Preview: Das Wulff-Interview als Audio

Eben hat unser Bundespräsident Christian Wulff mit ARD und ZDF ein Interview geführt, was aber erst später der Öffentlichkeit in voller Länge präsentiert werden darf. Wir haben eine Audio-Version des Interviews (MP3) zugeschickt bekommen und stellen es hier als Audio-Leaks zum Vorhören zur Verfügung. Bild dazu gibt es später dann im Fernsehen, auf tagesschau.de und jetzt auch bei zdf.de.

Update: Hier ist ein Mirror.

Da die Frage kam: Wir haben kurz überlegt, ob es Konsequenzen geben würde. Wir haben uns trotzdem dafür entschieden, diese zu riskieren. Unser Anliegen war, mit der Aktion auf die Absurdität von Sperrfristen und den privilegierten Vorab-Zugang zu Informationen für Journalisten in einer veränderten Medienlandschaft hinzuweisen.

(Hier habe ich das nochmal ausführlicher kommentiert).

Power to the Internet: Hier entsteht ein kollaboratives Transcript in Fast-Echtzeit.

Und danke an Jöran Muuß-Merholz für die Visualisierung des kollaborativen Transcripts:

Kollaboration online am Beispiel eines Transkriptes zu einem Interview mit Bundespräsident Wulff from Jöran und Konsorten on Vimeo.

Update: Pünktlich zum Beginn der TV-Ausstrahlung ist das kollaborative Transcript fertig (zumindest in einer Version, die noch Fehler enthalten könnte und daher mit Vorsicht zu genießen ist).

Deppendorf: Guten Abend meine Damen und Herren,
ARD und ZDF haben ihr Programm geändert.
Bettina Schausten und ich begrüßen Sie zu einem Gespräch aus gegebenen Anlass mit dem Bundespräsidenten Christian Wulff, der ganz besonders in den letzten Tagen sehr heftig in die Kritik geraten ist.
Schausten: So ist es und es gibt viele Fragen, Herr Bundespräsident, schön, dass Sie hier ins Studio gekommen sind. Beginnen wir doch vielleicht einfach mal. Sie sind heute am ersten Tag wieder in Schloss Bellevue am Arbeitsplatz. Der Jahreswechsel liegt hinter Ihnen. Haben Sie in den letzten Tagen auch mal ernsthaft an Rücktritt gedacht?
Wulff: Nein, denn ich hatte die ganzen Wochen über große Unterstützung von vielen Bürgerinnen und Bürgern, meiner Freunde, auch der Mitarbeiter. Ich nehme meine Verantwortung gerne wahr, ich habe sie für fünf Jahre übernommen und ich möchte nach fünf Jahren eine Bilanz vorlegen, dass ich ein guter, erfolgreicher Bundespräsident war und mache das mit Freude und aus Überzeugung und weiß, dass ich nichts Unrechtes getan habe, aber nicht alles richtig war, was ich getan habe.
Schausten: Waren Sie es bisher nicht? Ein guter Bundespräsident?
Wulff: Doch, aber es wird ja im Moment gerade über die letzten Wochen gesprochen und da steht es in Abrede und man muss am Ende nach fünf Jahren bewerten und beurteilen.
Ich glaube auch vor drei Wochen über die ersten anderthalb Jahre wäre ein gutes Urteil ausgefallen.
Deppendorf: Dann kommen wir jetzt mal zu den Kritikpunkten, die Ihnen vorgeworfen werden.
Sie haben in den letzten Tagen, sind Sie besonders in die Kritik geraten wegen der Anrufe beim Chefredakteur der BILD-Zeitung Kai Diekmann und beim Vorstandsvorsitzenden des Springer-Konzerns, Herrn Döpfner.
Ihnen wird Verletzung des Grundrechts der Pressefreiheit vorgeworfen. Sie sollen auf dem Band, was in der Mailbox war, beide Herren bedroht haben. Sie sprechen von „Krieg führen“, von einem „endgültigen Bruch“.
Ist so was nicht unwürdig für einen Präsidenten, der eine kritische Berichterstattung auf diese Art und Weise verhindern will?
Wulff: Der Anruf bei dem Chefredakteur der BILD-Zeitung war ein schwerer Fehler, der mir leid tut. Für den ich mich entschuldige. Ich hab das auch sogleich nach Rückkehr aus dem Ausland persönlich getan. Das ist auch akzeptiert worden, ich habe in der Erklärung vor Weihnachten, mich ausdrücklich zum Recht der Presse und Meinungsfreiheit bekannt, und halte das für mein eigenes Amtsverständnis nicht vereinbar, denn ich will natürlich besonnen, objektiv-neutral mit Distanz als Bundespäsident agieren und ich möchte vor allem Respekt vor den Grundrechten, auch denen der Presse- und Meinungsfreiheit haben, und habe offenkundig mich in dem Moment eher als Opfer gesehen als denjenigen, der Bringschuld hat, gegenüber der Öffentlichkeit Transparenz herzustellen und auch berechtigte Fragen zu beantworten.
Deppendorf: Aber besonnen haben sie gerade genannt, wollen sie agieren. Das ist aber kein Zeichen von Besonnenheit, wenn dann ein Präsident einfach zu einem Telefonhörer greift und ein Chefredakteure mehr oder weniger auf der Mailbox beschimpft.
Wulff: Nein, ich muss mein Verhältnis zu den Medien herstellen, neu ordnen, anders mit den Medien umgehen, sie als Mittler stärker einbinden und anerkennen. Die haben eine wichtige Aufgabe in der Demokratie. Die Medien haben auch ihre Verantwortung, aber die müssen sie selber unter sich ausmachen. Vielleicht muss man die Situation auch menschlich verstehen, wenn man im Ausland ist, in vier Ländern in fünf Tagen und zehn Termine am Tag hat und erfährt, dass Dinge während dieser Zeit in Deutschland veröffentlicht werden sollen, wo man mit Unwahrheit in Verbindung gebracht wird. Wo man also Vertrauensverlust erleidet, dann muss man sich auch vor seine Familie stellen, wenn das Innerste nach außen gekehrt wird, private Dinge, eine Familienhausfinanzierung, wenn Freunde, die einen Kredit gegeben haben, in die Öffentlichkeit gezogen werden, dann hat man Schutzfunktionen, und man fühlt sich hilflos. Ich habe dann darum gebeten um einen Tag zu verschieben die Veröffentlichung, damit man darüber reden kann, damit sie sachgemäß ausfallen kann. Und ich hatte vor meiner Auslandsreise, nachdem in meinem Umfeld, im Dorf recherchiert worden war von den Redakteuren, es ging um Korruption, das hat das ganze Dorf aufgeschreckt, den Vertrag offen gelegt, die Bedingungen gezeigt und die private Kreditgeberin genannt und war dann doch erstaunt, dass während meines Auslandsaufenthaltes die Veröffentlichung erfolgen sollte. Trotzdem: das ist keine Entschuldigung. Das ist auch keine ausreichende Erklärung, aber vielleicht der Impuls, der dazu geführt hat, das wiederum ist menschlich, aber man muss eben als Bundespräsident die Dinge so im Griff haben, dass einem das eben nicht passiert. Trotzdem ist man Mensch und man macht Fehler.
Ab 4:09
Schausten: Nun sagen Sie, an der Stelle haben Sie sich offenbar als Opfer gefühlt. Sie achten die Pressefreiheit, was schon ein bisschen erstaunlich ist, dass ein Bundespräsident das betonen muss. Nun hat man aber das Gefühl, das ist vielleicht nur ein Lippenbekenntnis. Wir haben ja auch gehört, dass Sie haben vor einem halben Jahr einen Redakteur der „Welt am Sonntag“ auch bereits im Schloss Bellevue, sagen wir mal, „bearbeitet haben“, dass er eine bestimmte Berichterstattung nicht bringt.
Wulff: Wenn Sie die Erfahrung machen, dass privateste Dinge aus dem privatesten Bereich, zum Teil Jahrzehnte zurückliegend, aus einer schwierigen Kindheit, einer schwierigen Familie, öffentlich gemacht werden und Sie kurz vor Veröffentlichung mit den Fakten konfrontiert werden, dann ist es doch normal, dass man darum bittet, noch ‚mal ein Gespräch zu führen. Und der Redakteur hat sich über die Gelegenheit gefreut und hat mit mir gesprochen und es ist dann nichts zurückgeblieben. Aber dass man die Möglichkeit hat, dort auch darüber ein Gespräch zu führen, ich glaube, das würden Sie doch genauso sehen, wenn solche Dinge, wie sie damals im Raum standen, dann in die Öffentlichkeit gebracht werden. Das heißt, ich musste ja auch einen Lernprozess machen. Ich bin vom Ministerpräsidenten zum Bundespräsidenten ja sehr schnell gekommen, ohne Karenzzeit, ohne Vorbereitungszeit. Das ging sehr schnell. Und ich bin aus Hannover nach Berlin gekommen…
5:20 Uhr
Deppendorf: … aber Sie waren medienerfahren, Herr Bundespräsident …
Wulff: …und ich hab‘ hier in Berlin … ja, aber trotzdem ist es noch ‚was anderes, ob man als Ministerpräsident Akteur ist oder ob man als Staatsoberhaupt den präsidialen Anforderungen genügt.
ab Minute 5:30 Uhr
Deppendorf: Nochmal die Nachfrage: Können sie jetzt glaubwürdig z.B. die Pressefreiheit, in anderen Länder, zum Beispiel auch in Ungarn, verteidigen?
Wulff: Ich hab‘ das ja gerade getan, auch bei dieser Reise in der arabischen Welt; und habe dort vor Studenten und Studentinnen gesagt, das ist schmerzhaft, das ist für die Betroffenen schmerzhaft, das kann für die Familien sehr schmerzhaft sein. Das ist eben auch dann der Preis der Popularität, der Bekannheit, der Öffentlichkeit, dass man Dinge offenbaren muss, wo viele andere sagen: „Das würd‘ ich doch niemals offenbaren, ich möchte doch niemals, dass das über meine Stiefschwestern, Kinder, Verwandten, Geschichten in der Zeitung stehen. Und wir müssen auch aufpassen, daß überhaupt noch Menschen bereit sind sich dieser Sache … auch im Internet, wenn sie da sehn, was alles über meine Frau alles verbreitet wird an Fantasien, dann kann ich nur sagen, da müssen wir doch auch sehen, dass die Menschen auch noch bereit sind sich der Öffentlichkeit zu stellen, in die Öffentlichkeit zu gehen, in sofern ist das ein schwieriges Feld, aber ich sage, ich habe ein Fehler gemacht, aus innerer Überzeugung, … ich hatte nun über Weihnachten Zeit, die Dinge auch zu reflektieren, und räume diesen Fehler ein, hatte ihn allerdings auch gleich nach Rückkehr, in einer Entschuldigung gegenüber dem Chefredakteur zum Ausdruck gebracht.
Schausten: Müsste aber nicht umsomehr für einen Bundespräsidenten, der eben die Grundrechte ja nun vertritt und zu achten hat, der Versuch im Vorhinein unliebsame Berichterstattung im Vorhinein zu verhindern tabu sein.
Wulff: Ich habe nicht versucht sie zu verhindern! Ich habe darum gebeten, ein Tag abzuwarten, und in der Berichterstattung aufzunehmen, dass ich den Vertrag offenbart habe und die private fenbart habe, die private Kreditgeberin genannt habe,

Ab Minute 7:15:
Deppendorff: Ihre Glaubwürdigkeit hat ja vor allem deswegen Schaden genommen, dass sie zwar immer vollständige Aufklärung in ihren Fällen versprochen haben, die Fakten aber immer nur scheibchenweise herausgekommen sind; Sie sie nur scheibchenweise auf den Tisch gelegt haben. Warum diese Salamitaktik? Das war doch eigentlich auch unwürdig?
Wulff: Wenn Sie 400 Fragen bekommen. Wir haben inzwischen 400 Fragen durch die von mir beauftragten Anwälte. Ich hab ja Anwälte gebeten, weil das Ganze nicht in meiner Amtszeit spielt. Das ist alles vorher. Das geht zum Teil in die 70er Jahre zurück, die Fragen, die da kommen. Und deswegen beauftr…äh..die Anwälte beauftragt, nicht das Bundespräsidialamt damit beschäftigt. Die haben jetzt rund 400 Fragen beantwortet. Alle sachgemäß nach bestem Wissen und Gewissen. Und wenn sie 400 scheibchenweise Fragen bekommen, wo sie sich manchmal wirklich fragen müssen, was da sich dahinter verbirgt, dann können sie auch immer nur scheibchenweise antworten. Die Grunddaten der Finanzierung unseres Einfamilienhauses hab ich von Anfang an genannt. Mit der privaten Finanzierung, mit der Geldmarktfinanzierung, mit der Umwandlung in langfristige Hypothekenfinanzierung. Alles ist erwähnt in der ersten Erklärung nach Rückkehr aus dem Ausland.
Ab Minute 8:20
Schausten: Aber am Anfang stand eine Auskunft an den niedersächsischen Landtag, die, sagen wir mal, mindestens unvollständig war. Sie haben das eingeräumt, sich dafür auch entschuldigt, aber warum haben Sie nicht von Anfang an klipp und klar gesagt, dass Herr Egon Geerkens auch in dieses Kreditgeschäft… an diesem Kreditgeschäft beteiligt war?
Wulff: Ja, das ist ja nun langsam auch – finde ich jedenfalls – sehr sehr klar. Frau Geerkens hat mir das angeboten. Hat mir die 500.000 Euro zur Verfügung gestellt von ihrem Konto, ich habe auf ihrem Konto die Zinsen gezahlt und auf ihr Konto ist der Betrag von der Bank dann abgelöst worden.
Schausten: Aber warum diese Spitzfindigkeit?

Wulff: Ich habe bereits am 15. Dezember gesagt, dass Herr Geerkens, der langjähriger Freund ist, seit Schulzeiten, väterlicher Freund den ich seit 35 Jahren als Begleiter habe, und der auch die Verbindung zur Bank hergestellt hat, was dann auch als Neuigkeit verkündet wurde, im Landtag hät ich sagen sollen es ist zwar nicht nach Frau Gerkens gefragt sondern nach Herrn Gerkens seinen Firmen, seinen Unternehmungen, da hab ich keine Beziehungen, aber ich räume hier ein, dass ich Beziehungen zu Frau Gerkens habe.

was ist privat, was ist öffentlich, was muss hier genannt werden und was geht nicht alle etwas an. Und ich glaube dies
ab 10:30
Deppendorf: Sie haben gerade die Bank erwähnt, die BW-Bank in Baden-Württemberg. Herr Geerkens war es ja wohl auch, der dort für Sie ein gutes Wort eingelegt hat. Sie haben einen Privatkredit bekommen, zu ungewöhlich günstigen Bedingungen, über den jeder normale Bürger ja eigentlich nur neidisch sein kann. Wie kam es zu diesen besonderen Konditionen, und haben Sie eigentlich eine Sicherheit gegeben, für ihren Kredit?
Wulff: Es sind ganz normale, übliche Konditionen. Es ist keine Immobilienfinanzierung, keine Hausfinanzierung, sondern es ist eine Kreditmarktbereitstellung jeweils immer für drei Monate. Und man muss es doch sehen, 2008 war die Bankenkrise, da wollte Frau Geerkens das Geld bei mir anlegen, zu diesen Zinsen, weil in der Bankenwelt das so auch gar nicht ohne weiteres realisierbar war. Dann sind wir zur Bank gegangen, auf Vermittlung von Herrn Geerkens. Die machen eine Bewertung der Sicherheiten, Steuererklärung, Doppelverdiener, Einkommensverhältnisse, keine sonstigen Kredite, zwei unbelastete Immobilien. Also eine insgesamt 60%-Finanzierung. Und dann bewerten die das Risiko.
Und bei dieser Sicherheitenlage, die ich natürlich nachgewiesen habe, mit all den Unterlagen, mit nem Sachverständigengutachten übers Haus, das die haben anfertigen lassen, gibt’s dann diesen Zinssatz, angekoppelt an den Geldmarktzins. Das gesamte Zinsentwicklungsrisiko lag doch bei mir, hab ich doch getragen alle paar Monate.
12:01
Deppendorf: Wie sind Sie eigentlich auf die BW-Bank gekommen? Hat das etwas mit Ihrer Aufsichtsratsmitgliedschaft bei VW zu tun? Denn in der Zeit der Übernahme, also durch Porsche, war die BW-Bank ja in großen Schwierigkeiten.
Wulff: Nach meiner Kentniss nicht. Über Aufsichtratstätigkeiten darf ich jaWenn ich das das richtig erinnere, hat die VW-Unternehmung mi allen Banken in Deutschland Kontakte – das heißt ich könnte als Aufsichtsrat von Volkswagen mit keiner Bank mehr überhaupt ein Geschäft machen, wenn ich es richtig sehe gehts da um die LBBW, nicht um die BW-Bank. Und die BW-Bank war Bank von Herr Geerkens und hat gesagt, wir sind auch interessiert, uns die Sache bei Herrn Wulff anzugucken und sie haben dann dieses Geldmarktangebot gemacht und es ist so wie andere die Bedingungen auch haben. Die Sicherheitenlage hat das so hervorgebracht. Und dann haben wir es umgewandelt auf Empfehlung der BW-Bank, nach dem Motto jetzt steigen die Zinsen. Und am 25.11 haben wir es umgewandelt, haben uns geeinigt, die haben sich abgesichert an den Finanzmärkten für diesen Kredit. Und zum 16. Januar wird er umgewandelt in ein langfristiges Darlehen.
Schausten: Mhm. Am 15. Dezember, bleiben wir an dem Punkt nochmal, war es so, dass sie auch schon erklärt haben dass sie nun, wie sie gesagt haben, inzwischen ein lang, das ganze in ein langfristiges Bankdarlehen festgeschrieben hätten – und da ist wieder so ein Punkt, Herr Bundespräsident, dass man das Gefühl hat, sie müssen auch zur Transparenz getrieben werden. Denn es gab bis dato eben noch keine Unterschriften, sie haben den Eindruck erweckt: Das ist längst alles schon in trockene Tücher gebracht – aber das beginnt nun eben überhaupt erst am 16. Januar und auch das müssen auch erst Medien ihnen sozusagen, erst wieder nachweisen. Dadurch entsteht der Eindruck von scheibchenweiser Salamitaktik!
Wulff (13:23)
Ja, ich glaube manchmal ist auch sozusagen die Suche, äh, vielleicht auch von einem Misstrauen geprägt, was die Sachlage nicht rechtfertigt. Denn wenn sie am 25. November sich geeinigt haben und die Bank das eingebucht hat, sich dafür abgesichert hat, ist der Vertrag geschlossen, am 25.11.! Dass der dann sozusagen noch vertraglich unterschrieben wird, die Bank mir das zuschickt, ich das zuschicke, ist eine Durchführung die aber gar nicht notwendig ist, weil ein mündlicher Vertragsschluss auch reichen würde, es gilt auch Handschlagqualität in dem Bereich, wenn man sich mit einer Bank verständigt.
Deppendorf (13:54)
Herr Bundespräsident, Sie haben, die einen sagen, es waren ziemliche Zinsvorteile, Sie sagen nein, aber es gibt auch teilweise unbezahlte Urlaube bei Industriellen. Kritiker werfen ihnen da nun einen Verstoß gegen das niedersächsische Ministergesetz vor. Der SPD Parlamentarische Geschäftsführer Thomas Opperman fordert sie nun auf, diese Frage durch sie selbst klären zu lassen. Werden sie dem nachkommen?
Wulff: Die Landesregierung wird dazu sich äußern und dann ist jedem freigestellt, den Staatsgerichtshof anzurufen. Es ist eindeutig kein Verstoß gegen das Ministergesetz, weil diese, wo ich gewohnt habe, an fast 10 Jahren 6 mal oder so, das sind Freunde ich aus Schulzeiten habe und wenn aus einem netten Menschen mit seiner Frau, die einen Süßwarenladen auf Norderney haben, ein Luxusferiendomizil wird, die ein Gästezimmer haben, die ein Gästezimmer haben, wir in diesem Gästezimmer Urlaub machen wo selbst dort noch vor der Tür, vor dem Hafen sozusagen dann sind um die Familie zu fotografieren, dann ist das so, wenn die bei uns in Berlin sind und wir keine Rechnung stellen für die benutzte Bettwäsche, wedie kenn ich seit dem 14 Lebensjahr
Deppendorf (14:55): Sie waren auch Gast bei einem Vorstandsvorsitzenden einer großen deutschen Versicherungsgesellschaft…
Wulff:
Deppendorf (16:15): Nein, dass sie bei, ich sag mal möglichen Verhandlungspartnern, es gibt ja auch den Anschein
Wulff: Das ist genau der Unterschied,
Deppendorf: Es gibt auch den Anschein
Wulff: Das ist genau der Untschied
Deppendorf: Was sagen Sie den Beamten, die damit /
Wulff: Herr Deppendorf, das ist genau der Unterschied, wenn es dienstliche Kontakte gibt, wenn es im Bezug auf das Amt geleistet wird, dann kommt es überhaupt nicht in Frage. So ist genau die Regelung, aber dies wird nicht im Bezug auf das Amt gemacht, denn ich bin ich in Norderney schon gewesen oder in Spanien, als ich noch gar nicht im Amt war. Ich kenn den Herrn Geerkens seit ich 14, 15, 16 bin. Den kannte meinen Vater, der war mit dem eng befreundet. Und wenn man den seitdem kennt und den besucht hat und der uns besucht hat und man sich’n Leben lang begleitet, dann ist das nicht auf das Amt bezogen, sondern dann ist das eine private Beziehung, die auch Politikern möglich sein muss.
Schausten: Wenn wir mal alles zusammennehmen ist natürlich ein Problem auch, Herr Bundespräsident, dass Sie in der Vergangenheit allerhöchste Maßstäbe selbst an alles angelegt haben. Ich darf Sie einmal zitieren in Zusammenhang mit Johannes Rau, der damals mit einer Flugaffäre konfrontiert war – es ging um die Flugbereitschaft der WestLB – da haben Sie gesagt, es ist tragisch, dass Deutschland in dieser schwierigen Zeit keinen unbefangenen Bundespräsidenten hat, der seine Stimme mit Autorität erheben kann. Man findet noch viele andere entsprechend hochstehende Sätze von Ihnen. Haben Sie noch diese Unbefangenheit, haben Sie noch Autorität jetzt?
Wulff: Also wir müssen alle hohe Ansprüche haben, in dem Wissen dass wir alle fehlbar sind. Und natürlich denkt man viel jetzt über die Bibelstelle nach „Derjenige, der ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein“ und alle gingen bei dieser Steinigung. Weil allen klar wurde, also „Vorsicht, wenn Du mit einem Finger auf andere zeigst, zeigen andere auf Dich selbst.“ Insofern wird man auch lebensklüger und heute kann ich Johannes Rau
Schausten: Demütiger?
Wulff: besser verstehen als ich ihn damals verstanden habe. Und man wird auch ein bisschen demütiger, man wird lebensklüger und man muss aus eigenen Fehlern lernen, und gerade die Glaubwürdigkeit, die man als BP braucht, die wird man nur zurückerlangen, wenn man auch im Umgang mit seinen eigenen Fehlern Lernfortschritte unter Beweis stellt. Darauf wird es jetzt ankommen gerade auch bei Diskussionen mit jungen Leuten – wir machen in diesem Jahr einen Jugendtag zur Stärkung der Demokratie. Oder bei anderen Aktivitäten. Dass man auch selber berichtet wie schnell man sozusagen in der Frage sein kann privat, beruflich, politisch Verantwortung Anschein Anschein zu /
Deppendorf: Herr Bundespräsident, haben Sie /
Wulff: Dass man hier einfach sich selbst vor sich selbst immer wieder Rechenschaft ablegen muss.
Deppendorf: Haben Sie zusammengefasst nochmal gefragt nicht durch Ihr Verhalten in den letzten Wochen das Amt des Bundespräsidenten schwer beschädigt.
Wulff: Das Amt des Bundespräsidenten ist aus vielerlei Gründen in Deutschland schwieriger geworden und durch diese Art von Umgang mit den Dingen hat man dem Amt sicher nicht gedient, aber ich bin fest davon überzeugt, dass ich durch eine ganze Reihe von Aktivitäten, in der Amtszeit das Amt des Bundespräsidenten wieder gestärkt habe. Dass es eine hohe Anerkennung geniest. Und ich bin geradezu überrascht, wie stark die Bürgerinnen und Bürger es von mir selbst auch erklärt – erläutert – bekommen wollen und letztlich darauf setzen, dass ich Bundespräsident bleibe, denn ich nehme meine Verantwortung wahr, ich hab mich bewusst dafür entschieden und ich habe ein nachhaltiges Interesse an unserem Land – es voranzubringen. Und wir brauchen auch jetzt die Kraft, uns wieder um Politik zu kümmern in diesem Jahr, wenn dieses Jahr jetzt beginnt, denn es kommen schwierige Aufgaben auf uns zu und da brauchts eben auch einen Bundespräsidenten, der sich diesen Aufgaben zuwenden kann.
Schausten: Dann sind wir gespannt, was wir da hören. Können Sie denn garantieren, dass nicht noch etwas anderes nachkommt in der Affäre, über die wir jetzt sprechen?
Wulff: Also bei 400 Fragen und wenn gefragt wird, was es zu essen gab, bei Ihrer ersten Hochzeit und wer Ihre zweite bezahlt hat und ob Sie den Unterhalt für Ihre Mutter gezahlt haben und ich könnte jetzt tausend Sachen mehr nennen und wer die Kleider für Ihre Frau gezahlt hat, welche geliehen waren, welche sozusagen als geldwerter Vorteil versteuert werden, dann kann ich nur sagen, ich geb Ihnen gern die 400 Fragen – 400 Antworten. Da ist jetzt etwas was einen dann innerlich auch nach solchen drei Wochen irgendwo freimacht, dass man sagt, also jetzt ist wirklich alles von innen nach oben und umgekehrt gewendet… und man muss sich dann auch fragen, ob nicht dann auch es irgendwann akzeptiert wird, dass auch ein Bundespräsident ein privates Leben haben darf.
Schausten: …heißt, dass Herr Christian Wulff ein Bundespräsident auf Bewährung vorerst bleibt.
Wulff: Die Begrifflichkeit finde ich völlig daneben, weil wir diesen Begriff kennen, wenn gegen Gesetze verstoßen wurde. Ich habe weder jetzt im Amt als Bundespräsident gegen irgendein Gesetz verstoßen noch vorher. Es geht nicht um Rechtsverstöße, sondern es geht um Fragen von Transparenz, von Darlegung, von Erklärung und dazu nutze ich auch diese Gelegenheit, um zu erklären, was ist und was war, aber –wie gesagt den Begriff der Bewährung halte ich für abwegig, sondern ich bin jetzt schweren Herausforderungen ausgesetzt, aber man muss eben auch wissen, dass man nicht gleich bei der ersten Herausforderung wegläuft, sondern dass man sich der Aufgabe stellt, und auch weiß, wem es in der Küche zu heiß ist, der darf nicht Koch werden wollen, wie es Harry S. Truman gesagt hat, und deswegen muss man offenkundig auch durch solche Bewährungsproben hindurch.
Schausten:Herr Bundespräsident, wir danken Ihnen für dieses Gespräch. Liebe Zuschauer, vielen Dank für Ihr Interesse, einen schönen Abend noch in den Programmen von ARD und ZDF, Tschüss.

45 Kommentare
      • brainOnaut 4. Jan 2012 @ 22:32
  1. Matthias Schrade 4. Jan 2012 @ 19:41
  2. Fefe Fanboi 4. Jan 2012 @ 21:11
    • brainOnaut 4. Jan 2012 @ 22:37
  3. Storndorff, Tobi 4. Jan 2012 @ 23:58
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