Öffentlichkeit

Weitere Netzsperren in Großbritannien und die italienische Polizei blockierte Tumblr Domain

Im Oktober berichteten wir über die Forderungen der britischen Musikindustrie, Netzsperren auszuweiten. Nachdem The Pirate Bay und Newzbin2 bereits erfolgreich gesperrt wurden, hatte die British Phonographic Industry (BPI) weitere Zugangssperren zu den Plattformen Kickass Torrents, H33t und Fenopy verlangt – diese Seiten stellen kein urheberrechtlich geschütztes Material zur Verfügung, sondern Verzeichnisse und Links. Die Internet-Provider wollten nur mit Gerichtsbeschlüssen sperren, der High Court ordnete die Netzsperren am 28. Februar 2013 an. Die ISPs BT, Sky, Virgin Media, O2, EE and TalkTalk müssen nun Maßnahmen ergreifen, um den Zugang zu den drei Portalen zu blockieren oder zumindest für zu behindern, sie haben 15 Tage Zeit dazu.


netzpolitik.org - unabhängig & kritisch dank Euch.

Zwar können die Seiten nur mit Gerichtsbeschluss geblockt werden, „Copycat Sites“ mit ähnlichen Namen können jedoch auch ohne Anordnung eines Gerichts gesperrt werden. Die Non-Profit-Organisation Open Rights Group hält die Netzsperren für eine extreme, und falsche Aktion:

We are concerned that these orders are not protecting speech, are overblocking forums and discussion, and are prone to error as the actual block lists are private. Furthermore, users and the public interest have not been represented in the processes.

Italien sperrte Tumblr

Die italienische Polizei hat am 13. Februar die Sperre der Domain 12.media.tumblr.com angeordert, aufgrund von angeblich kinderpornographischen Inhalten. Zwei Tage lang konnten Italienerinnen und Italiener (die nicht wussten, wie man die Sperre umgehen kann) kaum Bilder auf Tumblr sehen, da die gesperrte Domain zu einem der Amazon Cloud-Computing-Server gehörte, der die auf der Webseite hochgeladenen Bilder hostet. Das National Centre for the Fight against Online Pedopornography, CNCPO, verwaltet in Italien die Blacklist mit Webseiten, die kinderpornographische Inhalte enthalten. Jede Seite, bei der die Polizei solche Inhalte vermutet, kann der Liste hinzugefügt werden. Ohne Gerichtsbeschluss werden ISPs dann aufgefordert, diese Webseiten zu sperren.

Bei der im Februar gesperrten Seite wurden neben den als illegal erachteten Inhalten auch viele legale Inhalte gesperrt – man könnte wieder mal die Frage nach den richtigen Maßnahmen im Kampf gegen kinderpronographische Online-Inhalte stellen. Neben den Schäden, die legale Angebote durch Netzsperren erfahren und den Zensurmöglichkeiten bei unliebsamen Inhalten bleibt auch die leichte Möglichkeit, Netzsperren technisch zu umgehen.

3 Kommentare
  1. Ich frag mich bei der italienischen Lösung vor allem, warum man nicht direkt bei Tumblr nachfragt. Die werden ja auch keine Kinderpornographie auf ihren Servern dulden und statt wahllos einfach mal einen Bilderserver zu sperren wäre ein Abuse an deren Support der deutlich sinnvollere Weg gewesen.

    1. da gebe ich dir recht. aber die law and order-fraktionen in den regierungen interessiert sich nicht für den sinnvolleren Weg. Sperren, Sperren, Sperren, das ist das sinnvollste. Da braucht man sich wenigstens keine Gedanken mehr zu machen. Wenn man die schwarze Pest in diesem unserem Lande walten lassen würde, wäre der Bildschirm schon jetzt schwarz…..“Dieser Inhalt ist in Ihrem Lande leider nicht verfügbar“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.