Wählen per eMail – Was kann da schon schief gehen?

Der Hurrican Sandy hat im US-Ostküsten-Staat New Jersey viel Schaden angerichtet. Um trotzdem allen Bürgern eine Wahlmöglichkeit zu geben, kam man auf die etwas merkwürdige Idee: Dort kann man nun per eMail wählen. eVoting mal ganz einfach gedacht, was kann da schon passieren? Sicherheitsexperten hielten das zuerst für einen Witz, weil die Missbrauchsmöglichkeiten hoch sind. Beispielsweise ist es ohne Probleme möglich, die Identität von eMails zu fälschen und im Namen anderer zu wählen – selbst ohne Zugriff auf ihre Postfächer zu hben. Aber die Verantwortlichen ziehen das jetzt durch.

Und schon gehts schief. Die Mailserver sind in einigen Bezirken überlastet und nehmen keine Mails mehr an. Wähler wissen nicht, ob ihre Stimmen nun ankommen oder nicht. Um das Problem zu lösen, kamen die Verantwortlichen von Essex County auf eine weitere Schnapsidee: Sie nehmen Wahlstimmen nun über eine Mailadresse beim kommerziellen Maildienst Hotmail von Microsoft an. Damit werden die privaten Wahlstimmen nun bei einem privaten Anbieter gesammelt. Unvorstellbar für unsere deutsche Vorstellung eines Wahlgeheimnis.

Aber es wurde noch absurder: Der Sicherheitsberater Ashkan Soltani hat die Passwort vergessen-Funktion für die Mailadresse ausprobiert und einige Sicherheitsfragen durchprobiert. Das sind die Fragen, die man beim Einrichten einer Mailadresse immer gestellt bekommt, für den Fall dass man sein Passwort vergisst. Allerdings ist diese Funktion für alle zugänglich. Soltani probierte sie aus und bekam als Frage gestellt, wie der Name der Mutter des Verwaltungsangestellten lautet, der die Mailadresse auf seinen Namen eingerichtet hat. Das war über etwas Recherche herauszufinden und schon hatte er Zugang zu den Wahlstimmen.

Der Ausgang ist unklar.

27 Kommentare
  1. ★Brauser★ 7. Nov 2012 @ 4:00
  2. ★Brauser★ 7. Nov 2012 @ 4:45
  3. Gerhard Torges 7. Nov 2012 @ 8:53
    • linuxnewbi 7. Nov 2012 @ 9:31
    • Ein Wahlhelfer 7. Nov 2012 @ 9:58
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