Nachdem Polen und Österreich angekündigt hatten, das umstrittene ACTA-Abkommen noch diese Wochen (Polen) bzw. innerhalb der nächsten zwei Wochen (Österreich) zu unterzeichnen, kam es in beiden Ländern zu DDos-Attacken auf Regierungswebsites. So waren am Sonntag die Seiten der polnischen Regierung und des Präsidenten Donald Tusk nicht zu erreichen. Auch das österreichische Justiz‑, Wirtschafts- und Innenministerium wurden Ziele des von der losen Anonymous-Gruppe angekündigten Angriffs.
Besonders in Polen lösten die Attacken ein breites Medienecho aus. Bedingt durch ein erhöhtes Medieninteresse wegen der Anti-SOPA-PIPA-Proteste der letzten Woche berichteten Zeitungen, Radio- und Fernsehsender sowohl über die Vorfälle als auch die Konsequenzen von ACTA. Mehrere Homepages schwärzten in Anlehnung an den Wikipedia-Blackout-Day ihre Seiten. Diese Publicity ist den Initiatoren der Anti-Piraterie-Initiative wahrscheinlich gar nicht recht, haben sie sie doch lange tunlichst geheim gehalten. Präsident Donald Tusk kündigte inzwischen an, über eine Verschiebung des Beitritts zu beraten.
Auch in Österreich wird die Debatte über ACTA lauter: Der Justizsprecher der österreichischen Grünen fordert einen Nicht-Einstieg in ACTA.
Update: Hier gibt es Bilder von Protesten in Polen. Da gehen ganz schön viele Menschen gegen ACTA auf die Straße.