Bundesnachrichtendienst zapft bis zu 25 Provider in Deutschland an

Der SPIEGEL hat mehr Informationen zum Agieren des Bundesnachrichtendienstes beim Abhören des Internetverkehrs: BND lässt sich Abhören von Verbindungen deutscher Provider genehmigen. Das ist durch das G10-Gesetz geregelt. Seit mindestens zwei Jahren schickt der BND eine dreiseitige Anordnung „zur strategischen Fernmeldeaufklärung“ an Eco, dem Verband der Internetwirtschaft. Die Anordnung ist von Bundeskanzleramt und Bundesinnenministerium abgezeichnet. Der SPIEGEL berichtet:

Darin führt der BND 25 Internet-Service-Provider auf, von deren Leitungen er am Datenknotenpunkt De-Cix in Frankfurt einige anzapft. Neben Netzwerken aus dem Ausland hat der BND auch die Verbindungen zu sechs deutschen Firmen aufgelistet: betroffen sind die Internetprovider 1&1, Freenet, Strato AG, QSC, Lambdanet und Plusserver.

Aber keine Panik:

Bei der massenhaften, strategischen Fernmeldeaufklärung – wie im Fall der Anordnung – sind deutsche Telefonate und E-Mails jedoch grundsätzlich tabu.

Wie das wohl passiert, haben wir bereits berichtet. Der Datenstrom wird wahrscheinlich nach Schlagwörtern durchsucht. Unklar ist, welche Schlagwörter gemeint sind und ob und wenn ja, wie lange der BND den Datenstrom speichert. Sowas dürfen nicht mal unsere Abgeordnete wissen. Wer überwacht die Überwacher? Der britische Geheimdienst soll mit dem Tempora-Programm die Datenströme bis zu einem Monat speichern. Um zu verhindern, dass deutsche Staatsbürger unerlaubt abgehört werden, hat man laut SPIEGEL-Berichten einen super Weg gefunden: Mit einer .de-Mailadresse ist man deutscher Staatsbürger, mit unserer .org-Adresse haben wir unsere Grundrechte wahrscheinlich verloren.

20 Kommentare
    • Meister_Knobi 6. Okt 2013 @ 13:59
      • redwolf2222 7. Okt 2013 @ 15:51
  1. Erich Schlapphut 6. Okt 2013 @ 17:53
  2. fzaalnkini 6. Okt 2013 @ 20:36
    • redwolf2222 7. Okt 2013 @ 16:02
  3. Nervenzelle 10. Okt 2013 @ 18:58
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