diese Ablehnung gut verstehen und wir werden uns hierzu, genau wie zu allen anderen Punkten, defintiv nochmal Gedanken machen.

    Und wo ist hier das Problem bzw. der Handlungsbedarf? Wenn es Menschen gibt, denen die Kommentare in einem bestimmten Blog nicht gefallen, dann sollen sie sie einfach nicht lesen.

    Insgesamt achte ich schon darauf, wer einen Artikel geschrieben hat.
    An erster Stelle steht natürlich die Überschrift, also ob das Thema an sich für mich interessant ist. Ist es für mich nicht so wahnsinnig wichtig, schaue ich u.a., wer den Artikel geschrieben hat (nicht nur hier im Blog). Falls eine Autorin regelmässig jedes 2. Wort mit „innen“ beendet, ist der Artikel einfach sperrig zu lesen, und wenn ich nicht ganz viel Zeit und Lust habe, lasse ich es dann lieber…

  20. Was ist eigentlich so schlimm daran, dass es hier einen deutlich unterschiedlichen Geschlechteranteil gibt? Hier wurde bisher immer sehr themenbezogen gearbeitet und das nicht gerade unerfolgreich! Ich persönlich habe mich nie dafür interessiert, ob die Beiträge oder Kommentare von einem Autor oder eine Autorin entstammten.

    Warum muss die Ursache für die wenigen weiblichen Teilnehmer am Blog selber vermutet werden, beispielsweise an dem unaufgeregten Design? Könnte es stattdessen nicht sein, dass es sich schlichtweg um mangelndes Interesse der Frauen an diesem Thema handelt, so wie sich beispielsweise auch nur wenige Frauen in Ingenieurs- oder Informatikstudiengängen wiederfinden?

    Ich befürchte, dass dieser Blog an Qualität einbüßen wird, wenn hier nun politisch korrekt durchgegendert wird. Kommentarzensur ist nur eine von vielen zu befürchtetenden Begleiterscheinungen – was nicht in den profeministischen Mainstream passt, wird einfach weggelöscht – und wird hier bereits unverhohlen angedroht. Das ist im Grunde ungeheuerlich, wenn man sich vor Augen führt, wofür hier mal gekämpft worden ist.
    Ich habe diesen Blog als ein themenzentriertes Informationsmedium kennen- und zu schätzen gelernt. Ich hoffe wirklich, dass man sich nicht von irgendwelchen Mode-Ideologien anstecken lässt und dass die hohe Qualität von Netzpolitik.org ins einer bisherigen Form erhalten bleibt.

    1. „Was ist eigentlich so schlimm daran, dass es hier einen deutlich unterschiedlichen Geschlechteranteil gibt?“

      Die Frage wurde zwar oft gestellt, aber leider nie beantwortet.

      1. Die Frage wurde sogar mehrfach beantwortet: Wer Politik verändern will, sollte möglichst breiten Rückhalt in der Bevölkerung haben. Frauen stellen davon in Deutschland rund 51 Prozent.

      2. @helga +1

        ich kann dieses verschwörungstheoretische sprech nicht mehr sehen. da wird gleich etwas von einem „pro-feministischen mainstream“ geredet, indem nur zensur herrscht, wenn die sprache nicht gegendert wird. dass die männliche autorenschaft (sowohl der artikel, als auch der kommentare) zum teil gar nicht mitbekommen, dass sie durch solche aussagen z.b. frauen ausschließen ist krass.

        um dafür noch ein gutes Beispiel zu liefern, wie sexistische denkweisen in kleinen, aber durchaus relevanten alltagshandlungen reproduziert werden können: [Zitat: langjähriger Leser]“Könnte es stattdessen nicht sein, dass es sich schlichtweg um mangelndes Interesse der Frauen an diesem Thema handelt, so wie sich beispielsweise auch nur wenige Frauen in Ingenieurs- oder Informatikstudiengängen wiederfinden?“

      3. @wyrias: danke fuer die prompte Demonstration des von eingen befuerchteten.

        Natuerlich kann man „Könnte es stattdessen nicht sein, dass es sich schlichtweg um mangelndes Interesse der Frauen an diesem Thema handelt, so wie sich beispielsweise auch nur wenige Frauen in Ingenieurs- oder Informatikstudiengängen wiederfinden?” als sexisitisches „Frauen interessiert das nicht, weil sie Frauen sind“ lesen.

        Man kann es aber auch als Frage ernst nehmen und anfangen zu ueberlegen, ob und warum es so sein koennte, und was man dagegen machen kann. Klar ist die akadenmische Feminismusdebatte da schon weiter, und das RTFM dann sehr einfach…und schon hat frau sich wieder marginalisiert in der korrekten Filterbubble.

      4. @Helmut Springer

        und wird das hier nicht mit diesem artikel versucht? und machst du es nicht gerade so, als ob es kein problem gäbe? wieso kommen hier nur pseudo-progressive argumente, wenn es darum geht, ein ernstes problem zu behandeln. freiheit und internet, als ob.

        im gegensatz zu dir, nehmen einige kommentatorInnen die frage sehr ernst und argumentieren die ganze zeit gegen solche alten, konservativen stereotypen an, nur um immer wieder hören zu müssen, dass frauen scheinbar kein interesse haben, männer technik und rationalität mit den genen bekommen und sowieso alles neutral und sachlich wäre. wie weit entfernt von der realität geht es denn bitte? die zahlen oben im artikel reichen dir nicht aus, oder?

      5. @wyrias

        Ich glaube nicht, dass Du Dir eine Einschaetzung meiner Meinung zum Thema Feminismus erlauben kannst 8)

        Aber beenden wir den Thread, Du bist ohnehin in die klassische Feindbildverteidigung verfallen und eine Diskussion ist damit gestorben.

  21. Vielleicht wollt ihr das auch später nochmal thematisieren, aber: Vergesst nicht die anderen unter euren Lesern unterrepräsentierten Gruppen. 8% Frauenanteil ist zu wenig, aber die Leser ab 50 Jahren nehmen gerade mal einen Anteil von 6% ein. Die über 40 gerade mal insg. 20%.

    Ich würde euch übrigens nochmal empfehlen, eure Datenbasis genau zu befragen. Wie sieht etwa die Geschlechterverteilung eurer über 7000 Likes auf Facebook aus?

    Ähnliches dürfte wohl für eure Leser mit Migrationshintergrund gelten, für Leute mit „niedrigerem“ Bildungsabschluss und so weiter. Im Kern braucht ihr Autoren aus diesen Gruppen, die dann auch über Themen schreiben, die diese Gruppen interessieren.

    1. Ich versteh den Vorschlag nicht. Sollen hier auf netzpolitik.org dann z.B. Senegalesen darüber schreiben, wo es die besten Deutschkurse gibt? Hier gehts um Netzpolitik und nicht um Themen, die Alte interessieren oder Themen, die Frauen interessieren oder Themen, die Schwule interessieren oder Themen, die Migranten interessieren. Hier gehts um Netzpolitik, ein Thema das alle interessieren sollte.

      1. Nein – ein Senegalese kann aber etwa über die Situation in Senegal schreiben oder Probleme in der internationalen Kommunikation. Auch für Rentner kann es netzpolitisch und datenschutztechnisch andere Themenbereiche geben, die jungen Leuten normalerweise so nicht auffallen – diese Notruftelefongeräte etwa oder Datenschutzprobleme bei medizinischer Technik. Und für ungeoutete Schwule sieht das Surfen im Internet auch wieder anders aus, da man sich schnell versehentlich outen kann. Und so weiter.

      2. Die Situation in Senegal soll bitte in einem Blog über Senegal beschrieben werden. Wenn die netzpolitische Situation in Senegal gemeint sein sollte, dann gerne. Dann schreibt er aber über Netzpolitik. Fänd ich gut. Wenngleich das ein deutschsprachiges Blog ist und daher die meisten seiner senegalesischen Mitbürger wohl rein gar nichts davon hätten.

        Das andere, was Sie aufzählen, gehört natürlich zum Thema Netzpolitik. Aber wenn es z.B. Datenschutzprobleme bei Patientendaten gibt, dann wird man hier davon lesen. Der Beitrag darüber muss doch nicht zwangsweise von einem Rentner geschrieben worden sein, damit er andere Rentner erreicht. Genauso der ungeoutete Schwule. Denkt sich der dann „Hier im Blog würde ich zwar Informationen finden, wie ich anonym bleiben kann und nicht versehentlich geoutet werde, aber leider schreiben hier keine Schwulen, also lies ich hier nicht mit“?

        Das alles IST Netzpolitik und Netzpolitik betrifft alle, da sollte es doch egal sein, von wem es geschrieben wird.

  22. Also mir gefällt der Vorschlag mit einer wöchentlichen Zusammenfassung inklusive Links am besten. Bei mir ist es auch so, dass ich netzpolitik.org aus meinem Feedreader herausgenommen habe, weil ich nicht mehr hinterher gekommen bin und mich auch nicht alle Themen interessieren. Deswegen steuere ich die Seite nur sporadisch an und gucke, ob es was Neues gibt.

    Dinge wie Layout oder Sichtbarkeit sind mir eigentlich schnurz, ich persönlich glaube auch nicht daran, dass ihr mehr weibliche Leserinnen hättet, wenn nur mehr Frauen Artikel schreiben würden.

    Der Punkt mit den Blog-Kooperationen erschien mir zunächst auch unsinnig, allerdings habe ich zb bei Antje Schrupp schon häufiger interessante netzpolitische Artikel gelesen, die man hier wohl nicht so finden würde. Insofern würde mich eine breitere Debatte, die eben nicht nur Technikthemen o.ä. bietet schon interessieren. Mir fiel zb ein Artikel von ihr ein, bei dem es darum geht, dass nicht nur generell weniger Frauen mit PC/Internet zu tun haben, sondern vor allem Frauen ab 50 ziemlich komplett von diesen Themen abgeschnitten sind.

  23. Die Frage, wie kann Netzpolitik für Frauen interessanter werden, ist sicherlich wichtig, aber man sollte auch andere Gruppen nicht vergessen. Als über 50jähriger Schwuler fühle ich mich wieder einmal ausgergenzt, ja fast schon diskriminiert. Wenn ich mir die Artikel der letzten 6 Monate einmal anschaue, dann erinnere ich mich an keinen Beitrag, der sich konkret mit schwulenpolitischen Fragestellungen in der Netzpolitik befaßt hat. Eine ausgewogene und gerechte Diskussion über netzpoliztische Themen darf sich nicht nur um die Themen weiblich „vs.“ männlich drehen sondern muß sich genauso um gesellschaftlicher relevante Gruppen kümmern wie Schwule, Lesben, Bi, Transgender, Migranten, Behinderte, Alte, und und und….

    1. Die meisten Schwulen die ich kenne interessieren sich nicht primär für Schwulenpolitik. Das ist so ein Blockflötengedanke, da gibt es Vertreter für irgendwelche „benachteiligten“ Gruppen, die mal aus der Sicht dieser Gruppen kommunizieren, so eine Art ständische Blockgesellschaft.

      1. Hallo Andre,

        ich verstehe deinen Kommentar nicht so ganz. Möchtest du Schwulen das Recht absprechen, sich für eine schwulenrelevante Netzpolitik einzusetzen, nur weil die Schwulen, die du kennst sich nicht dafür interessieren?

      2. Ich widerspreche dem Konzept, dass schwule Leser primär schwulenpolitische Aspekte in der NP haben wollen usw. Dieses ständische Denken unterläuft den „herrschaftsfreien Diskurs“.

    2. Netzpolitik.org hat die Leser, die es verdient, hätte ich fast gesagt. Es hat halt die Leser, die es hat. Und die interessieren sich für die netzpolitischen Aspekte des Internets und der Informatik.
      Das sind halt hauptsächlich junge Männer. Ob die schwul sind oder nicht, Väter oder (noch) keine, wurde nicht ermittelt. Das interessiert mich auch nicht. Als meine Frau neulich Markus Beckedahl im ZDF sah, fragte sie mich, ob er schwul sei. Ich weiß es nicht und will es auch nicht wissen. Ich weiß nur, dass er eine wichtige Person für die Netzgemeinde und die Netzpolitik ist.
      Ich würde von „Airwalks“ gerne wissen, welche „schwulenpolitischen Fragestellungen in der Netzpolitik“ er hier vermisst.

      1. Lieber Peer,
        es geht doch nicht darum, welche schwulenpolitischen Fragestellungen ich in der Netzpolitik vermisse. Die Tatsache, dass du diese Frage stellst zeigt , dass auch hier das Problembewußtsein anscheinend noch nicht vorhanden ist. Wenn man sich die Frage stellt, wie man bestimmte Themenfelder für Frauen attraktiver machen kann, dann ist das eindeutig zu kurz gedacht. Ich wünsche mir eben, dass man sich die gleichen Gedanken auch über andere Gruppen in unserer Gesellschaft macht.

    3. Bei Netzpolitik geht es prinzipbedingt nicht um Männer, Frauen, Schwule, Lesben, Bi, Transgender, Migranten, Behinderte, Alte, und und und, sondern es geht um Netzpolitik.

      Erwartest du auch bei einem Blog über Nivea-Creme, dass gesellschaftlich relevante Gruppen wie Männer, Frauen, Schwule, Lesben, Bi, Transgender, Migranten, Behinderte, Alte, und und und berücksichtigt werden?
      Was ist mit gesellschaftlich nicht relevanten Gruppen wie alte türkische vegane Trasgender-Kommunisten mit Sehbehinderung?

  24. Ich habe das Gefühl, dass ich zu der Frage, warum so wenige Frauen mitlesen, eigentlich was sagen können sollte…immerhin bin ich bei uns im Labor mit 3/4 Frauenanteil die einzige Netzpolitik-Leserin. Warum tun es meine Kolleginnen nicht?
    Die Antwort, die mir dazu einfällt, ist: Warum sollten sie auch? Man kann Daten per mail verschicken, Nachrichten und andere Seiten für die Wartezeiten geht auch, Filme gucken geht auch, Facebook geht. Das, was für uns am Internet wichtig ist, geht (und da schließe ich mich mit ein).
    Ich denke, es fehlt einfach häufig das Gefühl, von Netzpolitik direkt betroffen zu sein, im Alltag wird man ja auch eher selten mit den Eingschränkungen konfrontiert (außer bei youtube vielleicht und das kann man umgehen und direkt wieder vergessen).
    Ich denke auch, das Wort Netzpolitik an sich ist auch so abstrakt und technisch (zumindest erscheint mir das so), manchen Leute ist vielleicht auch nicht klar, was der Begriff beinhaltet und dass sie davon auch betroffen sind, wobei gerade solche Dinge wie Urheberrecht, Open Access usw. in meinem Bereich ja sehr wichtig sind.
    Zumindest für meine Kolleginnen dürfte diese Fehleinschätzung zumindest mit ein Grund für das Desinteresse sein.
    Meiner Mutter wären zuviele technische Begriffe in den Texten, das wäre ihr zu anstrengend, obwohl das Interesse schon da ist. Da ist halt die Frage, was die Zielgruppe ist.

    Warum Frauen sich aber von Netzpolitik weniger angesprochen fühlen sollten als Männer, da könnte ich nur raten.

  25. „Wie kann Netzpolitik für Frauen interessanter werden? – Vorläufiges Resümee“
    Wie ist Netzpolitik denn geschlechterspezifisch? Falsche Prämisse, unnötiger Artikel, didnt’t read.

    1. Politik betrifft alle Bevölkerungsgruppen. Basis für Druck auf die Politik durch die Bevölkerung ist Wissen und darauf basierend die Möglichkeit, Politik auf Sinnhaftigkeit zu überprüfen. Notwendig für überzeugenden Druck ist eine gewisse kritische Masse, die nicht zu homogen sein sollte, um den Eindruck von Interessenvertretung einer Minderheit zu vermeiden.

      Am überzeugensten kann die Politik also beeinflusst werden, wenn die breite Masse informiert ist. Das hat den tollen Nebeneffekt, dass alleine durch Information möglicherweise sogar Entscheidungsträger direkt erreicht werden. Und vielleicht auch Entscheidungsträgerinnen. Denn Überraschung: Frauen stellen einen relevanten Teil der Bevölkerung. Insofern ist Netzpolitik natürlich nicht geschlechtsspezifisch, benötigt aber die Einbindung aller Teile der Bevölkerung. Man kann also festhalten: Grade weil Netzpolitik nicht geschlechtsspezifisch ist, ist es fatal, dass die Diskussionen darüber primär von einem Geschlecht geführt werden.

      1. Ich zitiere: Man kann also festhalten: Grade weil Netzpolitik nicht geschlechtsspezifisch ist, ist es fatal, dass die Diskussionen darüber primär von einem Geschlecht geführt werden.

        Genau… und aus diesem Grund wäe es fatal gerade weil Netzpolitik nicht heteronormativspezifisch, nicht jugendspezifisch, nicht unbehindertenspezifisch, nicht unmigrantisch ist, diese Diskussion darüber primär eben nur von nur von Heteros, Nichtbehinderten, Deutschen und jungen Menschen geführt wird. Wir haben uns also genauso darum zu kümmern, das Schwule, Lesben, Bi, Transgender, Behinderte, Migranten sowie vor allem auch Analphabeten die Diskussion um die Nutzung des Internets miteinbezogen werden.

      2. Ich sehe in dem Bereich allerdings nicht primär Handlungsbedarf. Natürlich ist es wünschenswert, wenn wirklich alle Bevölkerungsgruppen am Diskurs beteiligt und in ihn einbezogen werden; die gezielte Ansprache auch der kleinsten Minderheit ist allerdings extrem arbeitsintensiv und vielleicht auch ein Stück utopisch. Insofern ist es richtig, was Netzpolitik.org hier offenbar zunächst erreichen will: Frauen für Netzpolitik zu interessieren, da Frauen etwa die Hälfte der Bevölkerung ausmachen und somit als Zielgruppe – so man denn verallgemeinern möchte – einen relevanten Bevölkerungsanteil stellen. Natürlich könnte man die Zielgruppen weiter aufsplitten und sagen: Okay, es werden hier Maßnahmen entwickelt, um x% homosexuelle People of Colour für das Thema zu interessieren, y% Transgender und z% Personen mit Behinderungen; das läuft dann darauf hinaus, dass die Bordmannschaft von Netzpolitik.org die nächsten 15 Jahre mit Planungen und die Netzpolitik kaum weiter bringenden Grundsatzdiskursen beschäftigt ist. Das Stellen von Maximalforderungen ist kontraproduktiv, wenn darunter das primäre Ziel leidet: Die Arbeit in der Netzpolitik.

  26. Hm…ich bin eine von den Frauen (Deutschtürkin, kein IT-Hintergrund, regelmäßiger Leser dieses Blogs), die bei der Umfrage angegeben haben, das die Kommentarfunktion für mich uninteressant ist…aus dem einfachen Grund, das ich mich sehr über zielgerichtete Informationen freue, die wirklich etwas bewegen- sprich: wann ist eine Demo um meine Position öffentlich mit Gleichgesinnten zu vertreten, beziehungsweise, wo finde ich Adressen, um eine Postkarte (ja, Postkarte! man muss die Sprache sprechen, die Politiker verstehen!) an diesejenigen Vertreter zu verschicken. Nicht, das ich nicht an Online-Petitionen teilnehmen würde, aber meiner Meinung und Erfahrung nach, bringt persönliche Anwesenheit bzw ein Stück Pappe mit der dementsprechenden Botschaft mehr, als -zB- mit Leuten in Kommentarspalten zu diskutieren, die eigentlich eine ähnliche Meinung haben wie ich, sich aber zu gerne über Banalitäten die Köppe einschlagen…is etwas kontraproduktiv…just saying…

    Genau aus den oben erwähnten Informationen lese ich diesen und ähnliche Blogs sehr gerne – und möchte mich herzlich für all die Recherche und (Demo-)Organisation bedanken! Macht bitte weiter so, diese, unsere Welt braucht Leute wie Euch. Danke.

    PS: Das war mein erster Kommentar seit langer, langer Zeit unter einem Artikel im Netz, seit mir nicht böse, wenn ich auf Antworten/Getrolle nicht reagiere, vielleicht hätte ich es nur an die Redaktion schicken sollen…menno…na, egal. Ab dafür.

    1. Auch wenn du diesen Kommentar nicht liest, er beschreibt eigentlich am Besten, wo das Problem Mann/Frau hier ist:
      Männer interessieren sich für die Technik, die Hintergründe und auch weiterführende Informationen. Können sich da reinhängen.
      Frauen wollen wissen wie sie die Infos sinnvoll einbauen koennen.

      Und das waere dann der Punkt wie man das Thema frauenfreundlicher machen koennte: Neben der Theorie für die Männer die Praxis für die Frauen.
      Beispiel:
      Wo berührt das Problem des E-Postbrief?
      Welche Alternativen dazu gibt es?
      Wie kann man anderen die Kritik klarmachen?

      Netzpolitik ist gut darin, Kritik sachlich und nüchtern darzustellen. Für jemanden den diese Hintergründe aber nicht interessieren, sondern dieser jemand wissen will, was das für sein leben bedeutet, muss ein bisschen Praxis her.

      Telefon, Pferd, Handy und tausend andere Sachen die bei ihrer Einführung von Frauen gemieden wurden – bis sie praktische Einbindungen für das alltägliche Leben fanden.
      Während Männer bspw der Fakt ausreichte, dass der Gaul schneller lief als sie. ;-)

      1. @DAMerrick

        ich kann es nicht leiden, wie schnell du so etwas pauschalisieren kannst. wer bist du denn, dass du definieren kannst, was „männer“ können (und frauen nicht) und was „frauen“ dafür können (und männer nicht)?

        Meinst du es liegt an den genen? hast du schon einmal daran gedacht, dass solche kommentare auch dazu beitragen können, dass sich dieses bild immer weiter verfestigt und sich dadurch nichts ändert? diese kommentrare (die es unter diesem artikel zu hauf gibt) tragen dazu bei, dass dieser strukturelle sexismus sich insbesondere auch in der netzgemeinde stark reproduziert und überhaupt nicht darüber nachgedacht wird, was hier eigentlich passiert. es nennt sich auch sozialisation und die findet im alltag statt!

      2. @wyrias: das ist genau die Art Kommentar, die eine erfolgsorientierte Diskussion oft verunmöglicht. Man streitet dann darüber, wie geschlechtsspezifische Klischees zustanden kommen, ob ein Verhalten „in den Genen“ liegt oder ansozialisiert ist – und jede Aussage über „Männer“ und „Frauen“ bzw, deren mehrheitlich (!) unterschiedliches Verhalten wird als sexistisch diskriminiert.

        Dabei ist das mega-kontraproduktiv, wenn es um Konsequenzen, um Veränderung eines Sachverhalts geht, der hier unstrittig FAKT ist: Frauen interessieren sich (mehrheitlich,..) nicht so sehr für technische Hintergründe, abgehoben von jeglicher Nutzung – sondern dafür, was man damit machen kann und machen sollte.

        Beides sind im übrigen wichtige Sichtweisen – und wenn eine davon zu kurz kommt, darf und soll man sich schon fragen, was man tun kann, um das zu ändern.

      3. @ClaudiaBerlin

        deine formulierten fakten sind woher? und weshalb sind meine aussagen kontraproduktiv? hast du dir den artikel-titel nicht durchgelesen? wieso ist eine erfolgsorientierte diskussion häufig nur für männer? wieso schreiben hier soviele menschen solchen sexistischen mist, dass auch ich bald kein bock mehr habe, dieses reproduzieren von geschlechterstereotypen zu kommentieren?

      4. wieso ist eine erfolgsorientierte diskussion häufig nur für männer?

        Davon ist in Claudias Kommentar keine Rede. Das hat dein auf Sichtung von Diskriminierung getrimmtes Gehirn einfach hineingelesen. Es ging hier darum, dass Claudia meinte, dass dein Kommentar oben keine erfolgsorientierte Diskussion ermöglicht.

        Wenn ich das richtig lese, ging es ihr darum, dass du eine essentialistische Position vermutest, wo lediglich von statistisch relevantenTendenzen bezüglich der Männer- und Frauengruppe gesprochen wurde.

        wieso schreiben hier soviele menschen solchen sexistischen mist, dass auch ich bald kein bock mehr habe, dieses reproduzieren von geschlechterstereotypen zu kommentieren?

        Siehe oben. Wenn man darauf getrimmt ist, überall Sexismen am Werk zu sehen, dann tauchen sie auch irgendwann auf. Oder man provoziert solange, bis man die gewünschte Abwehrreaktion erhält. Einfach mal ein wenig Abstand vom radikalfeministischen Empörungswettbewerb nehmen, dann hört das von ganz alleine auf.

      5. @Ina

        ich weiß nicht, ob ich mich auf diese normalistischen tendenzen einlassen möchte, die du versuchst zu provozieren. denn deine gegenargumente sind so schwach, dass sie unglaublich einfach auch umzukehren sind. z.b. so: wer nirgends geschlechterfragen vermutet (weil der strukturelle sexismus vielleicht doch in der gesellschaft verankert ist und deshalb nicht (mehr) reflektiert werden), wird auch nirgends probleme entdecken, die es zu disktutieren gilt.

        euren mitte-radikalismus von wegen „alles ist rational, sachlich und total wertfrei“ könnt ihr euch schenken. wer so abgehoben die welt beschreiben möchte, vergisst dabei, dass (netz-)politik, wissenschaft, techni, uvm. von menschen gemacht wird und nicht rational oder sachlich ist!

  27. wow. ein text und 68 kommentare zum thema wie mach ich ein blog attraktiver fuer leserinnen, und kein einziges binnen-I; ein paar mehr oder weniger gelungene versuche, kommentare zumindest mal geschlechtsneutral zu formulieren, und dazu vielfaeltige ideen bzgl. layout und aussehen als kriterien fuer die attraktivitaet eines inhaltlichen blogs fuer leserInnen. ist es denn wirklich so wichtig, eine „neutrale“ sprache zu pflegen, wo doch jedeR deppIn sieht, dass diese sprach-neutralitaet rein maennlich ist? nicht dass dies das problem loesen wuerde – aber ein durchgehendes gendern waere ein guter anfang: um eine umgebung zu schaffen, in der sich auch feministinnen und profeministische aktive wohl fuehlen koennen; schliesslich gilt da wie ueberall: aktive leute fungieren als multiplikatorInnen, die wieder weitere leserInnen und aktivistInnen anziehen. online ist das sicher schwieriger, offline klappt das potenziell besser: anteilsmaessig mehr autorinnen als leserinnen bei netzpolitik sind da ein gutes beispiel :-).

    1. „um eine umgebung zu schaffen, in der sich auch feministinnen und profeministische aktive wohl fuehlen koennen“

      moment, es geht um alle frauen, nicht nur um feministinnen et.al.

      ich möchte hier kein binnen-I, keine gender gaps, sternchen oder ähnlichen bullshit lesen. dafür gibts eigene plattformen.

      wenn feministinnen meinen, hier sollten sich mehr frauen beteiligen, dann ran den speck, meine damen. geht mit gutem beispiel voran. dazu braucht ihr keine rampe.

    2. Hierzu ein klares Nein.

      Warum? Weil es durchaus etliche Leser*_Innen/ Sich-als-Lesende/r-identifizierende Frauen/ Trans/Inter/Queer/Männer gibt, die mit dem verschwurbelten/verklausulierten/als-verschwurbelt-oder-klausuliert-empfundenen Gendersprech nicht die Bohne (Redewendung: RW) anfangen können/es verarbeiten können und sich mitunter arg verschaukelt (RW) vorkommen/sich-als-Verschaukelte/r-empfinden.

      1. Schließe mich Ina an. Würde hier so verschwurbelt geschrieben wie in manchem „durchgegenderten“ Blog, würden die Leserzahlen und der Einfluss des Blogs mit Sicherheit schnell sinken. Das kann nicht Sinn und Ziel sein!

    3. Herrlich, da führt aber jemand das Binnen-I selbst ad absurdum.
      >dass diese Sprachneutralität rein männlich ist
      Damit ist eigentlich alles gesagt. Wenn ihr bemerkt habt dass das generische Maskulin geschlechtsneutral ist, warum müsst ihr dann unbedingt Texte unlesbar machen?

      Ich finde es eh sehr entlarvend, dass die einzigen halbwegs konkreten Vorschläge hier sind, man solle den/die/das Sprache*_in durchgendern. Als ob Frauen lieber über die Routerin lesen würden als den Router.

  28. ich weiss ja nicht, wer da verschwurbelt schreibt … das binnen-I ist ja eine vereinfachung, keine verkomplizierung. aber ich seh schon: ein wunderbarer aufreger (und konservativ bis ins mark: nur keine veraenderung in der sprache!).

    dabei ist es auch in der netzpolitik voellig klar, dass sprache wichtig ist; wird inhaltlich um woertchen und attribuierung gestritten, wenn es um eine aussendung, einen kollektiven text geht. runtergebrochen auf das programmieren: nirgends ist exaktheit zentraler. aber wenn es darum geht, nicht nur von männern zu schreiben, sondern ganz banal geschlechtsneutral …

    eine einfache alternative waere ja das wechseln ins weibliche geschlecht (nur kleines i und so), aber ich seh schon die kommentare: wieso werd ich da als mann nicht angesprochen; ich bin ein XYer, keine XYin; diskriminierung!; usw.
    dominic

    ps ich seh nicht dass sich wer ueber die ue und ae aufregt: gemeinhin gilt das doch auch als sprachverschandelung … in den netzcommunities dagegen sind das zumindest alle gewohnt, oder?

    1. Die Aufgabe spezieller Communities ist nicht die Sprachentwicklung. Natürlich fühlen sich Männer mit der Nutzung der weiblichen Form nicht mitgemeint – weil es in Deutschland keine Tradition des generischen Femininums gibt. Und natürlich ist das Binnen-I eine Verkomplizierung – wenn von dem sprachlichen Ausgangspunkt des generischen Maskulinums ausgegangen wird, welches im Sprachgebrauch immer noch vielfach Verwendung findet, auch wenn die Sprache ständig im Umbruch ist.

      Ich stelle nicht in Abrede, dass im Hinblick auf die Entwicklung der Sprache eine zunehmende Wichtigkeit der geschlechtsneutralen Formulierung besteht; das muss aber auch anders gehen als durch das hässliche und nervig zu lesende Binnen-I. Zudem gehen beim Binnen-I inzwischen die Diskussionen schon dahin, dass es das binäre Geschlechtssystem zementieren würde und sich Leute nicht mitgemeint fühlen könnten, weswegen es vielleicht wenig geeignet sei.

    2. Das Binnen-I ist selbst in der taz mittlerweile fast ausgestorben, es liest sich einfach schlecht und deckt nicht alles ab.

      Warum einen Artikel nicht einfach durchgaengig weiblich schreiben? Wenn kein rein frauenspezifisches Thema behandelt wird, wird der Leser damit mE problemlos klar kommen. Sehe ich hin und wieder bei Autorinnen.

      PS: Umschreibung der Umlaute ist historisch der 7bit Zeit geschuldet, aber auch heute sizen viele ITler vor US-Tastaturen: deren Layout ist fuer technische Arbeit effizienter, ebenfalls historisch bedingt.

      1. Es gibt kein generisches Femininum. Das verwirrt den Leser. Sollte man als Autor wissen, sonst wird man eben korrigiert. So ist das mit Kommentatoren im Internet…

      2. @Andrea Jonjic: Der Artikel ist von der Formulierung auch problematisch. Erstens ist das generische Femininum außerhalb der feministischen „Szene“ kaum verbreitet. Zweitens wird das generische Femininum nicht konsequent durchgehalten, am Anfang wird mit dem Begriff „Zivilisten“ sogar das generische Maskulinum verwendet. Drittens wird im Text selber mitunter von dem generischen Femininum Abstand genommen, indem explizit die weibliche und männliche Bezeichnung gewählt werden. Schließlich wird auch nicht darüber aufgeklärt, dass in dem Text das in Deutschland weitestgehend unbekannte generische Femininum verwendet wird, was den Text komplett verwirrend macht.

        Ich glaube zwar, dass es auch dumme Kommentare gegeben hätte, wenn das Binnen-I korrekt gesetzt worden wäre; aber die Kritik an den Formulierungen kann ich bei dem Text nachvollziehen.

      3. @sprinkledcupcake Da ist nicht alles konsequent, da hast du völlig Recht. Ich hatte es mal ausprobieren wollen und tue mich damit, wie man sieht, schwer. Gegen Kommentare wie deinen hier hätte ich absolut nichts gehabt. Aber Unterstellungen, ich formulierte, „und das ist kein Zufall“, nur die positiven Begriffe weiblich (wtf) und unterwanderte das Blog mit meinen „Femi-Ideologien“… machen nicht gerade Lust auf weitere Gender-Versuche. Was nicht heißt, dass es sie nicht gibt.

      4. @Andrea: hat ein paar Schwaechen, aber prinzipiell mE ok.

        Dass es einen Kommentarthread dazu geben wuerde, war klar, damit wirst Du leben oder es als OffTopic abstellen muessen.

        Fluessiger und konsequenter genereller Feminismus laesst sich mE minimal-invasiv an. Wer deswegen sein Abo zurueck gibt, dem war’s nichts wert oder er hat ein echtes Problem mit der Thematik…

  29. 1.
    Texte mit Binnen-I werden von der wählenden und mitdenkenden Bevölkerung in meiner Umgebung nicht beachtet. Vor allem wegen Vorurteilen, aber auch weil es ermüdet und die ältere Generation das I mittlerweile als zuverlässigen Stussindikator verwendet.
    2.
    Ist mir die Zusammensetzung der Autoren auf Netzpolitik egal. Ich wusste nicht einmal, dass es so viele verschiedene Autoren sind. Mir kam Netzpolitik als kraftvolle Stimme mit überraschenden Themen vor. Personalisierung ist etwas für die alten Medienhäuser.
    3.
    Frage ich mich immer noch, wie um Gottes Willen jemand im 2012/13 nicht fähig ist, den grössten Glossar von allen Zeiten, vor dem er und sie gleich selber sitzt, zu nutzen und davon zu lernen. Was man allenfalls ergänzen kann ist eine Linkliste, die auf Artikel wie in der Wikipedia strukturiert zeigt.
    4. Steht jetzt bei diesem Artikel die Autorenschaft, die Lizenz und die Einordnung klar und deutlich darunter. Wie gesagt, 2012/13…
    5. Fokussierung. Netzpolitik steht gegen die Technik, die uns bevormundet. Egal ob Mann oder Frau oder Tier, wir alle werden abhängig gemacht und machen uns abhängig von der Technik, die den Diskurs und damit Macht bestimmt. Netzpolitik sollte wie ein Skalpell sein: Scharf präzis im Schnitt. Das Zusammenkleben der Operationswunde sollte dann vom Leim übernommen werden.

    1. @Oelsen:

      Texte mit Binnen-I werden von der wählenden und mitdenkenden Bevölkerung in meiner Umgebung nicht beachtet. Vor allem wegen Vorurteilen, aber auch weil es ermüdet und die ältere Generation das I mittlerweile als zuverlässigen Stussindikator verwendet.

      Mein Beileid. In so einer Umgebung würde ich ja nicht leben wollen. Wie schaffst Du das?

  30. Kommentare wie “Frauen interessieren sich nun mal nicht für Netzpolitik” sind nicht Getrolle sondern nur Beschreibung der Fakten (natürlich nicht _alle_ Frauen, aber die Tendenz ist klar). Auch in den verlinkten Blogs, in denen Frauen ihre Meinung dazu schreiben, ist davon die Rede, dass netzpolitik zu männlich wirkt, Themen zu sehr rechtlich und technisch angehaucht sind und zu wenig emotional und auf den Alltag bezogen. Netzpolitik ist aber eben genau technisch und rechtspolitisch.

    Es ist auch ein gewisser Widerspruch zu erkennen. Auf der einen Seite steht der Wunsch nach emotionaleren Themen und weniger Faktenlastigkeit, auf der anderen Seite der Wunsch zu weniger Meinung und offeneren Fragestellungen.

    Insgesamt werden politische Themen, auch in sozialen Netzwerken wie Facebook wo Frauen- und Männeranteil ausgewogen sind, von Männern dominiert. Wenn dann noch technische Aspekte dazu kommen, wie es bei der Netzpolitik zweifelsohne der Fall ist, wird diese Dominanz noch größer.

    Den Inhalt von Netzpolitik.org deswegen anzupassen (im Sinne von: auch weniger ernste Artikel schreiben und dergleichen) halte ich für falsch. Eine andere Struktur mit mehr Übersichts- und Einführungsartikeln könnte jedoch helfen um generell mehr Leser zu bekommen (sowohl Frauen als auch Männer).

    1. bei solchen kommentaren… ich weiß nicht. wundert sich kein mensch darüber, dass (wie oben im artikel steht) frauen zum teil keine lust mehr haben, sich die kommentarspalten anzuschauen? die reduktion des interesses von frauen auf emotionale themen ist hier echt der gipfel.

      dass es ein ungleichgewicht gibt bei der technikbegeisterung lässt sich nicht irgendwie begründen? zum beispiel, dass immer wieder betont wird, dass frauen angeblich darauf keinen bock haben und keinen bock haben sollen – es gäbe doch auch andere (emotionalere vielleicht? themen. und wie sieht es mit denen aus, die sehr wohl lust haben, sich mit männern zu streiten? sind die dann per se ausgeschlossen, weil sie lieber „weniger ernste artikel“ lesen wollen? wirklich, ist dass die freiheit des internets? ist dass das emanzipatorische potenzial, was in dieser so gepriesenen technologie steckt?

      diese einfache begründung, dass hier sachlich und rational-technisch argumentiert und diskutiert werden sollte ist lächerlich. wer nur sachliche und technische fragen stellt, wird vielleicht auch blind für alles drum herum. und wer sich dann nicht selbst ein bisschen kritisch beurteilen kann ist wahrscheinlich mitverursacherIn des problems.

      1. Die „reduktion des interesses von frauen auf emotionale themen“ habe ich aus den im ersten Artikel zum Thema verlinkten Blogs entnommen.

        Natürlich lässt sich das Ungleichgewicht bei der Technikbegeisterung begründen. Einen sehr wichtigen Grund dafür sprechen Sie ja selbst an. Finde ich persönlich auch fürchterlich und kämpfe dagegen wo ich es kann. Aber dass es das Ungleichgewicht gibt steht doch außer Frage.

        Nochmal: Der Ruf nach den „weniger ernsten Artikeln“ kam von den feministischen Blogs, ich bin da dagegen! Und so wie Sie das schreiben könnte man meinen ich würde Frauen ausschließen wollen. Unfug, das hab ich nirgends geschrieben, nirgends gemeint und ich weise diese Unterstellung auch mit aller Deutlichkeit zurück. Ob hier Frauen oder Männer schreiben ist mir schlichtweg völlig egal.

        Sie schreiben im letzten Absatz, dass sachliche und technische Fragen nicht ausreichen. Daraus würde ich jetzt auch von Ihnen den Wunsch herauslesen, dass eben weniger sachliche und technische Themen gewünscht sind. Weniger sachlich heißt mehr emotional.

      2. @Hansbert

        es ist eine häufige zuschreibung für frauen, sie seien wenig rational/sachlich, sondern emotional. in ihrem kommentar las ich heraus, dass sie so etwas forderten. wenn dem nicht so war, dann tut es mir leid. trotzdem lässt sich leider beobachten, dass dieses argument häufiger als kommentar unter diesem artikel zu finden war.

        ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass es nicht DAS sachliche Thema gibt, sondern jedes thema, jeder beitrag oder artikel irgendeinen standpunkt mittransportiert. es gibt auch neoliberale netzpolitik, konservative, progressive, radikal-linke, etc. etc. das sollte immer mitbedacht und nicht versucht werden, sich in einen elfenbeinturm der sachlichkeit zurückzuziehen, den es nicht geben kann

  31. Noch einmal etwas Grundsätzliches: Wenn sich eine bestimmte Gruppe tendenziell weniger für ein wichtiges Thema interessiert, dann ist die richtige Strategie, das Interesse dieser Gruppe zu wecken. Es ist die falsche Strategie, die Themen soweit aufzuweichen, bis sie dem vermeintlichen Gusto der Gruppe besser entsprechen. Was dann passiert, haben wir sehr schön beim letzten CCC beobachten können.
    Und nein, liebe Feministen, ihr sprecht nicht für uns Frauen. Den meisten von uns geht ihr mit eurem Herbeifabulieren von Diskriminierung gehörig auf den Keks.

  32. Wenn ich allein die Überschrift dieses Artikels lese, bereue ich es fast, dass ich in der Umfrage angegeben habe, welches Geschlecht ich habe. Denn:
    „Ich bin eher weiblich“
    heißt für mich:
    „Ja, ich werde als Frau wahrgenommen“
    ABER:
    Für mich spielt es keine Rolle, eben weil das biologische Geschlecht auch nur eine von unendlich vielen Kategorien ist, in die sich Menschen einordnen können. Es ist wohl eine der wichtigsten Kategorien, derer sich Menschen bedienen, um sich zu identifizieren, also sich einer Gruppe zugehörig zu fühlen. Damit grenzen sich Menschen zugleich ab.

    Seit ich mich mit dem sozialen Geschlecht befasst habe, bin ich mehr als zuvor gegen solche Grenzen. Wir sind alle Menschen – das haben wir alle gemeinsam – und es gibt sowohl Frauen, die sich nicht für Netzpolitk interessieren, als auch Männer. Wieso ist das so?
    Das soziale Geschlecht formt sich durch gesellschaftliche Erwartungen, die mit unserer Geburt an uns herangetragen werden, da sie über Generationen hinweg fest verankert sind. Wenn wir aufwachsen müssen wir uns in der Gesellschaft orientieren: Wie werde ich wahrgenommen und wie muss ich mich verhalten, damit ich akzeptiert werde (denn ich will dazugehören)?

    Ich interessiere mich für Netzpolitik. Ich bin eine Frau. Damit stelle ich eine Ausnahme dar (8% der Menschen, die sich auf diesem Blog bewegen). Wie kommt das? Ich denke das liegt daran, dass ich in meiner Biografie weniger stereotype Erwartungen entgegengebracht bekommen habe (von meinen Eltern zum Beispiel).

    Wenn nun diese Frage in der Überschrift gestellt wird kann die effektive Antwort nur heißen, dass etwas an den Geschlechterstereotypen im Allgemeinen geändert werden muss. Weniger Abgrenzung, mehr Gemeinsinn. Was wir alle gemeinsam haben: Wir sind Menschen.

    Dann kommt der Rest von ganz allein. Aber kurzfristig ist da nichts zu machen, davon können PädagogInnen Lieder en masse singen.

  33. Ich persönlich halte Frauen ja für mündige Individuen, die selbst wissen, was sie interessiert, und selbst entscheiden können, was sie lesen.
    Sich zu überlegen, wie man bestimmte vermeintliche potentielle Zielgruppen erreichen kann, statt einfach themenbezogen zu arbeiten, halte ich in diesem Fall („für Frauen interessanter machen“) für sexistischen Schwachsinn.

  34. Erstma was zum Thema:
    Das Netzpolitik nicht nur den kleinen Bruchteil Frauen interessiert welcher sich hier mal irgendwo „eher weiblich beschrieben“ hat ist schonmal klar. Der Anfang von Cahnology hat es damals ja auch gezeigt und auch bewiesen das ein eher rustikales Layout der Page ohne viel Bunt und Schnörkel auch weibliche User anzieht. Immherhin waren 2008 auf den ersten Raids gegen Scientology run 45-50% Frauen was so manchen Anon geschockt hat.

    Aber nun zum Rest:
    Was bringt dieses Thema? Wie lehrten uns schon die Rules of teh Internet?
    „30. There are NO girls on the internet“

    Ansonsten möchte ich mit Rule 31 reagieren welche ich hier nicht zitieren werde. ;)

  35. Lässt sich das nicht alles darauf runterbrechen, dass Frauen typischerweise eher Einsteiger in das Thema sind? Macht das Blog einsteigerfreundlicher und es wird auch von mehr Frauen gelesen.

    Ein guter Rat: Ich habe noch keine spezifisch an Frauen gerichtete Anwerbungsmaßnahme gesehen, die mich nicht durch ihr dahinterstehendes lächerliches Frauenbild beeindruckt hat, keine. Am besten gar nicht erst versuchen.

  36. Die Frage, die ich hier wesentlich finde, lautet:

    Wie kann Netzpolitik.org eine breitere Leserschaft ansprechen, ohne das bisherige Profil (gründlich recherchierte, detaillierte, nicht übermäßig aufgeregte Informationen zur Netzpolitik zu veröffentlichen) zu verlieren?

    Aber deckt sich das mit eurer Frage bzw. euren Absichten?

    Momentan sprecht ihr, meiner Ansicht nach, vor allem Menschen an, die bereits in den Themenbereichen der Netzpolitik drinstehen, über eine gewisse Wissensbasis verfügen und somit den ständig aktuellen Entwicklungen, über die hier naturgemäß berichtet wird, folgen können. Bei der Detailtiefe in Verbindung mit der Vielfältigkeit der Themen fällt das mitunter sogar Leuten schwer, die sich auskennen.

    Ich will hier nicht (das wurde weiter oben bereits oft genug gemacht) darüber diskutieren, wie es dazu kommt, dass z.B. Frauen bei techniknahen Themen häufig unterrepräsentiert sind. Dass sie es sind, steht ja nunmal fest. Ähnlich verhält es sich mit älteren Menschen oder einigen anderen Bevölkerungsgruppen.

    Wollt ihr vermehrt Menschen ansprechen, die weniger Grundlagenwissen über Netzpolitik besitzen als euer bisheriges Publikum?
    Oder wollt ihr gezielt Frauen ansprechen, vielleicht auch solche, die zwar das nötige Basiswissen haben, sich bisher aber einfach nicht näher für dieses Blog interessieren?

    Je nachdem wo da eure Ziele liegen, unterscheiden sich auch die Herangehensweisen.
    Es gab bereits viele gute Vorschläge, wie man Leuten den Einstieg in netzpolitische Themen und damit das Verfolgen eurer Aritkel erleichtern könnte – und zwar unabhängig von Geschlecht, Alter, etc. (z.B. Übersichts-/Einstiegs-/Grundlagenartikel, Thematische Strukturierung/Gliederung/Design des Blogs um die Übersichtlichkeit zu erhöhen, Berührungspunkte mit dem Lebensalltag und konkrete Möglichkeiten des Engagements aufzeigen, etc.)
    Ich persönlich will auch in Zukunft detaillierte Artikel mit hoher Informationsdichte lesen – sozusagen auf fortgeschrittenem Niveau. Dazu braucht man nunmal ein gewisses Themenvokabular mit entsprechendem Grundwissen. Es würde schnell langweilen, wenn jeder Artikel wieder beim Urschleim beginnt.
    Wenn ihr parallel dazu Einsteiger ansprecht (s.o.) und ihnen die Basics näherbringt, ist das eine super Sache! Ich glaube, dass die Hürde da momentan zu hoch liegt.

    Wie allerdings speziell Frauen angesprochen werden können, ist weniger leicht zu beantworten. Jedenfalls für mich, obwohl ich eine bin. Die Standpunkte und Meinungen bei diesem Thema sind häufig an beiden Enden sehr extrem und Diskussionen manchmal nicht sehr konstruktiv. Für mich ist die Frage auch eher, wie ihr grundsätzlich eine breitere Leserschaft ansprechen könnt und da sind extreme Maßnahmen oder Standpunkte selten besonders hilfreich. Dennoch gab es auch hierzu Vorschläge (wie z.B. mehr Autorinnen, stärkere Sichtbarkeit/persönliche Vorstellung der verschiedenen Autorinnen und Autoren, Praxisbezug/Handlungsvorschläge/Möglichkeiten des kontreten Engagements aufzeigen, etc.).
    Bisher hab ich nicht so sehr darauf geachtet, wer welchen Artikel geschrieben hat. Eine Rubrik, in der sich eure hauptsächlichen Autoren mal etwas vorstellen, würde ich aber nicht verschmähen und sogar ganz gerne lesen. Obwohl es hier in erster Linie um Informationen geht, seid ihr doch ein Medium mit einem klaren Standpunkt. Darum ist es sicher nicht verkehrt, sich auch als Personen hinter den Standpunkten etwas sichtbarer zu machen.

    Fazit? Alles etwas unklar, das mir euer Ziel nicht ganz eindeutig definiert erscheint.

    Ich würde mich darauf konzentrieren ein Angebot für Einsteiger in die Netzpolitk zu erarbeiten. Frauen (von denen nunmal Viele dazu gehören) sprecht ihr damit automatisch an, beschränkt euch aber nicht auf den einen Faktor „Geschlecht“.
    Neben den genannten Vorschlägen ist es sicher auch hilfreich, wenn man mal deutlich macht, dass man nicht Informatik studieren muss, um sich mit Netzpolitik zu befassen. Es gibt zwar Themen, die ein gewisses technisches Verständnis voraussetzen, aber das nötige Wissen lässt sich relativ leicht vermitteln. Die meisten Themen sind für alle Menschen nachvollziehbar. Das Internet ist mittlerweile eben kein Ort mehr nur für Technikbegeisterte, sondern für alle und genauso verhält es sich mit den entsprechenden (netz-)politischen Themen.

  37. Ich bin ein (weißer) Mann und ich merke oft in meiner Umgebung – sei es real oder virtuell – das meine Art bei vielen (männlichen und weiblichen) Menschen nicht ankommt. Ich spüre Ablehnung, manchmal sogar Boshaftigkeit.

    Nach langer Analyse bin ich dahinter gekommen, dass es daran liegt, das ich sehr unemotional im Alltag wirke (und es vielleicht auch bin). Und wenn ich einmal Emotionen zeige, dann eher negativ. Das wirkt auf manche Menschen erschreckend, andere widerrum fühlen sich dadurch angezogen.

    Nun ist es so, dass man sich im realen Leben im Laufe der Jahre ein Umfeld aufgebaut hat, dass genau diese Art des Umgangs schätzt und im grossen und ganzen ähnlich ist (im Detail natürlich nicht). Auch im virtuellen Leben ist das so. Doch in den letzten Jahren werden diese Umgebungen, in denen man sich „unemotionaler Mann“ wohl fühlte, kleiner oder verschwinden gar.

    Kneipen, in denen ungestört geraucht und getrunken werden kann, sind in vielen Bundesländern verboten. Im Fußballstadion (wo ich nicht, aber manche Freunde hingehen) ist „Fankultur“ nicht mehr erwünscht, wenn sie für Aussenstehende nicht friedlich erscheint. Auch das Internet würde emotionaler, früher war es eine technische Veranstaltung, voller Gefahren und verbotener Dinge. Nun muss es sich gut anfühlen, schön aussehen. Für mich als wenig emotionaler Mensch ist das eine Zumutung. Ich will keine „likes“, keine „smoothingen“ Gallerien, Menüs, keine runde Ecken – ich will technische Dinge benutzen und verstehen.

    Da aber der virtuelle Raum viel offener ist, als das reale Leben, treffen nun diese zwei Menschengruppen aufeinander. Letztlich gibt es für dieses Dilemma keine Lösung. Zum Glück gibt es Nischen für beide Gruppen.

    Im Prinzip müßtet ihr eine neue Netzpolitkseite machen, die mehr auf die Bedürfnisse der Menschen eingeht, die ihr bisher vernachlässigt habt. In den Kommentaren der annalistin schreibt eine Leserin von ihrer Erfahrung mit Wirtschaftsthemen, deren Interesse durch die Zeitschrift Brand Eins (mehr) geweckt wurde. Weil es dort eine andere Herangehensweise an das Thema, als in „normalen“ Wirtschaftszeitungen, gibt. Das heißt, es sollte eine Netzpolitk Seite entstehen, wo mehr über die die Zusammenhänge von Netzpolitik im Alltag und im persönlichne Umfeld geschrieben wird. Oder wie es auch schon gesagt wurde, dass Themen nicht als Dogmatisch empfunden werden und auch mal Meinungen keine engültige Schlussfolgerung sind, sondern Denkansätze, das Technische erst zweitrangig ist.

    Hier könnte dann alles so bleiben wie es ist und sollte es meiner Meinung auch. Der Blog hat 92% männliche Leser, weil ihr genau diese Männer angesprochen habt, d.h. darauf ruht der Erfolg dieses Blogs.

    Der Versuch mit diesem Konzept mehr Frauen ansprechen zu wollen, kann nicht gelingen. Da ihr bisher ein ganz bestimmtes Informationsbedürfnis erfüllt habt, bei einer Änderung des Konzepts muss dabei zwangsläufig eine MischMasch rauskommen der niemand gefällt oder sowas wie die Bildzeitung der Netzpolitik wird.

    Das ist das, was ich im Internet schätze, jeder hat dort (noch) die Chance nach seinen Vorstellungen und Gefühlen zu kommunizieren. Das das auch so bleibt, genau dafür gibt es Netzpolitik, deshalb sollte ihr nicht versuchen eine Gleichmacherei zu betreiben, die nicht notwendig ist. Denn so lange jeder in der Lage ist Menschen, die anders als man selbst ist, zu respektieren, ist es keine Diskriminierung wenn man sich auch eigene Nischen erhalten möchte.

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